Eine wahre Geschichte aus dunkler Zeit Anno 1636 ist ganz Deutschland vom Hexenwahn ergriffen. Schon einige Jahre zuvor traf es auch das beschauliche Rheinbach - eine Zeit, an die sich keiner gern erinnert. Und nun hat der Kurfürst den Hexencommissarius erneut in die Stadt beordert. Hermann Löher, Kaufmann und jüngster Schöffe am Rheinbacher Gericht, hat Angst um Frau und Kinder. Sein Weib Kunigunde gehört zur «versengten Art»: Angehörige ihrer Familie wurden damals dem Feuer überantwortet. Löher glaubt nicht an Hexerei und an die Schuld derer, die vor Jahren den Flammen zum Opfer fielen. Eine gefährliche Einstellung in diesen Zeiten. Als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt der Schöffe nicht länger. Und schon bald beginnt für ihn und seine Frau ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind als das, was man den Hexen vorwirft ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
28.08.2022
Hörbuch-Download
Glaubwürdig und ungeschönt
Ausgezeichnet geschrieben und gesprochen. Die Charaktere sind psychologisch sorgfältig und komplex konstruiert. Die "Befragungen" gehen als Zitate echter Quellen zwar bis an die Grenze des Erträglichen, aber in der Kombination mit den glaubwürdigen Psychogrammen der Protagonisten, insbesondere der Kirchenmänner, wird deutlich, wie es zu einer so großen Welle von "Hexen"-Verbrennungen kommen konnte. Großes Lob.
Meggie
aus Mertesheim
5/5
16.04.2021
Buch (Taschenbuch)
nach einer wahren Begebenheit
Hermann Löher ist ein angesehener Kaufmann und auch jüngster Schöffe am Gericht in Rheinbach. Im Jahre 1636 allerdings kommt es in dem beschaulichen Ort zu einer Hexenjagd, wie schon fünf Jahre zuvor. Löher hat Angst um seine Familie, gehört diese doch zur versengten Art, d. h. dass schon Verwandte der Familie als Hexe und Hexer verbrannt wurden.
Doch Löher versucht sich zu wehren und die Bürger von Rheinbach davon zu überzeugen, dass es so etwas wie Hexen gar nicht gibt. Doch bringt in dies in arge Bedrängnis. Und so kämpft er bald darum, nicht selbst auf dem Scheiterhaufen zu landen.
Mit ihrem neuen historischen Roman greift die Autorin Petra Schier eine wahre Begebenheit auf. Wie sich aus dem Nachwort und auch aus ihren Darstellungen auf ihrem Blog ergibt, hat Hermann Löher tatsächlich gelebt und in Rheinbach versucht, sich und seine Familie vor den Hexenverbrennungen zu schützen.
Dies hat den Roman für mich sogar doppelt interessant gemacht. Allein das Thema Hexenverfolgung und die damit einhergehenden Problematik sich dagegen zu wehren, als auch der wahre historische Hintergrund waren hochinteressant.
Mit ihrem packenden Schreibstil hat die Autorin dann auch noch die wahren Begebenheiten mit fiktiven Szenen in Verbindung gebracht und so einen Roman geschaffen, der einem fesselt und viele historische Begebenheiten näher bringt.
Hermann Löher und seine Familie waren mir von Anfang an sehr sympathisch. Das Leben, wie es geschildert wird, war für sie nicht einfach, vor allem, als es wieder zu Anfeindungen und Anschuldigungen kommt, die nicht belegt werden können. Wie es die Inquisitoren mit der Verdrehung von Wahrheiten dazu gebracht haben, dass die Unschuldigen ein Geständnis ablegen, grenzt an Gehirnwäsche. Die Foltermethoden sind grausam und ich war zeitweise geschockt, mit welcher Vehemenz gegen die angeblichen Hexen vorgegangen wurde.
Durch die Einfädelung der wahren Begebenheiten, die durch Aufzeichnungen von Hermann Löher belegt sind, ist die Geschichte so authentisch, als wäre sie bis ins kleinste Detail so geschehen.
Fazit:
Eine packende Story mit wahrem Hintergrund.
hessen
5/5
16.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Der Hexenschöffe
Die Geschichte spielt im Jahr 1636 zur Zeit der Hexenverfolgung in Rheinbach, und beruht auf wahren Begebenheiten. Hermann Löher wurde 1595 geboren und hat das Kaufmannskontor seines verstorbenen Vaters in Rheinbach übernommen, wohin sie ein paar Jahre nach seiner Geburt gezogen sind.
