Produktbild: Deutsche Policy of Pretention

Deutsche Policy of Pretention Der Abstieg eines Kriegerstaates 1871-1914

2

22,80 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.08.2009

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

404

Maße (L/B/H)

21/14,8/2,8 cm

Gewicht

584 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8370-2251-3

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.08.2009

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

404

Maße (L/B/H)

21/14,8/2,8 cm

Gewicht

584 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8370-2251-3

Herstelleradresse

Libri GmbH
Europaallee 1
36244 Bad Hersfeld
DE

Email: gpsr@libri.de

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  • Bewertung

    aus hamburg

    5/5

    28.10.2011

    Buch (Taschenbuch)

    Ein langer Weg zur Erkenntnis.

    Wenn er das lesen würde, was in Welt und FAZ (26.10.2011, S. N3) aus seiner Wissenschaft gemacht wird. Die Fischer-Lehre, zu der auch B.F. Schulte zählt, befindet sich nämlich fest in der Hand seiner Gegner. Und die beschäftigten sich gerade in London, wie wenn das Thema Erster Weltkrieg gerade erst wissenschaftlich entdeckt worden wäre, ausschließlich mit Fachfragen wie der Problematik des Flottenbaues, der französischen Politik in der Julikrise 1914 (isolierte Krise wie 1939!) oder dem „persönlichen Regiment“ Kaiser Wilhelms II. Fischer wurde also lediglich als Anlaß benutzt, um wieder einmal alles zurechtzurücken. Es ist mit Händen zu greifen, dass es auch und vor allem um die Interessen der Ausrichter ging (John Röhl Brightoner Schule), der sich durch seine veraltete biographische Annäherung an 1914 eher den Blick auf Strukturen, Verhältnisse und übergreifende weltpolitische Bezüge verstellt. Weiter sind Ausrichtung und Finanzierung nicht voneinander zu trennen. Zählte doch Röhl mit der „Kriegsratthese“ (1969) einmal zu den Gedankengebern Fischers. Das änderte sich seit dem Eulenburg-Editions-Deal mit Hans Herzfeld schon 1978, und damit begann seine breite Absetzbewegung in Richtung „Kotau“ vor der konservativen deutschen Zunft. So wurde in London (am Deutschen Historischen Institut) wieder einmal eher um Fischer herum, als über ihn diskutiert. Dies vor allem, da die Gegner Fischers, die Vertreter der „Düsseldorfer Schule“ Wolfgang Mommsens, mit am Tisch saßen (Krumeich, Foerster, Afflerbach) . Diese wolle Fischer „weiterentwickeln“, so hieß das, zerstörte realiter jedoch Fischers Hamburger Schule. Der Versuchung, Legendenbildung über Erlebnisse von Zeitzeugen zu betreiben, entging man in London nicht. Aber auch die verschiedenen – so wie oben gekennzeichnet – Freunde Röhls verhinderten, dass über Krisenkonferenzen, Funktionsweisen der Regierungsinstanzen des Reichs im Hinblick auf zielorientierte Entschlußfähigkeit gesprochen wurde (Schulte, Deut. Policy). Stattdessen wurden mit einer übergroßen Zahl englischer, canadischer und amerikanischer Forscher die, nicht immer mit Fischer zu verbindendenden, komparatistischen Ansätze (und damit Verschleierungen) überbetont. Der Peinlichkeit, sich mit Fischers NS-Vergangenheit zu beschäftigen, entging der Kongreß selbstverständlich nicht. Ein Tagebuch von ihm aus dem Jahre 1942 soll (so Röhl in der WELT) nun Aufschluß über Fischers Distanz zum III. Reich gegeben haben. Dies, zumal Fischer lediglich mit ein paar hundert Reichsmark von Francks Institut gefördert wurde (seine Aussage im Vorfeld meines Filmberichts im hr zum 80. Geburtstag 1988), wohingegen Zechlin in Berlin ein großes Kolonialinstitut der Nazis, und tausende RM-Zuwendungen des damaligen Staates erhielt (vgl. Schulte, Weltmacht). Der Leutnant Fischer und die Anstellung am Franckschen Institut bilden eine weitere bereitwillige Verquickung Nachlebender, die so nicht hingenommen werden muß. Es ließe sich, von “Zeitzeugen” , vieles sagen. Eines hätte Fischer, nach diesem Kongreß mit Sicherheit getan: er hätte auf den Tisch gehauen und gefragt: “warum sprecht Ihr nicht zur Sache?” Denn ausschließlich darum ging es ihm.

  • Bewertung

    aus Hamburg

    4/5

    27.10.2009

    Buch (Taschenbuch)

    Der Kriegsentschluß Deutschlands von 1912.

    Die Verkündung der Großen Heeresvermehrung, am 24.12.1912 im Jagdschloß von Springe am Deister, bedeutete, dass der große, allseits erwartete Krieg innerhalb von Monaten ausbrechen könne. Als Tirpitz dies seinem engen Mitarbeiter Hopman am 25.11.1912 eröffnete, erfuhr dieser gleichzeitig von der Krisenkonferenz der Reichsspitze mit den Österreichern, und es war nun klar, dass der große Krieg nurmehr die Sache von Monaten sein werde. Bethmann Hollweg hatte Moltke "grünes Licht" für die größte Heeresvermehrung des Reiches seit 1871 gegeben. Der Krieg war damit beschlossen. Und dies sollte nur der Anfang sein. Umfassende Rüstungen sollten Deutschland in den Stand versetzen, Europa von Lille bis Brest Litowsk in den Griff zu nehmen. Der Krieg konnte, mit Aussicht auf Erfolg, das haben neue Forschungen gezeigt, bis 1918 gegen Rußland geführt werden. 1916 werde Deutschland bereits über die berühmten zusätzlichen 3 Armeekorps verfügen können. Die Politik, das zeigt Schultes neues Buch, arbeitete somit eng mit der militärischen Reichsspitze zusammen (Interdependenz der Ämter). Generalstabschef und Reichskanzler "zogen an einem Strick". Was die - vor allen die deutsche Forschung - bisher gesagt hat, zum deutschen politischen Führungswirrwarr etc., gehört auf einen Scherbenhaufen der Geschichtswissenschaft. Die Frage der kriegerischen Lösung des europäischen Dilemmas, der miteinander konkurrierenden Nationalstaaten, stand seit 1877 in Berlin ständig auf der Tagesordnung. Von Bismarck bis Bethmann Hollweg ist von einer moralischen Einheit der Epoche zu sprechen. Vertändelnde Sprachregelungen und Interpretationen retten nun nicht mehr vor der Erkenntnis, dass das Institut der Krisenkonferenzen im Kaiserreich den Schlüssel zur Interpretation des Kriegsausbruchs 1914 darstellt. In der Balkankrise des November-Dezember 1912 schürzte sich bereits der Knoten für den großen Krieg. Das bestätigte Wilhelm II. dem schweizerischen Botschafter am 9. Dezember 1912 im Neuen Palais. Der "Rassekrieg" (gegen Rußland) werde in einigen Monaten geführt werden, so hieß das.

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