Das Thriller-Debüt von Nina Laurin - das Neueste für Fans dunkler, rasanter Psychospannung aus den USA.
Eigentlich hat Lane Moreno längst aufgegeben. Seit zehn Jahren versucht die 24-Jährige im Drogennebel zu vergessen, was man ihr angetan hat: wie sie als Kind entführt und vier Jahre lang missbraucht wurde, bis ihr hochschwanger die Flucht gelang; dass man ihren Peiniger nie gefasst hat, weil sie sich nicht erinnern konnte; dass ihre Tochter zur Adoption freigegeben wurde.
Doch als Lane eines Tages an einem Vermisstenplakat vorbeistolpert, starrt ihr die Vergangenheit mitten ins Gesicht: Die Gesuchte - Olivia Shaw, 10 Jahre alt - ist praktisch ihr Ebenbild. Um Olivia zu retten, muss Lane sich ihren Dämonen stellen - und einer Wahrheit, die sie zerstören könnte.
Kundinnen und Kunden meinen
3.6/5.0
Der Medienblogger
4/5
04.04.2019
eBook (ePUB 3)
Abwechslungsreicher und mitreißender Psychothriller, der durch seine durchweg düstere Atmosphäre brilliert.
Der Psychothriller bezeichnet per definitionem ein Subgenre des Literaturgenres Thriller. Von seiner Übergattung unterscheidet er sich insofern, dass der sich zwischen den Hauptfiguren entfaltende Konflikt „eher geistig oder emotional als physisch“ ist. Im April vergangenen Jahres erschien im Knaur-Verlag der Debütroman der kanadischen Autorin Nina Laurin, der auf Deutsch den sperrigen Titel „Escape – Wenn die Angst dich einholt“ trägt. Welche Charakteristika das vorliegende Werk seiner auf dem Cover prangenden Gattung erfüllt und ob die Lektüre der aufzuwendenden Lesezeit würdig ist, das erfährst du in der folgenden Rezension.
Bereits in den ersten Kapiteln, in denen sich die vielschichtige Handlung wie ein gigantischer Schmetterling seine gewaltigen Flügel entfaltet, stellt Laurin eindrücklich unter Beweis, dass sie schreiben kann. Dabei legt sie eine ununterbrochen, ja, fast penetrant permanent düstere Atmosphäre an den Tag und labt sich in der morbiden Neugierde ihres Lesepublikums.
Leider ist es bei Psychothrillern der Fall, dass oft als Mittel zum Zweck kühle Distanz zwischen Leser und Figuren herrscht. Diesen Eindruck habe ich in dieser Lektüre nicht. Die personale Ich-Erzählperspektive ermöglicht uns einen intensiven Blick in das Innenleben der Protagonistin, die mit den emotionalen Auswirkungen ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat und sich gleichzeitig der aktuellen Bedrohung ausgesetzt fühlt. Da benötigt es nicht einmal ein Übermaß an Empathie; man kann im Anbetracht der ernsten Lage nur bruchstückhaft nachempfinden, wie es der Hauptfigur ergehen muss. Einige zu impulsiv getroffene Entscheidungen, die jeglicher Logik entbehren, werfen mich jedoch teilweise aus dem spannenden Trip heraus.
Wenn ich behaupte, das vorliegende Buch ist ein wahres Suchtmittel, dann stimmt das hier auf zweierlei Ebenen – die Protagonistin verliert sich im Verlauf der Handlung immer mehr in ihrem Trip, den sie als Fluchtweg aus der schrecklichen Realität aufsucht, aber auch das Lesen der Lektüre gleicht einer Droge, der man nicht entziehen kann. Zahlreiche, unvorhergesehene Plot-Twists, die geschickt in die Geschichtenstränge eingewoben sind, garantieren ein abwechslungsreiches Lesevergnügen, bei dem man als Genre-Fan auf seine vollen Kosten kommt.
Die wenigen Nebenfiguren, die in dem Handlungsgebilde integriert werden, erfahren nötige emotionale Tiefe und Glaubwürdigkeit, als dass sie beim Fortschreiten der Geschichte ihren rechtmäßigen Teil leisten und nicht hinderlich sind. Jedoch bleiben einige Motivationen und Beweggründe zu sehr im Hintergrund. Einen größeren Fokus auf die Figuren „außerhalb des Scheinwerferkegels“ und mehr Erzählzeit zum Ausarbeiten dieser, so wie es bei der Protagonistin einwandfrei funktioniert, wäre definitiv wünschenswert gewesen.
Schön finde ich, beobachten zu können, wie sich das Werk von Kapitel zu Kapitel in seiner Dramatik, Bedrohlichkeit, Dynamik steigert. Man versinkt wie die Protagonistin in den unendlichen Weiten des Wahnsinns und wird sog-artig in die Tiefe der kippenden Handlung gezogen. Eine leicht überraschende und zufriedenstellende Auflösung beendet ein atmosphärisches Lesevergnügen der Bestklasse.
