Wer einmal wieder Lust auf Gedichte mit satirischem Inhalt hat, kommt an Gernhardt nicht vorbei. Auch seine Eindrücke aus dem Zug heraus verdienen beachtet zu werden.
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26.03.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Genau das richtig für diese Zeit....
Genau das richtig für diese Zeit. Mal heiter, mal nachdenklich- mit Feingefühl, Sprachwitz, Ironie in geschliffener Sprache. Und gut als Gedächtnistraining
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29.10.2017
Buch (Taschenbuch)
Er fehlt so sehr....
Robert Gernhardt, leider schon 2006 verstorben, fehlt wirklich sehr: Er gilt heute, zu Recht, als einer der bedeutendsten Lyriker Deutschlands, in dem hier vorliegenden Band sind Gedichte aus rund 50 Jahren zusammen getragen, von den Anfängen Gernhardts, noch als Schüler bzw Student, über die Phase der absoluten Hochkomik in den 60er und 70er Jahren bis zum Spätwerk, das dann oft sehr melancholisch war, er verarbeitete in diesen Gedichtenu.a. seine schwere Herzkrankheit ebenso, wie den Tod langjähriger Weggefährten.
Ich lassen ihn jetzt einfach selber zu Wort kommen:
Was ich heute sah
Drei kleine Frösche sah ich heut,
die warn mit dem Teufel im Bunde.
Die hüpften über die Mauer breit
Und schrien aus einem Munde:
„Wir sind die Frösche der Dunkelnis,
äh, der Finsterheit, äh, des Lichts.
Das heißt doch Licht, wenn kein Tag mehr ist,
alles schwarz und niemand hört nichts?“
So haben die teuflischen Frösche gefragt,
sie waren sehr schrill und sehr klein.
Ich habe nur halblaut „Schnüss“ gesagt,
da hörten sie auf zu schrein.
Oder:
Horch ein Schrank geht durch die Nacht
voll mit nassen Hemden
Den hab ich mir ausgedacht,
um Euch zu befremden!
Oder:
Ich sprach nachts: Es werde Licht!
Aber heller wurd‘ es nicht.
Ich sprach: Wasser werde Wein!
Doch das Wasser ließ dies sein.
Ich sprach: Lahmer, Du kannst gehn!
Doch er blieb auf Krücken stehn.
Da ward auch dem Dümmsten klar,
daß ich nicht der Heiland war.
Oder:
Warnung an alle
In mir erwacht das Tier,
es ähnelt einem Stier.
Das ist ja gar nicht wahr,
in mir sind Tiere rar.
In mir ist`s nicht geheuer,
da schläft ein Zuckerstreuer.
Und wenn der mal erwacht,
dann Gute Nacht!
Oder:
Herr & Knecht
Der Herr rief: Lieber Knecht,
mir ist entsetzlich schlecht!
Da sprach der Knecht zum Herrn:
Das hört man aber gern!
Oder:
Bekenntnis
Ich leide an Versagensangst,
besonders, wenn ich dichte.
Die Angst, die machte mir bereits
mach schönen Reim zuschanden.
Über 1150 Seiten für wohlfeile 14 Euro, besser geht`s doch wohl nicht?!
Noch ein letzter Rat des großen Meisters:
Wir dürfen den Ast, auf dem wir sitzen, erst absägen, wenn wir fliegen können...
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