Mit nur 36 Jahren wird er zum jüngsten Schöffen am Rheinbacher Gericht, gerade zur Zeit als die erste Welle der Hexenprozesse, angeführt durch Dr. Franz Buirmann und Dr. Jan Möden, im Ort stattfinden.
Viele Freunde, Kollegen und sein Schwiegervater wurden verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Als Schöffe war er bei vielen für das Urteil mitverantwortlich, was ihm auch Jahre später noch Alpträume beschert hat.
Fünf Jahre später kehrt Möden nach Rheinbach zurück und das brennen beginnt von Neuem.
Hermann Löher glaubt nicht an Hexerei und ist von der Unschuld der Betroffenen überzeugt, kann aber gegen den Hexenkommissar nicht viel ausrichten, da er und seine Familie sonst selbst in Gefahr geraten.
Auf dem Höhepunkt des Brennens wird er selbst angeklagt und kann in letzter Minute fliehen.
Mein Fazit
Ich habe schon einige Bücher über Hexenverfolgung gelesen aber noch keines hat mich so beeindruckt wie dieses. Noch nie habe ich so viele Details, wie die Hexenprozesse und die Folterungen zum erzwingen eines Geständnisses abgelaufen sind, erfahren und dies war nicht immer einfach zum lesen, oft hat es mir eine Gänsehaut beschert.
Petra Schier ist es gelungen reale Personen und Taten in eine fiktive Geschichte einzubinden, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen wollte um zu erfahren wie es weitergeht.
Die realen Hintergründe hat die Autorin aus "Hochnötige untertanige wemütige Klage der frommen Unschültige", verfasst von Herrmann Löher im Alter von 80 Jahren, übernommen und damit ein reales Bild der damaligen Zeit widergegeben.
Die Personen, real oder fiktiv, wurden gut charakterisiert und hatten genügend Tiefe um sie sich gut vorstellen zu können.
Die Ausarbeitung des Romans macht deutlich das sich Petra Schier seit ihrem 13 Lebensjahr mit diesem Thema beschäftigt und viel Arbeit in die Recherche gesteckt hat.
Es hat sich auf jeden Fall gelohnt und jeder der sich für die Hexenverfolgung interessiert, sollte dieses Buch lesen.
Katzenpersonal Kleeblatt
aus Berlin
5/5
16.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein Albtraum in Deutschlands Geschichte
Deutschland im Jahre 1636.
Der Kaufmann Hermann Löher ist schon vor ein paar Jahren mit seiner Frau Kunigunde und seinen 8 Kindern zurück nach Rheinbach gezogen, um das Geschäft seines verstorbenen Vaters zu übernehmen.
Kunigundes Vater wurde vor 5 Jahren auf dem Scheiterhaufen verbrannt, seitdem gilt sie als eine der "versengten Art".
Hermann wurde seinerzeit als jüngster mit 36 Jahren zum Schöffen ernannt. Er ist stolz auf sein Amt, muss aber feststellen, dass er mit seinem Amt anderen in die Hände spielt.
Nachdem 5 Jahre Ruhe in Rheinbach herrschte, beruft der Kurfürst den Hexencommissarius Dr. Fanz Buirmann in die Stadt, der auch kurz darauf gleich eine alte Frau anklagt, eine Hexe zu sein.
Hermann und ein anderer Schöffe widersprechen der Hexenverfolgung, kommen aber gegen all die anderen Schöffen, die Angst haben, dagegen zu sprechen, nicht an. Schon bald gerät Hermann samt seiner Familie selbst in den Strudel der Anklage und muss mit dem schlimmsten rechnen ...
Deutschland hatte schon viele düstere Zeiten zu überstehen.
Eine davon ist die unrühmliche Zeit der Hexenverbrennungen, die im Mittelalter in verschiedenen Städten ihr Unwesen trieben.
Die Autorin Petra Schier beschäftigte sich bereits in ihrer Jugend mit dem Fall der Hexenverbrennungen und insbesondere dem Fall Hermann Löher. Dieser hatte als 80-jähriger eine Anklageschrift verfasst, die bis heute erhalten geblieben ist und das Unrecht, das seinerzeit in Rheinbach geschah, aufs grausamste widerspiegelt.