„Escape – Wenn die Angst dich einholt“ kann alles einhalten, was der Klappentext verspricht. Es ist ein abwechslungsreicher und mitreißender Psychothriller, der durch seine durchweg düstere Atmosphäre brilliert.
Durch einige Schwächen, die das ansonsten makellose Erscheinungsbild des Werks trüben, vergebe ich hier sehr gute vier von fünf möglichen Sternen, mit deutlicher Tendenz nach oben.
claudi-1963
aus Schwaben
4/5
30.04.2018
eBook (ePUB 3)
Wen ein traumatisches Erlebnis und Angst dein Leben bestimmen
"Wieso wird die täglich millionenfach stattfindende Vergewaltigung von Kindern beschönigend nur als sexueller Missbrauch bezeichnet?" (Lilo Keller)
Als 3 Jahre nach ihrer Entführung und sexuellem Missbrauch die 13-jährige Ella Santos von ihrem Peiniger freigelassen wird, ist sie für ihr Leben gezeichnet und trägt sein Kind in sich. Zehn Jahre später inzwischen ist aus Ella Santos, Laine Moreno geworden. Vergeblich versucht sie noch immer die Erlebnisse von damals zu vergessen, in dem sie sich mit Drogen und Tabletten über Wasser hält. Was aus ihrem Kind geworden ist weiß sie nicht, da es ihr nach der Geburt sofort weggenommen wurde. Dass man den Täter nie fassen konnte, hat hauptsächlich damit zu tun, das Laine sich an vieles nicht mehr erinnert. Jahrelang wurde sie in eine Einrichtung gesteckt, aber nie wirklich gegen das Trauma behandelt. Doch dann sieht sie eines Tages bei ihrer Arbeit im Supermarkt, das Plakat eines vermissten Mädchens. Olivia Shaw ist 10 Jahre alt und sieht aus, wie Laine aus dem Gesicht geschnitten. Laine ist klar, es ist ihr Kind und niemand anderes als ihr damaliger Peiniger kann Olivia entführt haben. Doch um Olivia zu helfen muss sie sich ihrem schlimmsten Dämon stellen und der Wahrheit über ihre Vergangenheit stellen, doch die werden sie an ihre psychischen Grenzen bringen. ---
Meine Meinung:
Die Kurzinfo dieses Buches hat mich neugierig gemacht, diesen Debütroman der Autorin zu lesen. Das Cover mit dem wegrennenden Kind zeigt ein wenig, warum es inhaltlich geht. Der Schreibstil ist zwar an manchen Stellen ein wenig verwirrend, doch im Großen und Ganzen fand ich die Geschichte sehr unterhaltsam. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, vor allem die traumatisierte und psychisch angeschlagene Laine, die sich immer wieder selbst und auch andere belügt, um überhaupt mit dem jetzigen Leben klar zu kommen. Manchmal jedoch wird das ganze ein wenig verworren, vor allem als sie auf die Suche nach ihrer Vergangenheit geht. Ein wenig fehlte dann dem ganzen Buch auch der Thrill, da der psychische und labile Aspekt der Protagonistin die ganze Geschichte doch ziemlich überlagert. Erst gegen Ende kommt der richtig spannende Showdown, der für manchen Leser sicher zu wenig war. Ich allerdings fand die Geschichte trotzdem interessant, da man so auch mal die Folgen einer solchen Entführung und dem jahrelangen Missbrauch vor Augen gehalten bekam. Was es mit einem Menschen macht, wen man nach Jahren immer noch so traumatisiert ist, das einem nur Tabletten und Drogen das Leben erträglich machen, das hat die Autorin hier sehr gut geschildert. Auch wenn ich den Täter vermutet hatte, war das Ende des Buches dann doch überraschend für mich gewesen. Nur leider erfährt man recht wenig über ihn selbst und seinem eigentlichen Motiv, den alles fokussiert sich in diesem Buch doch auf Laines teilweise ausschweifenden Exzesse und Abstürze. Dass manchem Leser dadurch der Charakter zu viel wird, kann ich gut nachvollziehen. Von daher denke ich, das dieses Buch für reine Thriller Leser wenig interessant ist, sondern eher für Leser die sich für pyschologische Aspekte interessieren. Deshalb bekommt das Buch von mir 4 von 5 Sterne.
