September 1915. Auf den Schlachtfeldern Europas tobt der Erste Weltkrieg, als in einem kleinen norddeutschen Dorf das Mädchen Marie Sophia Hoffstede zur Welt kommt. In den ärmlichen Verhältnissen, in die sie hineingeboren wird, muss Marie als Zweitälteste von zehn Geschwistern schon früh Verantwortung übernehmen, bevor sie sich nach einer viel zu kurzen Schulzeit als Magd bei einem Großbauern verdingt. Heimlich schreibt Marie Gedichte. Doch für ihre große Begabung ist in diesem harten Leben kein Platz, schon gar nicht, als sie selbst Mutter wird und als Bäuerin auf einer kleinen Siedlerstelle eine achtköpfige Familie zu versorgen hat. Es sollen vier weitere Jahrzehnte vergehen, bis Marie, zum größten Befremden ihrer erwachsenen Kinder und der Dorfgemeinschaft, einen Entschluss fasst ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
orfe1975
5/5
10.04.2016
Buch (Taschenbuch)
Das bewegte Leben der Marie Hoffstede
Cover:
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Das Cover mit den strahlenden Blautönen der Kornblumen leuchtet einem direkt entgegen und man möchte den Strauß am liebsten direkt greifen. Es ist ein echter Eyecatcher trotz seiner Schlichtheit. Zusammen mit dem blau farbigen Titel vermittelt wirkt es zwar schlicht, aber passend zum beschriebenen Inhalt und macht neugierig auf die Geschichte.
Inhalt:
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Beschrieben wird das Leben der Marie Sophia Hoffstede, ein Mädchen, das in einem kleinen Dorf in Norddeutschland Ende des ersten Weltkrieges zur Welt kommt. Als Tochter eines Bauern und eine von vielen Geschwistern bleibt ihr kaum die Wahl, ihrer Neigung zu Büchern und Dichtung auszuleben. Harte Arbeit auf Bauernhöfen und Gründung einer Familie sind für sie als selbstverständlich vorgesehen. Erst nach vielen Jahren ist die Zeit für sie gekommen, sie fasst einen Entschluss, der in der damaligen Zeit zunächst Empörung und Unverständnis in ihrem familiären Umfeld entfacht. Doch sie geht ihren Weg und lebt ein zweites Mal auf.
Mein Eindruck:
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Mir hat von vorneherein die klare Struktur des Romans sehr gut gefallen: zu Beginn steht dick die Jahreszahl, sodass man sich gleich zeitmäßig orientieren kann. Darüber rechts in einer Ecke steht immer ein Vers in drei Zeilen als "Appetizer" mit einem zum Kapitel passenden Natureindruck. Eingangstext eines jeden Kapitels ist immer die Beschreibung eines Fotos von Marie und anschließend folgt dann wie ein Heranzoomen die Geschichte hinter dem Bild. Bei der Fotobeschreibung musste ich automatisch an die Blindensprache im TV denken, bei dem auch alles so deutlich beschrieben wird, bis ins kleinste Detail. Als Leser fühlt man sich dadurch sofort vertraut mit Marie und hat den Eindruck, rückblickend ihr Familienalbum durchzublättern.
Interessant ist auch der Erzählstil der Handlung. Die Geschichte Maries wird eingerahmt von einem Prolog und einem Epilog, bei der der Leser direkt an Maries Gedanken teilhat und die beide in der Gegenwartsform geschrieben sind. Dagegen wird das Leben, auf das sie zurückblickt, passenderweise im Vergangenheitsstil und abwechselnd aus Sicht verschiedener anderer Personen wie z. B. ihrer Mutter, ihres Stiefvaters, ihrer Tochter etc. und nur ab und zu aus ihren Gedanken heraus erzählt. Dies gepaart mit der Tatsache dass die Geschichte nicht streng chronologisch, sondern mit ein paar Zeitsprüngen aufwartet, führten zu einem angenehmen Spannungsaufbau im Buch. Der erste Zeitsprung (in die Zukunft) kam unerwartet, da man diese Erzählweise nicht gewohnt ist, aber es machte neugierig, wie es wohl dazu gekommen ist. Die Orientierung wurde stets durch die Jahreszahlen gewährleistet und so las sich das Buch spannend bis zum Schluss. Die Autorin versteht es auch sehr gut, die Vergangenheit in ihren Details sehr gut zum Leben zu erwecken. Zum einen beschreibt sie die Orte und Landschaften sehr intensiv, dass man sich umgehend in das Szenario hineinversetzt fühlt. Zum anderen schafft sie es auch den Zeitgeist sehr gut und nachvollziehbar einzufangen mithilfe ihrer realistisch wirkenden Charaktere und ihre detaillierten Beschreibungen. Ich hatte das Gefühl, die Biographie einer Person vor mir zu haben, die tatsächlich gelebt hat, obwohl die Figur der Marie rein fiktiv ist. Ihr Leben ist stark an das typische Leben eines Mädchens vom Lande zu Zeiten nach dem ersten Weltkrieg angelehnt und doch schafft sie später einen Ausbruch aus dem konventionalen Umfeld und macht Hoffnung und Mut, dass man sein scheinbar vorbestimmtes Leben auch selbst in die Hand nehmen und ändern kann.
