Tristan als "homo ludens". Der Strukturzusammenhang von Minne, Kunst und Spiel im Horizont heilsgeschichtlicher Aspekte Eine Analyse von "Tristan und Isolde" von Gottfried von Straßburg
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- Taschenbuch ausgewählt
- eBook
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Sprache:Deutsch
34,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
07.08.2014
Verlag
GRINSeitenzahl
152
Maße (L/B/H)
21/14,8/1,1 cm
Gewicht
230 g
Auflage
6. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-656-70371-6
Wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, , Sprache: Deutsch, Abstract: Indem Tristan nach seiner durch den Dichter nicht darstellbaren Schwertleite in Stellvertretung für diesen eingeht in die Rolle des apollinischen Künstlers und dadurch sich selbst und in der Folge auch seine Liebesbeziehung zu Isolde hervorbringt nach dem Schema künstlerischen Produzierens, erfüllt seine Kunst die Kriterien des Spiels, nämlich die Identität von Darstellendem und Dargestelltem im Prozess der Darstellung, so, wie in der Kunst als musikalischem Spiel der Künstler sich immer auch selbst in seiner Kunstfertigkeit zur Darstellung bringt, indem sein "Werk" sich nicht als Objekt von ihm löst, sondern nur im Aktvollzug, d.h. als Spiel "besteht" bzw. sich vollzieht. Dieser Vorgang verlangt in letzter Konsequenz, dass auch der Künstler selbst bzw. seine Liebe eingeht in das Werk, d.h. als Kunstwerk gestaltet wird. Sofern nun das Organ der Kunst die Liebe als Vollzug der sich in ihr Werk entäußernden Subjektivität ist, bedeutet dies den physischen Tod des Künstlers und seine spirituelle Auferstehung in seinem "Werk", nämlich in der durch die Rezeption der Dichtung vermittelten Liebesgemeinschaft der edelen herzen. Das Spiel der Tristanliebe erweitert sich vermöge der ihm immanenten Spannung von Kunst als objektiver Gestalt und Subjektivität als innerer Bewegung zum Vehikel der Selbstaufhebung der Kunst in die reflektorische Praxis des Kults, in dem sich das Speisewunder der Minnegrotte, objektiviert zum eucharistischen Liebeskult, wiederholt. (Vgl. dazu die Ausführungen in Kapitel 19: Der Prolog als das "Ende" des nicht abgeschlossenen Werkes.) Die Tristanliebe gestaltet sich dadurch in Analogie zum christlichen Heilsgeschehen: der Künstler stirbt den Liebestod mit dem Resultat einer Erlösung bzw.Selbstversöhnung der Gesellschaft, der die Liebe als deren eigene subjektive Seite fremd entgegensteht. Sein Weg durch die Welt hindurch trägt deren Merkmale: alle Varianten eines Spiels zwischen betrügerischem Blendwerk und reiner Liebe, die als Strukturmomente dieses Prozesses jeweils aufzuzeigen und einzuordnen sind, wobei die Beziehung zwischen Dichtertrank und Minnetrank von besonderer Relevanz ist. Die Dichtung erscheint von ihrem Ende her als ein "Weltspiel", das von seinen Protagonisten in allen seinen Höhen und Tiefen ausgeschritten wird. In einem komplexen Gefüge von Spiel und Widerspiel entwickelt sich das Geschehen schlüssig zu einem Prozess, der auf dem Wege kontinuierlicher Verinnerlichung in seine Reflexion durch den Leser mündet.
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