Logisch-semantische Propädeutik
Band 8206
Reclams Universal-Bibliothek Band 8206

Logisch-semantische Propädeutik

Buch (Taschenbuch)

8,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Was heißt »Logik«? - Satz, Aussagesatz, Urteil - Logische Implikation und logische Wahrheit; Analytizität und Apriorität - Der Satz vom Widerspruch - Grundzüge der traditionellen Logik: Urteilslehre und Syllogistik - Die moderne Auffassung der Struktur singulärer und genereller Sätze; logisch-semantische und grammatische Form - Komplexe Sätze Generelle Termini, Begriffe, Klassen - Singuläre Termini Identität - Existenz - Sein, Negation, Affirmation - Wahrheit - Notwendigkeit und Möglichkeit

Ursula Wolf ist Professorin für Philosophie an der Universität Mannheim. Für ihr Werk erhielt sie 2012 den Meyer-Struckmann-Preis für geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung.

Ernst Tugendhat, geboren 1930 in Brünn, lebt jetzt in Tübingen. Er ist emeritierter Professor für Philosophie der Freien Universität Berlin und Honorarprofessor an der Universität Tübingen.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.01.1986

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

268

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.01.1986

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

268

Maße (L/B/H)

14,7/9,7/1,5 cm

Gewicht

137 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-008206-5

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Verständlich und konzise

Zitronenblau am 28.09.2011

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Tugendhats und Wolfs "Logisch-semantische Propädeutik" ist für den Einstieg äußerst zu empfehlen. Auf wenig Raum befassen sich die Autoren mit den (aussagen-)logischen Elementen (Satz, Aussagensatz, Aussage, Urteil) und führen über die logische Implikation ("Analytisch wahr ist eine Aussage, wenn ihre Negation einen Widerspruch impliziert."), den Satz vom Widerspruch und die Syllogistik (Quadrat der Gegensätze) hin zu der Logik expandierenden Semantik (z.T. auch Pragmatik vor dem Hintergrund der Bedeutung durch die Verwendung von Worten und Sätzen in actu). Somit erweitert sich der logische um den grammatischen Raum (singuläre Sätze, generelle Sätze, komplexe Sätze und ihre Wahrheitsfunktionen). Mit der prädikatenlogischen Einführung handeln die Autoren Begriffe wie generelle Termini, Begriffe als soche, Klassen, Prädikate und Symbolik ab (Fa). Einen eigenen Artikel erhalten die singulären Termini (Eigennamen (Wolfs Spezialgebiet), Deixis-/Kontextpronomina und Kennzeichnungen. Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mit dem Begriff der Identität (Freges Problem vom Morgenstern, der der Abendstern ist), der Existenz und dem Sein überhaupt - einer der philosophisch schwierigeren Begriffe, da "'existiert' im logisch-semantischen Sinn kein Prädikat ist." Sein ist ohnehin multifunktional und somit ausschließlich logisch gar nicht anwendungsfreundlich (teilprädikativ, Kopula etc.). Tugendhats Thema der Wahrheit wird im vorletzten Kapitel Rechnung getragen: "Die Wahrheit in diesem Sinn ist also eine Eigenschaft von Aussagen (oder Sätzen oder Urteilen)..." Im Wesentlichen werden auf knappem Raum die Theorien besprochen: Redundanztheorie, Wahrheitspragamtismus Konsensustheorie (Habermas) und Kohärenztheorie, die mehr oder weniger - bis auf letztgenannte - abgeschmettert werden. So wird von den Autoren die klassische Korrespondenz- bzw. Adäquationstheorie vertreten: veritas est adaequatio rei et intellectus. Zwar wird Tarskis semantische Wahrheitsdefintion herangezogen, jedoch an sich nicht geltend gemacht (d.h. wenn überhaupt nur für logische Kalküle). Seine Theorie wird (um dies zu verstehen empfehle ich den Tarskitext in Suhrkamp "Wahrheitstheorien" von Skirbekk herausgegeben) als Bedeutungstheorie demaskiert. Anders ist jedoch das Verstehen von Bedeutung eines Satzes (Sätze, die Wahrheit beanspruchen sind Behauptungen, also Assertionen) abhängig von seinen Wahrheitsbedingungen (Erfüllungen), mit Wittgensteins Worten aus dem Tractatus: "Einen Satz verstehen, heißt, wissen was der Fall ist, wenn er wahr ist." Die Autoren weisen darauf hin, dass Tatsachen eben wahre Gedanken/Sätze über Gegenstände sind (an sich also keine Gegenstände darstellen). Sie können sagen: "Ein Aussagesatz 'p' ist wahr gdw., sofern die von seinen Bedeutungsregeln geforderte Prozedur befolgt wird, dies zu einem Ergebnis führt, das mit dem in der Behauptung vorweggenommenen Ergebnis übereinstimmt (identisch ist)." Sie geben zu, dass diese Definition von jenen Bedeutungsregeln abhängt und von selbst nicht stehen kann. Das letzte Kaptitel bezieht in die bisher genannten logischen Elemente die modallogischen Operatoren "möglich" und "notwendig" ein. Die Autoren verweisen viel auf Kripke, der hierzu einiges zum Thema Kontingenz und mögliche Welten, aber auch Mythen der Apriorität etc. beisteuerte (s. "Naming & Necessity"). Die Autoren halten sich knapp, verständlich und fokussiert. Sie Verweisen auf die Klassiker mit Anmerkungen und geben zu allen Kapiteln Literatur- und Vertiefungshinweise. Für eine Einführung sehr gut! Gewünscht sei eine kleine Aktualisierung um den Semantischen Inferenzialismus (Brandom).

