Das Leben im Grabe Edition Romiosini/Belletristik
26,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Paperback
Erscheinungsdatum
04.01.2016
Verlag
Edition RomiosiniSeitenzahl
466
Maße (L/B/H)
2,8/14/20,7 cm
Gewicht
636 g
Auflage
9. Auflage
Originaltitel
Η ζωή εν τάφω / I zoi en tafoÜbersetzt von
Ulf-Dieter Klemm
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-946142-07-2
Myrivilis veröffentlichte schon früh eine Reihe von Erzählungen (Rote Geschichten, 1915) und 1924 in einer ersten Ausgabe (in Mytilene) Das Leben im Grabe; mit diesem Buch wurde der Verfasser zum ersten Prosaschriftsteller seiner Generation.
Das Leben im Grabe ist ein Kriegsroman, der aus demselben humanistischen Pazifismus heraus entstand wie zur gleichen Zeit die entsprechenden Werke von Remarque und Dorgelès. In diesem ersten wesentlichen Werk erscheint uns Myrivilis bereits als gereifter Prosaschriftsteller mit einem außerordentlichen erzählerischen Talent. Er stellt eine Menge von Personen und Ereignissen zu einem breiten, epischen Gemälde zusammen, während er gleichzeitig einen drastischen Realismus mit zarteren, lyrischen Tönen zu verbinden weiß.
1933 verfasste er seinen zweiten Roman Die Lehrerin mit den goldenen Augen; der Held des Romans kehrt nach dem Krieg nach Mytilene zurück und wird von zwiespältigen Gefühlen gequält: auf der einen Seite das Andenken an seinen gefallenen Freund, auf der anderen die Liebe, die er für dessen Witwe empfindet. Myrivilis setzte seine literarische Produktion mit einer Reihe von Erzählungen fort, die er später in Büchern sammelte, von denen jedes nach einer besonderen Farbe benannt wurde. Seine erzählerische Kraft zeigt sich in diesen, in einem engeren Rahmen zusammengefassten Geschichten in ihrer ganzen Dynamik, der Stil ist stets elegant, die Ausdrucksweise lebhaft. Eine der besten Erzählungen des Blauen Buches, Vasilis Arvanitis überarbeitete er besonders sorgfältig und veröffentlichte sie in einer gesonderten Ausgabe (1943). Es ist die Geschichte eines Mannes aus dem Volk, voller Schönheit und Lebensfreude und gleichzeitig voller Kühnheit und Freiheitsdrang, eines außergewöhnlichen Menschen, der die gesellschaftlichen Konventionen verachtet und sich nur auf seine Kraft verlässt – der jedoch die Grenzen überschreitet und mit seiner »Hybris« in der Katastrophe endet.
Gleichzeitig arbeitete Myrivilis aber auch an dem Roman, den er mit einiger Verspätung im Jahre 1949 veröffentlichte, Die Madonna mit dem Fischleib. Es ist die Geschichte einiger Flüchtlinge aus Kleinasien, die sich auf Mytilene in einem kleinen Dorf am Meer niederlassen. Aber der Krieg und die Flucht stehen hier nicht im Mittelpunkt des Romans; Absicht des Verfassers ist es vielmehr, das Zusammenleben dieser einfachen Inselbewohner und Fischer wiederzugeben. Der Grundton des Romans ist Wärme, Lebendigkeit des täglichen Lebens, Erde und Meer, die das Wesentliche dieser einfachen Menschen ausmachen und überdies, als ein merkwürdiges Symbol, die Kirche mit der unwahrscheinlichen Ikone der »Madonna mit dem Fischleib«, der Gottesmutter, die wie eine Gorgo, jenes rätselhafte Wesen der griechischen Volksmythologie, halb Frau und halb Fisch, gemalt ist.
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