• Mrs Dalloway (Neuübersetzung)
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Große Klassiker zum kleinen Preis Band 220

Mrs Dalloway (Neuübersetzung)

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Inhalt und Details

An einem sonnigen Junimorgen des Jahres 1923 beginnt die begüterte Clarissa Dalloway mit den Vorbereitungen für eine elegante Abendgesellschaft. Im Verlauf des geschäftigen Tages überlässt sie sich immer wieder ihren Erinnerungen und Gedanken, und während der Big Ben unbeirrt seine Stunden schlägt, wird sie sich der Vergänglichkeit aller Dinge und der Enge ihres Daseins schmerzlich bewusst. Mit der virtuosen Schilderung der Innenwelten seiner Hauptfiguren gehört "Mrs Dalloway" zu den Meilensteinen der modernen Literatur. (Woolf, Virginia 1882 - 1941)
  • Verkaufsrang

    44414

  • Einband

    gebundene Ausgabe

  • Erscheinungsdatum

    31.03.2013

  • Verlag Anaconda Verlag
  • Seitenzahl

    208

  • Maße

    19,3/12,8/2,5 cm

Beschreibung & Medien

Artikeldetails

  • Verkaufsrang

    44414

  • Einband

    gebundene Ausgabe

  • Erscheinungsdatum

    31.03.2013

  • Verlag Anaconda Verlag
  • Seitenzahl

    208

  • Maße

    19,3/12,8/2,5 cm

  • Gewicht

    278 g

  • Originaltitel Mrs. Dalloway
  • Übersetzer

    Kai Kilian

  • Sprache

    Deutsch

  • ISBN

    978-3-86647-770-4

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Buchhändler-Empfehlungen

"Menschlichkeit, Humor, Tiefe" (Virginia Woolf)

Martina Bähr, Thalia-Buchhandlung Pirmasens

Bekannt ist das Werk Virginia Woolfs, „Mrs Dalloway“, für die radikale Technik des „Bewusstseinsstroms“. Dieser ist keine bloß formale, theoretische Vokabel: In Virginia Woolfs Text wird das Handlungsgerüst der Erzählung nahezu vollständig aufgelöst in die inneren Wahrnehmungen und Gedanken der Figuren. Dabei kreisen die Gedanken Mrs Dalloways, in Anbetracht zahlreicher Alltäglichkeiten, um große menschliche Themen wie Liebe und Tod. Nicht zuletzt steht die eigene Identität auf dem Spiel. Woolf gibt ihren Figuren Würde durch die eigenen assoziativen Gedankenflüsse, die der konkreten Wirklichkeit psychische Tiefe verleihen. Allerdings streuen sich diese Bewusstseinsinhalte immer weiter aus. Der Ursprung, das Zentrum der Gedanken, die Person Mrs Dalloways, verliert sich im Strom ihrer Gedanken, die sich ausbreiten wie die Wellen des Meeres und das gestreute Licht der Sonne. Getragen werden die Gedanken Mrs Dalloways durch eine üppige Melancholie inmitten sommerlicher Heiterkeit der Straßen Londons. Das Ausufernde ihres Bewusstseins hat dabei selbst eine subversive Kraft, da es die Grenzen zwischen Innen und Außen, Vergangenheit und Gegenwart, verschiebt. Auch Geschlechterrollen werden in Frage gestellt. Wo im Vereinigten Königreich unter George V. streng zwischen den Sphären des Mannes und der Frau unterschieden wurde, greift Woolf synekdochisch nach dem Menschlichen, nach den vereinigenden und angleichenden Kräften der Liebe und des Todes. Dies erlaubt ihrer Figur Mrs Dalloway in kühnen Gedanken ihre eigene Rolle als Frau zu reflektieren und ihr eigene Sehnsuchtsbilder entgegenzusetzen: Neben den Realitäten ihrer vergangenen Liebe zu Peter Walsh und ihrer gegenwärtigen Ehe mit Richard Dalloway erscheinen die Liebe zu einer anderen Frau und der Wunsch, in die männlichen Sphären, namentlich der Politik, eingreifen zu können, an der Oberfläche ihres Bewusstseins. Mrs Dalloways Vorbereitungen einer Abendgesellschaft werden parallelisiert durch die Rückkehr eines Kriegsversehrten, Septimus Smith, der seine geistige Gesundheit eingebüßt hat. Durch die Schicksale der beiden Figuren werden auch die Themen von Gesundheit und Wahnsinn eng zusammengeführt. Woolfs Kritik an der britischen Gesellschaft ihrer Zeit ist von bleibender Aktualität. Leserinnen und Leser gewinnen einen Einblick in die sozialen Rollen im England des vergangenen Jahrhunderts, die bis in die Gegenwart hinein wirksam geblieben sind und vor deren Hintergrund sich zahlreiche Kritiken und Auseinandersetzungen von Frauen mit ihrer Rolle und ihrem Selbstverständnis in einer männlich geprägten Gesellschaft entfalteten. Ein Roman gegen alle Erwartungen an diese Gattung, der mit Lesegewohnheiten bricht und einen neuen Blick auf scheinbar „immerwährende“ Konventionen wagt. Übersetzt von Walter Boehlich mit Illustrationen von Barbara Behr

