Produktbild: Erkenntnis und Interesse
Band 589

Erkenntnis und Interesse

1

24,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.10.2008

Verlag

Meiner, F

Seitenzahl

422

Maße (L/B/H)

19,6/13,4/2,6 cm

Gewicht

420 g

Farbe

Smaragd

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7873-1862-9

Beschreibung

Rezension

»Ein philosophisches Buch wird zum Klassiker, sobald es in die Philosophische Bibliothek aufgenommen ist. So auch hier. Tatsächlich haben wir es mit der besten Ausgabe dieses Werks zu tun. Lohnend ist die Lektüre der Beigaben aus der Feder von Habermas selbst und von A. Thyen.«Prof. Dr. Bernhard Lang
»’Erkenntnis und Interesse‹ hat längst den Rang eines philosophischen Standardwerks und gehört somit in jede auch noch so kleine philosophische Hausbibliothek. Bleibt allein die Frage, welche Ausgabe besonders empfehlenswert ist. Und hier rangiert die im Rahmen der ›Philosophischen Bibliothek‹ im Meiner-Verlag erschienene Ausgabe auf einem Spitzenplatz. Denn diese Ausgabe enthält nicht nur den Text, sondern auch einen Rückblick des Autors. Habermas äußert sich zwar nicht so ausführlich wie seinerzeit Thomas Mann mit der ›Entstehung des Doktor Faustus‹. Aber der Leser erfährt auf zehn Seiten wertvolle Information über Motivation und Ziel des Autors. Mit einer als ›Nachwort zur Neuausgabe‹ titulierten Einführung in Problemstellung und Wirkungsgeschichte von ›Erkenntnis und Interesse‹ ist Anke Thyen eine effiziente zusätzliche Lektürehilfe gelungen. Kurz zusammengefasst: Eine äußerst empfehlenswerte Augabe.«Prof. Knut Radbruch
»... eignet sich sehr gut als Grundlage für Lehrveranstaltungen, die in Genese, Rezeption und Wirkung der Kritischen Theorie, von der Habermas inzwischen sehr viel trennt, einführen möchte. Dafür, dass dieser Text in einer schönen und erschwinglichen Ausgabe nun vorliegt, ist dem Meiner Verlag nicht genug zu danken.«Prof. Dr. Carl-Friedrich Geyer

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Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.10.2008

Verlag

Meiner, F

Seitenzahl

422

Maße (L/B/H)

19,6/13,4/2,6 cm

Gewicht

420 g

Farbe

Smaragd

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7873-1862-9

Herstelleradresse

Meiner Felix Verlag GmbH
Richardstr. 47
22081 Hamburg
DE

Email: garbers@meiner.de

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  • Zitronenblau

    3/5

    15.03.2011

    Buch (Taschenbuch)

    Von der Erkenntnis und dem Interesse

    Habermas' bekanntes Werk "Erkenntnis und Interesse" ist zweifelsohne eine idiosynkratische Schrift und handelt von den titulierten Begriffen. Habermas Programm ist die Entfaltung einer kritischen Theorie aufbauend auf die Krise der Erkenntniskritik (Hegelsche Kantkritik des Erkenntniszirkels, d.h. Erkenntnisvermögen ist je schon Voraussetzung einer jeden Erkenntnistheorie). "Die Dimensionen des Ansich, Für es und Für uns bezeichnen das Koordinatensystem, in dem die Erfahrung der Reflexion sich bewegt." In der Marx-Deutung kommt er zu dem Schluss, dass die Idee der Selbstkonstitution der Gattung durch Arbeit als Leitfaden einer entmythologisierenden Aneignung der Phänomenologie [des Geistes] dienen soll. Dabei wird die "Dialektik der Sittlichkeit" offenbart - wobei Sittlichkeit kulturell institutionalisierter Rahmen ist, die Dialektik eine Art "Bewegungsgesetz" auf Basis gesellschaftlicher Arbeit - Geschichte ihrer Repression und Wiederherstellung. Aber was hat das mit Erkenntnis oder Interesse zu tun? Huch bringt die Habermas'schen Thesen bzgl. Hegel und Marx auf den Satz: "Arbeit und Interaktion [jeweils conditio sine qua non des Interesses], instrumentales und kommunikatives Handeln, technische Verfügung über Naturprozesse (!) und lebenspraktische, intersubjektive Verständigung sind die Bedingungen, unter denen sich das Selbstbewusstsein der Menschengattung ursprünglich konstituiert." Und Erkenntnis ist hergestellt durch die technische Verfügung und lebenspraktische Verständigung. Gattung ist folgerecht an ihrer Existenz und Reproduktion interessiert - das Interesse avanciert zum transzendentalen Definitionsmerkmal möglicher Erkenntnis der Natur. Erkenntnistheorie mündet in ihr Ende, in den Positivismus ("Sinn der Tatsachen") also. Habermas analysiert damit die heute zwei hegemonialen Wissenschaftsbereiche: Naturwissenschaften (hierzu insbes. die Abhandlung zu Peirce und seiner Wissenschaftslogik, "Erklärungswissenschaften") und Geisteswissenschaften (Diltheys Hermeneutik in der nicht-formalisierten bzw. nicht-formalisierbaren Umgangssprache und die "Verstehenden Wissenschaften"). Weiter bespricht Habermas Freuds Psychoanalyse (Tiefenhermeneutik: "Übersetzung des Unbewussten in Bewusstes") als Wissenschaft der psychopathologischen Diagnose mit therapeutischer Explikationskraft über das Individuum hinaus. Das ist typisch für den Ansatz der kritischen Theorie, denn nicht zufällig stellt der Autor die Begriffe Psychoanalyse und Gesellschaftstheorie im letzten Kapitel zusammen und evoziert einen korrelativen Eindruck. Und er schließt: "Wenn aber die Naturbasis der Menschengattung wesentlich durch Antriebsüberschuss und verlängerte infantile Abhängigkeit bestimmt ist, und wenn auf dieser Basis die Erzeugung von Institutionen aus Zusammenhängen verzerrter Kommunikation begriffen werden kann, dann gewinnen Herrschaft und Ideologie einen anderen, einen substanzielleren Stellenwert als bei Marx." Er meint, wir hätten uns die Strukturen von Arbeit, Sprache und Herrschaft einer wissenschaftstheoretisch ansetzenden und ihres objektiven Zusammenhanges innewerdenden Selbstreflexion der Erkenntnis versichert. Seine finale Formel lautet daher, dass die Vernunft es ist, die dem Interesse innewohnt (und nicht umgekehrt). Und zugleich kritisiert er den Siegeszug nicht der Wissenschaft sondern den Sieg der wissenschaftlichen Methode über sie! Man mag über die eine oder andere These streiten, doch das kardinale Verdienst dieses Werkes können wir an der Herleitung des Begriffes des Erkenntnisinteresses festmachen. Und auch hier sollte eine jede Kontroverse beginnen...

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