Der Roman hat mich gut unterhalten und gleichzeitig sehr bewegt und ich denke, hier werden viele die Geschichte ihrer Mütter oder Großmütter wiederfinden und dadurch ein Stück weit besser nachvollziehen können. Gleichzeitig ist es ein Eintauchen in eine Zeit, das auch nachhaltig für die heutige Zeit eine Botschaft bereithält, über die es sich nachzudenken lohnt: Es ist nie zu spät, sein Leben zu ändern und seinen Traum zu verwirklichen.
Fazit:
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Packend geschriebene Lebensgeschichte einer Bäuerin, die den Mut findet, ihren Traum zu verwirklichen.
orfe1975
5/5
10.04.2016
Buch (Taschenbuch)
Das bewegte Leben der Marie…
Das bewegte Leben der Marie Hoffstede Inhalt: Beschrieben wird das Leben der Marie Sophia Hoffstede, ein Mädchen, das in einem kleinen Dorf in Norddeutschland Ende des ersten Weltkrieges zur Welt kommt. Als Tochter eines Bauern und eine von vielen Geschwistern bleibt ihr kaum die Wahl, ihrer Neigung zu Büchern und Dichtung auszuleben. Harte Arbeit auf Bauernhöfen und Gründung einer Familie sind für sie als selbstverständlich vorgesehen. Erst nach vielen Jahren ist die Zeit für sie gekommen, sie fasst einen Entschluss, der in der damaligen Zeit zunächst Empörung und Unverständnis in ihrem familiären Umfeld entfacht. Doch sie geht ihren Weg und lebt ein zweites Mal auf. Mein Eindruck: Mir hat von vorneherein die klare Struktur des Romans sehr gut gefallen: zu Beginn steht dick die Jahreszahl, sodass man sich gleich zeitmäßig orientieren kann. Darüber rechts in einer Ecke steht immer ein Vers in drei Zeilen als "Appetizer" mit einem zum Kapitel passenden Natureindruck. Eingangstext eines jeden Kapitels ist immer die Beschreibung eines Fotos von Marie und anschließend folgt dann wie ein Heranzoomen die Geschichte hinter dem Bild. Bei der Fotobeschreibung musste ich automatisch an die Blindensprache im TV denken, bei dem auch alles so deutlich beschrieben wird, bis ins kleinste Detail. Als Leser fühlt man sich dadurch sofort vertraut mit Marie und hat den Eindruck, rückblickend ihr Familienalbum durchzublättern. Interessant ist auch der Erzählstil der Handlung. Die Geschichte Maries wird eingerahmt von einem Prolog und einem Epilog, bei der der Leser direkt an Maries Gedanken teilhat und die beide in der Gegenwartsform geschrieben sind. Dagegen wird das Leben, auf das sie zurückblickt, passenderweise im Vergangenheitsstil und abwechselnd aus Sicht verschiedener anderer Personen wie z. B. ihrer Mutter, ihres Stiefvaters, ihrer Tochter etc. und nur ab und zu aus ihren Gedanken heraus erzählt. Dies gepaart mit der Tatsache dass die Geschichte nicht streng chronologisch, sondern mit ein paar Zeitsprüngen aufwartet, führten zu einem angenehmen Spannungsaufbau im Buch. Der erste Zeitsprung (in die Zukunft) kam unerwartet, da man diese Erzählweise nicht gewohnt ist, aber es machte neugierig, wie es wohl dazu gekommen ist. Die Orientierung wurde stets durch die Jahreszahlen gewährleistet und so las sich das Buch spannend bis zum Schluss. Die Autorin versteht es auch sehr gut, die Vergangenheit in ihren Details sehr gut zum Leben zu erwecken. Zum einen beschreibt sie die Orte und Landschaften sehr intensiv, dass man sich umgehend in das Szenario hineinversetzt fühlt. Zum anderen schafft sie es auch den Zeitgeist sehr gut und nachvollziehbar einzufangen mithilfe ihrer realistisch wirkenden Charaktere und ihre detaillierten Beschreibungen. Ich hatte das Gefühl, die