Produktbild: Über Anmut und Würde / Kallias oder über die Schönheit

Über Anmut und Würde / Kallias oder über die Schönheit

16,80 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

16.05.2016

Verlag

Hofenberg

Seitenzahl

92

Maße (L/B/H)

22,6/16/1,3 cm

Gewicht

307 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8430-5160-6

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Erscheinungsdatum

16.05.2016

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Hofenberg

Seitenzahl

92

Maße (L/B/H)

22,6/16/1,3 cm

Gewicht

307 g

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Deutsch

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978-3-8430-5160-6

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Jérôme Wiedenhaupt

Thalia Hildesheim

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5/5

Auch das Schöne muss sterben.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Vor den Werken Immanuel Kants lange Zeit eine große Ehrfurcht hegend, begann Schiller 1791 schließlich doch einen Blick in die Kritik der Urteilskraft zu werfen, die den Grundstein für sein philosophisches Erweckungserlebnis legen sollte. Aus einer anfänglichen Neugierde, entstand ein immer intensiveres Studium, das selbst vor der Kritik der reinen Vernunft nicht Halt machte. Schiller, der spürte, dass seine Zeit sich dem Ende näherte, fasste in sich das Vorhaben, seine künftige Zeit dem Ästhetischen zu widmen, da er an diesem Ort glaubte, die Luft der Ewigkeit noch eine Weile atmen zu können. Eineinhalb Jahre sollten noch vergehen, bis er an seinen Freund Körner schreiben sollte: „ Über die Natur des Schönen ist mir viel Licht aufgegangen, so dass ich dich für meine Theorie zu erobern glaube“. So aufschlussreich für ihn die Kantlektüre auch war, so hinterließ sie doch einen faden Beigeschmack bei Schiller. Er wollte nicht, so wie der Königsberger Philosoph sich mit der Tatsache zufrieden geben, dass sich kein objektives Prinzip finden ließe, das als Maßstab für die Frage, was schön sei gelten könnte und entwickelte einen Gegenentwurf, dessen Ausarbeitung uns hier in Form eines Fragment gebliebenen Briefdialoges vorliegt. Kants Ästhetik befasst sich nicht mit der Analyse schöner Gegenstände, sondern sie verbleibt, wie schon in seinen bisherigen Kritiken im Bereich des Transzendentalen, also lediglich bei den Bedingungen, die das Schöne erkennen lassen. Er fragt nach der Beschaffenheit und dem zugrunde liegenden Erkenntnisprozess eines Geschmacksurteiles. Es stellt sich jedoch dann die Frage, worin sich eigentlich die Ästhetik von der Erkenntnistheorie unterscheidet. Was unterscheidet ein Geschmacksurteil von einem Erkenntnisurteil? Das Erkenntnisurteil zeichnet sich Kant zufolge dadurch aus, dass ein vorgestellter Gegenstand durch den Verstand klar und begrifflich erfasst wird. Ich sehe einen Baum und subsumiere diesen eben unter einen klaren Begriff. Anders beim Geschmacksurteil, bei dem die Einbildungskraft den Gegenstand nicht