Stephan Wackwitz erzählt das Leben seiner Mutter, wie es war und wie es hätte sein können - mit Warmherzigkeit und Einfühlung, mit Intelligenz und Genauigkeit. Hineingeboren in eine schwäbische Industriellenfamilie in Esslingen am Neckar, flieht die 1920 geborene Margot vor dem autoritären Vater ans Berliner Lettehaus, wo sie das Modezeichnen erlernt. Aber trotz frühen künstlerischen Erfolgen und einer Amerikareise gelingt es ihr im Wirtschaftswunder-Deutschland nicht, aus ihrer Begabung mehr zu machen als das Hobby einer Ehefrau und Mutter in der deutschen Provinz. Das 20. Jahrhundert hat Frauen wie ihr alle Möglichkeiten eröffnet - und sofort wieder verschlossen.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Odilie Pressberger
aus Regensburg (Donau EKZ)
5/5
14.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Privateste Erinnerungen mit 70 Jahren deutscher Geschichte verknüpft.
Das gelingt Stephan Wackwitz wieder vortrefflich: er verknüpft die Geschichte seiner Mutter (1920 - 1990) erzählt anhand ihrer Zeichnungen, mit 70 Jahren deutscher Geschichte. Er durchleuchtet sein Sujet, seine (und ihre) Erinnerungen auf historischer, soziologischer und psychoanalytischer Ebene. Er nimmt uns mit bei allen Assoziationen, Gedankengängen und Schlussfolgerungen. Diese Technik hat er schon in seinem Buch "Ein unsichtbares Land" angewandt. Und wieder bin ich beeindruckt, wie überzeugend er Privatestes mit Allgemeinem verknüpft. Wenn Sie beim Lesen gerne intellektuell gefordert werden möchten, werden Sie von diesem Buch begeistert sein !! Und vielleicht ähnlich über Ihre Eltern nachdenken?
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