England im Jahre 1923

Karin Thuma, Thalia-Buchhandlung Dresden

Virginia Woolf versteht es sehr gut, (manchmal schon fast zu ausladend), das Innere ihrer Personen zu beleuchten, die jagenden Gedanken, die sich oft hinter wenigen Worten verbergen. Dieser an einem Tag spielende Roman zeigt ein Abbild Englands aus dem Jahre 1923- der Krieg wirkt nach auf ganz verschiedene Weise. Zugleich werden Charaktere, miteinander verwobene Schicksale beschrieben, bürgerliches Leben sowie Abstieg, Elend und Wahnsinn liegen hier eng beieinander.

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Ganz anders als erwartet
von einer Kundin/einem Kunden aus Wolfsburg am 03.08.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Kapptext: Ein Tag wie ein ganzes Leben London im Juni 1923: Ein Mittwoch im Leben der vornehmen Clarissa Dalloway, die für diesen Abend eine große Gesellschaft vorbereitet. Als sie unerwartet Besuch von ihrer Jugendliebe bekommt, verliert sie sich in Erinnerungen und zweifelt an vergangenen Entscheidungen. Meisterhaft zieht V... Kapptext: Ein Tag wie ein ganzes Leben London im Juni 1923: Ein Mittwoch im Leben der vornehmen Clarissa Dalloway, die für diesen Abend eine große Gesellschaft vorbereitet. Als sie unerwartet Besuch von ihrer Jugendliebe bekommt, verliert sie sich in Erinnerungen und zweifelt an vergangenen Entscheidungen. Meisterhaft zieht Virginia Woolf die Leser immer tiefer in die Gedanken ihrer Figuren hinein und stellt damit zugleich deren Leben in Frage. Meine Meinung: Vorab möchte ich sagen dass diese Rezension etwas anders sein wird als meine sonstigen Rezensionen. Es werden auch einige Spoiler dabei sein, die aber leider nicht zu vermeiden sind. Der Text verdient es dass wir darüber reden. Kommen wir erstmal zum Cover und zur Gestaltung des Buches, da möchte ich den Verlag wirklich sehr Loben! Ohne dieses wundervolle Cover wäre ich gar nicht erst auf dieses Buch aufmerksamen geworden. Klassiker werden oft mit sagen wir es mal recht seltsamen Covern vermarktet. Daher großes Lob an den Verlag, der mir dieses Buch schmackhaft gemacht hat. Auch die vielen süßen Extras die uns während des Lesens begleiten sind einfach zauberhaft. Die wunderschönen Illustrationen auf jeder Seite werten das Buch noch mal richtig auf. Die Geschichte war wirklich anders als erwartet. Der Klapptext verrät recht wenig vom Inhalt des Buches und erwartet habe ich eine Prunkvolle Liebesgeschichte mit heißen Partys so wie man es von Gatsby kennt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich vorher nicht mit der Autorin beschäftigt habe oder von dieser Geschichte je mal etwas gehört habe. Daher ging ich völlig ohne Vorurteile und ohne jegliches wissen an dieses Buch und das war auch gut so. Denn der Inhalt hat mich viel zum Nachdenken gebracht. Wir begleiten Mrs. Dalloway beim Einkaufen und den Vorbereitungen einer Party, dabei gehen ihre Gedanken nach ob sie denn die richtigen Entscheidungen im Leben getroffen hat und nebenbei passieren immer mal wieder kleine Dinge die sie zu weiteren Gedankenzügen bringen… Wäre sie z. B. glücklicher gewesen mit jemand anderen? Im Buch passiert eigentlich recht wenig, dennoch konnten mich die Gedanken von Mrs. Dalloway sehr fesseln. Neben Clarissa Dalloway gibt es auch noch eine andere interessante Nebenfigur, einen alten Kriegsveteranen der Selbstmord begeht und quasi Clarissa als Spiegel diente, er wählte den Tod und auch dies brachte Clarissa wieder sehr zum nachdenken. Nach dem ich das Buch beendet habe, las ich viel über die Autorin die wohl ebenfalls unter starken Depressionen litt und ihren Romanfiguren aus diesem Buch wohl sehr ähnlich war. Wir blicken in dieser Geschichte wirklich sehr tief in die Seele der Autorin, die sich dann mit 59 Jahren in einem Fluss selbst ertränkte. Neben den Gedanken über falsche Entscheidungen und das alt werden im Leben, behandelt die Geschichte auch sexuelle Unterdrückung. Der Schreibstil des Buches ist sehr poetisches und daher echt ein Meisterwerk der Zeit. Ich bin froh dass ich dieses Buch gelesen habe und möchte mir bald die Verfilmung dazu ansehen. Fazit: Ganz anders als erwartet aber ich bin sehr positiv überrascht über diese Geschichte. Ich denke dieses Buch ist einfach schwer in Worte zu fassen und man muss es einfach mal selbst erlebt haben es gelesen zu haben. Neben dem lesen haben mir die schönen beigaben des Verlags viel Freude bereitet und es war ein kleines Erlebnis im Alttag.

