Eudaimonia und der Kampf um Anerkennung: Eine Frage der Gerechtigkeit

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Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

08.06.2015

Verlag

Bachelor + Master Publishing

Seitenzahl

40

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

08.06.2015

Verlag

Bachelor + Master Publishing

Seitenzahl

40

Maße (L/B/H)

22/15,5/0,3 cm

Gewicht

80 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95820-278-8

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Textprobe:
Kapitel 1.2, Die Rolle der gerechten Verfassung der Gemeinschaft:
Eine gerecht verfasste Gemeinschaft ist die Bedingung für dauerhaftes Glück. Verfassung meint bei Aristoteles die Form und Konstitution einer Gemeinschaft (koinonia) bzw. eines Staates (polis). Wenn ein gutes Leben, also ein tugendgemäßes und selbstbestimmtes Leben, auf Dauer verwirklicht werden soll, dann darf die Form der Gemeinschaft nicht in einem Widerspruch zu diesem Leben stehen, d.h. sie muss gerecht verfasst sein. Denn die Gerechtigkeit, das Recht und die Rechtsprechung haben gerade die Funktion, das gute Leben des (aller Einzelnen) Einzelnen in der Gemeinschaft aufzuheben und institutionell abzusichern. Hier wird klar, dass, wenn der Gerechtigkeitsbegriff in irgendeiner Weise mangelhaft oder verkürzt ist, sich dies auf das geltende Recht und die Rechtsprechung auswirkt, weil die Praxen der Rechtsprechung mittelbar vom Begriff der jeweils geltenden Rechtstheorie abhängen.
In seiner Schrift Politik beschreibt Aristoteles den Menschen als ein Gemeinschaften bildendes Lebewesen, der Mensch ist das zoon politikon 1, also das soziale bzw. politische Tier. Die beste und höchst entwickelte Staats- oder Gemeinschaftsform ist für Aristoteles der Polis-Staat, dieser hat nämlich das Endziel völliger Selbstgenügsamkeit (autarkeia) erreicht2 und somit einen stabilen und alle Bedürfnisse der Menschen befriedigenden und harmonisierenden Zustand erlangt, der freilich weiterhin gegen einen Verfall seiner Form erhalten werden muss.
In folgendem Zitat wird noch einmal unterstrichen, wie der Mensch wesentlich auf die politische Gemeinschaft angewiesen ist: Denn wenn eben jeder Einzelne für sich nicht sich selber genügend ist, so verhält er sich zum Staat geradeso wie die Teile eines Ganzen zu diesem letzteren, wenn er aber andererseits überhaupt nicht an einer Gemeinschaft sich zu beteiligen vermag oder dessen durchaus nicht bedarf wegen seiner Selbstgenügsamkeit, so ist er freilich kein Teil des Staates, aber eben damit entweder ein Tier oder ein Gott. (Aristoteles, Politik, S. 47-48).
Die Rolle der gerechten Verfassung und des Gesetzes (nomos) beschreibt Aristoteles als enorm wichtig, da der Mensch ohne die Regeln der Gemeinschaft und die Schranken des Gesetztes dem Potential nach das gefährdetste und grausamste Wesen sein kann, wenn er nämlich ungehindert und ohne Vernunft seinen Trieben und Lüsten nachgeht und verfällt. Der Mensch entfaltet seine Tugenden, deren Verwirklichung das gute Leben und das Glück (Eudaimonia) zur Folge hat, nur in einer gerechten Gemeinschaft, welche den Menschen so erst als zoon politikon vollendet (Vgl. Politik, S.48).
Es wird im folgenden Kapitel nach dem Zusammenhang von Eudaimonia und politischer Stabilität gefragt.
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