Meine letzte RezensionLichterloh - Stadt unter Rußvon Sarah M. Kempen
Wenn ich ein Buch nennen müsste, das mich direkt bei einer Lesung schon gepackt hat, dann wäre es „Lichterloh – Stadt unter Ruß“ von Sarah M. Kempen.
Ich habe die Lesung auf der Seraph-Verleihung erlebt – und genau da hat es sofort gezündet. Diese Welt wirkt nicht konstruiert, sondern erstaunlich greifbar: eine Stadt, die von Rauch, Ruß und unzähligen Kaminen lebt, in der Kaminkehrer nicht nur Handwerk ausüben, sondern eine ganz eigene Rolle im Gefüge dieser Gesellschaft einnehmen.
Gerade als jemand, der selbst aus einer „Stadt der tausend Feuer“ kommt, fühlt sich dieses Setting erschreckend vertraut und gleichzeitig fantastisch überhöht an. Man erkennt Strukturen wieder – und genau das macht die Idee so stark. Die Kaminkehrer, die engen Gassen, das permanente Knistern und Qualmen über der Stadt: das ist nicht nur Kulisse, das ist ein lebendiger Organismus.
Und genau in diesem Umfeld entfaltet sich eine Geschichte, die schnell Fahrt aufnimmt. „Lichterloh“ ist kein leises Setting-Buch, sondern eines, das von Anfang an Spannung aufbaut und hält. Es geht um Geheimnisse, um verborgene Zusammenhänge in dieser rußgeschwärzten Welt – und um Figuren, die sich mitten in einem System bewegen, das größer ist als sie selbst.
Was mich besonders überzeugt hat: Das Buch funktioniert nicht nur als Jugendfantasy. Es hat diesen Sog, diese Dichte und diesen Ideenreichtum, der auch erwachsene Leser sofort mitnimmt. Die Welt trägt die Handlung, aber sie erdrückt sie nicht – sie treibt sie voran.
Fazit:
Band 1 einer Reihe, die direkt ein starkes Fundament legt. Atmosphärisch dicht, originell im Setting und mit einer Spannung, die sofort greift. Wer Fantasy will, die nicht beliebig wirkt, sondern nach Rauch, Stein und Gefahr riecht, sollte hier unbedingt zugreifen.