Produktbild: Das weiße Leintuch

Das weiße Leintuch

21,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.02.2017

Verlag

Guggolz Verlag

Seitenzahl

255

Maße (L/B/H)

19,5/12,1/2,5 cm

Gewicht

323 g

Farbe

Koralle / Wollweiß

Auflage

3. Auflage

Originaltitel

Balta drobulė

Übersetzt von

Claudia Sinnig

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-945370-10-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.02.2017

Verlag

Guggolz Verlag

Seitenzahl

255

Maße (L/B/H)

19,5/12,1/2,5 cm

Gewicht

323 g

Farbe

Koralle / Wollweiß

Auflage

3. Auflage

Originaltitel

Balta drobulė

Übersetzt von

Claudia Sinnig

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-945370-10-0

Herstelleradresse

Guggolz Verlag
Gustav-Müller-Straße 46
10829 Berlin
DE

Email: verlag@guggolz-verlag.de

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Jérôme Wiedenhaupt

Thalia Hildesheim

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5/5

"Ich bin ein Detailist, ich kann keine ganzen Urnen kaufen. Doch ich schätze die Bruchstücke."

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Der Elfte, bitteschön, dankeschön, der Gast geht hinaus, Hand an den Griff, wir fahren nach oben, der Aufzug wird im Dreizehnten angehalten, die Tür öffnet sich, ein Gast kommt herein, ihre Etage, bitteschön, den Knopf, dankeschön, Hand an den Griff, 14, 15, der Sechzehnte, bitteschön, dankeschön, der gast geht hinaus (...). Up und down, up und down in einem streng eingerahmten Raum. Sisyphos, von neuen Göttern an diesen Ort versetzt. Diese Götter sind humaner. Der Stein hat die Erdanziehung verloren. Sisyphos braucht keine geäderten Muskeln mehr.“ – Bereits diese Passage markiert die eigentümliche Schwerkraftlosigkeit, in der sich "Das weiße Leintuch" bewegt, ein Werk des litauischen Schriftstellers Antanas Škėma, das zugleich zutiefst körperlich und radikal entgrenzt wirkt. Was hier wie ein surrealer Kommentar zum Mythos des Sisyphos beginnt, entfaltet sich im Verlauf als eine der intensivsten literarischen Selbstbefragungen des 20. Jahrhunderts. Škėmas Prosa entzieht sich der einfachen Kategorisierung: Sie ist fragmentarisch, poetisch, bewusst zersplittert und doch von einer inneren Notwendigkeit getragen, die den Leser unweigerlich in ihren Bann zieht. Der Protagonist – unverkennbar ein Alter Ego des Autors – bewegt sich durch eine Welt, die zugleich real und traumartig ist. Seine Erfahrungen als Emigrant, seine Entfremdung von Sprache, Kultur und sich selbst verdichten sich zu einer existenziellen Grundspannung, die an die großen Denker des Existentialismus erinnert. Doch Škėma ist kein bloßer Epigone von Jean-Paul Sartre oder Albert Camus; vielmehr entwickelt er eine eigene, zutiefst persönliche Variante existenzieller Literatur, gespeist aus der Erfahrung der baltischen Geschichte, des Exils und der künstlerischen Selbstzerreißung. Besonders eindrücklich ist die Weise, in der das Ich des Romans sich selbst als Beobachter und zugleich als Objekt dieser Beobachtung begreift. „Ich wäre gern ein Stein, Wasser, Mond, Sterne. Mit Augen und einem Gefühl für die Umgebung. Ich möchte nur beobachten und die Beobachtung kennen.