Produktbild: Ich schwöre!

Ich schwöre!

4

9,99 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.10.2017

Verlag

Tredition

Seitenzahl

216

Maße (L/B/H)

19/12/1,6 cm

Gewicht

235 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7439-5317-8

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.10.2017

Verlag

Tredition

Seitenzahl

216

Maße (L/B/H)

19/12/1,6 cm

Gewicht

235 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7439-5317-8

Herstelleradresse

tredition
Heinz-Beusen-Stieg 5
22926 Ahrensburg
DE

Email: support@tredition.com

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IS-Rekrutierung humorvoll erzählt

Aischa aus Kissing am 29.01.2018

Bewertungsnummer: 1079132

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

"Ich schwöre!" ist die Geschichte von Lenny, einem jungen Sportstudenten und dessen muslimischen Freunden Yussuf und Faris, die in die Fänge von IS-Rekrutierern gelangen. Lenny versteht die Welt nicht mehr, denn weder der philosophisch veranlagte Yussuf noch Faris, der in der Mucki-Bude den Mädels hinterher gafft, sind bislang großartig als praktizierende Moslems in Erscheinung getreten. Ein Fundamentalist, der für den IS rekrutiert, findet über einen "Literaturkreis" im örtlichen Jugendtreff Zugang zu den beiden, die sich rasant radikalisieren und schon bald als IS-Kämpfer nach Syrien gehen wollen. Lenny möchte die beiden davon abhalten, ihnen auf eigene Faust helfen und gerät dabei in absurd komische Situationen. So findet er sich mit angeklebtem Bart an einem Infostand in der Fußgängerzone wieder, wo er erklären soll, wieso Moslems in ihrer Religionsausübung unterdrückt werden. Oder er versucht sich in Tarnklamotten und mit Platzpatronen mit seinen Kumpels bei einer Schießübung im Unterholz. Der Autor veröffentlicht diesen Roman unter Pseudonym - und das kommt nicht von ungefähr: Die Geschichte wird mit einer großen Portion Witz und Ironie erzählt - und spätestens seit dem Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" nach Veröffentlichung einer Mohammed-Karrikatur wissen wir, dass Salafisten nur bedingt über sich selbst lachen können. Der Witz ist aber eine der großen Stärken des Romans: Die Sprache ist sehr locker, humorvoll, der erhobene Zeigefinger fehlt völlig. Ja, auch ein so (bedeutungs)schweres Thema wie islamischer Fundamentalismus und Radikalisierung Jugendlicher kann mit Scherzen und Leichtigkeit behandelt werden. Was mich etwas gestört hat ist, dass gleichzeitig noch die Liebesgeschichte zwischen Lenny und Anna, einer jungen Rollstuhlfahrerin, eingeflochten wird. Für mich ist dies ohne wirklichen Bezug zum eigentlichen Thema, eher wird noch ein Nebenschauplatz ("Umgang mit Behinderten") eröffnet. Lieber wäre mir stattdessen gewesen, wenn man mehr Einblick in die Gefühlswelt von Yussuf und Faris erhalten hätte. So kann man leider über ihre Beweggründe, sich dem IS anzuschließen, nur spekulieren. Schön wäre auch - bei aller Leichtigkeit - ein kurzer Anhang mit Beratungs- und Anlaufstellen zur Problematik gewesen. In jedem Fall aber ist "Ich schwöre!" ein sehr unterhaltsamer Roman zu einer ernsten Thematik, der viel Anlass zu Diskussionen bietet.

IS-Rekrutierung humorvoll erzählt

Aischa aus Kissing am 29.01.2018
Bewertungsnummer: 1079132
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

