Produktbild: So enden wir

So enden wir Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

14.03.2018

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

233 (Printausgabe)

Dateigröße

2088 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Meia noite e vinte

Sprache

Deutsch

EAN

9783518756997

Beschreibung

Rezension

»Ein radikal zeitgenössiches Buch, meisterhaft erzählt.«
Folha de S. Paulo

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
  • alle Texte können angepasst werden

Erscheinungsdatum

14.03.2018

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

233 (Printausgabe)

Dateigröße

2088 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Meia noite e vinte

Sprache

Deutsch

EAN

9783518756997

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  • Bewertung

    5/5

    16.05.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein brasilianisch-portugiesisch...

    Ein brasilianisch-portugiesisch übersetztes Stipendiat, das in ebenjener exotischen Kulisse anberaumt ist. Eine zeitgenössische Geschichte, die den Sprung zum Digitalen abzeichnet.

  • Circlestones Books Blog

    5/5

    09.04.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Generation Aufbruch der 90er auf der Suche nach ihren Träumen - ein zeitloses Thema, modern interpretiert

    "Ich glaubte an die Zukunft, an die Kreativwirtschaft und an die Kraft des Kapitalismus, mit den eigenen Widersprüchen klarzukommen, einschließlich der Apokalypsen." (Zitat Seite 106) Ende der 90er Jahre in Brasilien eroberten sie die digitale Welt mit ihrem kontroversiellen Online-Magazin „Orangotango“. Vier Freunde - Aurora, Emiliano, Antero und Andrei Dukelsky, genannt „Duke“. Ihr Leben war wild, immer bereit, die bekannten Strukturen aufzubrechen, kulturelles Neuland zu betreten. Ihre Wege trennten sich. Emiliano war weiterhin als Journalist tätig, während Antero eine sehr erfolgreiche Werbefirma aufgebaut hat. Aurora hat sich für ein Biologiestudium entschieden und arbeitet an ihrer Dissertation über den Biorhythmus von Zuckerrohr. Duke wurde ein erfolgreicher Schriftsteller mit einer großen Fangemeinde - doch 2014 wird er bei einem Raubüberfall ermordet. Bei seinem Begräbnis beginnen sich die drei Freunde zu fragen, was aus ihnen und ihren Träumen geworden ist und vor allem, wer war Duke wirklich und was bedeutet sein Vermächtnis? Der Autor legt uns hier einen Generationenroman vor, das Dilemma einer mit allen Möglichkeiten der neuen digitalen Welt aufgewachsenen, intellektuellen Jugend, die sich selbst jedoch mit den Jahren irgendwie verloren hat, in der Realität verunsichert, vereinsamt, aber sich gleichzeitig den intensiven Lebenshunger erhalten hat. Er siedelt seine Geschichte mitten in den chaotischen Zuständen der Proteste und Streiks 2014 an, in den Städten Porto Alegre und Sao Paulo. Thema dieses Romans ist natürlich auch die wirtschaftliche Situation in Brasilien, die Demonstrationen der unzufriedenen Bevölkerung, doch das Kernthema sind die vernetzte Konsumwelt und die schillernde Welt der sozialen Medien, der sich niemand entziehen kann. Selbst die sexuellen schnellen Bedürfnisse lassen sich einfacher in der virtuellen Welt ausleben, als in persönlichen Begegnungen. Der sprachgewaltige Roman ist in der Ich-Form geschrieben, jedoch mehrmals zwischen den Personen Aurora, Emiliano, Antero wechselnd. Duke als Hauptprotagonist tritt, da der Roman mit der Nachricht von seinem Tod beginnt, nur in den Rückblicken und Erinnerungen seiner Freunde und Partnerin gleichsam aus dem Schatten in den Vordergrund. Ein nach wie vor kreativer, erfolgreicher Schriftsteller, gibt er in seinen Büchern und in den sozialen Medien immer ein perfektes Bild ab, wer er wirklich ist, weiß niemand. Er bringt das Dilemma der Generation Internet am besten auf den Punkt, indem er sich selbst plötzlich vollkommen zurückzieht und schon in jungen Jahren Vorkehrungen für sein virtuelles Erbe trifft. Antero dagegen, das erwachsen gewordene Enfant terrible, nützt sein Können und Wissen von der Wirkung der global vernetzten Marketingstrategien gekonnt aus, obwohl er genau diese Mechanismen im Grunde verachtet. Aurora dagegen hat sich für die Wissenschaft entschieden, sich macht sich Sorgen um die ökologische Zukunft der Menschen und der Erde, forscht akribisch, um sich in einer Männer dominierten Welt der Wissenschaft durchzusetzen. Natürlich will sie in ihrem Fachgebiet auch erfolgreich sein. Nur Emiliano ist Journalist geblieben, er schreibt unabhängig und kritisch und als er mit der Biografie von Duke beauftragt wird, weigert er sich zunächst, sagt aber dann doch zu und beginnt zu recherchieren. Er will vor allem den Menschen Duke zeigen. In diesem modernen Roman zeigt Daniel Galera Probleme auf, die im Grunde zeitlos sind. Wie viele ehemals stürmische, unangepasste 68er sehen sich irgendwann um und müssen feststellen, dass sie bequem und zutiefst bürgerlich geworden sind, in genau jenem Establishment, gegen das sie in ihrer Jugend demonstriert haben. So ähnlich geht es nun der ebenfalls rebellierenden Jugend der späten 90er, die sich der vielfältigen Möglichkeiten moderner Informationstechnologien für eine völlig neue Art der Kultur einer globalen Vernetzung ihrer gesellschaftskritischen Anliegen bediente und nun, erwachsen im Alltag einer Karriere-orientierten Gesellschaft angekommen, resignierend fragt, ob es das ist, wofür man mit jugendlichem Idealismus gekämpft hat. Es sind Themen, über die wohl jeder Leser schon nachgedacht hat, die durch diesen Roman vielleicht neue Sichtweisen bekommen und die sich sicher nicht mit der letzten Seite dieses Buches abschließen lassen. Wer sich auf diesen Autor, seine Themen und seine Sprache einlässt, muss sich Zeit nehmen. Ein erster Test ist der allererste Satz dieses Romans, der über dreizehn gedruckte Zeilen geht und den man in einer Buchhandlung oder in einer Leseprobe lesen sollte. Man sollte auch bereit sein für eine manchmal harte, beinahe brutale Ausdruckweise und entsprechende Gedankenbilder. Dennoch ist der Autor nie wirklich destruktiv und er entlässt seine Protagonisten und Leser mit einem Ausblick in eine positive Zukunft, ein leises Bild, neue Erkenntnisse, neue Energien.

