Ein Gentleman in Moskau

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»Towles ist ein Meistererzähler.« New York Times Book Review

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Moskau, 1922. Der genussfreudige Lebemann Graf Rostov wird verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest verurteilt, ausgerechnet im Hotel Metropol, dem ersten Haus am Platz. Er muss alle bisher genossenen Privilegien aufgeben und eine Arbeit als Hilfskellner annehmen. Rostov mit seinen 30 Jahren ist ein äußerst liebenswürdiger, immer optimistischer Gentleman. Trotz seiner eingeschränkten Umstände lebt er ganz seine Überzeugung, dass selbst kleine gute Taten einer chaotischen Welt Sinn verleihen. Aber ihm bleibt nur der Blick aus dem Fenster, während draußen Russland stürmische Dekaden durchlebt. Seine Stunde kommt, als eine alte Freundin ihm ihre kleine Tochter anvertraut. Das Kind ändert Rostovs Leben von Grund auf. Für das Mädchen und sein Leben wächst der Graf über sich hinaus.
"Towles ist ein Meistererzähler" New York Times Book Review
"Eine charmante Erinnerung an die Bedeutung von gutem Stil" Washington Post
"Elegant, dabei gleichzeitig filigran und üppig wie ein Schmuckei von Fabergé" O, the Oprah Magazine

Ein wunderbarer Roman, der von der Bestimmung erzählt, die jeder für sich finden muss., Brigitte Wir, 09.10.2017

Details

Verkaufsrang

17173

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Nein

Erscheinungsdatum

08.09.2017

Verlag

Ullstein Verlag

Beschreibung

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ePUB

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Verkaufsrang

17173

Erscheinungsdatum

08.09.2017

Verlag

Ullstein Verlag

Seitenzahl

560 (Printausgabe)

Dateigröße

3639 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

A Gentleman in Moscow

Übersetzer

Susanne Höbel

Sprache

Deutsch

EAN

9783843716192

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Tolle Erzählkunst!

LaberLili am 20.01.2021

Bewertet: eBook (ePUB)

