Die soziale Macht der Schriftsprache. Wie kann Teilhabe trotz mangelnder Literalität funktionieren? Alphabetisierung, Analphabetismus und die Notwendigkeit der Schriftsprachenkompetenz
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Form:Einzelkauf Download
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Sprache:Deutsch
18,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
14.08.2017
Verlag
GRINSeitenzahl
50 (Printausgabe)
Dateigröße
916 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668503663
In Deutschland scheint der Gebrauch der Schriftsprache selbstverständlich. Ein basaler Grundbaustein, der nicht infrage gestellt wird, da jeder Mensch in der Gesellschaft zur Schule geht oder gegangen ist. Ob an der Bushaltestelle oder beim Einkaufen, am Bahnhof, beim Ausfüllen von Formularen, beim Suchen einer Wohnung - schriftsprachliche Fähigkeiten begegnen uns. Im Alltag, im Berufsleben und in der Freizeit, wie dem Lesen des Kino- oder Theaterprogrammes - die Schrift ist gegenwärtig. Zettel, Skripte, Briefe, das Recherchieren im Internet, Verträge, Nachrichten, es gibt so viel aufzuzählen, so viele Buchstaben, Textgattungen, die uns täglich begleiten.
Eingehend sei für die Einstimmung dieser Arbeit beispielhaft ein Fall aus dem Dokumentarfilm Abgestempelt? Leben mit Hartz IV von Thomas Reutter und Sylvia Nagel beschrieben. Es wird von einem Mann berichtet, der seit vielen Jahren arbeitssuchend ist und Arbeitslosengeld II nach dem SGB II bezieht. Er hat etliche Briefe und Auflagen vom zuständigen Jobcenter bekommen. Seine Anwältin beschreibt diese Briefe im Interview als schwierig lesbar, da die/der zuständige Betreuer*in sehr viele Abkürzungen benutzt hat, über die sie sich selbst erst kundig machen musste.
Nachdem der Interviewte den Auflagen des Jobcenters nicht nachgekommen war, folgte die Sanktionierung, später sogar zu hundert Prozent. Seine Wohnung ist daraufhin zwangsgeräumt worden. Er lebt seit einem Jahr in einer Obdachlosenunterkunft. Erwähnt sei an dieser Stelle, dass der Mann zu der Gruppe der funktionalen Analphabet*innen gehört, da er seinen Angaben nach, nicht lesen und schreiben kann. Diese Information habe er dem Jobcenter von Anfang transparent gemacht. Dieses Beispiel zeigt auf, dass nicht jeder Mensch innerhalb einer Gesellschaft in den Genuss von Teilhabe kommt.
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