klar greifen kann, sondern von diesem in ein Spiel des Abtastens versetzt wird, das den Verstand zwar sehr viel denken lässt, ihn jedoch keinen klaren Begriff zu bilden erlaubt. Dadurch das diese Erkenntnis, als harmonisches Wechselspiel zwischen Verstand und Einbildungskraft auf keine Begriffe gebracht werden muss, sich aber dennoch eine Erkenntnis bildet, nämlich eine Ästhetische, sieht Kant auf diese Weise das menschliche Erkenntnisvermögen erweitert. In diesen subjektiven Gefilden, wollte sich Schiller jedoch nicht recht wohl fühlen und probierte daher die Perspektive vom wahrnehmenden Subjekt, auf das wahrgenommene Objekt hin zu ändern. Denn um das objektive Prinzip finden zu können, kommt er nicht daran vorbei, die Erfahrung miteinzubeziehen und fragt sich daher, welche Qualitäten einen schönen Gegenstand eigentlich auszeichnen. Schiller stimmt mit Kant dahingehend überein, dass das Erlebnis des Schönen einen subjektiven Vorgang in uns auslöst und Kant hingegen glaubt an die Wirklichkeit schöner Gegenstände, da sie überhaupt erst den Prozess in uns auslösen. Blicken wir nun gemeinsam mit Schiller in die Welt der Gegenstände. Ich erblicke vor mir eine schöne, rote Rose und sehe mich dazu geneigt, diese als schön zu qualifizieren. Warum? Schillers Schönheitsdefinition zufolge ist Schönheit Freiheit in der Erscheinung. Diese Freiheit liegt dann vor, wenn der entsprechende Gegenstand aus sich heraus frei erscheint und keine Fremdbestimmung aufweist. Der schöne Gegenstand darf den reflektierenden Verstand nicht dazu veranlassen einen Grund oder ein Prinzip ausfindig zu machen, welches diesem zugrunde läge, sondern soll nur auf seine sich selbst erklärende Form aufmerksam machen. Jeder Gegenstand sieht sich von einem bestimmten Stoff/Masseverhältnis geprägt, dessen Beziehung ausschlaggebend für unser Schönheitsempfinden ist. Die richtige Relation für einen schönen Gegenstand liegt dann vor, wenn die Form die Masse beherrscht. Schiller vergleicht hierfür ein Pferd mit einer Ente. So besitze das Pferd zwar eine größere Masse wie eine Ente, dennoch erscheine uns das Pferd leichter: „ weil sich die lebendigen Kräfte zur Masse bei beiden ganz verschieden verhalten“, so Schiller. Bei der Ente beherrscht der Stoff die Form, wodurch sie uns schwerfällig erscheint und beim Pferd ist es die Kraft der Form, die die Masse zu beherrschen vermag, wodurch sie uns anmutig und grazil erscheint. Die Rose, so könnte man mit Schiller sagen, wäre daher schön, da ihre Masse auf wunderbare Weise sich freiwillig der formgebenden Kraft unterwirft. Alles scheint sich absichtslos hervorzubringen, ohne das ein Teil den anderen in seiner Freiheit beschränken würde. Folgen wir Schiller weiter in seine ästhetische Welt, um ein Weltverhältnis kennenzulernen, dass die Dinge anders zu betrachten versteht. In dieser Welt: „ feiert die Freiheit ihr Fest“, so der Schillerbiograph Rüdiger Safranski. Wir werden in dieser angehalten, die Dinge so zu sehen, wie sie sich