'In meiner Komödie hat es am Ende vollkommen finster zu sein' Zum komischen Aspekt der Künstler- und Geniefiguren Thomas Bernhards anhand ausgewählter Dramen
-
- Taschenbuch
- eBook ausgewählt
-
Form:Einzelkauf Download
-
Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
08.04.2008
Verlag
GRINSeitenzahl
23 (Printausgabe)
Dateigröße
167 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638034104
Wir wollen betrachten, wie das Komische bei Bernhards Stücken entsteht und welche besondere Ausformung es bei den Genies erhält. Mir scheint, dass sie gerade weil sie wissen, dass sie eine Rolle spielen, in einen grotesken Selbstwiderspruch treten, der ihnen aber letztlich den Triumph über ihre Umwelt erlaubt. Da Künstler bei Bernhard immer auch Wahnsinnige sind, die weit von der Gesellschaft entfernt existieren, folgt ihr Spiel anderen Regeln als aus der sozialen Praxis vorausgesetzt wird. Deswegen können sie noch im finalen Scheitern den Sieg davontragen.
Thomas Bernhard ist lange Zeit ausschließlich als apokalyptischer, pessimistischer Autor verstanden worden. Die Präsenz des Todes in seinem Werk veranlasste viele Interpreten, ihn als Nihilisten zu begreifen, für den das Leben immer sinnlos ist. Doch der komische Aspekt wurde erst in den letzen zehn Jahren wirklich entdeckt und germanistisch aufbereitet. Obwohl seine öffentlichen Auftritte und sein dramatisches Werk offensichtlich komisch sind, tat sich die Sekundärliteratur schwer, diesem Aspekt genügend Aufmerksamkeit zu schenken.
Ruixiang Han hat eine der ersten Abhandlungen über das Komische bei Bernhard verfasst, in Der komische Aspekt in Bernhards Romanen liefert er sehr gute Analysen verschiedener Techniken und Phänomene in Bernhards Erzählwerk. Er geht aus von Bernhards Äußerung "es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt" und weist auf, dass diese Einstellung, anders als von vielen Interpreten verstanden, keine Verneinung des Lebens bedeutet, sondern antithetisch das Lebendige stärker hervorhebt. Bernhard erwartet vom Leser eine "kritische Distanz zum Dargestellten", keine "direkte Betroffenheit". Anstatt sich die düstere Weltauffassung anzueignen, soll er in Widerspruch zu ihr treten. Dann eröffnet sich der Blick dafür, dass zusammen mit den Äußerungen immer auch eine charakterliche Disposition vermittelt wird. Die Figuren laden zur Kritik ein und damit zum Verlachen. Indem der Leser sich fragt, warum er über einen bestimmten Mangel gelacht hat, entsteht ein Erkenntnisprozess.
Wir kaufen Ihren tolino
Wir kaufen Ihren tolino
Verkaufen Sie Ihren alten tolino und erhalten Sie dafür eine Thalia Geschenkkarte.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice