Rupert Sheldrake hat mit dem "Wissenschaftswahn" ein Standardwerk geschaffen - eine schlagkräftige Antwort auf den "Gotteswahn" von Richard Dawkins. Der berühmte Biologe zeigt anhand von zehn "Dogmen", dass die meisten Forscher an Vorstellungen festhalten, die vollkommen überholt und eindeutig widerlegbar sind. Er fordert ein neues und grenzüberschreitendes Denken und plädiert für mehr Offenheit und Neugier in den Naturwissenschaften. Aktualisierte Taschenbuchneuausgabe eines der Hauptwerke des großen Visionärs.
Die 10 Dogmen der Naturwissenschaften:
1. Alles ist mechanischer Natur.
2. Materie besitzt grundsätzlich kein Bewusstsein.
3. Die Gesamtheit von Materie und Energie ist immer gleich.
4. Die Naturgesetze stehen ein für alle Mal fest.
5. Die Natur kennt keine Absichten.
6. Biologische Vererbung ist ausschließlich materieller Natur.
7. Der Geist, unser Denken und Fühlen, sitzt im Kopf.
8. Erinnerungen sind materielle Spuren im Gehirn.
9. Unerklärliche Phänomene wie Telepathie sind reine Einbildung.
10. Mechanische Medizin ist die einzig wirksame Medizin.
Das materislistische Welt ist obsolet geworden. Nüchtern, sachlich und ohne jede Esoterik zeigt hier ein Naturwissenschaftler, wie fadenscheinig und oberflächlich die Argumente der Vertreter eines reinen Materialsmus geworden sind. sheldrake fodert einen Neuanfang in Philosophie und Wissenschaft, der überfällig ist und Wissenschaft und Spiritualität auf die Dauer zusammenführen wird.
Kundinnen und Kunden meinen
3.3/5.0
Kathrin
aus Darmstadt
4/5
04.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Vielfältige Themen super informativ und zum Nachdenken anregend
Rupert Sheldrake hat ein sehr informatives und wissenschaftlich umfangreiches Buch verfasst, welches durch die Fülle der Informationen positiv auffällt.
Genau dies macht es in meinen Augen zu einem guten Sachbuch, welches neutral über Gegebenheiten berichtet, ohne dabei belehrend zu wirken. Genau dadurch kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden.
Gerade durch die Vielfalt der Themen, haben mich einige Kapitel nicht so sehr interessant und andere wiederum vollkommen begeistert.
Leider fand ich nicht nur den Inhalt, sondern auch den Schreibstil recht neutral. Dieser ist wissenschaftlich sehr gut und flüssig zu lesen, konnte mich aber emotional nicht in den Bann ziehen.
Dennoch gefällt mir das Buch, weil es einige Ansichten in Frage stellt und definitiv zum Nachdenken anregt.
Daher gebe ich dem Buch 4 von 5 Sternen.
K
aus Darmstadt
4/5
29.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Vielfältige Themen super…
Vielfältige Themen super informativ und zum Nachdenken anregend Rupert Sheldrake hat ein sehr informatives und wissenschaftlich umfangreiches Buch verfasst, welches durch die Fülle der Informationen positiv auffällt. Genau dies macht es in meinen Augen zu einem guten Sachbuch, welches neutral über Gegebenheiten berichtet, ohne dabei belehrend zu wirken. Genau dadurch kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Gerade durch die Vielfalt der Themen, haben mich einige Kapitel nicht so sehr interessant und andere wiederum vollkommen begeistert. Leider fand ich nicht nur den Inhalt, sondern auch den Schreibstil recht neutral. Dieser ist wissenschaftlich sehr gut und flüssig zu lesen, konnte mich aber emotional nicht in den Bann ziehen. Dennoch gefällt mir das Buch, weil es einige Ansichten in Frage stellt und definitiv zum Nachdenken anregt. Daher gebe ich dem Buch 4 von 5 Sternen.
Raumzeitreisender
aus Ahaus
2/5
17.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Sheldrakes Abrechnung mit dem Materialismus
Rupert Sheldrake ist bekannt für seine Theorie der morphischen Felder. Diese seien für die Formgebung von Organismen und für die Informationsübertragung zwischen ihnen verantwortlich und eine Art Gedächtnis der Natur. Eine präzise Theorie mit falsifizierbaren Aussagen hat er bis heute nicht geliefert.