Biographie einer Person vor mir zu haben, die tatsächlich gelebt hat, obwohl die Figur der Marie rein fiktiv ist. Ihr Leben ist stark an das typische Leben eines Mädchens vom Lande zu Zeiten nach dem ersten Weltkrieg angelehnt und doch schafft sie später einen Ausbruch aus dem konventionalen Umfeld und macht Hoffnung und Mut, dass man sein scheinbar vorbestimmtes Leben auch selbst in die Hand nehmen und ändern kann. Der Roman hat mich gut unterhalten und gleichzeitig sehr bewegt und ich denke, hier werden viele die Geschichte ihrer Mütter oder Großmütter wiederfinden und dadurch ein Stück weit besser nachvollziehen können. Gleichzeitig ist es ein Eintauchen in eine Zeit, das auch nachhaltig für die heutige Zeit eine Botschaft bereithält, über die es sich nachzudenken lohnt: Es ist nie zu spät, sein Leben zu ändern und seinen Traum zu verwirklichen. Fazit: Packend geschriebene Lebensgeschichte einer Bäuerin, die den Mut findet, ihren Traum zu verwirklichen.
Yari
5/5
08.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Wunderbare und berührende Lebensgeschichte einer starken Frau
Im September 1915 wütet der 1. Weltkrieg, als in einem kleinen Dorf in Norddeutschland die kleine Marie Sophia Hoffstede zur Welt kommt. In ärmliche Verhältnisse hineingeboren, muss Marie als das zweitälteste von zehn Geschwistern schon früh Verantwortung übernehmen.
Nach der viel zu kurzen Schulzeit, arbeitet sie bei einem Großbauern als Magd. Dies ist keine leichte Arbeit, und Marie schreibt in der knapp bemessenen Freizeit Gedichte. Dies ist ihre große Begabung, doch auch in den kommenden Jahren bleibt dafür kaum Zeit, denn als Mutter und Bäuerin hat sie Familie und Hof zu versorgen.
Erst als mehr als vier Jahrzehnte vergangen sind, fasst Marie einen Entschluss, der sie befreit, und ihre erwachsenen Kindern und die Dorfgemeinschaft voller Befremden zurücklässt.
"Zeit der Kornblumen" erzählt in einer wunderschönen und bildhaften Sprache vom Leben der Marie Hoffstede, einer starken, mutigen und fleißigen Frau, die ihre Bedürfnisse zurückstellt, und erst im mittleren Lebensalter ihre Leidenschaft ausleben darf.
Man lernt Marie als alte Dame, in einem Seniorenheim lebend, kennen, als sie alte Fotoalben anschaut und auf ihr Leben zurückblickt.
Die Kapitel, die von Maries Leben erzählen sind in der Chronologie durchbrochen, gerade so wie Marie sich an verschiedene Stationen ihres Lebens erinnert. Sehr schön ist, dass jedem Kapitel eine Beschreibung einer Fotografie vorangestellt ist, sei es Marie mit ihrer Freundin oder auch später Marie mit iher Familie.
Marie hatte wahrlich kein leichtes Leben als Halbwaise, da ihr Vater im 1. Weltkrieg gefallen ist. Obwohl der Stiefvater, ein Bauer, sie und ihrer Geschwister herzlich aufnimmt, merkt man schon früh, dass Marie eine andere Bestimmung hat. Sie liebt Bücher und Gedichte über alles, und so schreibt sie auch während ihrer Dienstzeit als Magd selbst Gedichte.
Doch pflichtbewusst und gewissenhaft wie Marie ist, bleibt das ihre geheime Leidenschaft, stehen doch Familie und Hof für sie an erster Stelle.
Deswegen finde ich es so wundervoll und berührend, dass sie als Mitfünfzigerin nach dem Tod ihres Mannes noch einmal einen Neuanfang wagt, und das alte Leben hinter sich lässt.
"Zeit der Kornblumen" hat mir auch deswegen so gut gefallen, weil er deutlich macht, wie beschwerlich früher das Leben war, und dass Mädchen der höhere Bildungsweg verwehrt war, und sie ihr Leben nicht selbstbestimmt leben konnten.
