Beschreibung
Produktdetails
Alois Zimmermann Misstrauen gegenüber Disziplinierung
und Dogmatisierung. Er fürchtete, zwischen den großen
Kompositionen seiner Vorgänger (Fortner, Egk, Orff)
und den tonangebenden späteren (Stockhausen, Boulez,
Nono) zerrieben zu werden, und schuf etwas völlig
eigenes, indem er Regeln zu Zeitstruktur,
Tonhöhenordnung etc., die er am Beginn eines Werkes
aufstellte, im Verlauf schrittweise aufhob. Besonders
deutlich wird dieses Prinzip in einem seinerSpätwerke, Intercomunicazione.
Schon das Konzept widerspricht seinen Regeln: Ein
Cello und ein Klavier, Zimmermann zufolge unvereinbar
miteinander, versuchen zu kommunizieren. Doch der
Datenaustausch gelingt nicht. Umso mehr Gelegenheit
für beide Instrumente, im Schlussteil in ihrer
jeweiligen Freiheit aufeinander zuzugehen.
Intercomunicazione ist kein vergnügliches, virtuoses
Kammermusikstück, spiegelt jedoch das Wesen seines
Schöpfers gut wider. Die Auseinandersetzung damit
scheint so vergnüglich wie lehrreich: Denn man muss
die Regeln erst kennen, um sie brechen zu können. Und
vielleicht macht Zimmermanns Streben nach der
Freiheit schließlich Lust auf eigene Kreativität.
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