Stil und Dialektik in Adornos "Minima Moralia"
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Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
08.02.2012
Verlag
GRINSeitenzahl
35 (Printausgabe)
Dateigröße
285 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656123071
In engem Zusammenhang damit steht der für die Frankfurter Schule typische und für den Positivismusstreit mitursächliche Vorbehalt gegen eine Trennung von Form und Inhalt, der eine dialektische "Vermittlung" beider gegenübergestellt wird. Dieses immer wieder postulierte Prinzip, das auch in "Minima Moralia" als Konstituens der Dialektik behauptet wird, haben Adorno und Horkheimer ihrerseits trotz ambitionierter Bemühungen nicht im beanspruchten Maße umgesetzt. Eine systematische Selbst-Aufklärung über die eigene dialektische Arbeitsweise ist, lange geplant, doch nie geleistet worden.
Die womöglich für dieses Scheitern verantwortliche Schwierigkeit, die subjektive Bedingtheit einer Theorie konsistent in den Objektbereich der Theorie zu integrieren, beeinträchtigt aber keineswegs sämtliche Aspekte der Dialektik, wie Adorno sie versteht. Man kann sogar sagen, daß er für dieses Paradoxon eine Minimal-Lösung findet, indem er einigen Vertextungsstrategien folgt, die den metaphilosophischen Postulaten der Dialektik entsprechen. Diese Darstellungsprinzipien sind vor allem Stilprinzipien, die auch explizit von Adorno thematisiert werden - wofür die "Minima Moralia" beispielhaft stehen. So werden Elemente der Dialektik letztlich auf der Ebene der Versprachlichung bewußt realisiert und zugleich reflektiert, beides allerdings weder durchgängig noch systematisch und umfassend.
Es ist auch deshalb nur eine unvollständige Einlösung des selbst formulierten Postulats - so die These der vorliegenden Arbeit - weil Adorno zwar auf der stilistischen Ebene diese teilweise sprachliche Realisation nach dialektischen Prinzipien leistet, dabei aber die propositionale Ebene gewissermaßen überspringt.
Anhand linguistischer, stiltheoretischer Begrifflichkeiten wie der Dichotomie von Mikro- und Makrostruktur lässt sich detailliert zeigen, wie die 'Dialektik' Adornos in "Minima Moralia" zur stilistischen Geste wird.
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