Orlando - Magischer Realismus meets Feminismus und Homosexualität
von einer Kundin/einem Kunden am 01.07.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Orlando, ein junger gebildeter Adeliger, steht bei der Königin Elisabeth der 1. hoch im Ansehen. Von ihr erhält er einen großen Landsitz. Als während der kleinen Eiszeit, die Themse immer wieder zufriert, werden auf ihr Jahrmärkte veranstaltet. Hier lernt Orlando eine geheimnisvolle russische Gräfin Sasha kennen und obwohl er je... Orlando, ein junger gebildeter Adeliger, steht bei der Königin Elisabeth der 1. hoch im Ansehen. Von ihr erhält er einen großen Landsitz. Als während der kleinen Eiszeit, die Themse immer wieder zufriert, werden auf ihr Jahrmärkte veranstaltet. Hier lernt Orlando eine geheimnisvolle russische Gräfin Sasha kennen und obwohl er jemand anderen versprochen ist, beginnt er eine leidenschaftliche Affäre mit ihr. Wenn großartige Schriftsteller wie H. G. Wells und Jules Verne als Väter der modernen Sciencefiction Romane gelten und auch noch in der Gegenwart ihren Reiz ausüben, man bedenke die deren zahlreichen Verfilmungen, dann wage ich zu behaupten, dass Virginia Woolf, im speziellen ihr Roman Orlando, so etwas wie die Mutter des magischen Realismus ist, und auch heute noch viele Schriftsteller bewusst oder unbewusst beeinflusst. Orlando gehört zu Virginia Woolfs erfolgreichsten Romanen, zumindest während ihrer Lebzeit, ihr bekanntestes Buch ist wohl Mrs. Dalloway. Letzterer war mein erster Roman, den ich von der meisterlichen Schriftstellerin gelesen habe. Nachdem ich einen lieben Kollegen davon erzählt habe, hat er mich gedrängt, auch Orlando zu lesen. Die verschiedenen Interpretationen zur Erzählung und zum Text, und vor allem seine Sicht auf den Roman haben mich eben dann dazu verleitet Orlando zu lesen. Wer sich mit den Werken von Virginia Woolf auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich mit Orlando zu beginnen. Es ist weitgehend kürzer als Mrs. Dalloway, wenngleich die knapp 240 Seiten sich zwar nicht lang anhören, aber man den Text mit einem respektablen Maß an Konzentration lesen sollte. Ich bin wohl mehr Leser als Schauer, deswegen geht so manche literarische Verfilmung an mir vorüber. Es gibt allerdings, was ich erst vor kurzem entdeckt habe, eine wunderbaren Film mit Tilda Swinton als Orlando. Sie ist eine meiner liebsten Actris, und hat, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, mit ihrer androgynen Figur einen wunderbaren Orlando abgegeben. "Diesen Roman zu schreiben, war wie auf Urlaub zu sein." hat Woolf über das Schreiben an Orlando anscheinend gesagt. Und zeitgleich gilt er als ein feministischer Roman, mit Bezügen zu ihrer eigenen homosexuellen Beziehung mit Vita Sackville-West. Wie stark, nun diese Beziehung zu ihrer Freundin tatsächlich ausgeprägt war, darüber lässt sich viel spekulieren. Mir hat dieses literarische Kleinod sehr gut gefallen und ihr literarisches Können ist unbestreitbar. Deshalb gibt es von mir eine klare Lese-Empfehlung!