  • Kaffeeelse

    4/5

    05.04.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    und plötzlich kommt der Tod

    Dieses Buch beschreibt das Miteinander von den drei ehemaligen Freunden Aurora, Emiliano und Antero, nachdem sie erfahren, dass der Vierte in ihrer Runde ermordet wurde. Sie treffen sich nach 15 Jahren wieder, zur Beerdigung ihres ehemals besten Freundes Andrei, ein ehemaliger erfolgreicher Autor, und fangen an zu sinnieren über das Früher und das Heute. Damals waren alle in einem Blog zusammengekommen, sie studierten an der Uni, waren in der Underground Szene von Porto Alegre unterwegs, eher links orientiert, hatten ein Fanzine Orangotango, verfassten darin systemkritische Texte; aber auch pornografische Geschichten, Gedichte, Filme; Links, Film- und Plattenkritiken und von Drogen, Müßiggang und Poststrukturalisten beeinflusste Manifeste. Jetzt hat sich ihr Leben deutlich verändert, Aurora steht kurz vor der Doktorarbeit in Biologie, Emiliano ist freier Journalist und Antero ist Chef einer nicht unbedeutenden Werbeagentur. Und durch den Tod des Freundes kommen alle ins Nachdenken. Es geht um Veränderung, um das Leben, um frühere und heutige Ziele. Und es geht auch um Gefühle, um Anziehung, um Liebe, um Einsamkeit, um Trauer, um Verlust. Und es geht um Selbstdarstellung, um den Wert des Einzelnen in der Gesellschaft. Und es geht auch um profanen Sex, der sehr ehrlich erzählt wird. Das Ganze ist schon recht viel für dieses Buch. Aber nein, Herr Galera entwirft noch ein kleines Bild des heutigen Brasilien; Streiks, Gewalt, Armut, Korruption, die Rolle der Mächtigen werden besprochen. Und das Ganze vor dem tollen Bild/Stilmittel der übergroßen Hitze, die plötzlich herrscht und die Menschen an den Rand des Ertragbaren bringt. Und das Ganze wiederum vor dem Hintergrund der bald untergehenden Erde, von uns Menschen verursacht. Und das Ganze in einer ganz eigenen Sprache, die berührt, anspricht, abstößt, aber immer sehr ehrlich rüberkommt, manchmal auch brachial rüberkommt. Manchmal denkt man muss das sein. Aber ja, das muss ganz genauso sein. Denn nur genauso erzielt Herr Galera Aufmerksamkeit und einen Disput. Und das besonders Schöne an diesem Buch ist der Vergleich, den man automatisch zwischen sich und den Hauptakteuren anstellt. Und die eigenen Gedanken, die ins damals strömen, und eigene Bilder hochholen. Dabei beschreibt der Autor recht ruhig und beobachtend, fast etwas kalt. Aber manchmal bricht auch das pure Gefühl hervor und das konnte ich besonders genießen. Dieses Buch ist nicht so die Geschichte, es wird nicht im normalen Sinne erzählt, es ist nicht so die Handlung zu finden. Es ist eher so ein Wabern zwischen den verschiedenen Charakteren und ihren Deutungen/Empfindungen. Lest es und entscheidet selbst. Für mich ist es toll geschrieben.

