In der Diskussion über Lage und Entwicklung der Wirtschaft stehen sich mindestens zwei Denkrichtungen gegenüber: Eine einseitige, auf dem Prinzip der Gewinnmaximierung beruhende - und eine humane, realistische, zukunftsorientierte. Aus ihrer Sicht ist Alternativlosigkeit nicht die einzige Option. Es gibt immer eine Alternative, aber Alternativen verlangen vom Bürger eine Denkleistung und eine eigene, begründete Meinung. Das Buch gibt den Dialog von zwei »alten Hasen« wieder, die frei von Konventionen und unabhängig vom ökonomischen »Mainstream« über Themen wie Neo-liberalismus, Lobbyismus, Ökonomie und Nachhaltigkeit philosophieren. Lassen Sie sich entführen in die wundersame Welt der Ökonomie, in der vieles weniger rational verläuft als man es uns täglich einzureden versucht.
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Dr. Volker Frühling, als…
Dr. Hans Weiskopf aus Benediktbeuern am 18.11.2013
Bewertungsnummer: 2703197
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dr. Volker Frühling, als ehemaliger Finanzvorstand und langjähriger Wirtschaftsprüfer in der Welt der Wirtschaft bestens zuhause, führt uns in seinem im Oktober 2013 erschienen Sachbuch mit klarem, aber auch kritischem Blick in wesentliche wirtschaftliche Zusammenhänge. Auf den knapp 140 Seiten im handlichen und kostengünstigen TB-Format lassen sich gut verständlich – je nach Interesse oder verfügbarer Zeit – auch nur einzelne Kapitel zu jeweils einem bestimmten Schlagwort lesen. Das Buch ist zwar kein Lexikon, aber doch ein Vademekum zu diversen aktuellen Wirtschaftsthemen. Als gelungenes Stilmittel nutzt der Autor ein dialektisches Gespräch zweier Freunde, die er nachdenklich, hinterfragend aber auch unterhaltsam ("Reflexe und Reflexionen") über Wirtschaft, ihre Auswirkungen auf uns Bürger, auf unsere Gesellschaft und auf Staaten diskutieren lässt. So wird er seiner Behauptung "Ökonomie mal anders" gerecht. Frühling fokussiert den Stoff auf entscheidende Themen: Wie greifen die ausgewählten Akteure wie Markt, Unternehmen, Lobby, Investoren im Wirtschaftsgeschehen ineinander? Wo und vor allem warum laufen manche Dinge nicht so, wie man sie uns glauben macht? Dabei öffnet er uns die Augen für Schwachstellen und Risiken und für die Tendenz der Märkte zu Übertreibungen und Ausuferungen. Während der Lektüre reist man entlang eines großen Bogens, in dem neben wirtschaftlichen Grundlagen so hochaktuelle Themen wie Big Business, Konsumismus, Nachhaltigkeit, Neoliberalismus, Private Equity und Wirtschaftsethik mit einbezogen werden. Hart ins Gericht geht der Autor dabei mit der zielgerichteten Beeinflussung der Politik durch Lobbyisten und der neoliberalen Forderung nach Privatisierungen und Deregulierungen. Aber auch mit der Einseitigkeit des Wirtschaftens zur Renditemaximierung, mit den uns Verbraucher manipulierenden angebotsorientierten Märkten mit unnötigen Produkten ohne wirklichen Nutzen. So analysiert und erklärt er das großenteils übliche Konsumverhalten als Abkehr von der ökonomischen Effizienzthese und als systematische Verschwendung von Ressourcen. Liest man den Abschnitt "Big Business", so gesellt sich zum Zweifel am Tun unserer Konzerne in der sog. Dritten Welt auch noch unsere Wut. Drei Seiten genügen hier dem Autor, das Fatale mancher Entwicklungs"hilfe" und Investments für ganze Volkswirtschaften beeindruckend aufzuzeigen. Anlegern sei auch der Abschnitt "Finanzmarkt" empfohlen. Am Ende der ernüchternden Analyse wären jedoch einige Tipps hilfreich gewesen, wie insgesamt ein Stichwortverzeichnis gute Dienste getan hätte. Die humanistische und partizipative Grundeinstellung des Autors zieht sich durch alle Abschnitte und so ist es auch nicht nur ein aufklärerisches, vielmehr ein "aufrührerisches" Buch mit dem Ziel, Kontrapunkte zu den oft manipulativen Darstellungen des ökonomischen Mainstreams zu setzen. Immer wieder spürbar wird die Absicht des Autors, bei Bürgern und Politikern deutlich mehr Bewusstsein für den in Teilen verbesserungswürdigen Status quo unseres Wirtschaftens und deutlich mehr Verantwortung für unsere Zukunft einzufordern. Dazu kann man dem Wirtschaftsbuch nur eine breite, reflektierende und agierende Leserschaft wünschen, denn der französische Volkswirt Jean Fourastié hat recht mit seinem Axiom “Die Zukunft wird so aussehen, wie wir sie gestalten”. Was muss man als Leser/in für dieses Buch mitbringen? Natürlich das Interesse an dem, was Wirtschaften für und insbesondere mit uns macht, dazu einen wachen Geist und die Bereitschaft zu hinterfragen und in Frage zu stellen. Also: Sapere aude! Mut zum Selberdenken!
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