selber darstellen und folgen damit einer Devise, die gewisse Ähnlichkeiten zu der 100 Jahre später aufkommenden Maxime der Phänomenologie „ Zurück zu den Sachen selbst“ aufweist. In der Abhandlung „ Über Anmut und Würde“, die Schiller nur wenige Monate später in der Zeitschrift „Neue Thalia“ veröffentlichte, wird sich Schiller der berühmten Konzeption der schönen Seele widmen und damit die moralischen Konsequenzen aus seiner Ästhetik ziehen. Im Gegensatz zur fixen Schönheit, die bloß naturgegen und unabhängig vom eigenen Willen sei, hänge Anmut von der Person und dessen bewegender Seele ab, so Schiller. So mag die Schönheit, die eine Frau als Talent naturgemäß erhalten habe, Wohlgefallen und Bewunderung erregen, ohne die Zugabe der eigens hervorgebrachten Anmut, jedoch nicht hinreißend wirken können. Das Besondere am Wesen der Anmut, als einer beweglichen Schönheit, ist, dass selbst nicht schöne Gegenstände von ihr berührt und dadurch an Schönheit gewinnen können. Da Anmut nur durch den eigenen Willen erzeugt werden kann und damit einem Akt der Freiheit entspringt, verortet Schiller den Begriff der Schönheit, sowohl in der Natur, als auch im intelligiblen. Während Schiller die Anmut, als einen bewusst hervorgebrachten Akt auffasste, sah Heinrich von Kleist in ihr eher eine natürliche, nicht bewusste Handlung, wenn er in seinem Aufsatz über das Marionettentheater schreibt: „Wir sehen, dass in dem Maße, als, in der organischen Welt, die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie, darin immer strahlender und herrschender hervortritt.“ Demnach trübt das Bewusstsein also die Anmut, was sie, wenn sie gezielt erzeugt werden sollte kokett und damit gefallsüchtig erscheinen ließe. Damit wäre sie jedoch nicht mehr schön im schillerschen Sinne, da die eigene Freiheit dann einen unnatürlichen Effekt erzielen würde. Ergänzt wird der Begriff der Anmut im Folgenden durch den Terminus der Würde, der „Ausdruck einer erhabenen Gesinnung“ sei, so Schiller. Beide Komponenten in Einklang zu bringen und damit ein harmonisches Ganzes zu vollbringen, stelle ein erstrebenswertes Ideal dar, von dem Schiller selber jedoch wusste, dass dieses sich in Anbetracht einer den Menschen unentwegt überwältigenden Natur nicht in Gänze erreicht werden könnte. Schiller, der der Lebensmaxime folgte, nach der sich der Geist den Körper baue, musste sich dann doch seinen Krankheiten beugen. So lässt sich in seinem 1799 entstandenen Gedicht „Nänie“, das mit der Zeile beginnt „Auch das Schöne muss sterben“, dann doch ein melancholischer Unterton in der schillerschen Ästhetik ausmachen. Der große Dichter verstand jedoch die Kunst in Schönheit zu sterben. Die Frage, ob das Geheimnis der Schönheit nun in der Freiheit liegt, oder wie bei Platon in einer unsterblichen und unvergänglichen Idee, möglicherweise aber auch eine Form der Wahrheit ist, die wie beim späteren Hegel, in der Schönheit sogar sinnlich angeschaut werden kann.
  • Jérôme Wiedenhaupt
  • Buchhändler/-in

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5/5

Auch das Schöne muss sterben.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Vor den Werken Immanuel Kants lange Zeit eine große Ehrfurcht hegend, begann Schiller 1791 schließlich doch einen Blick in die Kritik der Urteilskraft zu werfen, die den Grundstein für sein philosophisches Erweckungserlebnis legen sollte. Aus einer anfänglichen Neugierde, entstand ein immer intensiveres Studium, das selbst vor der Kritik der reinen Vernunft nicht Halt machte. Schiller, der spürte, dass seine Zeit sich dem Ende näherte, fasste in sich das Vorhaben, seine künftige Zeit dem Ästhetischen zu widmen, da er an diesem Ort glaubte, die Luft der Ewigkeit noch eine Weile atmen zu können. Eineinhalb Jahre sollten noch vergehen, bis er an seinen Freund Körner schreiben sollte: „ Über die Natur des Schönen ist mir viel Licht aufgegangen, so dass ich dich für meine Theorie zu erobern glaube“. So aufschlussreich für ihn die Kantlektüre auch war, so hinterließ sie doch einen faden Beigeschmack bei Schiller. Er wollte nicht, so wie der Königsberger Philosoph sich mit der Tatsache zufrieden geben, dass sich kein objektives Prinzip finden ließe, das als Maßstab für die Frage, was schön sei gelten könnte und entwickelte einen Gegenentwurf, dessen Ausarbeitung uns hier in Form eines Fragment gebliebenen Briefdialoges vorliegt. Kants Ästhetik befasst sich nicht mit der Analyse schöner Gegenstände, sondern sie verbleibt, wie schon in seinen bisherigen Kritiken im Bereich des Transzendentalen, also lediglich bei den Bedingungen, die das Schöne erkennen lassen. Er fragt nach der Beschaffenheit und dem zugrunde liegenden Erkenntnisprozess eines Geschmacksurteiles. Es stellt sich jedoch dann die Frage, worin sich eigentlich die Ästhetik von der Erkenntnistheorie unterscheidet. Was unterscheidet ein Geschmacksurteil von einem Erkenntnisurteil? Das Erkenntnisurteil zeichnet sich Kant zufolge dadurch aus, dass ein vorgestellter Gegenstand durch den Verstand klar und begrifflich erfasst wird. Ich sehe einen Baum und subsumiere diesen eben unter einen klaren Begriff. Anders beim Geschmacksurteil, bei dem die Einbildungskraft den Gegenstand nicht klar greifen kann, sondern von diesem in ein Spiel des Abtastens versetzt wird, das den Verstand zwar sehr viel denken lässt, ihn jedoch keinen klaren Begriff zu bilden erlaubt. Dadurch das diese Erkenntnis, als harmonisches Wechselspiel zwischen Verstand und Einbildungskraft auf keine Begriffe gebracht werden muss, sich aber dennoch eine Erkenntnis bildet, nämlich eine Ästhetische, sieht Kant auf diese Weise das menschliche Erkenntnisvermögen erweitert. In diesen subjektiven Gefilden, wollte sich Schiller jedoch nicht recht wohl fühlen und probierte daher die Perspektive vom wahrnehmenden Subjekt, auf das wahrgenommene Objekt hin zu ändern. Denn um das objektive Prinzip finden zu können, kommt er nicht daran vorbei, die Erfahrung miteinzubeziehen und fragt sich daher, welche Qualitäten einen schönen Gegenstand eigentlich auszeichnen. Schiller stimmt mit Kant dahingehend überein, dass das Erlebnis des Schönen einen subjektiven Vorgang in uns auslöst und Kant hingegen glaubt an die Wirklichkeit schöner Gegenstände, da sie überhaupt erst den Prozess in uns auslösen. Blicken wir nun gemeinsam mit Schiller in die Welt der Gegenstände. Ich erblicke vor mir eine schöne, rote Rose und sehe mich dazu geneigt, diese als schön zu qualifizieren. Warum? Schillers Schönheitsdefinition zufolge ist Schönheit Freiheit in der Erscheinung. Diese Freiheit liegt dann vor, wenn der entsprechende Gegenstand aus sich heraus frei erscheint und keine Fremdbestimmung aufweist. Der schöne Gegenstand darf den reflektierenden Verstand nicht dazu veranlassen einen Grund oder ein Prinzip ausfindig zu machen, welches diesem zugrunde läge, sondern soll nur auf seine sich selbst erklärende Form aufmerksam machen. Jeder Gegenstand sieht sich von einem bestimmten Stoff/Masseverhältnis geprägt, dessen Beziehung ausschlaggebend für unser Schönheitsempfinden ist. Die richtige Relation für einen schönen Gegenstand liegt dann vor, wenn die Form die