  • Bewertung

    aus Braunau am Inn

    4/5

    10.03.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sprachrohr der Gesellschaft

    Unruhen auf den Straßen. Korruption, Gewalt und die bevorstehende Weltmeisterschaft 2014 dominieren die Gesellschaft in Porto Alegre. Inmitten dieser Krisengesellschaft begegnet uns eine Clique bestehend aus Menschen, die ein divergierendes Leben suchen, fernab von der Moderne. Nostalgisch wünschen sie sich das Jahr vor der Jahrtausendwende zurück, als die Welt noch lebenswert war. Im neuen Jahrtausend gibt es diese Welt nicht mehr. Sie ist vergessen und verloren. Emiliano, Aurero, Antero und Andrei schrieben in ihrer Jugend in einem Blog, welchen sie Orangotango nannten. Unbewusst lösten sie eine Bewegung los, die von vielen Menschen verfolgt wurde. Sie waren provokant, polarisierten die Thematiken der Zeit und suchten die Wahrheit. Viele Jahre später merken sie erst, welche Wirkung sie damals auf die Menschen hatten. Zudem ist aus den einzelnen Protagonisten etwas geworden. Emiliano wurde Journalist, Aurero Dr. in Biowissenschaften, Antero ein Millionär durch Marketing und Andrei erfolgreicher Autor. Sie trieben fort in ihre Karrieren und werden erst wieder Jahre später durch die Ermordung von Andrei zusammengeführt Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der einzelnen Figuren beschrieben. Kapitelweise wechselt die Sicht zwischen den drei Figuren, die ihr Leben reflektieren und die Beziehung zu Andrei (Duke) thematisieren. Ihre Sprache ist frech und vulgär. Jedoch ist insbesondere die einzige weibliche Figur, Aurero, im Vordergrund der Geschichte, die die Auswirkungen der neuen Gesellschaft zu spüren bekommt. In ihr sind die Wehrlosigkeit und die Gesellschaftsbrüche verkörpert. Während die Aufgaben der anderen Protagonisten in der Aufklärung des Todes von Andrei bestehen und der Beschreibung der Notstände und Ausweglosigkeiten. Außerdem instrumentalisieren sie Aurero und helfen einen enzyklopädischen Einblick in ihr Leben zu gewinnen. Der Autor Daniel Galera gehört der jüngeren Generation an und ist 38 Jahre alt. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, übersetzt selber auch Texte und schreibt Kolumnen für eine Zeitschrift. Seine Stärke in diesem Buch liegt in der Beschreibung und der Sprache und weniger in der Dramaturgie. Die Handlung findet nur langsam an Fahrt und bleibt oftmals im Wissensapparat des Autors stecken. Immer dann, wenn er versucht sein Wissen zu manifestieren, wirkt es so, als wolle er sich selbst inszenieren und lässt hierbei die Handlung auf der Strecke. Es steckt sehr viel Potential in diesem Autor. Er wird mit Sicherheit, in den nächsten Jahren, einige konstruktive Werke erschaffen. Dieses Buch könnte als Einstiegswerk dienen, um die Sprachergonomie des Autors kennenzulernen. Wer Handlung und Spannung sucht, wird sie nicht finden. Literarisch ist es allerdings äußerst gut gelungen.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    3/5

    20.04.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was ist geblieben?