Das Gefühl, etwas Gewaltiges werde sich gleich ereignen
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 25.05.2016
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Die Handlung: Das ganze Buch spielt sich an einem einzigen Tag im Juni des Jahres 1923 ab. Die ältliche Mrs Dalloway bereitet am Morgen und Vormittag eine Festlichkeit vor, bei der sie alte Freunde und Bekannte wieder zusammenführen will. Dabei trifft sie einen alten Verehrer wieder, der gerade aus Indien zurückgekehrt ist. ... Die Handlung: Das ganze Buch spielt sich an einem einzigen Tag im Juni des Jahres 1923 ab. Die ältliche Mrs Dalloway bereitet am Morgen und Vormittag eine Festlichkeit vor, bei der sie alte Freunde und Bekannte wieder zusammenführen will. Dabei trifft sie einen alten Verehrer wieder, der gerade aus Indien zurückgekehrt ist. Gleichzeitig verbringt der von Halluzinationen geplagte Kriegsveteran Septimus Warren Smith den Tag mit seiner Frau im Park, bevor er am Nachmittag in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Später am Abend findet die geplante Party statt. Meine Meinung: Für den modernen Leser liest sich das Buch ungewohnt, denn es hat keinen wirklichen Handlungsbogen. Was tatsächlich passiert, ist zweitrangig - wichtig ist, was in den Köpfen der Charaktere vor sich geht, die über die verschiedensten Themen nachdenken: Vergänglichkeit und das unaufhaltsame Verstreichen der Zeit, die Auswirkungen des Krieges auf die Psyche eines Menschen (und da finden sich Parallelen zur psychischen Erkrankung der Autorin), Liebe und Sexualität, gescheiterte Hoffnungen... Fast alle denken darüber nach, was hätte sein können, wenn sie andere Entscheidungen getroffen hätten und ihr Leben dadurch nur ein klein wenig anders gelaufen wäre. Tatsächlich scheinen die meisten das Gefühl zu haben, dass sie etwas verpasst haben und etwas Wichtiges in ihrem Leben vermissen, und die Vergangenheit nimmt in ihren Gedanken mehr Raum ein als die Gegenwart. Was dieses Buch so originell macht, ist daher auch nicht die Handlung, sondern die Erzählweise: "Stream of Consciousness", Strom des Bewusstseins - eine Technik, die zum Beispiel auch James Joyce in seinem epischen Werk "Ulysses" einsetzte. Die Prosa bleibt immer ganz nahe dran an den Gedanken des Charakters, aus dessen Sicht wir die Geschehnisse gerade sehen, so gut wie ungefiltert. Das ist nicht immer einfach zu lesen, denn da springen die Gedanken schon mal unvermittelt von einem Thema zum nächsten, Worte und Satzfetzen wiederholen sich... Aber für mich hatte das etwas unwiderstehlich Hypnotisches, eine echte Sogwirkung. Ich hatte manchmal wirklich das Gefühl, für einen