Der absolute Raum bei Newton und Kant Zwischen Postulat und Paradoxon
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
11.07.2014
Verlag
GRINSeitenzahl
28 (Printausgabe)
Dateigröße
1851 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656715382
Die neuzeitliche Naturphilosophie zum ontologischen Status des Raumes ist geprägt durch die Debatte, ob dem Raum eine selbständige Existenz neben körperlichen Objekten zukommt - so die absolute oder substanzialistische Position - oder ob es sich beim Raum allein um den Inbegriff von Beziehungen der Körper zueinander handelt, ohne selbst eigenständige Größe zu sein - wie es die relationale Position vertritt. Im ersten Fall stellt der Raum gleichsam den "Behälter" dar, in dem alle körperlichen Objekte enthalten sind, im zweiten Fall handelt es sich um die Ordnung oder Lagerungs-Qualität der Körperwelt. Je nach Position ergibt sich somit auch das Verhältnis zwischen Raum und Körpern zueinander: Der absolute Raum ist auch ohne in ihm befindliche Körper und damit als leerer Raum, d.h. als Vakuum, denkbar, da er als von Körpern unabhängig definiert wird; dagegen konstituiert sich der Raum im relationalen Fall erst mit den Körpern, so dass ein Raum ohne körperliche Objekte undenkbar ist.
Erstmalig führt Newton den Begriff des absoluten Raumes in seinem 1687 in erster Auflage veröffentlichten Opus Magnus Philosophiae Naturalis Principia Mathematica ein. Newton gründet seine als "klassisch" bezeichnete Mechanik darauf, dass der absolute Raum von in ihm befindlichen Körpern zu unterscheiden ist und wir in unserem Alltag die als Messwerte dienenden relativen Räume verwenden.
Kant thematisiert den absoluten Raum in den Metaphysischen Anfangsgründen der Naturwissenschaft (1786) in zweifacher Hinsicht: Einerseits im ersten Hauptstück, der Phoronomie, in der Kant die Bestimmung des Begriffs der Materie als des "Bewegliche[n] im Raume" als reinem Quantum unternimmt, andererseits im vierten Hauptstück, der Phänomenologie, welche die Modalität, die Erscheinungsweise der Materie bezüglich ihrer Bewegung und Ruhe bestimmt.
In einem ersten Hauptteil beschäftigt sich diese Arbeit mit der Physik Newtons (Kapitel 2): Wie beschreibt Newton näherhin den absoluten Raum und welche physikalischen Funktionen hat er? Lässt sich seine Existenz gar experimentell bestätigen? Und handelt es sich bei Newtons absolutem Raum um ein Postulat? Sodann soll im zweiten Hauptteil (Kapitel 3) untersucht werden, was Kant phoronomisch unter dem absoluten Raum versteht und inwiefern er die Erfahrbarkeit absoluter Bewegung gegen den absoluten Raum phänomenologisch als Paradoxon zu entlarven glaubt.
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