Verständlich und konzise

Zitronenblau am 28.09.2011
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Tugendhats und Wolfs "Logisch-semantische Propädeutik" ist für den Einstieg äußerst zu empfehlen. Auf wenig Raum befassen sich die Autoren mit den (aussagen-)logischen Elementen (Satz, Aussagensatz, Aussage, Urteil) und führen über die logische Implikation ("Analytisch wahr ist eine Aussage, wenn ihre Negation einen Widerspruch impliziert."), den Satz vom Widerspruch und die Syllogistik (Quadrat der Gegensätze) hin zu der Logik expandierenden Semantik (z.T. auch Pragmatik vor dem Hintergrund der Bedeutung durch die Verwendung von Worten und Sätzen in actu). Somit erweitert sich der logische um den grammatischen Raum (singuläre Sätze, generelle Sätze, komplexe Sätze und ihre Wahrheitsfunktionen). Mit der prädikatenlogischen Einführung handeln die Autoren Begriffe wie generelle Termini, Begriffe als soche, Klassen, Prädikate und Symbolik ab (Fa). Einen eigenen Artikel erhalten die singulären Termini (Eigennamen (Wolfs Spezialgebiet), Deixis-/Kontextpronomina und Kennzeichnungen. Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mit dem Begriff der Identität (Freges Problem vom Morgenstern, der der Abendstern ist), der Existenz und dem Sein überhaupt - einer der philosophisch schwierigeren Begriffe, da "'existiert' im logisch-semantischen Sinn kein Prädikat ist." Sein ist ohnehin multifunktional und somit ausschließlich logisch gar nicht anwendungsfreundlich (teilprädikativ, Kopula etc.). Tugendhats Thema der Wahrheit wird im vorletzten Kapitel Rechnung getragen: "Die Wahrheit in diesem Sinn ist also eine Eigenschaft von Aussagen (oder Sätzen oder Urteilen)..." Im Wesentlichen werden auf knappem Raum die Theorien besprochen: Redundanztheorie, Wahrheitspragamtismus Konsensustheorie (Habermas) und Kohärenztheorie, die mehr oder weniger - bis auf letztgenannte - abgeschmettert werden. So wird von den Autoren die klassische Korrespondenz- bzw. Adäquationstheorie vertreten: veritas est adaequatio rei et intellectus. Zwar wird Tarskis semantische Wahrheitsdefintion herangezogen, jedoch an sich nicht geltend gemacht (d.h. wenn überhaupt nur für logische Kalküle). Seine Theorie wird (um dies zu verstehen empfehle ich den Tarskitext in Suhrkamp "Wahrheitstheorien" von Skirbekk herausgegeben) als Bedeutungstheorie demaskiert. Anders ist jedoch das Verstehen von Bedeutung eines Satzes (Sätze, die Wahrheit beanspruchen sind Behauptungen, also Assertionen) abhängig von seinen Wahrheitsbedingungen (Erfüllungen), mit Wittgensteins Worten aus dem Tractatus: "Einen Satz verstehen, heißt, wissen was der Fall ist, wenn er wahr ist." Die Autoren weisen darauf hin, dass Tatsachen eben wahre Gedanken/Sätze über Gegenstände sind (an sich also keine Gegenstände darstellen). Sie können sagen: "Ein Aussagesatz 'p' ist wahr gdw., sofern die von seinen Bedeutungsregeln geforderte Prozedur befolgt wird, dies zu einem Ergebnis führt, das mit dem in der Behauptung vorweggenommenen Ergebnis übereinstimmt (identisch ist)." Sie geben zu, dass diese Definition von jenen Bedeutungsregeln abhängt und von selbst nicht stehen kann. Das letzte Kaptitel bezieht in die bisher genannten logischen Elemente die modallogischen Operatoren "möglich" und "notwendig" ein. Die Autoren verweisen viel auf Kripke, der hierzu einiges zum Thema Kontingenz und mögliche Welten, aber auch Mythen der Apriorität etc. beisteuerte (s. "Naming & Necessity"). Die Autoren halten sich knapp, verständlich und fokussiert. Sie Verweisen auf die Klassiker mit Anmerkungen und geben zu allen Kapiteln Literatur- und Vertiefungshinweise. Für eine Einführung sehr gut! Gewünscht sei eine kleine Aktualisierung um den Semantischen Inferenzialismus (Brandom).

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