Moment durch fremde Augen zu sehen. Ich fand den Schreibstil großartig und einzigartig - er spricht oft über Banalitäten, aber darin verbirgt sich so viel. Deswegen war das Buch für mich auch nicht spannend, wie ein Krimi spannend ist, aber ich konnte es dennoch kaum weglegen, weil ich wissen wollte, ob die Charaktere im Laufe des Tages zu Schlüssen über sich selbst und ihr Leben kommen und vielleicht sogar etwas ändern würden. Tatsächlich hat der innere Tumult, der sich in den Köpfen abspielt, dann erstaunlich wenig greifbare Auswirkungen - wobei einer der Charaktere letztendlich doch eine drastische und tragische Entscheidung trifft. Die Charaktere kamen mir alle sehr echt und glaubhaft vor. Virginia Woolf lässt den Strom ihrer Gedanken, die sich im immer gleichen Kreise um Liebe und Verlust, Wünsche und Bedauern, Wahrheit und Wahnsinn drehen, ganz natürlich fließen. Besonders Septimus hat mich sehr berührt, denn aus seinen Gedanken spricht unendlicher Schmerz, was aber niemand zu verstehen scheint. Tragischerweise kam er mir vor wie derjenige, der von allen Charakteren noch am nächsten daran herankam, sein Leben in die Hand zu nehmen und es zu verändern. Interessant fand ich, dass die Autorin auch das Thema Homosexualität ganz nebenher anschneidet: Clarissa Dalloway fühlte sich in ihrer Jugend zu einer anderen Frau hingezogen, und ihre Tochter ist mit einer Frau befreundet, die ebenfalls in sie verliebt zu sein scheint. Auch der Krieg ist unterschwellig allgegenwärtig in diesem Buch - er ist zwar vorbei, aber die Menschen haben sich noch lange nicht davon erholt. Ich fand sehr bestürzend, wie wenig Verständnis man zu der Zeit anscheinend noch den Veteranen entgegen brachte, die von ihren Erlebnissen völlig traumatisiert waren. Die Autorin zeigt das sehr eindringlich am Beispiel von Septimus, von dem scheinbar erwartet wird, dass er sich einfach zusammenreißt und wieder zu einem produktiven Mitglied der Gesellschaft wird, obwohl er kurz vor dem Zusammenbruch steht. Fazit: "Mrs Dalloway" ist ein Buch, in dem oberflächlich gesehen wenig passiert - eine Frau plant eine Party und trifft einen alten Verehrer, ein Kriegsveteran wird in eine Klinik eingewiesen. Aber in den Gedanken der Charaktere spielt sich ganz viel ab, und die Autorin lässt den Leser unmittelbar an dieser reichen inneren Welt teilhaben, indem sie ihn einfach mitten hinein wirft, ungefiltert. Da werden existentielle Themen angesprochen, und wenn man sich darauf einlässt, ist es meiner Meinung nach ein sehr lohnendes Buch, auch wenn man sich ein bisschen anstrengen und mitdenken muss.


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