Kurt Heynicke (1891–1985). Ein Dichter aus Schlesien zwischen Revolte und Opportunismus Eine rezeptionsgeschichtliche Studie
-
- Deutsch ausgewählt
32,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
02.03.2015
Verlag
Neisse VerlagSeitenzahl
488
Maße (B/H)
15,5/22 cm
Gewicht
686 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-86276-152-4
Kurt Heynicke verlebte eine kurze Kindheit in Liegnitz. Sie war geprägt durch Entbehrungen und den frühen Tod der Mutter. Seine beiden jüngeren Brüder starben noch im Säuglingsalter. Die äußerst bescheidenen Verhältnisse bewogen seinen Vater dazu, aus Schlesien über Umwege nach Berlin auszuwandern. Heynicke, der noch nicht einmal eine Mittelschule besucht hatte, befaßte sich autodidaktisch mit Literatur. Das Schlüsselerlebnis wurde für den Gedichte schreibenden Versicherungsbeamten der Erste Weltkrieg, den er als Sanitäter miterlebte. 1919, mit knapp dreißig Jahren, erhielt Heynicke den Kleist-Preis verliehen, den wichtigsten Preis für junge Literaten.
Zwölf seiner Gedichte wurden von Kurt Pinthus in die expressionistische Anthologie „Menschheitsdämmerung“ aufgenommen. Sie erschien zuerst 1919 in einem Kleinverlag, 1920 dann bei Rowohlt. Als Schriftsteller erfreute Heynicke sich daraufhin großer Beliebtheit. Der Durchbruch brachte ihm Popularität.
Seinen künstlerischen Tiefpunkt erreichte er in der Zeit des Nationalsozialismus. Mit zwei Thingspielen folgte Heynicke den ideologischen Erwartungen des Regimes. Mitten im Zweiten Weltkrieg zog er sich nach Merzhausen bei Freiburg im Breisgau zurück. Dort lebte er sich gut ein und fristete mit den Erträgen aus belangloser Populärliteratur ein bescheidenes Dasein.
Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg brachte ihm finanzielle Schwierigkeiten und zeigte die Unfähigkeit des Dichters, an seine Erfolge aus der Zeit der Weimarer Republik anzuknüpfen und eine eigene Poetik zu erarbeiten. Heynicke bewegte sich in verschiedenen literarischen Gattungen. Im hohen Alter kehrte er zur Lyrik zurück und verfaßte seine besten Gedichte. Doch mit der Insolvenz des Verlages, der die Gesamtausgabe seiner Gedichte veröffentlicht hatte, scheiterte auch Heynickes Bestreben, als Lyriker wieder ein Lesepublikum zu erreichen.
Der Kleist-Preisträger wehrte sich erfolglos gegen seinen Ruf als letzter lebender Expressionist. Heynicke fühlte sich in einem „Museum namens Expressionismus“ eingeschlossen, ja bereits mumifiziert, und mußte zusehen, wie er immer mehr in Vergessenheit geriet.
Otto Brües schrieb zum sechzigsten Geburtstag Heynickes über seine Lyrik: „Kaum anzunehmen, daß der innere Gehalt echter Lyrik sich jemals wandelt, es wandeln sich nur Erscheinungsformen dessen, was zur Verzückung hinreißt, und so singt Heynicke das Lob der Landschaften, der Frauen und Gottes. Zumal diese Verse gleichen blitzenden Lichtfiguren auf der Schusterkugel Jakob Böhmes.“
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben und erhalten Sie dafür eine Thalia Geschenkkarte.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice