Produktbild: Opfer – Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne

Opfer – Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne

1

20,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.11.2020

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

334

Maße (L/B/H)

19/12,5/2,4 cm

Gewicht

371 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-37083-2

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

ein Musterbeispiel an Gelehrtheit und Sachkundigkeit. ("Die Presse")
ein wichtiger Beitrag zu einer hoch aktuellen Debatte. ("Westdeutscher Rundfunk")
Svenja Goltermann hat ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit vorgelegt! ("Bürger & Staat")
eine äusserst hellsichtige und ausgezeichnet geschriebene Studie ("Archiv des Völkerrechts")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.11.2020

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

334

Maße (L/B/H)

19/12,5/2,4 cm

Gewicht

371 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-37083-2

Herstelleradresse

FISCHER Taschenbuch
Hedderichstr. 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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Die Wahrnehmung ges Leids...

S.A.W am 05.12.2017

Bewertungsnummer: 1066278

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

...gibt es erst seit Ende des 19. Jhdt. Bis zu den Napoleonischen Kriegen war der Tod auf dem Schlachtfeld ein Naturereignis, das einen schicksalhaft traf und das mit einer persönlichen Schuld gegenüber Gott begründet wurde. Geredet wurde nur über die Sieger und die Helden, die Opfer waren gewissermaßen selbst schuld. Selbst "Krieg u Frieden" von Tolstoi kritisierte nur die Überheblichkeit Napoleons, nicht den Krieg an sich. 1969 nach dem Krimkrieg geschrieben, sollte es vor allem das russische Nationalgefühl wiederaufrichten. Im Krimkrieg gab er erstmals eine Versorgung der Verwundeten, auf Grund medizinischer Erkenntnisse (Florence Nightingale). Dem ging die statistische Erfassung der Kriegsverluste und die medizinische Epidemiologie voraus. Der Staat wollte Verluste möglichst gering halten, das sie einen Kostenfaktor darstellten. Die Bakteriologie wies den Kommandeuren eine Verantwortung für Hygienemaßnahmen zu, die das Überleben der Soldaten sichern konnte. Opfer gab es also erst, als Verantwortliche identifiziert waren, die auch richtig handeln konnten. Ab 1864 (Genfer Konvention) gab es Bestrebungen, den Krieg zu zivilisieren und seine ärgsten Schäden einzugrenzen. Entsprechende Regeln wurden in den Haager Konventionen 1899 und 1907 festgehalten, später auch Gas u besonders schädliche Munition verboten. Allerdings hielt sich im Krieg in der Regel niemand daran. Es begann aber ein Propagandakrieg, um den Gegner in eine schlechte Position zu versetzen, indem man ihn der Kriegsgräuel bezichtigte, etwa im Nazi-Film "Der Wald von Katyn", der das Massaker an polnischen Offizieren aufzeigt. Es entwickelte sich das Kriegsvölkerrecht, das den Partisanenkrieg ächtete. Freischärler waren von der Genfer Konvention ausgenommen und wurden besonders brutal bekämpft. Ab 1945 entwickelte sich die Victimologie, die posttraumatische Belastungsstörung wurde 1980 entdeckt. Nach den Weltkriegen wurden die "Kriegszitterer" als Rentenneurotiker abgetan, die aus den Kriegsbelastungen keine Ansprüche ableiten durften. In den letzten Jahren nahmen die Opferzuschreibungen epidemisch zu, wurden von den NGOs medial transportiert, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Die Resilienzforschung entdeckte aber auch ein posttraumatisches Wachstum. Gegenwärtig muss darauf geachtet werden, dass die Forderung nach Resilienz nicht der alten Spur des abgehärteten Kriegers folgt, der einfach alles auszuhalten hat. Ein ausgezeichnetes Buch, das die Thematik von Krieg, Tätern und Opfern von allen Aspekten in ihrer historischen Eingebettetheit analysiert. siehe auch: Opelt : Im Schatten des Kriegers: Vater und Sohn, im Kampf, im Tod und im Leben. Zur Psychopathologie der Kinder gefallener Nationalsozialisten

Die Wahrnehmung ges Leids...

S.A.W am 05.12.2017
Bewertungsnummer: 1066278
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

...gibt es erst seit Ende des 19. Jhdt. Bis zu den Napoleonischen Kriegen war der Tod auf dem Schlachtfeld ein Naturereignis, das einen schicksalhaft traf und das mit einer persönlichen Schuld gegenüber Gott begründet wurde. Geredet wurde nur über die Sieger und die Helden, die Opfer waren gewissermaßen selbst schuld. Selbst "Krieg u Frieden" von Tolstoi kritisierte nur die Überheblichkeit Napoleons, nicht den Krieg an sich. 1969 nach dem Krimkrieg geschrieben, sollte es vor allem das russische Nationalgefühl wiederaufrichten. Im Krimkrieg gab er erstmals eine Versorgung der Verwundeten, auf Grund medizinischer Erkenntnisse (Florence Nightingale). Dem ging die statistische Erfassung der Kriegsverluste und die medizinische Epidemiologie voraus. Der Staat wollte Verluste möglichst gering halten, das sie einen Kostenfaktor darstellten. Die Bakteriologie wies den Kommandeuren eine Verantwortung für Hygienemaßnahmen zu, die das Überleben der Soldaten sichern konnte. Opfer gab es also erst, als Verantwortliche identifiziert waren, die auch richtig handeln konnten. Ab 1864 (Genfer Konvention) gab es Bestrebungen, den Krieg zu zivilisieren und seine ärgsten Schäden einzugrenzen. Entsprechende Regeln wurden in den Haager Konventionen 1899 und 1907 festgehalten, später auch Gas u besonders schädliche Munition verboten. Allerdings hielt sich im Krieg in der Regel niemand daran. Es begann aber ein Propagandakrieg, um den Gegner in eine schlechte Position zu versetzen, indem man ihn der Kriegsgräuel bezichtigte, etwa im Nazi-Film "Der Wald von Katyn", der das Massaker an polnischen Offizieren aufzeigt. Es entwickelte sich das Kriegsvölkerrecht, das den Partisanenkrieg ächtete. Freischärler waren von der Genfer Konvention ausgenommen und wurden besonders brutal bekämpft. Ab 1945 entwickelte sich die Victimologie, die posttraumatische Belastungsstörung wurde 1980 entdeckt. Nach den Weltkriegen wurden die "Kriegszitterer" als Rentenneurotiker abgetan, die aus den Kriegsbelastungen keine Ansprüche ableiten durften. In den letzten Jahren nahmen die Opferzuschreibungen epidemisch zu, wurden von den NGOs medial transportiert, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Die Resilienzforschung entdeckte aber auch ein posttraumatisches Wachstum. Gegenwärtig muss darauf geachtet werden, dass die Forderung nach Resilienz nicht der alten Spur des abgehärteten Kriegers folgt, der einfach alles auszuhalten hat. Ein ausgezeichnetes Buch, das die Thematik von Krieg, Tätern und Opfern von allen Aspekten in ihrer historischen Eingebettetheit analysiert. siehe auch: Opelt : Im Schatten des Kriegers: Vater und Sohn, im Kampf, im Tod und im Leben. Zur Psychopathologie der Kinder gefallener Nationalsozialisten

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