    Bewusst setze ich hier den Klappentext voran, damit ersichtlich wird, worum es dem Verlag nach hier geht. Vor allem das Ende des Verlagstextes machte mich neugierg - doch um es gleich vorweg zu nehmen: hier wurde ich enttäuscht. Viele Fragen werden nicht beantwortet, und auch von der berührenden und erschütternden Hinterlassenschaft habe ich nichts gefunden. Tatsächlich geht es hier um vier ehemalige Freunde, die nach Jahren bei der Beerdigung von einem der ihren wieder aufeinandertreffen. Andrei Dukelsky, von allen nur Duke genannt, der wohl genialste Kopf unter ihnen, ist ermordet worden, zufällig, ausgeraubt und erschossen, und Aurora, Antero und Emiliano schauen zurück und auf das, was geblieben ist. Seinerzeit in den Neunzigern, als das Internet noch in den Startlöchern stand, gaben die damaligen Studenten gemeinsam ein avantgardistisches Online-Magazin heraus: das Orangotango. Die vier Freunde gehören zu der Generation, für die sich durch das junge Medium plötzlich eine neue Welt auftat, in der noch alles möglich schien, wo man sich ausprobieren und neu erfinden konnte. Viel Idealismus und Engagement, die später durch Google und Social Media, Big Data und den Digitalkapitalismus überrollt wurden und zum Erliegen kamen. In den 15 Jahren seit Orangotango haben sich die vier Freunde ziemlich aus den Augen verloren und sind ihren eigenen Weg gegangen. Duke wurde ein gefeierter Schriftsteller, der sich privat jedoch sehr zurückzog und einen Sozialautismus pflegte, der auch beinhaltete, dass er alle persönlichen Daten und Profile im Internet löschte, was fast schon an Paranoia grenzte. Aurora ist Biologiestudentin und bemüht sich gerade um die Zulassung zu ihrer Doktorarbeit, was ihr im ersten Anlauf jedoch ungerechtfertigterweise von einem Professor verwehrt wurde. Sie macht sich große Sorgen um die ökologische Zukunft der Erde und verzweifelt nahezu an der unaufhaltsam scheinenden Entwicklung - Überbevölkerung, Nahrungsmittelknappheit, Klimaveränderungen u.v.m. Zu dem ohnehin melancholischen Ton des Buches trägt Auroras Perspektive eine eindeutig depressive Note bei. Antero besitzt eine erfolgreiche Werbeagentur und nutzt dabei das Internet gekonnt für seine Zwecke. Er hat eine Frau und einen zweijährigen Sohn, was ihn aber nicht an außerehelichen intimen Kontakten hindert. Er ist gewohnt sich zu nehmen, was er braucht, ist dem Alkohol sehr zugetan und trauert seiner Zeit als Sexidol vieler Mädchen hinterher. Trotz aller Möglichkeiten, die ihm offenstehen, macht er einen zutiefst einsamen Eindruck. Emilio schließlich ist ein paar Jahre älter als die anderen drei und arbeitet als freier Journalist. Er bekommt den Auftrag, über den verstorbenen Schriftsteller Andrei Dukelsky eine Biografie zu schreiben, was er nach anfänglichem Zögern auch zusagt. Er beginnt zu recherchieren und hält Interviews, verliert sich jedoch auch in eigenen Erinnerungen - z.B. an seine erste homoerotische Erfahrung mit Duke. Überhaupt Erotik - tjaaa, Daniel Galera hält sich hier mit z.T. explizit ausgearbeiteten Sexszenen nicht zurück. Dies hat mich in der geballten Form phasenweise doch angewidert. Sex sells? Provokation? Schlussendlich nehme ich einfach mal an, dass es selbst bei diesen Szenen eher um die Einsamkeit ging - und um die Rolle des Internets. Abgedreht fand ich den Versuch Anteros, in einem Vortrag zwischen Algorithmen und den perfiden pornografischen Veröffentlichungen des Marquis de Sade einen logischen Zusammenhang herzustellen. Erzählt wird hier wechselweise aus der jeweiligen Ich-Perspektive von Aurora, Antero und Emilio, wodurch der Leser die Charaktere allmählich kennenlernt, in der Rückschau der drei auf die gemeinsame Vergangenheit dabei auch ein Bild von dem verstorbenen Duke bekommt. Die Erzählung wird durch den ständigen Perspektivwechsel einerseits zerfasert, bringt andererseits aber auch unterschiedliche Schwerpunkte ins Spiel. Sprachlich ist der Roman hoch anspruchsvoll. Schachtelsätze über 13 Zeilen sind keine Seltenheit, in den einzelnen Kapiteln gibt es keinen einzigen Abschnitt, alle paar Seiten höchstens mal einen Absatz - das war schon recht anstrengend zu lesen. Aber gerade in der ersten Hälfte fühlte ich mich unter intellektuellem Begrifflichkeitsbeschuss. Zu Beginn der Lektüre ahnte ich nicht, dass ich hier derart ständig nach irgendwelchen Begriffen googlen musste: ‘Poetischer Terrorismus’, ‘chirurgische Bombardierung’, ‘Rhizome’, ‘Simulakren’, ‘Fanzine’… Ein wütendes Minenfeld von Begrifflichkeiten und Phrasen, die schwer oder nicht zu verstehen sind und mich als Leser durch die Seiten stolpern ließen. Bei Sätzen wie “…Lektüre durch Poststrukturalismus beeinflusster künstlerischer Manifeste…” (S. 49) hatte ich schließlich nur noch das Empfinden von intellektuellem Geschwafel und Worthülsen. Als Kontrapunkt dazu setzt Galera immer wieder auch Fäkalsprache ein, was mich jedoch ebensowenig ansprechen konnte. Ganz unglücklich sind dann Sätze wie: “Hin und wieder meldete sich meine abgesaugte Gebärmutter und jaulte mich an wie ein Hund…” (S. 156), was ich mal einer an dieser Stelle hoffentlich verunglückten Übersetzung zuschreiben möchte. Mit der zweiten Hälfte des Romans habe ich insgesamt weniger kämpfen müssen, doch insgesamt lässt mich das Buch eher ratlos zurück. Worum geht es hier eigentlich? Es gibt jedenfalls keine Kernaussage, allenfalls Aspekte, die zum Nachdenken anregen - Kritik am Digitalkapitalismus, Gesellschaftskritik, Verfall der Werte, Mahnung hinsichtlich der ökologischen Entwicklung des Planeten, die Vereinsamung bei zunehmender Überbevölkerung, virtuelle Welt vs. Realität u.v.m. Zu viel? Vielleicht. Ein Roman über die Desillusion einer Generation, die die Welt neu erfinden wollte. Melancholisch und düster, und nur am Ende mit einem winzigen Lichtblick. © Parden  