"Ich schwöre!" ist die Geschichte von Lenny, einem jungen Sportstudenten und dessen muslimischen Freunden Yussuf und Faris, die in die Fänge von IS-Rekrutierern gelangen. Lenny versteht die Welt nicht mehr, denn weder der philosophisch veranlagte Yussuf noch Faris, der in der Mucki-Bude den Mädels hinterher gafft, sind bislang großartig als praktizierende Moslems in Erscheinung getreten. Ein Fundamentalist, der für den IS rekrutiert, findet über einen "Literaturkreis" im örtlichen Jugendtreff Zugang zu den beiden, die sich rasant radikalisieren und schon bald als IS-Kämpfer nach Syrien gehen wollen. Lenny möchte die beiden davon abhalten, ihnen auf eigene Faust helfen und gerät dabei in absurd komische Situationen. So findet er sich mit angeklebtem Bart an einem Infostand in der Fußgängerzone wieder, wo er erklären soll, wieso Moslems in ihrer Religionsausübung unterdrückt werden. Oder er versucht sich in Tarnklamotten und mit Platzpatronen mit seinen Kumpels bei einer Schießübung im Unterholz. Der Autor veröffentlicht diesen Roman unter Pseudonym - und das kommt nicht von ungefähr: Die Geschichte wird mit einer großen Portion Witz und Ironie erzählt - und spätestens seit dem Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" nach Veröffentlichung einer Mohammed-Karrikatur wissen wir, dass Salafisten nur bedingt über sich selbst lachen können. Der Witz ist aber eine der großen Stärken des Romans: Die Sprache ist sehr locker, humorvoll, der erhobene Zeigefinger fehlt völlig. Ja, auch ein so (bedeutungs)schweres Thema wie islamischer Fundamentalismus und Radikalisierung Jugendlicher kann mit Scherzen und Leichtigkeit behandelt werden. Was mich etwas gestört hat ist, dass gleichzeitig noch die Liebesgeschichte zwischen Lenny und Anna, einer jungen Rollstuhlfahrerin, eingeflochten wird. Für mich ist dies ohne wirklichen Bezug zum eigentlichen Thema, eher wird noch ein Nebenschauplatz ("Umgang mit Behinderten") eröffnet. Lieber wäre mir stattdessen gewesen, wenn man mehr Einblick in die Gefühlswelt von Yussuf und Faris erhalten hätte. So kann man leider über ihre Beweggründe, sich dem IS anzuschließen, nur spekulieren. Schön wäre auch - bei aller Leichtigkeit - ein kurzer Anhang mit Beratungs- und Anlaufstellen zur Problematik gewesen. In jedem Fall aber ist "Ich schwöre!" ein sehr unterhaltsamer Roman zu einer ernsten Thematik, der viel Anlass zu Diskussionen bietet.

Persönlichkeitsveränderung

Bewertung aus Hahnenbach am 19.02.2018

Bewertungsnummer: 1083953

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Cover des Buches "Ich schwöre" von Marc Hudek vermittelt dem Betrachter schon auf den ersten Blick, welches Thema in diesem Buch angesprochen wird: Salafismus. Deshalb ist anzunehmen, der Autor schreibt aus gutem Grund unter einem Pseudonym. Dabei liest sich das Buch sehr gut und ist in einer saloppen und jungen Sprache verfasst. Es fängt alles recht harmlos an. Wir lernen den Protagonisten Lenny, ein etwas gehemmter Sportstudent, kennen. Er stammt aus einem ganz normalen Elternhaus der unteren Einkommensklasse. Wie viele tausend andere junge Männer auch. Seine besten Freunde sind Yussuf, der in der Philosophie beheimatet ist und immer denkt, sowie der einfach gestickte Faris, der den Mädchen gerne auf den Po schaut und es sich auch sonst gut gehen lässt. Dass sie Muslime sind, war in ihrer ganzen, bisherigen Freundschaft kein großes Thema, nahmen alle eine Glaubenszugehörigkeit nicht sonderlich wichtig. Doch plötzlich wird alles anders. Yussuf und Faris verkehren in angeblichen Literaturkreisen, in denen Lenny ausgeschlossen bleibt. Doch das ist nicht was Lenny besorgt. Es sind die veränderte Verhaltensweisen seiner Freunde. Sie entgleiten ihm, werden ihm fremd. Dem Autor gelingt es sehr gut zu beschreiben, wie sich das Wesen, die Sprache und Ausdrucksweise der beiden muslimischen Freunde wandelt. Anfangs ist es nur ein Gefühlt von Lenny und es dauert eine ganze Zeit bis er sich sicher ist, was mit seinen Freunden passiert. Doch da sind diese schon mitten drin in der Szene, keinem Gegenargument mehr zugänglich. Wie kommt es, dass junge Männer, die in einer freien Welt aufgewachsen sind sich dazu entscheiden, Kämpfer des IS zu werden? Was fasziniert einen jungen Mann, der bisher nie gewaltbereit auftrat daran, in einen Glaubenskrieg zu ziehen? Selbst die Eltern der beiden jungen Männer sind fassungslos und haben keine Erklärungen dafür. Lenny versucht mit allen Mitteln - auch als verkleideter Muslime - seine beiden Freunde von ihrem Vorhaben abzubringen. Dieses Kapitel ist urkomisch. Wie anfangs gesagt, der Roman ist in einem lockeren Ton geschrieben und wird gleichzeitig dem tödlichen Ernst des Themas gerecht. Dass zur Auflockerung auch noch eine Liebesgeschichte mit Lenny und Anna eingeflochten wurde, verleiht dem Buch bei der ganzen Dramatik auch noch etwas Romantik. Mich hat das vorliegende Werk sehr angesprochen.