Ich gebe zu, dass ich gar nicht erwartet hatte, dass mir dieser Roman so gut gefallen würde, obschon ich definitiv von vornherein mit keinem Reinfall gerechnet hatte. Aber ich war doch besorgt, dass sich die Geschichte letztlich sehr in all den politischen Unruhen und gesellschaftlichen Umbrüchen vor den Türen des Hotels verheddern würde, aber „Ein Gentleman in Moskau“ ist völlig konzentriert auf diesen Landadligen und sein Dasein im Hotel Metropol, in welchem er sich vom noblen Gast notgedrungen, aber auch voller Raffinesse in neues, gesellschaftlich eher geächtetes Dasein einfügt, ohne tatsächlich geächtet zu werden, denn fortan ist er trotz des neuen Mitarbeiterstatus ein respektiertes Bindeglied zwischen den sich immer stärker auflösenden Gesellschaftsschichten. Graf Rostov ist ein echter Gentleman, wahrlich stilvoll, und seine Hingabe an diese Eleganz zeigt sich sehr überraschend vor Allem zum Schluss, wenn er eher beiläufig bekundet, was er (nie) getan habe und damit seinen seit Jahrzehnten andauernden Hausarrest prinzipiell eher ad absurdum führt und damit die immense Loyalität, der er sich immer ergeben hat, erst enthüllt. Dieses „Geständnis“ fand ich wahrlich verblüffend und zugleich wurde es so kurz und eher nebenher angesprochen, dass mir dessen tatsächliche Bedeutung erst einige Seiten später plötzlich durch den Kopf schoss. Ich fand Rostov eine sehr angenehme Hauptfigur; er ist sehr leger, sehr anpassungsfähig und hadert hier nie mit seiner persönlichen Situation, begegnet den gegenwärtigen Veränderungen mit Neugier, teilweise auch mit besonderer Raffinesse. Das gesamte Leben im Hotel ist so lebensecht dargestellt, dass man sich nahezu selbst in die Szenerie versetzt glaubt; die erzählerische Atmosphäre erinnerte mich stark an die Aura der Gegenwart, von welcher der Film „Grand Hotel Budapest“ erzählte: schick, zurückhaltend, vom äußeren Wandel geprägt, aber voller inniger Beziehungen. „Ein Gentleman in Moskau“ ist einfach ganz wunderbar erzählt, ein Zeugnis guten Benehmens sowie Respekts, ein Schriftstück voller tiefgründigerem Interesse und letztlich der Spiegel eines Umgangs, wie man ihn der Menschheit untereinander gerne wünschen würde; Zusammenhalt auch unter widrigen Umständen und das Bemühen, immer das Beste aus den gegebenen Situationen zu machen, welche man nicht so einfach verändern kann. Zugleich ist aber auch ein Aufruf enthalten, sich gegen das aufzulehnen, was man niemals zu akzeptieren bereit ist und füreinander einzustehen. Ich habe diesen Roman sehr, sehr gerne gelesen; der Inhalt hallt nach, ohne zu bedrücken, ohne zu erdrücken, ohne zu ängstigen, aber man möchte das Gelesene doch nochmals reflektieren. Zumindest erging es mir so und ebenso erging es mir so, dass es mich letztlich ein wenig überraschte, dass die Printausgabe 560 Seiten beinhaltet. Ich fand das erzählte so kurzweilig geschrieben, dass ich kaum drei Abende daran gelesen habe. Würde man in diesem Jahr „Lesetipp“-Stempel mit dem zusätzlichen Druck „Literarisch wertvoll“ auf Bücher stempeln wollen, wäre „Ein Gentleman in Moskau“ sicherlich auf Seiten der Romane, die diesen Aufdruck verdienten! Da mir der Roman im eBook-Format vorliegt, bin ich mir unsicher, ob der Satz tatsächlich dem nun letztlich vertriebenen digitalen Exemplar entspricht: Sollte das Endprodukt tatsächlich mit meinem Vorab-Exemplar identisch sein, ist das Problem der Fußnoten allerdings unbefriedigend gelöst. Nahezu jedes Kapitel beinhaltet zumindest eine „Sternchen-Erklärung“, welche dem Kapitel letztlich angehängt ist, aber zumindest im Falle meines Exemplars waren Sternchen und zugehörige Erläuterung nicht verlinkt, so dass ich häufig am Ende eines Kapitels Erläuterungen vorfand, von denen ich nicht mehr wusste, worauf sie sich eigentlich bezogen. Besondere Verständnisprobleme haben sich zwar nicht vor mir aufgetan, aber diese „Zusammenhanglosigkeit“ bzgl. der Fußnoten fand ich in meinem digitalen Exemplar dann doch schon ein wenig ärgerlich. Dies ist aber auch mein einziger echter Kritikpunkt, wobei ich letztlich aber ohnehin keine tatsächlichen Verständnisschwierigkeiten hatte. Dennoch hätte ich mir da auch in meinem digitalen Leseexemplar ein wenig mehr „Kopplung“ zwischen den betreffenden Textstellen und den entsprechenden Erläuterungen gewünscht.

Tolle Erzählkunst!

LaberLili am 20.01.2021
Bewertet: eBook (ePUB)

