Produktbild: Opfer - Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne

Opfer - Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

23.11.2017

Verlag

Fischer E-Books

Seitenzahl

336 (Printausgabe)

Dateigröße

5982 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783104902128

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

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Erscheinungsdatum

23.11.2017

Verlag

Fischer E-Books

Seitenzahl

336 (Printausgabe)

Dateigröße

5982 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783104902128

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Die Wahrnehmung ges Leids...

S.A.W am 05.12.2017

Bewertungsnummer: 1066278

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

...gibt es erst seit Ende des 19. Jhdt. Bis zu den Napoleonischen Kriegen war der Tod auf dem Schlachtfeld ein Naturereignis, das einen schicksalhaft traf und das mit einer persönlichen Schuld gegenüber Gott begründet wurde. Geredet wurde nur über die Sieger und die Helden, die Opfer waren gewissermaßen selbst schuld. Selbst "Krieg u Frieden" von Tolstoi kritisierte nur die Überheblichkeit Napoleons, nicht den Krieg an sich. 1969 nach dem Krimkrieg geschrieben, sollte es vor allem das russische Nationalgefühl wiederaufrichten. Im Krimkrieg gab er erstmals eine Versorgung der Verwundeten, auf Grund medizinischer Erkenntnisse (Florence Nightingale). Dem ging die statistische Erfassung der Kriegsverluste und die medizinische Epidemiologie voraus. Der Staat wollte Verluste möglichst gering halten, das sie einen Kostenfaktor darstellten. Die Bakteriologie wies den Kommandeuren eine Verantwortung für Hygienemaßnahmen zu, die das Überleben der Soldaten sichern konnte. Opfer gab es also erst, als Verantwortliche identifiziert waren, die auch richtig handeln konnten. Ab 1864 (Genfer Konvention) gab es Bestrebungen, den Krieg zu zivilisieren und seine ärgsten Schäden einzugrenzen. Entsprechende Regeln wurden in den Haager Konventionen 1899 und 1907 festgehalten, später auch Gas u besonders schädliche Munition verboten. Allerdings hielt sich im Krieg in der Regel niemand daran. Es begann aber ein Propagandakrieg, um den Gegner in eine schlechte Position zu versetzen, indem man ihn der Kriegsgräuel bezichtigte, etwa im Nazi-Film "Der Wald von Katyn", der das Massaker an polnischen Offizieren aufzeigt. Es entwickelte sich das Kriegsvölkerrecht, das den Partisanenkrieg ächtete. Freischärler waren von der Genfer Konvention ausgenommen und wurden besonders brutal bekämpft. Ab 1945 entwickelte sich die Victimologie, die posttraumatische Belastungsstörung wurde 1980 entdeckt. Nach den Weltkriegen wurden die "Kriegszitterer" als Rentenneurotiker abgetan, die aus den Kriegsbelastungen keine Ansprüche ableiten durften. In den letzten Jahren nahmen die Opferzuschreibungen epidemisch zu, wurden von den NGOs medial transportiert, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Die Resilienzforschung entdeckte aber auch ein posttraumatisches Wachstum. Gegenwärtig muss darauf geachtet werden, dass die Forderung nach Resilienz nicht der alten Spur des abgehärteten Kriegers folgt, der einfach alles auszuhalten hat. Ein ausgezeichnetes Buch, das die Thematik von Krieg, Tätern und Opfern von allen Aspekten in ihrer historischen Eingebettetheit analysiert. siehe auch: Opelt : Im Schatten des Kriegers: Vater und Sohn, im Kampf, im Tod und im Leben. Zur Psychopathologie der Kinder gefallener Nationalsozialisten

Die Wahrnehmung ges Leids...

S.A.W am 05.12.2017
Bewertungsnummer: 1066278
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

...gibt es erst seit Ende des 19. Jhdt. Bis zu den Napoleonischen Kriegen war der Tod auf dem Schlachtfeld ein Naturereignis, das einen schicksalhaft traf und das mit einer persönlichen Schuld gegenüber Gott begründet wurde. Geredet wurde nur über die Sieger und die Helden, die Opfer waren gewissermaßen selbst schuld. Selbst "Krieg u Frieden" von Tolstoi kritisierte nur die Überheblichkeit Napoleons, nicht den Krieg an sich. 1969 nach dem Krimkrieg geschrieben, sollte es vor allem das russische Nationalgefühl wiederaufrichten. Im Krimkrieg gab er erstmals eine Versorgung der Verwundeten, auf Grund medizinischer Erkenntnisse (Florence Nightingale). Dem ging die statistische Erfassung der Kriegsverluste und die medizinische Epidemiologie voraus. Der Staat wollte Verluste möglichst gering halten, das sie einen Kostenfaktor darstellten. Die Bakteriologie wies den Kommandeuren eine Verantwortung für Hygienemaßnahmen zu, die das Überleben der Soldaten sichern konnte. Opfer gab es also erst, als Verantwortliche identifiziert waren, die auch richtig handeln konnten. Ab 1864 (Genfer Konvention) gab es Bestrebungen, den Krieg zu zivilisieren und seine ärgsten Schäden einzugrenzen. Entsprechende Regeln wurden in den Haager Konventionen 1899 und 1907 festgehalten, später auch Gas u besonders schädliche Munition verboten. Allerdings hielt sich im Krieg in der Regel niemand daran. Es begann aber ein Propagandakrieg, um den Gegner in eine schlechte Position zu versetzen, indem man ihn der Kriegsgräuel bezichtigte, etwa im Nazi-Film "Der Wald von Katyn", der das Massaker an polnischen Offizieren aufzeigt. Es entwickelte sich das Kriegsvölkerrecht, das den Partisanenkrieg ächtete. Freischärler waren von der Genfer Konvention ausgenommen und wurden besonders brutal bekämpft. Ab 1945 entwickelte sich die Victimologie, die posttraumatische Belastungsstörung wurde 1980 entdeckt. Nach den Weltkriegen wurden die "Kriegszitterer" als Rentenneurotiker abgetan, die aus den Kriegsbelastungen keine Ansprüche ableiten durften. In den letzten Jahren nahmen die Opferzuschreibungen epidemisch zu, wurden von den NGOs medial transportiert, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Die Resilienzforschung entdeckte aber auch ein posttraumatisches Wachstum. Gegenwärtig muss darauf geachtet werden, dass die Forderung nach Resilienz nicht der alten Spur des abgehärteten Kriegers folgt, der einfach alles auszuhalten hat. Ein ausgezeichnetes Buch, das die Thematik von Krieg, Tätern und Opfern von allen Aspekten in ihrer historischen Eingebettetheit analysiert. siehe auch: Opelt : Im Schatten des Kriegers: Vater und Sohn, im Kampf, im Tod und im Leben. Zur Psychopathologie der Kinder gefallener Nationalsozialisten

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Opfer – Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne

von Svenja Goltermann

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