Als Ed Rosen in der Morgendämmerung erwacht und mit den Zehen wackelt, steht eines fest: Der Huf, der am Fußende aus seinem Bett ragt, ist auf keinen Fall seiner. Aber da. Wie soll er sich das erklären? Rosen, ein Software-Experte, war Mitentwickler und erster Träger des UniCom, eines Kommunikationsmittels, das als Implantat weit mehr kann als ein Smartphone - es protokolliert die Sinneswahrnehmungen seines Besitzers und macht das, was wir Realität nennen, in «Replays» unendlich wiederhol- und veränderbar: vor allem eine erotische Verlockung. Und es macht den Träger total kontrollierbar. Rosens Chef Matana und seine Firma treten einen weltweiten Siegeszug mit diesem Gerät an und nur ein paar ewiggestrige Störenfriede mahnen. Bis sich unerwartet Widerstand gegen das digitale Arkadien regt, der vielleicht auch den Huf erklärt?
In Benjamin Steins neuem, glänzend geschriebenen und spannenden Roman geht es um Körper und Kontrolle, Erotik, Macht und Geheimnis und die Tyrannei totaler Transparenz.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Uwe Taechl
aus Bremen
4/5
23.04.2012
Buch (Gebundene Ausgabe)
Inhalt: Als Ed Rosen in der…
Inhalt: Als Ed Rosen in der Morgendämmerung erwacht und mit den Zehen wackelt, steht eines fest: der Huf, der am Fußende aus seinem Bett ragt, ist auf keinen Fall seiner. Aber da. Wie soll er sich das erklären? Rosen, ein Software-Experte, war Mitentwickler und erster Träger des UniCom, eines Kommunikationsmittels, das als Implantat weit mehr kann als ein Smartphone – es protokolliert die Sinneswahrnehmungen seines Besitzers und macht das, was wir Realität nennen, in „Replays“ unendlich wiederhol- und veränderbar: vor allem eine erotische Verlockung. Und es macht den Träger total kontrollierbar. Rosens Chef Matana und seine Firma treten einen weltweiten Siegeszug mit diesem Gerät an und nur ein paar ewiggestrige Störenfriede mahnen. Bis sich unerwartet Widerstand gegen das digitale Arkadien regt, der vielleicht auch den Huf erklärt? In Benjamin Steins neuem, glänzend geschriebenen und spannenden Roman geht es um Körper und Kontrolle, Erotik, Macht und Geheimnis und die Tyrannei totaler Transparenz. Rezension: Benjamin Steins neuer Roman Replay beschäftigt sich mit der möglichen Zukunft sozialer Netzwerke und wie sie dank zukünftiger Technikmöglichkeiten unser aller Leben und Denken beeinflussen kann. Früher hätte man ihn wohl als Science Fiction Geschichte eingestuft, doch da er so nah an unserem jetzigen Leben ist, hat C.H. Beck die 171 Seiten lange Erzählung als Roman veröffentlicht. Es geht um einen Mann, der einen körperlichen Makel mit modernster Technik ausgleicht und damit für den Rest der Menschheit die Möglichkeit eröffnet, ebenfalls die Technik zu nutzen, um all das, was sie erleben, aufzeichen- und wiederholbar zu machen. Diese Möglichkeit ist so verlockend, dass schließlich fast jeder daran teilhaben wird und die Firma, welche die Geräte herstellt, damit zu einer der mächtigsten Faktoren der Welt wird. Sie kann im Endeffekt mit den Daten machen, was sie will, und nur vereinzelt gibt es noch Menschen, die sich ihr zu entziehen versuchen. Erzähl wird das Ganze nun durch Ed Rosens Augen. In kurzen Situationen, die auch gerne erotischen Inhalt haben dürfen, wird der Leser immer mehr in das Wirrwahr aus Wahrheit und Lüge, Gegenwart und Vergangenheit und Erlebtes und Gedachtes entführt. Wenn sich der Leser darauf einlässt, wird er mit einer logischen Auflösung belohnt und hat gleichzeitig den Anreiz den Roman noch ein zweites oder drittes Mal zu lesen. Empfehlenswert, wenn auch nicht einfach zu lesen.
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4/5
04.05.2012
eBook (ePUB)
Deus Ex Machina
Ed Rosen, ein hochtalentierter ITler, hat ein körperliches Defizit, das ihm schwer zu schaffen macht: eines seiner Augen starrt dauerhaft nach außen, so dass er nicht räumlich sehen kann. Als in der Firma seines Mentors Prof. Matana ein Bioimplantat entwickelt wird, das dieses Problem ein für alle Mal beheben könnte, stellt Ed sich als Testperson zur Verfügung. Doch das Unicom stellt nicht nur seine räumliche Sicht wieder her: es vernetzt ihn mit allen denkbaren technischen Diensten von Facebook
über GPS bis hin zu verschiedenen Apps. Ed hat quasi ein implantiertes Smartphone unter seiner Haut, mit dem er auch Aufzeichnungen seiner Erlebnisse machen kann. Als
er sich Hals über Kopf in eine Beziehung mit der attraktiven Katelyn stürzt und ihre erotischen Dates wieder und wieder abspielt, beginnen Realität und Replay zu verschwimmen...
Ein Roman zu einem hochinteressanten Thema, allerdings für meinen Geschmack ein wenig zu kurz geraten. Ich hätte mir ein längeres, gerne auch oberflächlich etwas trivialeres Szenario à la Philip K. Dick gewünscht. Biotechologie, Vernetzung, der gläserne Mensch, virtuelle Welten: all dies sind aktuelle Themen, und so ist "Replay" auch weniger ein Science-Fiction-roman als vielmehr ein sprachlich hervorragendes Werk über die Beziehung des Menschen zu seinem selbst geschaffenen Gott, der Technik.
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