Ich gebe zu, dass ich gar nicht erwartet hatte, dass mir dieser Roman so gut gefallen würde, obschon ich definitiv von vornherein mit keinem Reinfall gerechnet hatte. Aber ich war doch besorgt, dass sich die Geschichte letztlich sehr in all den politischen Unruhen und gesellschaftlichen Umbrüchen vor den Türen des Hotels verheddern würde, aber „Ein Gentleman in Moskau“ ist völlig konzentriert auf diesen Landadligen und sein Dasein im Hotel Metropol, in welchem er sich vom noblen Gast notgedrungen, aber auch voller Raffinesse in neues, gesellschaftlich eher geächtetes Dasein einfügt, ohne tatsächlich geächtet zu werden, denn fortan ist er trotz des neuen Mitarbeiterstatus ein respektiertes Bindeglied zwischen den sich immer stärker auflösenden Gesellschaftsschichten. Graf Rostov ist ein echter Gentleman, wahrlich stilvoll, und seine Hingabe an diese Eleganz zeigt sich sehr überraschend vor Allem zum Schluss, wenn er eher beiläufig bekundet, was er (nie) getan habe und damit seinen seit Jahrzehnten andauernden Hausarrest prinzipiell eher ad absurdum führt und damit die immense Loyalität, der er sich immer ergeben hat, erst enthüllt. Dieses „Geständnis“ fand ich wahrlich verblüffend und zugleich wurde es so kurz und eher nebenher angesprochen, dass mir dessen tatsächliche Bedeutung erst einige Seiten später plötzlich durch den Kopf schoss. Ich fand Rostov eine sehr angenehme Hauptfigur; er ist sehr leger, sehr anpassungsfähig und hadert hier nie mit seiner persönlichen Situation, begegnet den gegenwärtigen Veränderungen mit Neugier, teilweise auch mit besonderer Raffinesse. Das gesamte Leben im Hotel ist so lebensecht dargestellt, dass man sich nahezu selbst in die Szenerie versetzt glaubt; die erzählerische Atmosphäre erinnerte mich stark an die Aura der Gegenwart, von welcher der Film „Grand Hotel Budapest“ erzählte: schick, zurückhaltend, vom äußeren Wandel geprägt, aber voller inniger Beziehungen. „Ein Gentleman in Moskau“ ist einfach ganz wunderbar erzählt, ein Zeugnis guten Benehmens sowie Respekts, ein Schriftstück voller tiefgründigerem Interesse und letztlich der Spiegel eines Umgangs, wie man ihn der Menschheit untereinander gerne wünschen würde; Zusammenhalt auch unter widrigen Umständen und das Bemühen, immer das Beste aus den gegebenen Situationen zu machen, welche man nicht so einfach verändern kann. Zugleich ist aber auch ein Aufruf enthalten, sich gegen das aufzulehnen, was man niemals zu akzeptieren bereit ist und füreinander einzustehen. Ich habe diesen Roman sehr, sehr gerne gelesen; der Inhalt hallt nach, ohne zu bedrücken, ohne zu erdrücken, ohne zu ängstigen, aber man möchte das Gelesene doch nochmals reflektieren. Zumindest erging es mir so und ebenso erging es mir so, dass es mich letztlich ein wenig überraschte, dass die Printausgabe 560 Seiten beinhaltet. Ich fand das erzählte so kurzweilig geschrieben, dass ich kaum drei Abende daran gelesen habe. Würde man in diesem Jahr „Lesetipp“-Stempel mit dem zusätzlichen Druck „Literarisch wertvoll“ auf Bücher stempeln wollen, wäre „Ein Gentleman in Moskau“ sicherlich auf Seiten der Romane, die diesen Aufdruck verdienten! Da mir der Roman im eBook-Format vorliegt, bin ich mir unsicher, ob der Satz tatsächlich dem nun letztlich vertriebenen digitalen Exemplar entspricht: Sollte das Endprodukt tatsächlich mit meinem Vorab-Exemplar identisch sein, ist das Problem der Fußnoten allerdings unbefriedigend gelöst. Nahezu jedes Kapitel beinhaltet zumindest eine „Sternchen-Erklärung“, welche dem Kapitel letztlich angehängt ist, aber zumindest im Falle meines Exemplars waren Sternchen und zugehörige Erläuterung nicht verlinkt, so dass ich häufig am Ende eines Kapitels Erläuterungen vorfand, von denen ich nicht mehr wusste, worauf sie sich eigentlich bezogen. Besondere Verständnisprobleme haben sich zwar nicht vor mir aufgetan, aber diese „Zusammenhanglosigkeit“ bzgl. der Fußnoten fand ich in meinem digitalen Exemplar dann doch schon ein wenig ärgerlich. Dies ist aber auch mein einziger echter Kritikpunkt, wobei ich letztlich aber ohnehin keine tatsächlichen Verständnisschwierigkeiten hatte. Dennoch hätte ich mir da auch in meinem digitalen Leseexemplar ein wenig mehr „Kopplung“ zwischen den betreffenden Textstellen und den entsprechenden Erläuterungen gewünscht.