“ Dieser Satz bündelt eine Sehnsucht nach Auflösung des Ichs, nach einer Existenz jenseits von Schmerz und Selbstreflexion. Es ist die radikale Form eines Bewusstseins, das sich selbst nicht mehr erträgt und deshalb in die Dingwelt fliehen möchte – allerdings nicht in dumpfer Materie, sondern in einer paradoxen Form von beseelter Objektivität. Hier zeigt sich Škėmas Meisterschaft: Er formuliert eine metaphysische Sehnsucht, ohne sie zu glätten, lässt sie in ihrer Widersprüchlichkeit bestehen. Der Wunsch, „nur zu beobachten“, ist zugleich ein Eingeständnis der Überforderung durch das eigene Innenleben. Diese Spannung zwischen Innen und Außen, zwischen Sprache und Schweigen, durchzieht das gesamte Werk. Der Protagonist ist Schriftsteller, doch das Schreiben ist kein Akt der Befreiung, sondern eine Form der Maskierung. „Ich konnte nicht mehr träumen. Ich wusste, träumen ist nur noch schriftlich möglich, und nur mit maskiertem Schreiben, damit die lästigen Freunde und Kritiker nicht schreien: ‚Freundchen! Sie neigen zur Sentimentalität!‘“ In dieser Passage kulminiert die Reflexion über Kunst und Authentizität. Träumen – einst ein unmittelbarer Zugang zur inneren Wahrheit – ist nur noch vermittelt durch Schrift möglich, und selbst diese Schrift muss sich tarnen. Das literarische Schaffen wird zur Bühne, auf der sich das Ich versteckt, statt sich zu offenbaren. Hierin liegt eine der großen Paradoxien des Romans: Er ist zutiefst persönlich und zugleich von einer radikalen Skepsis gegenüber der Möglichkeit persönlicher Ausdrucksformen geprägt. Škėma entlarvt die literarische Produktion als ein Spiel mit Masken, als ein permanentes Ausweichen vor der eigenen Sentimentalität – ein Begriff, der hier nicht als Schwäche, sondern als Gefahr erscheint. Denn Sentimentalität würde bedeuten, die Komplexität des Daseins zu vereinfachen, sie in emotionalen Klischees aufzulösen. Stattdessen wählt Škėma den schwierigeren Weg: die Zersplitterung, die Ironie, die bewusste Überforderung des Lesers. Ein weiterer zentraler Gedanke des Romans ist die Erfahrung der eigenen Überflüssigkeit. „Ich habe nicht mehr die Kraft, nach der Antwort in mir zu suchen. Ich bin ein Überschussprodukt der Natur. Reiß dir ein Auge aus, hack dir den Arm ab – empfiehlt die Heilige Schrift. Welches Auge, welchen Arm? Ich stecke fest in Augen und Armen.“ Diese Passage gehört zu den verstörendsten und zugleich tiefgründigsten des gesamten Werkes. Sie verbindet eine religiöse Bildsprache mit einer existenziellen Verzweiflung, die keine Transzendenz mehr kennt. Die Aufforderung zur Selbstverstümmelung, wie sie in der Bibel als radikale Metapher erscheint, wird hier ins Absurde gewendet: Der Protagonist kann sich nicht von sich selbst lösen, weil er vollständig in seiner Körperlichkeit gefangen ist. Das Bild des „Überschussprodukts der Natur“ verweist auf eine Entwertung des menschlichen Daseins, die über den klassischen Existentialismus hinausgeht. Während etwa Camus im Absurden noch eine Form von Würde entdeckt, scheint Škėmas Figur diese Möglichkeit verloren zu haben. Sie ist nicht nur sinnlos, sondern überzählig – ein Rest, der nicht mehr gebraucht wird. Und doch liegt gerade in dieser radikalen Selbstabwertung eine eigentümliche Form von Wahrheit, die das Werk so eindringlich macht. Stilistisch zeichnet sich „Das weiße Leintuch“ durch eine beeindruckende Vielfalt aus. Škėma kombiniert innere Monologe, fragmentarische Szenen, poetische Verdichtungen und beinahe essayistische Reflexionen. Die Sprache ist zugleich präzise und eruptiv, sie kann in einem Moment nüchtern analysierend sein und im nächsten in eine beinahe halluzinatorische Bildsprache kippen. Diese stilistische Unruhe ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck der inneren Zerrissenheit des Protagonisten. Die Form folgt hier radikal dem Inhalt. Besonders bemerkenswert ist die musikalische Qualität der Prosa. Wiederholungen, Variationen und rhythmische Brüche erzeugen einen Sog, der den Leser in den Text hineinzieht. Man liest dieses Buch nicht einfach – man durchlebt es. Die bereits zitierte Bewegung „up und down“ wird zu einem Leitmotiv, das sich durch das gesamte Werk zieht: ein ständiges Auf und Ab, ein Pendeln zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Selbstauflösung und verzweifeltem Festhalten am eigenen Ich. Dass dieses Werk als eines der bedeutendsten der litauischen Literatur des 20. Jahrhunderts gilt, ist kein Zufall. Škėma gelingt es, individuelle Erfahrung und kollektive Geschichte miteinander zu verbinden, ohne jemals in platte Symbolik zu verfallen. Das Exil, die Entwurzelung, die Suche nach Identität – all diese Themen sind präsent, aber sie werden durch die radikale Subjektivität des Protagonisten gebrochen. Das Ergebnis ist ein Text, der zugleich zutiefst persönlich und universell ist. Was „Das weiße Leintuch“ letztlich ausmacht, ist seine Unfassbarkeit. Es entzieht sich eindeutigen Interpretationen, widersetzt sich linearen Lesarten und fordert den Leser immer wieder heraus. Gerade darin liegt jedoch seine Größe. Es ist ein Buch, das man nicht vollständig „verstehen“ kann – und vielleicht auch nicht verstehen soll. Stattdessen verlangt es eine Form der Hingabe, ein Einlassen auf seine Sprachbewegungen, seine Brüche und seine Widersprüche. Am Ende bleibt der Eindruck eines Meisterwerks, das sich jeder abschließenden Bewertung entzieht und gerade dadurch seine Wirkung entfaltet. Škėma hat mit diesem Roman ein Werk geschaffen, das nicht nur die litauische Literatur geprägt hat, sondern auch im internationalen Kontext als einzigartiger Beitrag zur existenziellen Moderne gelesen werden muss. Es ist ein Buch, das verstört, fasziniert und lange nachwirkt – ein literarisches Erlebnis, das sich tief ins Bewusstsein eingräbt und dort weiterarbeitet.
  • Jérôme Wiedenhaupt
  • Buchhändler/-in

