Welche Bedeutung hat das Geld für die Konstruktion der Paarwirklichkeit? Das neue "Gleichheitsideal" im Beziehungsalltag
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
10.06.2008
Verlag
GRINSeitenzahl
20 (Printausgabe)
Dateigröße
132 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638060349
Weil Geld jedoch Bestandteil aller ökonomischen Austauschprozesse ist, ist es zwangsläufig Bestandteil der Paarwirklichkeit. Spätestens bei der Herausbildung einer Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Liebenden müssen Arrangements für den Umgang mit Geld gefunden werden. Im "bürgerlichen" Ehe-Modell war klar vorgegeben, dass der Mann das Geld verdient und der Frau ein Haushaltsgeld zur Verwaltung überträgt. Mit der fortschreitenden Modernisierung der westlichen Gesellschaften verändern sich jedoch die Liebesideale und Beziehungsleitbilder. Das Gleichheitsideal ist heute das vorherrschende Leitbild in Paarbeziehungen der Mittelschicht. Über das Ausmaß, die Gründe und das Ziel dieser Veränderungen findet derzeit eine hochinteressante soziologische Debatte statt. Anthony Giddens (1992) geht davon aus, dass die "romantische Liebe" allmählich von "partnerschaftlicher Liebe" abgelöst wird. Vorbild ist das gesellschaftliche Ideal der "Gleichheit" als demokratisches Prinzip.
Dieses Prinzip der Gesellschaft scheint jedoch im Widerspruch zum System der Paarbeziehung als Gemeinschaft zu stehen. "Viele der heutigen Familien sind deshalb strukturell ,Gemeinschaften', allerdings ohne das sie noch Teil eines größeren Sozialsystems des gleichen Typs wären, das einer solchen Struktur Legitimation verleihen könnte. Sie sind vielmehr Subsystem von ,Gesellschaft', die zumindest dem Prinzip nach durch ,Gleichheit' gekennzeichnet ist." (Hoffmann-Nowotny, Hans-Joachim: 1995, S. 9)
Geld hat jedoch auch eine symbolische Bedeutung. Geld dient nach Bourdieu (1983) der Distinktion, der Herrschaft und der Machterhaltung. Wenn das "Gleichheitsideal" Grundlage der Beziehung ist, dann müssten auch das Geldarrangement diesem Ideal folgen und beiden Partnern gleiche Zugriffsrechte auf die Ressource zugestehen. Wenn nicht, dann müssen die Unterschiede durch entsprechende Konstruktionen für die Paarwirklichkeit legitimiert werden. Die zentrale Frage lautet deshalb:
Welche Bedeutung hat das Geld für die Konstruktion der Paarwirklichkeit? Wie sich das neue "Gleichheitsideal" auf den Beziehungsalltag auswirkt.
Grundlage der vorliegenden Arbeit sind die verfügbaren empirische Befunde der letzten zehn Jahre.
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