Im vorliegenden Buch hinterfragt Sheldrake den Materialismus. Im Fokus stehen zehn Glaubenssätze, die sich Wissenschaftler ungeprüft zu eigen machen. Er hält die Naturwissenschaften für dogmatisch, ein Vorwurf, der gewöhnlich gegenüber Religionen erhoben wird. Ist dieser Vorwurf gerechtfertigt?
Bereits die erste Frage "Ist die Natur mechanisch?" irritiert und lässt den Schluss zu, dass Sheldrake nicht zwischen Natur und Naturwissenschaft, zwischen Wirklichkeit und Modell und zwischen Untersuchungsgegenstand und Methode unterscheidet. Wie die Natur funktioniert, wissen wir nicht, wir entwickeln Modelle und überprüfen diese empirisch.
Die Naturwissenschaften beruhen auf dem methodischen Atheismus. Das impliziert einen Verzicht auf übernatürliche Ursachen. Damit ist der Rahmen abgesteckt. Der Raum außerhalb dieses Rahmens ist der Raum außerhalb des naturwissenschaftlichen Paradigmas. Mit dieser Denkweise ist die Menschheit weit gekommen.
Sheldrake stellt die Schwächen des Materialismus und des Dualismus heraus. Während der Materialismus am Bewusstsein scheitert, kann der Dualismus nicht die Verbindung zwischen Körper und Geist erklären. Sheldrake beruft sich auf die nicht falsifizierbaren Thesen von Whitehead und postuliert eine aus der Zukunft wirkende geistige Kausalität.
Auch andere Fragen, die Sheldrake stellt, betreffen den Rahmen und können mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht beantwortet werden. "Ist die Natur ohne Zwecke und Absichten?", ist so eine Frage. Die Naturwissenschaften erklären das "wie" der Erscheinungswelt. Zum "warum" können sie keine Aussagen treffen.
Das Gedächtnis beruht laut Sheldrake auf morphischer Resonanz. Experimente mit Ratten bestätigen, dass der Lernerfolg steigt, wenn andere Ratten die gleichen Aufgaben bereits gelöst haben. Er beruft sich auf den Flynn-Effekt. Müsste Chinesisch bei 1,4 Milliarden Chinesen nicht die einfachste Sprache der Welt sein?
Sheldrake ist ein Freund der Parapsychologie (Telepathie, Präkognition und andere Phänomene). Fakt ist, der Amerikaner James Randi hat einen Millionenbetrag ausgesetzt, wenn ein parapsychologisches Phänomen unter echten wissenschaftlichen Bedingungen reproduziert wird. Der Preis steht bis heute aus.
Dem Reduktionismus sind Grenzen gesetzt. "Das Verhalten komplexer Systeme ist nicht aus den Eigenschaften ihrer Bestandteile abzuleiten, weshalb man eigene Sprachen braucht, um sie wissenschaftlich beschreiben zu können." Diese Gedanken Sheldrakes sind nicht neu, sondern bereits bei dem Biologen Ernst Mayr zu finden.
Ernst Mayr schrieb in "Die biologische Gedankenwelt" zum Reduktionismus: "... dass die Versuche einer "Reduktion" rein biologischer Phänomene oder Begriffe auf Gesetze der Physik und verwandter Naturwissenschaften jedoch selten, wenn überhaupt jemals, zu irgendwelchen Fortschritten unseres Verständnisses geführt haben."
Es mangelt in dem Buch an wirklich neuen Erkenntnissen. Es ist eine Zusammenfassung seiner Kritik an den Naturwissenschaften und dem Wissenschaftsbetrieb. Kritik ist grundsätzlich zu begrüßen. Sheldrake muss aber damit leben, dass auch seine Thesen kritisiert werden, solange er keine überprüfbaren Hypothesen liefert.
Sheldrake vermischt naturwissenschaftliche Methodik (empirische Forschung) und Weltbilder (Glaubenssysteme) bzw. erkenntnistheoretische Fragen mit ontologischen Fragen. Die Naturwissenschaften beruhen auf Axiomen (Naturpostulat, Strukturpostulat) und begründen ein methodisches Vorgehen, aber kein Weltbild.
Ein Weltbild beinhaltet eine Welterklärung. Religionen beruhen auf Offenbarungen und damit persönlichen Erfahrungen. Den Prozess der Selbstkorrektur gibt es bei Religionen nicht, daher ist der Vorwurf, Naturwissenschaften seien dogmatisch, nicht gerechtfertigt. Sheldrake vermischt Kategorien und verwässert damit die exakten Wissenschaften.
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