Ein kleines Dorf in Yorkshire: Alex Slingsby ist Ex-Fußballprofi, Grundschullehrer – und ein Mann mit Ambitionen. Gemeinsam mit dem Schuldirektor und dem Platzwart nimmt er sich des amateurhaften örtlichen Fußballteams an. Und nach und nach formiert sich aus einem Haufen von Einzelgängern eine richtige Mannschaft. Mit dabei sind der Milchmann, ein leicht depressiver Stürmerstar und der Pfarrer des Ortes. Wie durch ein Wunder schaffen sie es tatsächlich bis ins Finale des FA Cups. Ein Roman nicht nur über Fußball, sondern vielmehr darüber, wie ein Dorf für seinen Traum gemeinsam alle Hindernisse überwindet.
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Wie ein packendes Fußballspiel
hallobuch, Silke Schröder aus Hannover am 15.01.2021
Bewertungsnummer: 1032727
Bewertet: Hörbuch (CD)
Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten von J. L. Carr wurde zum ersten Mal 1975 publiziert. Wie eine persönliche Erinnerung an ein historisches Ereignis baut Carr seine Erzählung auf. Und das macht er so fantastisch, dass man unentwegt am Ball bleiben will - wie auch seine Protagonisten, die es vom Dorfacker bis ins Wembley Stadion schaffen. Mit viel Humor und Witz beschreibt er die (fiktiven) Umstände, unter denen eine Amateurmannschaft den Großen des damaligen britischen Fußballs ein Schnippchen schlägt. Dem Ganzen schwingt am Ende neben der Euphorie natürlich ein wenig Wehmut mit, aber Carrs Roman ist wie ein packendes Fußballspiel - und es dauert zum Glück länger als 90 Minuten. Mitreißend gelesen von Thomas Sarbacher.
Fußball und noch viel mehr - ein großer Spaß!
Igelmanu66 aus Mülheim am 01.01.2019
Bewertungsnummer: 1160205
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
»Bei militärischen Operationen hat die Auswahl des Kampfgeländes schon immer eine entscheidende Rolle gespielt. … In Bannockburn haben die Schotten das Feld listig mit versteckten Kuhlen versehen, und bestimmt werden Sie sich erinnern, dass es unser Wellington in Waterloo so eingerichtet hat, dass die Franzosen es in beiden Schlachten mit einem ansteigenden Gelände zu tun hatten. Daher sollten Sie sich ein neues Spielfeld suchen, und zwar eines, das sich weitestgehend von jenen unterscheidet, auf denen Profis zu spielen gewohnt sind. Nehmen wir an, die Qualität des Rasens von Wembley liegt bei hundert Punkten, dann darf Ihr Acker nicht mehr als fünfzehn Punkte auf derselben Skala erreichen.«
Die Auswahl des geeigneten Spielfeldes ist nur eine von sechs Regeln, mit deren Hilfe die Steeple Sinderby Wanderers es mit den großen englischen Fußballmannschaften aufnehmen wollen. Ihr Ziel ist die Teilnahme am FA-Cup und – wenn man schon mal dabei ist – der Pokalsieg. Ein reichlich ehrgeiziges Projekt, wenn man aus einem 547-Seelen-Dorf kommt und sich die Mannschaft aus Milchmännern, Bauern, dem Pfarrer und ein paar Minenarbeitern zusammensetzt…
Ein Buch über Fußball? Nicht ganz. Natürlich geht es um das runde Leder, aber als ich mit dem Lesen begann, stellte ich schnell fest, dass hier noch viel mehr drinsteckt.
Klar ist von Anfang an, dass wir den Weg krasser Außenseiter verfolgen, die sich durchkämpfen und (der Titel verrät es bereits) am Ende siegreich sind. Nimmt das nicht die Spannung, wenn man schon weiß, dass die Wanderers den Pokal nach Hause bringen werden? Ganz klar: nein, zu keinem Zeitpunkt.
Handlung und Ausgangssituation sind schräg, die Spielberichte spannend erzählt, aber richtig los geht’s abseits des Spielfeldes, beim Umgang mit der Presse und der Weltöffentlichkeit, mit Politikern, Behörden und generell allen Personen und Institutionen, die sich gemeinhin als wichtig ansehen. Dieses Dorf hat ein paar unglaublich tolle und starke Charaktere und sie lassen sich von niemandem einschüchtern – das zu lesen hat großen Spaß gemacht!
Muss man jetzt Fußballfan sein, um das Buch zu mögen? Ebenfalls nein. Ein Fan hat natürlich seine Freude, aber all das, was neben dem Spiel passiert, ist nicht selten umfangreicher als die Spielreportagen selbst. Und man versteht diese und ohnehin das, um was es wirklich geht, auch ohne Regelkenntnisse.
Auch nach dem Spiel geht es noch ein bisschen weiter, hier gibt es sogar nachdenkliche Passagen. Das Leben hat sich verändert, was kommt nach diesem einen großen Moment im Leben?
Der Stil ist gekennzeichnet durch herrlich britischen Humor und feinen Wortwitz. Manche Absätze habe ich mehrfach gelesen, weil sie einfach Spaß machten und ich sie erneut genießen wollte. Ständig sprang mein Kopfkino an, präsentierte mir erfolgreiche deutsche Fußballvereine, einflussreiche Politiker und Manager – und ich stellte mir ihre Gesichter in den beschriebenen Szenen vor. Eine sehr schöne Vorstellung! Die Realität sieht leider meist anders aus, aber träumen kann man schließlich. Und außerdem hat eine ordentliche Portion Frechheit und Kreativität gepaart mit Überheblichkeit des Gegners schon einige Male für überraschende Ergebnisse gesorgt. Vielleicht sollte man dieses Buch den Spielern kleiner Amateurvereine zu lesen geben, denen im DFB-Pokal die Spitzenklubs der 1. Liga zugelost werden ;-)
Fazit: Fußball und noch viel mehr. Dieses Buch hat einfach Spaß gemacht und überrascht durch Tiefe.
Meinung aus der Buchhandlung
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Ganz anders als sein stimmungsvoller Roman "Ein Monat auf dem Land" erschließt dieses Buch J.L.Carr`s dem Leser auf unnachahmliche Weise, wie der Zusammenhalt und unbedingte Wille zum Sieg, eine Truppe von Dorf-Fussballern zu wahren Höhenflügen führt.
In seiner Geschichte aus Zeiten, als diese Sportart noch nicht komplett durchkommerzialisiert war,
schaffen es die Sinderbyer Feld,-Wald-und Wiesen-Amateure plus zwei Ex-Profis sowie ihre speziellen "Trainer", die anderen Fußball-Vereine im England der 70er Jahre das Fürchten zu lehren.
Kongenial von Monika Köpfer übersetzt, lesen wir von Sonderlingen, ungewohnten Regeln für das Spiel und -in liebevollem, leicht boshaften Humor dargeboten-, von Männern,
die einen (kurzzeitigen) Traum leben, der sich so nie wiederholen wird.
Absolut gelungen - zum Schmunzeln und Verschenken !
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Herrlicher Fußballroman voller Sprachwitz und englischem Humor. Das kleine englische Dörfchen Steeple Sinderby wird zum Schauplatz eines wahren Fußballwunders. Lesetipp.
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