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Produktbild: Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen
Band 159

Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Zweiter Band: Wandlungen der Gesellschaft. Entwurf zu einer Theorie der Zivilisation

1

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.06.1976

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

604

Maße (L/B/H)

17,8/10,9/3,2 cm

Gewicht

358 g

Farbe

Anthrazit

Auflage

34

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-27759-1

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.06.1976

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

604

Maße (L/B/H)

17,8/10,9/3,2 cm

Gewicht

358 g

Farbe

Anthrazit

Auflage

34

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-27759-1

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Zitronenblau

    4/5

    08.11.2010

    Buch (Taschenbuch)

    Prozess der Zivilisation 2

    Der zweite Band von Elias' Monumentalstudie zum Prozess der abendländischen Zivilisation ist grob in zwei Teile untergliedert. Zuerst erhält der Leser eine Geschichts-"Stunde" und damit Einblicke zur Soziogenese des Staates, d.h. der Entwicklung rational-bürgerlicher Herrschaftsformen nach Absolutismus und Feudalismus: Zentralisierung und Monopolisierung potenzieren Planbarkeit, also bewusste rationale Gestaltkraft. Im zweiten Abschnitt entwirft er seine Theorie der Zivilisation. Elias identifiziert eine Art Prinzip: "Es ist diese Verflechtungsordnung, die den Gang des geschichtlichen Wandels bestimmt." Der Einzelne ist gezwungen, sein Verhalten darauf abzustimmen. Elias entlarvt schon auch das faktische Nichtvorhandensein bzw. Anwesendsein der "Ratio" im soziogenetischen Figurationsprozess, "es gibt bestenfalls eine 'Rationalisierung'." (Triebregulierung, Affektreduktion, Scham und Peinlichkeit) Doch wieder drängt sich dem Leser die Frage auf: gab es nicht auch vor der Feudalzeit und den mittelalterlichen Herrschaftssystemen hochkultivierte, rationalisierte Gesellschaftstypen? Worin liegt nun also der Unterschied zu den heutigen Gesellschaften? Ist es die Ausdifferenzierung von Wissen und entsprechenden Machtzentren, also die vom Staat unabhängige Genese dezentraler Institutionen mit Verfügungsrechten innerhalb ihres Subsystems, das dem Gesellschaftssystem untergeordnet ist? Das Streben hin nach Monopolisierung im Wettbewerb muss ganz klar auch für die Katastrophen des 20. Jahrhunderts argumentieren. Aber wieder wird nicht ganz deutlich, was Ursache ist, was Wirkung. Natürlich steht alles irgendwie in Abhängigkeit zueinander. Aber es MUSS einfach Gründe geben, die eine Folgeinterdependenz überhaupt erst verursachen. Elias bezeichnet z.B. die Technik als Folge. Ich bin damit nicht d'accord. Viele Fragen bleiben offen. Elias schließt wieder mit den psychogenetischen Phänomenen und seiner sehr interssanten Theorie von der vom Meschen gemachten Angst. Wie hoffnungsvoll ist doch aber seine letzte formale Evokation von "Glück" und "Freiheit": "ein dauerhaftes Gleichgewicht oder gar den Einklang zwischen seinen gesellschaftlichen Aufgaben, zwischen den gesamten Aufgaben, zwischen den gesamten Anforderungen seiner sozialen Existenz auf der einen Seite und seinen persönlichen Neigungen und Bedürfnissen auf der anderen."

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