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  • Zum Bewerterprofil von Kristina Urban

    Kristina Urban

    Thalia Hennigsdorf – EKZ Das Ziel

    Buchhändler*in

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    5/5

    06.04.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Anhand der 3 Hauptfiguren zeichnet...

    Anhand der 3 Hauptfiguren zeichnet Daniel Galera in kurzen und prägnanten Sätzen und Szenen ein eindrucksvolles Bild des Lebens der Menschen im heutigen Brasilien. Sehr gelungen!
  • Zum Bewerterprofil von Claudius Kaboth

    Claudius Kaboth

    Thalia Mannheim – Planken

    Buchhändler*in

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    5/5

    24.03.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Moderne brasilianische Literatur...

    Moderne brasilianische Literatur vom Feinsten über den Zahn der Zeit, die digitale Bohème und Kryptozoologie. Richtig gut.
  • Zum Bewerterprofil von Katja Bachmann

    Katja Bachmann

    Thalia Berlin – Alexa

    Buchhändler*in

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    4/5

    26.05.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Alte Freunde. Neue Wunden. Eine...

    Alte Freunde. Neue Wunden. Eine Reise in die Vergangenheit&Gegenwart. Dem Brasilianer Galera ist ein wahres Wunderwerk gelungen, das einer ganzen Generation aus der Seele spricht!

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