Aus dieser Anklageschrift und weiteren Recherchen ist es Petra Schier gelungen, die Zeit der Hexenverbrennungen mit all seinem Grauen wieder aufleben zu lassen. Was sie nicht wissenschaftlich recherchieren konnte, hat sie gekonnt mit fiktiven Daten und Personen gefüllt, so dass ein Buch herauskam, das betroffen macht.
Es zeigt nicht nur, wie manipulativ gearbeitet wurde, um zu erreichen, was man wollte, sei es Geld oder Macht. Wer dem Hexencommissarius widersprach, konnte sicher sein, dass auf ihn ebenfalls eines Tages eine Anklage ausgeschrieben wird. Aus Angst wurde geschwiegen, und nicht nur das, noch schlimmer. Aus Angst, trotz Unschuld, doch beschuldigt zu werden, beschuldigte man schnell jemand anderen. Meist waren es Personen, die man nicht mochte, denen man etwas nicht gönnte oder die einem einfach nur im Weg standen. Niemand überprüfte den Wahrheitsgehalt.
Die "Wahrheit" der Beklagten bekam man letztendlich immer, dank einer ausgereiften grausamen Art und Weise, an Geständnisse herauszubekommen. Die Foltermethoden führten fast immer zum Ziel, denn unter den wahnsinnigen Schmerzen, denen die Angeklagten ausgesetzt waren, hielten nicht viele stand und gaben so zu Protokoll, was man hören wollte.
Hermann Löher, der im hohen Alter die Geschehnisse aufgeschrieben hatte, hatte während der ersten Hexenprozesse vor 5 Jahren versucht, sich mit Geld freizukaufen, so dass er und seine Familie unantastbar bleiben sollten.
Vehement versuchte er, die Repressalien, denen die Angeklagten ausgesetzt wurden, zu verhindern, bis er einmal zu oft widersprochen hatte.
Es ist eine furchtbare Zeit, in die mich die Autorin Petra Schier wieder hat eintauchen lassen. Aber es ist ein Teil der deutschen Geschichte und mit der sollte man sich beschäftigen, um Bescheid zu wissen.
Sie hat diese Zeit lebendig werden lassen, so, dass man sich als Leser in die Zeit zurückgesetzt fühlte und man den Verdacht hatte, man erlebt es live mit.
Die aufgezeigten Grausamkeiten haben mich betroffen gemacht, ebenso die Art und Weise, wie man mit den Angeklagten umgegangen ist und vor allem, wie man das Recht beugen kann.
Ein Buch, das noch ein Weilchen in mir nachhallen wird und nachdenklich macht.
Für Liebhaber von historischen Romanen ist dieses Buch eine absolutes MUSS.
Sabrina Schneider
5/5
16.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Erschütterndes historisches Werk in Deutschland. Hexenverbrennung aus anderer Sichtweise
Dieses Buch machte mich ein bisschen sprachlos und hat erstmal sacken müssen.
Petra hat uns hier mit dem Hexenschöffen ein sehr einprägsames historisch wertvolles Werk geschrieben.
Der Schreibstil ist nicht einfach zu lesen da ich ihn sehr komplex fand aber trotzdem gut nachvollziehbar war.
Die Ausdrucksweise ist sehr authentisch und daher sehr bedrückend aber für das Buch in positiver Weise zu verstehen.
Dieses Buch beleuchtet die wahre Geschichte der Hexenverbrennung in Rheinbach 1630er und fühlte sich für mich sehr gut recherchiert an.
Die Charaktere gab es wirklich, denn es beruht auf wahren Begebenheiten. Diese wurden sehr interessant gestaltet und herausgearbeitet.
Die Handlung hat für mich einen sehr spannenden historischen Hintergrund und konnte mich gut fesseln.
Das Nachwort und Petras eigene Initiative waren für mich sehr passend festgehalten und gaben mir daher nochmal eine andere Sichtweise auf diesen Roman.
Bei mir wirkt dieses Buch noch nach und hat bleibenden Eindruck hinterlassen.
Ich verzeihe der Autorin alle künstlerischen Freiheiten und Ergänzungen die das Werk spannend und sehr farbig gestaltet haben es ist so genau richtig.
Das tolle Cover macht das Buch interessant und man mag es gern anschauen.
Von mir gibt es 5 brennende Sterne dafür!
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