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Lukas Becker Buchhandlung: Thalia Köln-Braunsfeld

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Meine letzte Rezension Die Buchhandlung der Exilanten von Uwe Neumahr
Dieses Buch ist ein Geschenk für alle, die Buchhandlungen lieben. Uwe Neumahr erzählt die Geschichte von Adrienne Monnier und Sylvia Beach, zwei Legenden des Pariser Literaturbetriebs, die ihre Buchhandlungen in der deutschen Besatzungszeit zu Zufluchtsorten für Verfolgte und Zentren des Widerstands umwandelten. Was das Buch so fesselnd macht: Es funktioniert auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Da ist die Kulturgeschichte der Weimarer Exilbewegung, das Porträt zweier außergewöhnlicher Frauen, die sich in einer männerdominierten Welt behaupteten, und ein eindringliches Zeitdokument der Besatzung. Neumahr verbindet Archivstudien mit erzählerischer Kraft – man trifft Joyce, Hemingway, Picasso, Sartre in diesen Räumen, erlebt aber auch die dramatische Wendung, als Sylvia Beach selbst von der Gestapo verhaftet wird. Das Buch weckt Fragen, die über die 320 Seiten hinausweisen: Wie funktioniert Widerstand im Alltag? Was macht einen Ort zu einem kulturellen Biotop? Und: Welche Verantwortung haben wir als Buchhändler:innen heute? Eine große Empfehlung – nicht nur für Sachbuch-Leser:innen.
ab 26,00 €
Produktbild Die Buchhandlung der Exilanten
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  • Lukas Becker
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Die Buchhandlung der Exilanten

Dieses Buch ist ein Geschenk für alle, die Buchhandlungen lieben. Uwe Neumahr erzählt die Geschichte von Adrienne Monnier und Sylvia Beach, zwei Legenden des Pariser Literaturbetriebs, die ihre Buchhandlungen in der deutschen Besatzungszeit zu Zufluchtsorten für Verfolgte und Zentren des Widerstands umwandelten. Was das Buch so fesselnd macht: Es funktioniert auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Da ist die Kulturgeschichte der Weimarer Exilbewegung, das Porträt zweier außergewöhnlicher Frauen, die sich in einer männerdominierten Welt behaupteten, und ein eindringliches Zeitdokument der Besatzung. Neumahr verbindet Archivstudien mit erzählerischer Kraft – man trifft Joyce, Hemingway, Picasso, Sartre in diesen Räumen, erlebt aber auch die dramatische Wendung, als Sylvia Beach selbst von der Gestapo verhaftet wird. Das Buch weckt Fragen, die über die 320 Seiten hinausweisen: Wie funktioniert Widerstand im Alltag? Was macht einen Ort zu einem kulturellen Biotop? Und: Welche Verantwortung haben wir als Buchhändler:innen heute? Eine große Empfehlung – nicht nur für Sachbuch-Leser:innen.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Wir Töchter
    • Lukas Becker
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    5/5

    Wir Töchter

    Oliwia Hälterleins Debütroman „Wir Töchter" ist eines dieser seltenen Bücher, das sich anfühlt wie eine Entdeckung. Es erzählt die Geschichte von drei Frauen – Marianna, Róza und Waleria – deren Leben sich über zwei Jahrhunderte und zwei Länder erstreckt, doch niemals voneinander losreißen können. Was sofort fasziniert: die poetische Dichte der Sprache. Hälterlein schreibt bildlich und emotional, ohne dabei je in Sentimentalität zu verfallen. Sie erzählt von Bauernhöfen unter polnischen Kiefern, von der Solidarnosc-Revolution, von einer Mutter, die ihre Muttersprache aufgibt, um ihrer Tochter ein besseres Leben zu schenken. Und von einer Tochter, die diese Opfer erst verstehen lernt, als sie selbst kinderlos bleibt und sich fragt: Was bedeutet es, die Letzte zu sein? Das Buch ist ein Meisterwerk der Verflechtung – persönliche Schicksale werden zur Zeitgeschichte, Zeitgeschichte wird zur Familie. Migration, Identität, das Frausein in verschiedenen Epochen, die internalisierten Widersprüche zwischen Dankbarkeit und Entfremdung – alles ist hier präsent, ohne je belehrend zu wirken. Ein Roman, der bleibt. Und der mich persönlich auf vielen Ebenen berührt und an meine eigene Kindheit zwischen Heimat und Deutschland erinnert hat.

  • Produktbild Bitternis
    • Lukas Becker
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    5/5

    Bitternis

    Ein Epos der weiblichen Seele — so lässt sich dieser Roman in drei Worten zusammenfassen. Joanna Bator hat mit "Bitternis" ein Werk geschaffen, das unter die Haut geht und dort bleibt. Die Geschichte beginnt 1938 in einer schlesischen Villa und führt uns durch vier Generationen von Frauen, deren Leben von Trauma, Sehnsüchte und unbeugsamer Kraft geprägt sind. Jede dieser Frauen kämpft auf ihre Weise um Freiheit und Glück — und scheitert, triumphiert, opfert sich auf oder rebelliert. Bator erzählt nicht einfach eine Familiengeschichte; sie seziert die menschliche Seele mit chirurgischer Präzision und gleichzeitig mit einer Wärme, die überrascht. Was diesen Roman auszeichnet, ist die Sprache. Sie ist intensiv, kraftvoll, manchmal verstörend, immer aber lebendig. Bator schreibt mit einer Mischung aus Gnade und Gnadenlosigkeit — ihre Figuren sind Opfer und Täter zugleich, komplex und widersprüchlich wie echte Menschen. Die Brutalität der Geschichte wird nicht beschönigt, aber sie wird durchdrungen von Hoffnung, von Humor, von Sehnsucht. Der Roman ist nicht leicht zu lesen — das sollte man wissen. Bator verlangt vom Leser, sich einzulassen, sich Zeit zu nehmen. Aber wer das tut, wird belohnt mit einem der beeindruckendsten Leseerlebnisse, die man sich vorstellen kann. Hundert Jahre polnische und deutsch-polnische Geschichte verdichten sich in diesen Seiten zu etwas Zeitlosem. Ein Meisterwerk. Unbedingt lesen.