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5/5

"Ich bin ein Detailist, ich kann keine ganzen Urnen kaufen. Doch ich schätze die Bruchstücke."

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Der Elfte, bitteschön, dankeschön, der Gast geht hinaus, Hand an den Griff, wir fahren nach oben, der Aufzug wird im Dreizehnten angehalten, die Tür öffnet sich, ein Gast kommt herein, ihre Etage, bitteschön, den Knopf, dankeschön, Hand an den Griff, 14, 15, der Sechzehnte, bitteschön, dankeschön, der gast geht hinaus (...). Up und down, up und down in einem streng eingerahmten Raum. Sisyphos, von neuen Göttern an diesen Ort versetzt. Diese Götter sind humaner. Der Stein hat die Erdanziehung verloren. Sisyphos braucht keine geäderten Muskeln mehr.“ – Bereits diese Passage markiert die eigentümliche Schwerkraftlosigkeit, in der sich "Das weiße Leintuch" bewegt, ein Werk des litauischen Schriftstellers Antanas Škėma, das zugleich zutiefst körperlich und radikal entgrenzt wirkt. Was hier wie ein surrealer Kommentar zum Mythos des Sisyphos beginnt, entfaltet sich im Verlauf als eine der intensivsten literarischen Selbstbefragungen des 20. Jahrhunderts. Škėmas Prosa entzieht sich der einfachen Kategorisierung: Sie ist fragmentarisch, poetisch, bewusst zersplittert und doch von einer inneren Notwendigkeit getragen, die den Leser unweigerlich in ihren Bann zieht. Der Protagonist – unverkennbar ein Alter Ego des Autors – bewegt sich durch eine Welt, die zugleich real und traumartig ist. Seine Erfahrungen als Emigrant, seine Entfremdung von Sprache, Kultur und sich selbst verdichten sich zu einer existenziellen Grundspannung, die an die großen Denker des Existentialismus erinnert. Doch Škėma ist kein bloßer Epigone von Jean-Paul Sartre oder Albert Camus; vielmehr entwickelt er eine eigene, zutiefst persönliche Variante existenzieller Literatur, gespeist aus der Erfahrung der baltischen Geschichte, des Exils und der künstlerischen Selbstzerreißung. Besonders eindrücklich ist die Weise, in der das Ich des Romans sich selbst als Beobachter und zugleich als Objekt dieser Beobachtung begreift. „Ich wäre gern ein Stein, Wasser, Mond, Sterne. Mit Augen und einem Gefühl für die Umgebung. Ich möchte nur beobachten und die Beobachtung kennen.“ Dieser Satz bündelt eine Sehnsucht nach Auflösung des Ichs, nach einer Existenz jenseits von Schmerz und Selbstreflexion. Es ist die radikale Form eines Bewusstseins, das sich selbst nicht mehr erträgt und deshalb in die Dingwelt fliehen möchte – allerdings nicht in dumpfer Materie, sondern in einer paradoxen Form von beseelter Objektivität. Hier zeigt sich Škėmas Meisterschaft: Er formuliert eine metaphysische Sehnsucht, ohne sie zu glätten, lässt sie in ihrer Widersprüchlichkeit bestehen. Der Wunsch, „nur zu beobachten“, ist zugleich ein Eingeständnis der Überforderung durch das eigene Innenleben. Diese Spannung zwischen Innen und Außen, zwischen Sprache und Schweigen, durchzieht das gesamte Werk. Der Protagonist ist Schriftsteller, doch das Schreiben ist kein Akt der Befreiung, sondern eine Form der Maskierung. „Ich konnte nicht mehr träumen. Ich wusste, träumen ist nur noch schriftlich möglich, und nur mit maskiertem Schreiben, damit die lästigen Freunde und Kritiker nicht schreien: ‚Freundchen! Sie neigen zur Sentimentalität!‘“ In dieser Passage kulminiert die Reflexion über Kunst und Authentizität. Träumen – einst ein unmittelbarer Zugang zur inneren Wahrheit – ist nur noch vermittelt durch Schrift möglich, und selbst diese Schrift muss sich tarnen. Das literarische Schaffen wird zur Bühne, auf der sich das Ich versteckt, statt sich zu offenbaren. Hierin liegt eine der großen Paradoxien des Romans: Er ist zutiefst persönlich und zugleich von einer radikalen Skepsis gegenüber der Möglichkeit persönlicher Ausdrucksformen geprägt. Škėma entlarvt die literarische Produktion als ein Spiel mit Masken, als ein permanentes Ausweichen vor der eigenen Sentimentalität – ein Begriff, der hier nicht als Schwäche, sondern als Gefahr erscheint. Denn Sentimentalität würde bedeuten, die Komplexität des Daseins zu vereinfachen, sie in emotionalen Klischees aufzulösen. Stattdessen wählt Škėma den schwierigeren Weg: die Zersplitterung, die Ironie, die bewusste Überforderung des Lesers. Ein weiterer zentraler Gedanke des Romans ist die Erfahrung der eigenen Überflüssigkeit. „Ich habe nicht mehr die Kraft, nach der Antwort in mir zu suchen. Ich bin ein Überschussprodukt der Natur. Reiß dir ein Auge aus, hack dir den Arm ab – empfiehlt die Heilige Schrift. Welches Auge, welchen Arm? Ich stecke fest in Augen und Armen.