"Dies ist ein gewaltiges Buch, das unser müdes Herz erfrischt." (Colum McCann)
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Ein Buch zum wieder und wieder Lesen
Birgit Schlechte aus Dresden am 03.08.2010
Bewertungsnummer: 676880
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
(Diese Besprechung bezieht sich auf die 2010 erschiene Sonderausgabe ISBN 9783499254734.)
Seit 5 Jahren ist dieses Buch, unangefochten von aller Begeisterung für andere, mein Lieblingsbuch.
Der Rowohlt-Verlag brachte es nun in seiner kleinen feinen Reihe heraus, die nur besonderen Titeln vorbehalten ist. Der Verlag weis, was er tut; die Literaturkritik ließ diesen wundervollen Roman unbeachtet. Zugegeben, der Name der Autorin und der Titel des Buches klingen beliebig, beinahe trivial. Nicole Krauss ist eine Autorin aus dem Umfeld von Paul Auster, mit dessen Frau Siri Hustved befreundet. Sie selbst ist die Ehefrau von Safran Foer, alles literarische Hochkaräter.
Die Geschichte der Liebe ist die Geschichte eines Buches, dass ein polnischer Jude seiner Angebeteten Alma widmete. Er vertraute vor seiner Flucht das Manuskript einem Freund an, der es in der Emigration als sein eigenes ausgab, um einer Frau zu imponieren.
Betagt sitzt der Autor in seiner vermüllten New Yorker Wohnung, klammert sich an Dinge, als seien sie das Leben, und wartet auf etwas Unbestimmtes, was noch zu erledigen ist.
Ein junges Mädchen mit Namen Alma, ist dem Geheimnis ihres Namens und der Herkunft des Buches, das ihre verwitwete Mutter gerade ins Englische übersetzt, auf der Spur. Atemlos reißt sie die Seiten ihrer Mutter aus der Maschine.
Der Leser muss hellwach sein, den verschiedenen Handlungssträngen zu folgen, wovon nur zwei hier angedeutet sind. Seine Empfindungen werden auf eine Achterbahnfahrt zwischen Lachen und Weinen geschickt. Die Menschen, die sich in dem Buch begegnen, sind voller Achtsamkeit füreinander. Wenn nur ein Wort für das ganze Buch stehen dürfte, müsste es lauten: Zärtlichkeit.
Wirre Handlungsstränge, aber tolle Charaktere
Bewertung aus dem Saarland am 20.02.2014
Bewertungsnummer: 836349
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Rezension:
Die Geschichte der Liebe von Nicole Krauss wartete in meinem Regal schon sehr lange darauf, endlich gelesen zu werden und nun, da ich es getan habe, weiß ich gar nicht so genau, was ich nun eigentlich von der Geschichte halten soll.
Nicole Krauss hat einen sehr angenehmen Schreibstil soviel lässt sich sicher sagen. Ihre Art sich auszudrücken ist leicht zu verstehen und sorgt dafür, dass man ihr an den imaginären Lippen hängt und das Buch nur ungern weglegt.
Allerdings hatte ich ein gravierendes Problem mit dem Buch: Die verschiedenen Handlungsstränge. Es geht darum, dass der jüdische Protagonist Leo Gursky als junger Mann ein Buch für seine Geliebte, Alma, verfasste Die Geschichte der Liebe. In Zeiten des Holocaust gab Leo das Manuskript jemanden zur Verwahrung, der es dann irgendwann veröffentlichte allerdings nicht unter dem Namen des wahren Autors. Der nächste Strang handelt von der 14-jährigen Alma, die nach der Protagonistin in Die Geschichte der Liebe benannt wurde. Almas Vater hatte das Buch ihrer Mutter geschenkt. Er ist mittlerweile tot und das Mädchen möchte einen Weg finden, ihre Mutter wieder glücklich zu machen. Dann gibt es noch weitere kleinere Handlungsstränge, wie z.B. was eigentlich in Die Geschichte der Liebe steht, wie Leos und Almas Liebe tragisch endete, was mit demjenigen ist, dem er das Manuskript des Werkes gab und außerdem geht es auch noch um den Sohn, den Leo und Alma zeugten.
Da die verschiedenen Handlungsstränge keinem logischen Muster folgen, sondern sich wild durcheinandergewürfelt abwechseln, fand ich die Geschichte wahnsinnig verwirrend. Bis zu einem Punkt, der bereits über der Hälfte der Geschichte lag, konnte ich nicht einmal genau identifizieren, was nun wirklich passiert und was nur aus Leo Gurskys Buch stammt.
Trotzdem fand ich den kauzigen, einsamen Leo, dessen größte Angst es ist, von der Welt vergessen zu sterben und auch die junge Alma sehr sympathisch, so dass ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. Leo versucht sich verzweifelt mit absichtlich verursachten Peinlichkeiten in das Gedächtnis seiner Mitmenschen zu fressen und Alma ist in meinen Augen ohnehin die Heldin der Geschichte. Ihre Mutter, die unter dem Verlust des Vaters leidet, kam mir vor wie ein Schatten, doch dafür hat Alma ihre Augen überall vor allem auf ihrem kleinen Bruder Bird, der sich für den Messias hält.
Während das Buch für mich wegen des Aufbaus die ganze Geschichte über zwischen 2 und 3 (von 5) Sternen schwankte, überzeugte mich das Ende dann hin zur besseren Wertung. Während des Lesens schlichen sich die Charaktere der Story still und heimlich in mein Herz und als sich am Ende die Handlungsstränge endlich ordnen und zwei der wichtigsten Personen aufeinandertreffen, hatte ich eine regelrechte Gänsehaut, da der Titel des Buches der unausgesprochenen aber doch vorhandenen Moral der Geschicht alle Ehre macht.
Fazit:
Eine Geschichte, deren Aufbau für Verwirrung sorgt doch das Ende hinterlässt trotz allem eine Gänsehaut und zeigt: Liebe hat viele Formen.
Meinung aus der Buchhandlung
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Alma ist 14 und auf der Suche nach dem Autoren des Buches "Die Geschichte der Liebe" das ihre Mutter gerade übersetzt. Aus der Geschichte hat sie ihren Vornamen. Sie reicht weit zurück. Leo Gursky hat sie für seine große Liebe geschrieben und einem Freund übergeben als er unter dem Nationalsozialismus fliehen musste. Jetzt, 70 Jahre später sitzt er einsam in New York und scheint auf etwas zu warten, aber auf was?
Nicole Krauss, Eherfrau von Jonathan Safran Foer, schafft es vorzüglich sich in den alten Mann zu versetzen. Sie verknüpft brilliant das aktuelle New York und das alte Europa mit seiner schrecklichen Geschichte. Sie hat eine großartige Geschichte geschrieben.
Eins meiner Lieblingsbücher!
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