Dieser Roman hat mir sehr schöne und intensive Lesestunden beschert, da man sowohl von den schönen Erinnerungen in Maries Leben erfuhr, aber auch von den Schicksalsschlägen.
Für diese wunderschöne und beeindruckende Lebensgeschichte vergebe ich fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
Lese gerne
5/5
08.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Zeit der Kornblumen - Abschnitte des Lebens mit Fotos erzählt
Marie Hoffstede wird im Jahr 1915 in Norddeutschland geboren. Ihre Eltern bewirtschaften einen Bauernhof. Marie ist von zehn Kindern das zweitälteste und wird kurz nach der Schulzeit als Magd bei einem Großbauern arbeiten. Als sie ein paar Jahre später ihren zukünftigen Mann Johannes kennenlernen wird, wird sie zusammen mit ihm auf den Hof seiner Eltern ziehen. Sie bekommt sechs Kinder und ihr Leben ist von vorherein geprägt. Bis sie im mittleren Altern einen Entschluss fast...
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Das Buch beginnt, wie Marie im hohen Alter ein Fotoalbum durchblättert und sich an verschiedene Stationen ihres Lebens erinnert. Schöne, lustige, traurige aber auch herzliche Momente. Jedes Kapitel wird mit der Beschreibung eines Fotos eingeleitet. Es wird beschrieben was bzw. welche Personen auf dem Foto zu sehen sind und wie es entstanden ist. Dazu auch die Jahreszahl von der das Kapitel dann nach der Beschreibung des Fotos handeln wird. Die Geschichte wird nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt sondern so wie sich Marie gerade an die Bilder erinnert. Marie wurde in eine zwölfköpfige Bauernfamilie hineingeboren. Ihr Vater kam vom ersten Weltkrieg nicht mehr zurück und die Mutter wird ein zweites Mal heiraten. Der Stiefvater ist den älteren Geschwistern aus der ersten Ehe der Mutter gegenüber sehr herzlich. Doch Maries Leben ist schon vorbestimmt. Sie liest gerne und ist sehr an Literatur interessiert. Selbst verfasst sie bei jeder Gelegenheit Gedichte. Doch sie wird nie über ein Leben im Dorf auf einen Bauernhof hinauskommen.
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Die Geschichte zeigt uns, wie viele Möglichkeiten uns heutzutage offen stehen, die es für Menschen vor 100 Jahren nicht gab. Ein Mädchen kam nie über die gewöhnliche Schulbildung hinaus, die oft zu kurz war. Es war bestimmt, dass sie bald heiratet und selbst eine Großfamilie mit mindestens fünf oder sechs Kindern bekommt. Wer vom Hof kam heiratete auch wieder bei einem Hof ein und wurde Bäuerin. Keiner wurde gefragt ob diese Lebensweise seinen Vorstellungen vom Leben entspricht. Marie hätte so gerne ein anderes Leben geführt doch diese Möglichkeit war ihr einfach nicht gegönnt.
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Mit hat das Buch sehr gut gefallen. Bei manchen Szenen wurde ich auch ein bißchen traurig, da auch Marie - wie so oft im Leben - nicht von Schicksalsschlägen verschont blieb. Gerade die nicht chronologische Reihenfolge der verschiedenen Kapiteln verleiht dem Buch das gewisse Etwas und macht es zu etwas Besonderem.
MsChili
4/5
06.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Eine Lebensgeschichte
Mir gefällt das einfach gehaltene Cover gut und der Klappentext macht neugierig. Die Schriftgröße ist angenehm zu lesen und mit 220 Seiten ist es auch nicht zu dick. Der Schreibstil der Autorin Margarete Bertschik ist flüssig und zu lesen.
Hatte eine andere Vorstellung von der Geschichte, da man meint, man geht mit der Hauptprotagonistin Marie von Jahr zu Jahr. Die Autorin hat es aber viel besser umgesetzt!
Durch Fotobeschreibungen und kleine Gedichte wird man an die Zeit bzw. das Kapitel hingeführt, und man reist quer durch die Zeiten! Durch diese Einführungen kommt man auch nicht durcheinander, mir persönlich hat es Lust auf mehr gemacht!
Man beginnt mit der Gegenwart und kann Marie sozusagen über die Schulter schauen, wie sie an ihf Leben zurück denkt und dabei ein altes Fotoalbum durchblättert.
Man durchlebt gemeinsam das vergangene Leben, die harten Zeiten und kann richtig mitfühlen. Teils hätte ich sogar gerne noch mehr erfahren.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.
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