“ Diese Passage gehört zu den verstörendsten und zugleich tiefgründigsten des gesamten Werkes. Sie verbindet eine religiöse Bildsprache mit einer existenziellen Verzweiflung, die keine Transzendenz mehr kennt. Die Aufforderung zur Selbstverstümmelung, wie sie in der Bibel als radikale Metapher erscheint, wird hier ins Absurde gewendet: Der Protagonist kann sich nicht von sich selbst lösen, weil er vollständig in seiner Körperlichkeit gefangen ist. Das Bild des „Überschussprodukts der Natur“ verweist auf eine Entwertung des menschlichen Daseins, die über den klassischen Existentialismus hinausgeht. Während etwa Camus im Absurden noch eine Form von Würde entdeckt, scheint Škėmas Figur diese Möglichkeit verloren zu haben. Sie ist nicht nur sinnlos, sondern überzählig – ein Rest, der nicht mehr gebraucht wird. Und doch liegt gerade in dieser radikalen Selbstabwertung eine eigentümliche Form von Wahrheit, die das Werk so eindringlich macht. Stilistisch zeichnet sich „Das weiße Leintuch“ durch eine beeindruckende Vielfalt aus. Škėma kombiniert innere Monologe, fragmentarische Szenen, poetische Verdichtungen und beinahe essayistische Reflexionen. Die Sprache ist zugleich präzise und eruptiv, sie kann in einem Moment nüchtern analysierend sein und im nächsten in eine beinahe halluzinatorische Bildsprache kippen. Diese stilistische Unruhe ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck der inneren Zerrissenheit des Protagonisten. Die Form folgt hier radikal dem Inhalt. Besonders bemerkenswert ist die musikalische Qualität der Prosa. Wiederholungen, Variationen und rhythmische Brüche erzeugen einen Sog, der den Leser in den Text hineinzieht. Man liest dieses Buch nicht einfach – man durchlebt es. Die bereits zitierte Bewegung „up und down“ wird zu einem Leitmotiv, das sich durch das gesamte Werk zieht: ein ständiges Auf und Ab, ein Pendeln zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Selbstauflösung und verzweifeltem Festhalten am eigenen Ich. Dass dieses Werk als eines der bedeutendsten der litauischen Literatur des 20. Jahrhunderts gilt, ist kein Zufall. Škėma gelingt es, individuelle Erfahrung und kollektive Geschichte miteinander zu verbinden, ohne jemals in platte Symbolik zu verfallen. Das Exil, die Entwurzelung, die Suche nach Identität – all diese Themen sind präsent, aber sie werden durch die radikale Subjektivität des Protagonisten gebrochen. Das Ergebnis ist ein Text, der zugleich zutiefst persönlich und universell ist. Was „Das weiße Leintuch“ letztlich ausmacht, ist seine Unfassbarkeit. Es entzieht sich eindeutigen Interpretationen, widersetzt sich linearen Lesarten und fordert den Leser immer wieder heraus. Gerade darin liegt jedoch seine Größe. Es ist ein Buch, das man nicht vollständig „verstehen“ kann – und vielleicht auch nicht verstehen soll. Stattdessen verlangt es eine Form der Hingabe, ein Einlassen auf seine Sprachbewegungen, seine Brüche und seine Widersprüche. Am Ende bleibt der Eindruck eines Meisterwerks, das sich jeder abschließenden Bewertung entzieht und gerade dadurch seine Wirkung entfaltet. Škėma hat mit diesem Roman ein Werk geschaffen, das nicht nur die litauische Literatur geprägt hat, sondern auch im internationalen Kontext als einzigartiger Beitrag zur existenziellen Moderne gelesen werden muss. Es ist ein Buch, das verstört, fasziniert und lange nachwirkt – ein literarisches Erlebnis, das sich tief ins Bewusstsein eingräbt und dort weiterarbeitet.

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G. Knollmann-Wachsmuth

Thalia Bad Salzuflen

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4/5

Aus dem Litauischen!

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Guggolz Verlag, hat es sich zur Aufgabe gemacht uns Lesern Texte zugänglich zu machen, die lange unentdeckt waren. Dieser Roman von Antanas Skema hatte einen großen Einfluss auf die litauische Literatur. Gern gelesen!
  • G. Knollmann-Wachsmuth
  • Buchhändler/-in

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4/5

Aus dem Litauischen!

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Guggolz Verlag, hat es sich zur Aufgabe gemacht uns Lesern Texte zugänglich zu machen, die lange unentdeckt waren. Dieser Roman von Antanas Skema hatte einen großen Einfluss auf die litauische Literatur. Gern gelesen!

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Das weiße Leintuch

von Antanas Škėma

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