Einzelhandel als Leitfunktion der Innenstädte Perspektiven vor dem Hintergrund der Entwicklung von Internet und Electronic Commerce
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- Deutsch ausgewählt
48,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
06.06.2001
Verlag
GRINSeitenzahl
168
Maße (L/B/H)
21/14,8/1,2 cm
Gewicht
253 g
Auflage
4. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8386-4203-1
Die Entwicklung von Handel und Städten weist eine sehr enge historische Verbindung auf, die vielfach als "symbiotische Beziehung" charakterisiert wird. So stellten bedeutende Fernverkehrs- und Fernhandelsrouten sowie insbesondere deren Schnittpunkten bevorzugte Makrostandorte von Städtegründungen dar. Markt- und Stapelrechte bildeten im Mittelalter wesentliche Bestandteile des Stadtrechts und waren daher für die weitere Entwicklung der deutschen Städte von tiefgreifender Bedeutung.
Heute sind im Bewusstsein der Bevölkerung insbesondere die Innenstädte untrennbar mit dem Attribut "Standort des (Einzel-)Handels" versehen, denn die zentralen Einkaufsstraßen, Passagen und Malls stellen vielfach die quantitativ bedeutendsten Anziehungspunkte im innerstädtischen Raum dar. Dementsprechend wird dem Einzelhandel auch bei der weiteren Entwicklung der Innenstädte eine Leitfunktion eingeräumt.
Schon seit mehreren Jahrzehnten wird indes von verschiedenster Seite die "Krise der Innenstädte" in Westdeutschland thematisiert. Je nach Perspektive und Interessenlage werden dabei jedoch ganz unterschiedliche Strukturen und Prozesse beklagt. Hinsichtlich der Leitbranche Einzelhandel ist zu konstatieren, daß die Innenstädte nach dem zweiten Weltkrieg unbestritten einen kontinuierlichen Anteilsrückgang am gesamten westdeutschen Einzelhandelsumsatz haben hinnehmen müssen. Der Bedeutungsüberschuss der Innenstadt als Ausdruck der Zentralität eines (Stand)Ortes scheint demnach vielerorts gefährdet zu sein. Verschiedene strukturelle Tendenzen wie auch die verkehrliche Situation in den Innenstädten werden ebenfalls regelmäßig im Zusammenhang mit diesem Einzelhandelsstandort als problembehaftet diskutiert.
Wenngleich ihre Position gefährdet scheint, stellen die Innenstädte heute unverändert die dominierenden Brennpunkte gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Handelns dar. Die Entwicklung der Innenstädte ist daher auf das komplexe Zusammenspiel eines breiten Spektrums an soziokulturellen, ökonomischen und technischen Einflussgrößen zurückzuführen. Zu den seit längerem bekannten Trends ist in den 1990er Jahren ein weiterer Faktor mit unvorhergesehener Dynamik hinzugekommen, dessen außerordentliche Relevanz selbst vielen wirtschaftlichen und politischen Entscheidungsträgern erst seit relativ kurzer Zeit bewusst geworden ist: Die rasant zunehmende wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Internet.
Auch zum derzeitigen Zeitpunkt ist die volle Tragweite des Einflusses des Internet und internetbasierter Anwendungen insbesondere auf die Lebens- und Konsumgewohnheiten der breiten Bevölkerung trotz einer wachsenden Zahl von Untersuchungen, Prognosen und Szenarien sehr schwer abzuschätzen. Gegenwärtig herrscht demzufolge in vielen westdeutschen Städten eine tiefgreifende Unsicherheit darüber, wie angesichts der einzelhandelsgeprägten Innenstädte mit den Entwicklungen im Internetbereich umzugehen ist, ob diese als Chance oder vielmehr als Bedrohung zu begreifen sind oder ob sie möglicherweise als "Modeerscheinung" spurlos an den Innenstädten vorbeigehen werden.
In dieser Arbeit wird angesichts der Relevanz dieser Entwicklungen für die Zukunft der Innenstädte der Versuch unternommen, das Verhältnis von Innenstadt und Einzelhandel unter dem Einfluss des Internet neu zu beleuchten. Um die Einordnung der aktuellen und der zu erwartenden Prozesse in die Evolutionsgeschichte der Innenstädte vornehmen zu können, bildet die Bezugnahme auf langfristige Tendenzen und historische Entwicklungen von Stadt und Handel einen zentralen Ansatzpunkt.
Ziel dieser Arbeit ist es, den Kommunen und den innerstädtischen Akteuren in den relevanten Frag...
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