Wundersam bunt und düster zugleich schildert Perutz die Welt in "Der schwedische Reiter", der den Leser im Nu in die Zeit um 1700 versetzt. Der Roman erzählt vom verflochtenen Schicksal zweier ungleicher Männer: Krieg und Barbarei beherrschen die Szenerie, in der ein namenloser Vagabund und der desertierte schwedische Offizier Christian von Tornefeld aufeinander treffen. Der eine nimmt mit List und Tücke, aber ebenso aus Liebe zu einer jungen Frau die Identität des anderen an ...
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben und erhalten dafür eine Thalia Geschenkkarte.
Nachdem ich bereits „Nachts unter Steinernen Brücken“ von Leo Perutz gelesen hatte wollte ich unbedingt mehr von ihm lesen und wurde nicht enttäuscht! Der Plot ist ausgeklügelt und bis zum Schluss spannend. Ein großartiges Buch welches einen wirklich in den Ban zieht!
Bories vom Berg
aus München
5/5
28.01.2017
Buch (Taschenbuch)
Rundum gelungen Der zwischen…
Rundum gelungen Der zwischen den beiden Weltkriegen recht erfolgreiche österreichische Schriftsteller Leo Perutz konnte 1939, seiner jüdischen Herkunft wegen, seinen Roman «Der schwedischer Reiter» nicht mehr veröffentlichen im Tausendjährigen Reich und geriet, nach dessen vorzeitigem Ende, in Vergessenheit. Inzwischen wurde er wiederentdeckt, dieser Band gehört zu den späten Meisterwerken eines für seine literarisch anspruchsvollen historischen Romane geschätzten Autors. Seine Handlungen seien, wie Egon Erwin Kisch lobte, mit «mathematischer Präzision» ausgearbeitet, - wen wundert’s, war er doch im Hauptberuf Mathematiker. Gleichwohl hat er als «größter magischer Realist unserer Sprache», wie Daniel Kehlmann ihn überschwänglich bezeichnete, seine Stoffe mit phantastischen Zutaten angereichert, die ins Märchenhafte weisen und seinen Geschichten damit eine ganz spezifische Stimmung verleihen. Trickreich eröffnet Perutz seinen Roman mit einem «Vorbericht», in dem er den Schluss seiner Erzählung aus der Perspektive der Tochter seines Helden schildert und dann anmerkt: «Die Geschichte des ‚schwedischen Reiters’ soll nun erzählt werden». In den Nachwirren des Dreißigjährigen Krieges begegnen sich an einem bitterkalten Wintertag zu Beginn des Jahres 1701 in Schlesien ein berüchtigter Dieb und ein adliger schwedischer Deserteur, beide auf der Flucht vor dem Malefizbaron, ihnen droht der Galgen. In der Hoffnung, den Häschern so zu entgehen, tauschen sie ihre Identität, wobei der Dieb hinterlistig den arglosen Schweden über die wahre Gefahr täuscht. Während der Adlige in einem KZ-ähnlichen Arbeitslager des Bischoffs verschwindet, gelingt es dem Dieb, sich zum Hauptmann einer Bande aufzuschwingen, die als «Gottesräuber» jahrelang die Kirchen plündern. Mit den geraubten Schätzen gelingt es dem Hauptmann dann, als «schwedischer Reiter» auftretend ein herunter gekommenes Landgut zu übernehmen, die Tochter des ehemaligen Gutsherrn zu heiraten und schon bald den dort früher herrschenden Wohlstand wieder herzustellen. Die Idylle endet sieben Jahre später, als seine falsche Identität aufzufliegen droht und der namenlos bleibende Romanheld fliehen muss. In einem ebenso klug erdachten wie berührenden Showdown endet dieses virtuose Spiel des Autors mit Identitäten. Seine archetypischen Figuren sind glaubhaft, aber zurückhaltend knapp beschrieben, ihr Handeln ist stets nachvollziehbar. Beides lässt dem Leser reichlich Raum für eigene Deutungen. Die Sympathie für die Figuren des Romans nährt sich vor allem auch aus den köstlichen Dialogen, mit denen im Übrigen der Plot auch sehr zielstrebig vorangetrieben wird. Er wird einsträngig und chronologisch in einer wunderbar der Epoche angepassten, ironisch