claudi
aus Stuttgart
4/5
30.04.2018
eBook (ePUB 3)
"Wieso wird die täglich…
"Wieso wird die täglich millionenfach stattfindende Vergewaltigung von Kindern beschönigend nur als sexueller Missbrauch bezeichnet?" (Lilo Keller) Als 3 Jahre nach ihrer Entführung und sexuellem Missbrauch die 13-jährige Ella Santos von ihrem Peiniger freigelassen wird, ist sie für ihr Leben gezeichnet und trägt sein Kind in sich. Zehn Jahre später inzwischen ist aus Ella Santos, Laine Moreno geworden. Vergeblich versucht sie noch immer die Erlebnisse von damals zu vergessen, in dem sie sich mit Drogen und Tabletten über Wasser hält. Was aus ihrem Kind geworden ist weiß sie nicht, da es ihr nach der Geburt sofort weggenommen wurde. Dass man den Täter nie fassen konnte, hat hauptsächlich damit zu tun, das Laine sich an vieles nicht mehr erinnert. Jahrelang wurde sie in eine Einrichtung gesteckt, aber nie wirklich gegen das Trauma behandelt. Doch dann sieht sie eines Tages bei ihrer Arbeit im Supermarkt, das Plakat eines vermissten Mädchens. Olivia Shaw ist 10 Jahre alt und sieht aus, wie Laine aus dem Gesicht geschnitten. Laine ist klar, es ist ihr Kind und niemand anderes als ihr damaliger Peiniger kann Olivia entführt haben. Doch um Olivia zu helfen muss sie sich ihrem schlimmsten Dämon stellen und der Wahrheit über ihre Vergangenheit stellen, doch die werden sie an ihre psychischen Grenzen bringen. Meine Meinung: Die Kurzinfo dieses Buches hat mich neugierig gemacht, diesen Debütroman der Autorin zu lesen. Das Cover mit dem wegrennenden Kind zeigt ein wenig, warum es inhaltlich geht. Der Schreibstil ist zwar an manchen Stellen ein wenig verwirrend, doch im Großen und Ganzen fand ich die Geschichte sehr unterhaltsam. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, vor allem die traumatisierte und psychisch angeschlagene Laine, die sich immer wieder selbst und auch andere belügt, um überhaupt mit dem jetzigen Leben klar zu kommen. Manchmal jedoch wird das ganze ein wenig verworren, vor allem als sie auf die Suche nach ihrer Vergangenheit geht. Ein wenig fehlte dann dem ganzen Buch auch der Thrill, da der psychische und labile Aspekt der Protagonistin die ganze Geschichte doch ziemlich überlagert. Erst gegen Ende kommt der richtig spannende Showdown, der für manchen Leser sicher zu wenig war. Ich allerdings fand die Geschichte trotzdem interessant, da man so auch mal die Folgen einer solchen Entführung und dem jahrelangen Missbrauch vor Augen gehalten bekam. Was es mit einem Menschen macht, wen man nach Jahren immer noch so traumatisiert ist, das einem nur Tabletten und Drogen das Leben erträglich machen, das hat die Autorin hier sehr gut geschildert. Auch wenn ich den Täter vermutet hatte, war das Ende des Buches dann doch überraschend für mich gewesen. Nur leider erfährt man recht wenig über ihn selbst und seinem eigentlichen Motiv, den alles fokussiert sich in diesem Buch doch auf Laines teilweise ausschweifenden Exzesse und Abstürze. Dass manchem Leser dadurch der Charakter zu viel wird, kann ich gut nachvollziehen. Von daher denke ich, das dieses Buch für reine Thriller Leser wenig interessant ist, sondern eher für Leser die sich für pyschologische Aspekte interessieren. Deshalb bekommt das Buch von mir 4 von 5 Sterne.
Bewertung
3/5
30.04.2018
eBook (ePUB 3)
Gelungenes Debüt
Laine Moreno lebt ein einfaches Leben. Eher schlecht als recht kommt sie über die Runden und müht sich mit zwei Jobs ab. Als sie jedoch das Vermisstenplakat eines 10-jährigen Mädchens sieht, das ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist, stellt das ihr Leben auf den Kopf. An ihre eigene Entführung vor 13 Jahren erinnert aus der sie nach drei Jahren Hochschwanger entfliehen kann, ist ihr klar: Das ist ihre Tochter und es ist der Selbe Entführer!
Zusammen mit dem Polizisten, der sie vor zehn Jahren gefunden hat, macht sie sich auf die Suche, aber es ist schwer, wenn man noch mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat.
Nina Laurins erster Roman ist gut gedacht, und obwohl sich die Spannung nicht so aufbaut, wie erwünscht, möchte man als Leser doch gerne wissen wie es weiter geht.
Lenibert
5/5
29.12.2018
Buch (Taschenbuch)
spannend bis zum Schluss
Bis zum Schluss war es spannend und verwinkelt geschrieben, stets eine neue, teils unerwartete Offenbarung. Wer Psychothriller liebt wird dieses Buch erst wieder aus der Hand legen, sobald es ausgelesen ist!
Sie hatte Ihr größtes Opfer fast vergessen. Nun muss Sie Ihre Ängste überwinden und sich der Vergangenheit stellen.
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