Persönlichkeitsveränderung

Bewertung aus Hahnenbach am 19.02.2018
Bewertungsnummer: 1083953
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Cover des Buches "Ich schwöre" von Marc Hudek vermittelt dem Betrachter schon auf den ersten Blick, welches Thema in diesem Buch angesprochen wird: Salafismus. Deshalb ist anzunehmen, der Autor schreibt aus gutem Grund unter einem Pseudonym. Dabei liest sich das Buch sehr gut und ist in einer saloppen und jungen Sprache verfasst. Es fängt alles recht harmlos an. Wir lernen den Protagonisten Lenny, ein etwas gehemmter Sportstudent, kennen. Er stammt aus einem ganz normalen Elternhaus der unteren Einkommensklasse. Wie viele tausend andere junge Männer auch. Seine besten Freunde sind Yussuf, der in der Philosophie beheimatet ist und immer denkt, sowie der einfach gestickte Faris, der den Mädchen gerne auf den Po schaut und es sich auch sonst gut gehen lässt. Dass sie Muslime sind, war in ihrer ganzen, bisherigen Freundschaft kein großes Thema, nahmen alle eine Glaubenszugehörigkeit nicht sonderlich wichtig. Doch plötzlich wird alles anders. Yussuf und Faris verkehren in angeblichen Literaturkreisen, in denen Lenny ausgeschlossen bleibt. Doch das ist nicht was Lenny besorgt. Es sind die veränderte Verhaltensweisen seiner Freunde. Sie entgleiten ihm, werden ihm fremd. Dem Autor gelingt es sehr gut zu beschreiben, wie sich das Wesen, die Sprache und Ausdrucksweise der beiden muslimischen Freunde wandelt. Anfangs ist es nur ein Gefühlt von Lenny und es dauert eine ganze Zeit bis er sich sicher ist, was mit seinen Freunden passiert. Doch da sind diese schon mitten drin in der Szene, keinem Gegenargument mehr zugänglich. Wie kommt es, dass junge Männer, die in einer freien Welt aufgewachsen sind sich dazu entscheiden, Kämpfer des IS zu werden? Was fasziniert einen jungen Mann, der bisher nie gewaltbereit auftrat daran, in einen Glaubenskrieg zu ziehen? Selbst die Eltern der beiden jungen Männer sind fassungslos und haben keine Erklärungen dafür. Lenny versucht mit allen Mitteln - auch als verkleideter Muslime - seine beiden Freunde von ihrem Vorhaben abzubringen. Dieses Kapitel ist urkomisch. Wie anfangs gesagt, der Roman ist in einem lockeren Ton geschrieben und wird gleichzeitig dem tödlichen Ernst des Themas gerecht. Dass zur Auflockerung auch noch eine Liebesgeschichte mit Lenny und Anna eingeflochten wurde, verleiht dem Buch bei der ganzen Dramatik auch noch etwas Romantik. Mich hat das vorliegende Werk sehr angesprochen.

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