Masse beherrscht. Schiller vergleicht hierfür ein Pferd mit einer Ente. So besitze das Pferd zwar eine größere Masse wie eine Ente, dennoch erscheine uns das Pferd leichter: „ weil sich die lebendigen Kräfte zur Masse bei beiden ganz verschieden verhalten“, so Schiller. Bei der Ente beherrscht der Stoff die Form, wodurch sie uns schwerfällig erscheint und beim Pferd ist es die Kraft der Form, die die Masse zu beherrschen vermag, wodurch sie uns anmutig und grazil erscheint. Die Rose, so könnte man mit Schiller sagen, wäre daher schön, da ihre Masse auf wunderbare Weise sich freiwillig der formgebenden Kraft unterwirft. Alles scheint sich absichtslos hervorzubringen, ohne das ein Teil den anderen in seiner Freiheit beschränken würde. Folgen wir Schiller weiter in seine ästhetische Welt, um ein Weltverhältnis kennenzulernen, dass die Dinge anders zu betrachten versteht. In dieser Welt: „ feiert die Freiheit ihr Fest“, so der Schillerbiograph Rüdiger Safranski. Wir werden in dieser angehalten, die Dinge so zu sehen, wie sie sich selber darstellen und folgen damit einer Devise, die gewisse Ähnlichkeiten zu der 100 Jahre später aufkommenden Maxime der Phänomenologie „ Zurück zu den Sachen selbst“ aufweist. In der Abhandlung „ Über Anmut und Würde“, die Schiller nur wenige Monate später in der Zeitschrift „Neue Thalia“ veröffentlichte, wird sich Schiller der berühmten Konzeption der schönen Seele widmen und damit die moralischen Konsequenzen aus seiner Ästhetik ziehen. Im Gegensatz zur fixen Schönheit, die bloß naturgegen und unabhängig vom eigenen Willen sei, hänge Anmut von der Person und dessen bewegender Seele ab, so Schiller. So mag die Schönheit, die eine Frau als Talent naturgemäß erhalten habe, Wohlgefallen und Bewunderung erregen, ohne die Zugabe der eigens hervorgebrachten Anmut, jedoch nicht hinreißend wirken können. Das Besondere am Wesen der Anmut, als einer beweglichen Schönheit, ist, dass selbst nicht schöne Gegenstände von ihr berührt und dadurch an Schönheit gewinnen können. Da Anmut nur durch den eigenen Willen erzeugt werden kann und damit einem Akt der Freiheit entspringt, verortet Schiller den Begriff der Schönheit, sowohl in der Natur, als auch im intelligiblen. Während Schiller die Anmut, als einen bewusst hervorgebrachten Akt auffasste, sah Heinrich von Kleist in ihr eher eine natürliche, nicht bewusste Handlung, wenn er in seinem Aufsatz über das Marionettentheater schreibt: „Wir sehen, dass in dem Maße, als, in der organischen Welt, die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie, darin immer strahlender und herrschender hervortritt.“ Demnach trübt das Bewusstsein also die Anmut, was sie, wenn sie gezielt erzeugt werden sollte kokett und damit gefallsüchtig erscheinen ließe. Damit wäre sie jedoch nicht mehr schön im schillerschen Sinne, da die eigene Freiheit dann einen unnatürlichen Effekt erzielen würde. Ergänzt wird der Begriff der Anmut im Folgenden durch den Terminus der Würde, der „Ausdruck einer erhabenen Gesinnung“ sei, so Schiller. Beide Komponenten in Einklang zu bringen und damit ein harmonisches Ganzes zu vollbringen, stelle ein erstrebenswertes Ideal dar, von dem Schiller selber jedoch wusste, dass dieses sich in Anbetracht einer den Menschen unentwegt überwältigenden Natur nicht in Gänze erreicht werden könnte. Schiller, der der Lebensmaxime folgte, nach der sich der Geist den Körper baue, musste sich dann doch seinen Krankheiten beugen. So lässt sich in seinem 1799 entstandenen Gedicht „Nänie“, das mit der Zeile beginnt „Auch das Schöne muss sterben“, dann doch ein melancholischer Unterton in der schillerschen Ästhetik ausmachen. Der große Dichter verstand jedoch die Kunst in Schönheit zu sterben. Die Frage, ob das Geheimnis der Schönheit nun in der Freiheit liegt, oder wie bei Platon in einer unsterblichen und unvergänglichen Idee, möglicherweise aber auch eine Form der Wahrheit ist, die wie beim späteren Hegel, in der Schönheit sogar sinnlich angeschaut werden kann.

Meinung aus der Buchhandlung

Über Anmut und Würde / Kallias oder über die Schönheit

von Friedrich Schiller

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