Botho Strauß erzählt, wovon er noch nie erzählt hat: von seiner Kindheit und Jugend in den 40er und 50er Jahren, von Naumburg und Bad Ems, den Orten, in denen er aufgewachsen ist, von seinen frühen, prägenden Erinnerungen. Mit diesem Buch findet er noch einmal zu einer ganz neuen Seite seines Schreibens: zum Ton des Erinnerns, der Vergewisserung über die eigenen Ursprünge. Die Jugend ist die Zeit, da die Zukunft einem noch bevorsteht; jetzt lässt Strauß eine lang zurückliegende Gegenwart wiedererstehen. Vor allem ist es der Vater, dessen Bild immer deutlicher hervortritt, liebevoll gezeichnet, doch ohne Selbsttäuschung. Botho Strauß' "Herkunft" ist das konzentrierte, reiche Werk eines großen Erzählers aus Deutschland.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
aus Thun im Kanton Bern
5/5
18.01.2024
eBook (ePUB)
köstlich
Botho Strauss schaut auf seine Kinder- und Jugendjahre zurück. Welch köstliches Buch! Die Beziehung zu seinem Vater wird schwerpunktmässig beschrieben, keine einfache Beziehung, aber sie wird mit viel Respekt und Vorsicht und letztlich auch mit viel Liebe beschrieben. Der Sprachstil ist etwas gewöhnungsbedürftig: die Beschreibungen stützen sich auf Erinnerungsblöcke, die manchmal ziemlich wild hin- und herrollen; es muss dann der Leser die Verbindungen herstellen und eine Geschichte daraus zusammenbasteln, was nicht immer einfach ist. Trotzdem: Ein meisterhafter Blick auf die Jugendjahre!
Volker Jentsch
4/5
23.12.2018
Buch (Taschenbuch)
Ein Buch für ungestörte…
Ein Buch für ungestörte Stunden Über Herkunft und Leben von bekannten und weniger bekannten Leuten gibt es vermutlich allein im deutschen Sprachraum fast unendlich viele Bücher. Dieses Buch, von Botho Strauß verfaßt, halte ich für ein besonderes. Es handelt sich um die aneinandergereihten Szenen aus dem Leben seiner Familie, die fünfzig, sechzig und mehr Jahre zurückliegen: sie erzählen über den kriegsversehrten, Form und Charakter haltenden, strengen gleichwohl liebevollen, kultivierten Vater, die von Frohsinn geprägte (schöne) Mutter, eine gütige Großmutter, inspirierende Lehrer und immer wieder über die kleine Stadt am trägen Fluß. Vorgetragen in behutsamer, jedes Wort wägende, erfindende, hochgradig empfindliche Sprache. Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen Vater und Sohn nachzeichnend, Eigenschaften nachsinnend, die der Vater dem Sohn, durch sein Verhalten, seine bloße Existenz, aufgeprägt hat. Eine schmerzliche Stimmung geht durch das Buch, unvermeidbar wohl, wie aus ähnlichen Büchern bekannt, wenn der Autor dem Unwiederbringlichen nachtrauert, die Arglosigkeit und Beherztheit des Heranwachsenden, für Augenblicke zumindest, zurückwünscht. Besonders stark die Passage über die Mutter (S.79-81), die erst gegen Ende des Buches größere Beachtung findet, die ich in Form und Inhalt gerne auch über meine Mutter hätte schreiben wollen... Natürlich sehe ich mich auch in diesem Buch mit dem für Strauss charakteristischen Dickicht seiner Tiefenreflexionen konfrontiert, die mir im Sinn verschlossen, in ihrem Pathos übermäßig erscheinen. Seite 48 bietet ein beredtes Beispiel. Was ist ein atmosphärischer Gewinn? Was die Weißung des Wissens? Oder Seite 62: „Akute Erinnerung kennt nur Damals-Unmittelbarkeit, Damals-Überwältigung“. Ich wäre auch neugierig auf sein neues Haus in Berlin (oder der Uckermark?), „das keine weiblichen Höhlungen besitzt.“ Vieles mehr ließe sich anführen, was besser unterbleibt, würde es doch allein dadurch unverständlicher, weil aus dem Kontext genommen. Ein Buch für ungestörte Stunden, in der einsamen Berghütte vor dem Schlafengehen, zum Beispiel.
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
4/5
08.12.2014
Buch (Gebundene Ausgabe)
Im Alter
Im Alter, und diese Aussage ist in diesem Fall berechtigt, denn Bothe Strauß der (verfemte) Reaktionär des Literaturbetriebes, erinnert sich seiner Kindheit in den 40er und 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Naumburg, Bad Ems die Orte seiner Kindheit lässt er plastisch auferstehen, die Beziehung zu seinem Vater, nicht immer widerspruchslos, zeichnet er liebevoll nach. Ein Bothe Strauß der anderen Art, man erfreut sich auf jeden Fall.
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5/5
15.12.2014
eBook (ePUB)
Für Ihren eReader
Ein wundervolles kleines Erinnerungs-Büchlein an die Kindheit in Bad Ems beim Ausräumen der elterlichen Wohnung. Eine wunderbare Liebeserklärung an den Vater und die Mutter! Einmalig schön!
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