Ökologie des Geistes

Anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven

Gregory Bateson

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Beschreibung


Batesons Werk ist von einer Variationsbreite und Relevanz, die allen einzelwissenschaftlichen Schranken und Beschränktheiten der akademischen Forschung hohnspricht. Bateson hat Daten, Erkenntnisse und Erfahrungen aus Biologie, Soziologie, Linguistik, Geschichte, Psychologie, Kybernetik und Kunst verglichen und ihre Strukturen und Entwicklungsprozesse analysiert. (Fritz B. Simon)

Gregory Bateson (1904–1980) war ab 1942 zusammen mit Norbert Wiener an den ersten Entwicklungen der Kybernetik und der Informationstheorie beteiligt.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 22.09.1985
Verlag Suhrkamp
Seitenzahl 675
Maße (L/B/H) 17,7/10,8/3,5 cm
Gewicht 402 g
Auflage 12. Auflage
Originaltitel Steps to an Ecology of Mind. Collected Essays in Anthropology, Psychiatry, Evolution and Epistemology
Übersetzer Hans Günter Holl
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-28171-0

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Batesons Universum

Zitronenblau am 15.02.2011

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Dieses Buch ist kein stringentes; vielmehr eine lose Versammlung von Essays und Aufsätzen des Vielgelehrten. Schwerpunkte legt Bateson vor allem auf seine Metaloge, die anthropologischen Texte, jene der Schizophrenie, der Kybernetik, Erkenntnis und Ökologie. Es wäre sinnfrei, sie im Einzelnen zu besprechen, zumal einiges längst überholt ist. Um den Kern von Batesons Denken freizulegen, können wir die Form bzw. den Stil seines Schreibens analysieren. Dem Forscher gelingt stets die geschickte, essayistische Balance aus Prosa und Sachlichkeit. Das Aufregende ist hierbei nicht aber die stilisierte Konkretion sondern die Entfaltung seines Geistes über die Disziplinen hinweg: aus einer Inter- wird eine Transdisziplinarität (wir würden heute von einem integrativen Ansatz sprechen). Das Erstaunliche bei Bateson ist eben nicht bloße Deskription, sondern - und daher haben die Begriffe Semantik, Kontext, Muster, Karte-Territorium ("Das Territorium ist Ding an sich, und man kann nichts damit anfangen. Der Prozeß der Abbildung wird es immer herausfiltern, so daß die geistige Welt nur aus Karten von Karten von Karten ad infinitum besteht."), Meta- udgl. eine immer wiederkehrende Bedeutung bei Bateson - seine scharfsinnige Metaphorik und Analogie auf andere Wissensbereiche, die ihn daher über die Biologie und Psychologie auch auf soziologischen, linguistischen ("Als Wissenschaftler befassen wir uns damit, aus Wörtern ein Abbild des phänomenalen Universum aufzubauen. Das heißt, unser Ergebnis muß eine verbale Umwandlung der Phänomene sein." "Die Antezedenzien der Grammatik müssen gewiß so alt oder älter sein als die Vorläufer der Wörter."), epistemologischen ("Wir lernen durch bittere Erfahrungen, daß der Organismus, der seine Umwelt zerstört, sich selbst zerstört.") und anderen Feldern Vermessensdienste abringen. Freilich verlässt er den konsistenten Pfad hier und da, um auf heuristischen Trial-&-Error-Wegen zu gehen (strenges und lockeres Denken). Aber die Ergebnisse seiner Arbeit, um nun auf die Inhalte zu sprechen zu kommen, sind einschlägig: die Lerntheorie ("Der Kontext des Reizes ist eine Metamitteilung, die das elementare Signal klassifiziert."), der double bind (in der Schizophrenie), die Schismogenese und der kybernetische Ansatz in der Anthropologie, der Informationsbegriff ("Ein 'Bit' Information läßt sich definieren als ein Unterschied, der einen Unterschied ausmacht." "Alles, was nicht Information,nicht Redundanz, nicht Form und nicht Einschränkung ist - ist Rauschen, die einzig mögliche Quelle neuer Muster.")... Dieses Buch wird somit zu einer wunderbaren Einstiegslektüre zu Batesons Werk und ist für jeden, der die Unterschiede von Unterschieden verstehen will, ein dialektisches Lesevergnügen zwischen Wissenschaft und Prosa...

4/5

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Zitronenblau am 15.02.2011
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Dieses Buch ist kein stringentes; vielmehr eine lose Versammlung von Essays und Aufsätzen des Vielgelehrten. Schwerpunkte legt Bateson vor allem auf seine Metaloge, die anthropologischen Texte, jene der Schizophrenie, der Kybernetik, Erkenntnis und Ökologie. Es wäre sinnfrei, sie im Einzelnen zu besprechen, zumal einiges längst überholt ist. Um den Kern von Batesons Denken freizulegen, können wir die Form bzw. den Stil seines Schreibens analysieren. Dem Forscher gelingt stets die geschickte, essayistische Balance aus Prosa und Sachlichkeit. Das Aufregende ist hierbei nicht aber die stilisierte Konkretion sondern die Entfaltung seines Geistes über die Disziplinen hinweg: aus einer Inter- wird eine Transdisziplinarität (wir würden heute von einem integrativen Ansatz sprechen). Das Erstaunliche bei Bateson ist eben nicht bloße Deskription, sondern - und daher haben die Begriffe Semantik, Kontext, Muster, Karte-Territorium ("Das Territorium ist Ding an sich, und man kann nichts damit anfangen. Der Prozeß der Abbildung wird es immer herausfiltern, so daß die geistige Welt nur aus Karten von Karten von Karten ad infinitum besteht."), Meta- udgl. eine immer wiederkehrende Bedeutung bei Bateson - seine scharfsinnige Metaphorik und Analogie auf andere Wissensbereiche, die ihn daher über die Biologie und Psychologie auch auf soziologischen, linguistischen ("Als Wissenschaftler befassen wir uns damit, aus Wörtern ein Abbild des phänomenalen Universum aufzubauen. Das heißt, unser Ergebnis muß eine verbale Umwandlung der Phänomene sein." "Die Antezedenzien der Grammatik müssen gewiß so alt oder älter sein als die Vorläufer der Wörter."), epistemologischen ("Wir lernen durch bittere Erfahrungen, daß der Organismus, der seine Umwelt zerstört, sich selbst zerstört.") und anderen Feldern Vermessensdienste abringen. Freilich verlässt er den konsistenten Pfad hier und da, um auf heuristischen Trial-&-Error-Wegen zu gehen (strenges und lockeres Denken). Aber die Ergebnisse seiner Arbeit, um nun auf die Inhalte zu sprechen zu kommen, sind einschlägig: die Lerntheorie ("Der Kontext des Reizes ist eine Metamitteilung, die das elementare Signal klassifiziert."), der double bind (in der Schizophrenie), die Schismogenese und der kybernetische Ansatz in der Anthropologie, der Informationsbegriff ("Ein 'Bit' Information läßt sich definieren als ein Unterschied, der einen Unterschied ausmacht." "Alles, was nicht Information,nicht Redundanz, nicht Form und nicht Einschränkung ist - ist Rauschen, die einzig mögliche Quelle neuer Muster.")... Dieses Buch wird somit zu einer wunderbaren Einstiegslektüre zu Batesons Werk und ist für jeden, der die Unterschiede von Unterschieden verstehen will, ein dialektisches Lesevergnügen zwischen Wissenschaft und Prosa...

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