Habitus und Medienproduktion Das Bourdieu´sche Habitus-Konzept im Hinblick auf das Zusammenspiel von Medienproduktion und -konsumption sowie weitere Überlegungen zur Körperlichkeit des Habitus
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
15.10.2010
Verlag
GRINSeitenzahl
30 (Printausgabe)
Dateigröße
183 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640725137
Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, 1987) erschien, war dies im
Großen und Ganzen ein der Öffentlichkeit präsentierter, empirischer Beleg seiner
Habitus-Theorie, die sich als sein Lebenswerk verstehen lässt. Durch seine ethnologischen
Studien im französisch besetzten Algerien der 50er und 60er Jahre wurde
Bourdieu auf die gesellschaftlichen Unterschiede aufmerksam, die sich in der
sozialen Praxis der Bevölkerungsmitglieder äußerten. So gut wie gar nicht vom
rationalen Geist der westlichen Industrienationen erfasst, schienen die Handlungen
der kabylischen Bauern völlig anderen Regeln zu folgen, wie sie der junge
Franzose von seiner Heimat kannte. Dieses Erlebnis kann wohl als der Zeitpunkt
gelten, in dem aus dem studierten Philosoph auch ein Soziologe wurde. Wieder
zurück in Frankreich folgte Bourdieu nun der Hypothese, dass sich ähnliche Verhaltensunterschiede
nicht nur zwischen Gesellschaften, sondern auch innerhalb
einer Gesellschaft finden müssten, insbesondere, wenn derselben eine ausgeprägte
soziale Hierarchie zugrunde liegt. So fand er denn auch heraus, dass die Besetzung
sozialer Positionen innerhalb der französischen Gesellschaft nicht zufällig ist,
sondern eng mit der Verfügung über bestimmte Kapitalien, maßgeblich ökonomischer
und kultureller Art, zusammenhängt. Diese Kapitalien, über die ein Individuum
vermittels sozialer Beziehungen (soziales Kapital) beispielsweise innerhalb
der Familie verfügen kann, tragen maßgeblich zum schulischen Erfolg und damit
wiederum zur Vermehrung des kulturellen Kapitals bei, welches seinerseits in
Form von Bildungstiteln und Berufsabschlüssen den Zugang zum ökonomischen
Kapital bestimmt. Dies hielten Bourdieu und Passeron 1964 in Les héritiers. Les
étudiants et la culture fest, einer Studie zum französischen Bildungssystem. So gesehen
ist es bei Weitem keine neue Erkenntnis, wenn in Deutschland angesichts
der Ergebnisse der letzten PISA-Studien auf die Korrelation von sozialer Herkunft
und Bildungsweg aufmerksam gemacht und angesichts der "Entdeckung" eines
abgehängten Prekariats von vererbter Armut gesprochen wird.
[...]
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