überhöhten, bildreichen Sprache erzählt. Das Erzählte gründet auf eine kruden Moral, die den weitgehend rechtsfreien, barbarischen Zeitläuften jener Epoche entspricht, aber nicht diejenige der christlichen Kirchen ist. Eine blasphemische Traumsequenz des Diebes vor dem Gottesgericht gehört denn auch zu den köstlichsten Passagen dieses Romans. Sehr gekonnt ist auch die Figur des toten Müllers als Mittler zwischen den höheren Mächten und der irdischen Pein in die Geschichte eingebaut, der Roman erhält dadurch ein in die Märchenwelt weisendes magisches Element, passend zum weit verbreiteten Aberglauben jener Zeiten. Dieser fesselnde Roman erzeugt einen erzählerischen Sog, dem man sich kaum entziehen kann als Leser, egal ob man ihn nun als historischen Roman, als Schelmenroman oder als Liebesroman liest. Dazu trägt im Wesentlichen das hervorragend eingefangene Zeitkolorit bei, aber natürlich auch der wohltuend stimmige Plot, dem man gerne folgt, und last not least dessen hervorragend gelungene sprachliche Umsetzung. Und die Frage schließlich, ob man sein Glück dauerhaft auf einer Schurkerei aufbauen kann, wird hier literarisch in einer Weise aufbereitet, die völlig ohne erhobenen Zeigefinger auskommt. Fürwahr ein rundum gelungener Roman!
Raumzeitreisender
aus Ahaus
5/5
16.08.2016
Buch (Taschenbuch)
Ein grandioser Roman von…
Ein grandioser Roman von einem genialen Schriftsteller Mit dem Thema Identität haben sich in der Vergangenheit verschiedene Autoren beschäftigt, z.B. José Saramago in „Der Doppelgänger“, Ken Follett in „Der dritte Zwilling“ und in jüngster Zeit Daniel Kehlmann in „Ruhm“. Während es bei Saramago um die psychische Zerrissenheit seines Protagonisten Afonso geht, steht bei Follett die Ethik im Hinblick auf die Gentechnik im Fokus. Bei Daniel Kehlmann sind es die Errungenschaften der (perfekten?) Technik, die zu Identitätsproblemen führen können. Alle drei genannten Werke haben ihre Stärken, jedoch fehlt die Faszination, die von der vertauschten Identität in „Der schwedische Reiter“ ausgeht. Leo Perutz vereinigt in diesem Roman verschiedene Genres. „Der schwedische Reiter“ ist ein historischer Roman mit dezent eingewobenen Elementen aus dem Genre fantastischer Roman. Er steckt voller Abenteuer, Tragik, Liebe und Schicksal und ist gleichzeitig ein Schelmenroman mit sozialkritischen Untertönen. Ein solches Spektrum findet man aktuell nur bei wenigen Autoren, so z.B. in „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón. Es ist ein Genuss, einen derart ausgereiften Roman zu lesen und es freut mich, dass viele Rezensenten das ähnlich sehen. Perutz glänzt mit präzisen Beschreibungen und einem genialen Plot. Die Schicksale der beiden Protagonisten sind aufs Engste miteinander verknüpft. Es gibt im gesamten Verlauf niemanden, der die gesamten Ereignisse in ihrer Tragweite überblicken kann, außer dem Leser selbst. Die einzige Person, die mit objektiven Widersprüchen konfrontiert wird, die sie nie im Leben wird aufklären können, ist Tochter Maria Christine und die ist zum Zeitpunkt der Ereignisse noch ein kleines Mädchen. Die Szene, in der sie für den unbekannten Landstreicher betet, ist an Dramatik und Emotionalität nicht zu überbieten. Vielleicht sind dies die Gründe dafür, dass der Vorbericht ihren Lebenserinnerungen gewidmet ist.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
13.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Unglaublicher Roman
Ein historischer Roman über Identiät, Schicksal und Abenteuer verfasst in wunderschöner bewusster Sprache.
Dieses Buch liefert eine unglaublich fesselnde Geschichte.
Absolute Leseempfehlung!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.