Alex Capus lebt in Olten in der Schweiz, der liebenswertesten Kleinstadt des Universums. Das Leben dort ist übersichtlich und friedfertig - wären da nicht die Nachbarn. Capus hat fünf Nachbarn, die alle Urs heißen. Eigentlich sind es sogar sechs, aber einer will nicht, dass man über ihn schreibt. An milden Sommerabenden trifft Capus sich mit ihnen und lässt sich die Welt erklären. Manchmal hat Capus genug von seinen fünf Ursen. Dann kann es passieren, dass er einen Nachmittag mit Prinz Charles verbringt. Voller Humor und Feingefühl, gutmütig und gnadenlos zugleich, hält Alex Capus einer ganz gewöhnlichen Kleinstadt den Spiegel vor. Seine bezaubernden Geschichten sind getragen von einer fröhlichen Melancholie und einer unerschöpflichen Menschenkenntnis.
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Amusant
Bewertung aus Winterthur am 15.06.2018
Bewertungsnummer: 1111019
Bewertet: eBook (ePUB)
Capus beschreibt den ganz normalen Alltag in feiner liebevoller Sprache.
Katzen, Kinder, Velopneus das ganz normale Nachbarschaftsleben
Sandra von Siebenthal aus Romanshorn am 26.11.2015
Bewertungsnummer: 898623
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In zwölf Kurzgeschichten erzählt Alex Capus aus seinem Leben in Olten, genauer aus seiner Nachbarschaft, hauptsächlich im Zusammenhang mit seinen fünf Nachbarn, die alle Urs heissen. Es gibt noch weitere Menschen mit anderen Namen, von denen die Geschichten handeln, einer davon ist Herbert allerdings könnte er auch Norbert oder Robert heissen und er wohnt auch nicht in der Nachbarschaft. Doch das ist die Ausnahme. Hier geht es um Urse und Alexs Leben mit ihnen.
Die fünf Urse sind unterschiedlichen Charakters und auch mit unterschiedlichen Berufen und Leben ausgestattet, aber sie haben auch einiges gemeinsam. Sie finden zum Beispiel Alexs Auftreten nicht so, wie es sein sollte:
Noch nie hat man dich auf einem ordentlichen Velo gesehen. Diese zwanghafte Nachlässigkeit irgendwie kindisch finde ich das.
Wenns nur das Velo wäre, fügte der dritte Urs hinzu.. Bei dir ist aber, wenn man genau hinguckt, alles immer ein bisschen vage und ungefähr. Irgendwie lasch. Nichts für ungut.
Ein bisschen lauwarm, sagte der zweite Urs und nickte.
Als einziger Nicht-Urs kann Alex das nicht stehen lassen:
Ich verstehe, dass euch mein Lottervelo ein Dorn im Auge ist, sagte ich. Aber nehmt bitte zur Kenntnis, dass ich mich genauso ärgern könnte [ ] Ich tus nicht, aber ich könnte mich ärgern. [ ]
Wer denkt, das sei es nun gewesen mit der guten Nachbarschaft, dem sei gesagt: Weit gefehlt. Es wird weiter auf dem Kiesplatz mit Bänken und Grill an der Elsastrasse zusammengesessen, gegrillt, Bier getrunken und über Gott und die Welt geredet wie man es als gute Nachbarn eben tut.
Mein Nachbar Urs ist sicher kein grosser literarischer Wurf und steht, in der Kategorie gedacht, weit hinter Alex Capus Romanen zurück, aber: Es ist ein unterhaltsames, zutiefst menschliches, witziges und aus dem Leben gegriffenes Buch, das einen Einblick in Alex Capus Leben in seiner Heimat Olten gibt oder es zumindest gekonnt so aussehen lässt. Man fühlt sich als Leser mittendrin, lacht mit, wundert sich, fragt sich, ist dabei. Wer Alex Capus schon live erlebt hat, erkennt ihn wieder und liest den Alex so, wie er ihn geben würde.
Ich dachte in einer schlaflosen Nacht, ich könnte mal eine Geschichte lesen (dazu eignen sich Kurzgeschichten wunderbar), um dann wieder weiterzuschlafen. Da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt (in diesem Fall Alex Capus) gemacht: Ich habe das ganze Buch in einem Zug durchgelesen. Also: Aufgepasst!
Fazit:
Ein unterhaltsames, kurzweiliges, witziges Buch rund um Alex Capus Leben mit seinen fünf Nachbarn namens Urs. Sehr empfehlenswert.
Meinung aus der Buchhandlung
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Alex Capus versteht es wunderbar humorvolle, warmherzige und launige Gespräche und Betrachtungen über das Leben mit seinen Nachbarn, die übrigens alle Urs heißen, in einem kleinen grünen Büchlein zu vereinen. Einfach schön zu lesen!
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"Königskinder" war eins meiner Lesehighlights 2018. Von daher wirkte es sehr verlockend, schnell noch ein wenig Alex Capus nachzuschieben - aber der Charme des späteren Werks wird hier nicht erreicht.
Vielleicht liegen ihm Liebesgeschichten eher? Denn während die beiden parallelen Paargeschichten in "Königskinder" auf sehr unterschiedliche Arten restlos bezaubernd waren, stellt sich hier einfach nicht wirklich interpersonelle Dringlichkeit ein. Ja, es ist kurios, dass er so viele Nachbarn hat, die alle Urs heißen - auf der anderen Seite hat mein Lebensgefährte auch vier Onkel, die alle Herbert heißen - manchmal ist die Welt nun mal so. Das allein ist noch keine Geschichte.
Charmant ist der Moment, als die Urse Alex dafür schelten, "Fahrrad" zu sagen und nicht "Velo", aber das allein bringt das Buch nicht aus der durchschnittlichen Anekdotensammlung heraus.
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