Hausarrest für einen Gentleman

Klara am 20.01.2021

Bewertet: eBook (ePUB)

Armor Towles Roman "Ein Gentleman in Moskau" spielt in der Zeit von 1922 bis 1954. Graf Alexander Iljitsch Rostov, Träger des Ordens des Heiligen Andreas, Mitglied des Jockey-Clubs, Meister der Jagd, geb. am 24. Oktober 1889 in St. Petersburg wird am 21. Juni 1922 für ein 1913 unter seinem Namen veröffentlichtes revolutionäres Gedicht zum Tode verurteilt; die Strafe in Hausarrest in dem luxuriösen Hotel Metropol umgewandelt. Sollte er das Hotel jemals verlassen, wird er erschossen. Nach der Urteilsverkündung kehrt der Graf jedoch nicht in seine herrschaftliche Suite zurück. Ihm wird eine Kammer mit einem Fenster, das nicht größer als eine Briefmarke war, auf dem Dachboden zugeteilt, ein Großteil seines Hab und Gutes geht in Volkseigentum über. Während der nächsten 30 Jahre passt sich der Graf seinem Mikrokosmos an, und vor der Hoteltür nimmt die Geschichte Russlands und der ganzen Welt ihren Lauf. Amor Towles hat einen wundervollen Roman geschrieben, der dem Leser viele Informationen über die Geschichte Russlands und das Leben des Aristokraten Rostov in seiner Jugend in der Provinz Nischni Nowgorod nahebringt. Der Graf ist ein Ästhet, ein Feingeist, ein sehr gebildeter und kultivierter, höflicher und sympathischer Mann, mit einer großen Leidenschaft für Musik und Literatur. Er hat nicht die Arroganz des Aristokraten, der sich auf seinen Status und seinen Reichtum verlässt. Die hat er ohnehin weitgehend verloren. Stattdessen entwickelt er viel menschliches Mitgefühl und ist zu tiefen Bindungen fähig. Er freundet sich nicht nur mit hochrangigen Persönlichkeiten und der wunderschönen Schauspielerin Anna, sondern auch mit dem Portier Wassili, der Schneiderin Marina, dem Barkeeper Andrei und Emile, dem Maître d’Hôtel an. Auch wenn der Graf sich seiner Gefangenschaft ungebeugt stellt und versucht sich anzupassen, ist er einmal so hoffnungslos, dass er bereit ist, sich das Leben zu nehmen. Er entscheidet sich jedoch dafür weiterzuleben. Er wird der neunjährigen Nina ein wunderbarer Freund und Spielkamerad. Sie zeigt ihm die geheimsten Orte des Metropols, und kehrt Jahre später als junge Frau zurück. Sie ist verzweifelt und bittet den Grafen, sich ihrer Tochter Sofia anzunehmen, der er ein liebevoller und aufopferungsvoller Ziehvater ist. Tief verbunden ist er mit seinem Freund Mischka aus Jugendzeiten, der ihn viele Jahre später als den glücklichsten Menschen Russlands bezeichnen wird, denn trotz seiner eingeschränkten Lebensumstände ist er immer noch fähig, Freude und Glück zu empfinden. Er ist auch nicht völlig von der Realität abgeschnitten. Informationen über das Weltgeschehen und die Lage in Russland erhält er von den Bediensteten und Hotelgästen. Ihm bleibt nur der Blick aus dem Fenster, von dem aus er das Bolschoi-Theater und die Mauern des Kreml sieht. Der Graf ist nicht Ich-Erzähler einer eigenen Geschichte. Der Autor lässt sie von einem allwissenden Erzähler in der dritten Person erzählen. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und empfehle ihn uneingeschränkt weiter.