  • Produktbild Hundesohn
    • Lukas Becker
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    5/5

    Hundesohn

    Ozan Zakariya Keskinkılıç schreibt über Liebe wie kaum ein anderer — radikal, poetisch, zärtlich und ohne Sentimentalität. Sein Debütroman „Hundesohn" ist eine Liebesgeschichte zwischen Berlin und Adana, zwischen Zeko und Hassan, aber vor allem eine Geschichte darüber, wie zwei Menschen sich in den Rissen einer Welt finden, die ihnen eigentlich keinen Platz zugestehen will. Das Genie des Romans liegt in seiner Unerschrockenheit. Keskinkılıç lässt Koran und Grindr aufeinandertreffen, ohne dabei zu moralisieren oder zu vereinfachen. Er schreibt über einen schwulen, muslimischen Mann, dessen Identitäten sich nicht auflösen, sondern durchdringen — und genau darin liegt die Sprengkraft. Die Prosa ist präzise, manchmal zart, manchmal brutal, immer intelligent. Man spürt auf jeder Seite: Hier schreibt jemand, der weiß, wovon er spricht. Was bleibt, ist das Gefühl, einen der wichtigsten Romane der letzten Jahre gelesen zu haben. Einer, der Normen und Grenzen nicht nur aufhebt, sondern sie neu denkt. Ein Buch über Liebe, das endlich ehrlich ist.

  • Produktbild Wachs
    • Lukas Becker
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    5/5

    Wachs

    "Wachs" ist ein literarisches Meisterwerk, das mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Der Georg-Büchner-Preis 2026 ist für Christine Wunnicke absolut verdient. Die Geschichte zweier außergewöhnlicher Frauen im vorrevolutionären Paris — Marie Biheron, die Leichen seziert und ihre Erkenntnisse in faszinierenden Wachsfiguren verewigt, und Madeleine Basseporte, die sich ganz der botanischen Illustration verschreibt — ist nicht nur historisch fesselnd, sondern auch emotional tiefgreifend. Wunnicke erzählt von zwei Frauen, die sich allen Widerständen zum Trotz ihren Platz in einer Männerwelt erkämpfen und dabei zueinander finden. Was diesen Roman besonders macht, ist Wunnickes eigenwillige, präzise Sprache. Sie schreibt mit einer fast nüchternen Eleganz, die dennoch mitreißend wirkt. Die Dialoge sind witzig und lebendig, die Charakterzeichnungen skurril und authentisch zugleich. Man spürt die Leidenschaft beider Frauen für ihre Arbeit, ihre gegenseitige Unterstützung und die stille Hoffnung, die durch ihre Lebensgeschichten scheint. Das Buch ist kurz, aber dicht — jede Seite zählt. Wunnicke schafft es, komplexe historische Themen mit literarischer Brillanz zu verweben. "Wachs" ist ein Roman, den man umarmen möchte und den viel mehr Menschen lesen sollten.

  • Produktbild Foto auf Anfrage
    • Lukas Becker
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    5/5

    Foto auf Anfrage

    Simon Chevrier gelingt mit seinem Debüt ein beeindruckendes Porträt einer Generation, die zwischen Rastlosigkeit und Sehnsucht nach Halt navigiert. Der namenlose Protagonist driftet durch ein prekäres Leben in einer französischen Großstadt während der Pandemie — Jobsuche, flüchtige Begegnungen, ständiger Ortswechsel — bis ihn die Fotografie eines unbekannten Mannes in den Bann zieht und zur Obsession wird. Das Besondere an Chevriers Erzählung ist ihre Ungeschütztheit. Ohne Pathos oder Beschönigung lässt er uns an diesem fragmentierten Alltag teilhaben, während er gleichzeitig eine faszinierende Verbindung zur Chelsea-Hotel-Bohème der 1970er und 80er Jahre knüpft. Die Recherche nach Daniel Schook wird zur Suche nach sich selbst — eine Frage nach Identität, Zugehörigkeit und dem Versuch, durch die Verbrüderung mit dem Gestern Halt im Heute zu finden. Chevrier schreibt mit einer Präzision, die zwischen Gegenwart und Geschichte, zwischen digitaler Oberflächlichkeit und emotionaler Tiefe oszilliert. Die Referenzen von Hujar über Wojnarowicz bis zu Annie Ernaux sind keine bloßen Name-Drops, sondern Ankerpunkte einer queeren Kulturgeschichte, die der Roman subtil durchwebt. Dass die Académie Goncourt diesen Roman mit ihrer höchsten Ehrung für einen Debütroman ausgezeichnet hat, ist verdient. Ein schonungsloses, berührendes Buch über Verletzlichkeit und die Suche nach Bedeutung in einer fragmentierten Welt.

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