Hausarrest für einen Gentleman

Klara am 20.01.2021
Bewertet: eBook (ePUB)

Armor Towles Roman "Ein Gentleman in Moskau" spielt in der Zeit von 1922 bis 1954. Graf Alexander Iljitsch Rostov, Träger des Ordens des Heiligen Andreas, Mitglied des Jockey-Clubs, Meister der Jagd, geb. am 24. Oktober 1889 in St. Petersburg wird am 21. Juni 1922 für ein 1913 unter seinem Namen veröffentlichtes revolutionäres Gedicht zum Tode verurteilt; die Strafe in Hausarrest in dem luxuriösen Hotel Metropol umgewandelt. Sollte er das Hotel jemals verlassen, wird er erschossen. Nach der Urteilsverkündung kehrt der Graf jedoch nicht in seine herrschaftliche Suite zurück. Ihm wird eine Kammer mit einem Fenster, das nicht größer als eine Briefmarke war, auf dem Dachboden zugeteilt, ein Großteil seines Hab und Gutes geht in Volkseigentum über. Während der nächsten 30 Jahre passt sich der Graf seinem Mikrokosmos an, und vor der Hoteltür nimmt die Geschichte Russlands und der ganzen Welt ihren Lauf. Amor Towles hat einen wundervollen Roman geschrieben, der dem Leser viele Informationen über die Geschichte Russlands und das Leben des Aristokraten Rostov in seiner Jugend in der Provinz Nischni Nowgorod nahebringt. Der Graf ist ein Ästhet, ein Feingeist, ein sehr gebildeter und kultivierter, höflicher und sympathischer Mann, mit einer großen Leidenschaft für Musik und Literatur. Er hat nicht die Arroganz des Aristokraten, der sich auf seinen Status und seinen Reichtum verlässt. Die hat er ohnehin weitgehend verloren. Stattdessen entwickelt er viel menschliches Mitgefühl und ist zu tiefen Bindungen fähig. Er freundet sich nicht nur mit hochrangigen Persönlichkeiten und der wunderschönen Schauspielerin Anna, sondern auch mit dem Portier Wassili, der Schneiderin Marina, dem Barkeeper Andrei und Emile, dem Maître d’Hôtel an. Auch wenn der Graf sich seiner Gefangenschaft ungebeugt stellt und versucht sich anzupassen, ist er einmal so hoffnungslos, dass er bereit ist, sich das Leben zu nehmen. Er entscheidet sich jedoch dafür weiterzuleben. Er wird der neunjährigen Nina ein wunderbarer Freund und Spielkamerad. Sie zeigt ihm die geheimsten Orte des Metropols, und kehrt Jahre später als junge Frau zurück. Sie ist verzweifelt und bittet den Grafen, sich ihrer Tochter Sofia anzunehmen, der er ein liebevoller und aufopferungsvoller Ziehvater ist. Tief verbunden ist er mit seinem Freund Mischka aus Jugendzeiten, der ihn viele Jahre später als den glücklichsten Menschen Russlands bezeichnen wird, denn trotz seiner eingeschränkten Lebensumstände ist er immer noch fähig, Freude und Glück zu empfinden. Er ist auch nicht völlig von der Realität abgeschnitten. Informationen über das Weltgeschehen und die Lage in Russland erhält er von den Bediensteten und Hotelgästen. Ihm bleibt nur der Blick aus dem Fenster, von dem aus er das Bolschoi-Theater und die Mauern des Kreml sieht. Der Graf ist nicht Ich-Erzähler einer eigenen Geschichte. Der Autor lässt sie von einem allwissenden Erzähler in der dritten Person erzählen. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und empfehle ihn uneingeschränkt weiter.

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V. Blos

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Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Welch ein wunderbares Buch! Towles erzählt mit Charme, Warmherzigkeit und feinem Humor von einem Herren, der jahrzehntelang in einem moskauer Hotel festsitzt und dieses nicht verlassen darf. Und nebenbei von einem Jahrhundert russischer Geschichte! Lieblingsbuch.
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Welch ein wunderbares Buch! Towles erzählt mit Charme, Warmherzigkeit und feinem Humor von einem Herren, der jahrzehntelang in einem moskauer Hotel festsitzt und dieses nicht verlassen darf. Und nebenbei von einem Jahrhundert russischer Geschichte! Lieblingsbuch.

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