Obwohl ein isländisches Sprichwort besagt, das Gesehene ist reicher als das Gehörte (sjón er sögu ríkari), wird und wurde die Kultur Islands vor allem von der Sprache bestimmt. Der Autor lässt die Wortkunst Islands in ihren vielfältigen Ausprägungen lebendig werden. Er beschreibt die Verknüpfung von Landschaft, Nation und Sprache, über die sich die Isländer oft definieren. Neben den mittelalterlichen Sagas, der Skaldendichtung, den Elfen- und Gespenstergeschichten stellt er die religiöse Literatur des Barock sowie aufklärerische und romantische Werke vor. Weitere Themen: Der lyrische Modernismus der 1950er Jahre, die Erzählungen und Romane von Gunnar Gunnarsson und Halldór Laxness, zeitgenössische Krimis, die Liedtexte Sjóns und Björks, aber auch die bis heute lebendige Kultur handschriftlich zirkulierender Dichtung.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Gabriele Brohm
aus Karlsruhe
5/5
27.10.2011
eBook (PDF)
Nicht nur für Nordlichter
Darauf habe ich schon lange gewartet, jetzt gibt es endlich eine fundierte Einführung in das isländische Literaturwesen.
Von den Sagas des Mittelalters bis zu den modernen Kriminalromanen, von der Liederedda bis zur Lyrik der heutigen Zeit, spannt sich der literarische Bogen dieser informationsreichen Abhandlung.
Eine leicht verständliche, gut strukturierte Literaturgeschichte für belesene Islandfreunde.
MaWiOr
aus Halle
4/5
26.10.2011
Buch (Gebundene Ausgabe)
Auf der diesjährigen Frankfurt…
Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war Island Ehrengast. Rund 40 isländische Autoren stellten sich und ihre Werke auf der weltgrößten Bücherschau vor. Zwei Monate zuvor wurde die isländische Hauptstadt Reykjavík in den illustren Kreis der UNESCO-Literaturstädte (der bisher 29 Städte umfasst) aufgenommen, denn mit ihrem unschätzbaren Erbe von mittelalterlicher Literatur, darunter die Sagas, die Edda und das Isländerbuch, hat sie eine herausragende, literarische Geschichte aufzuweisen. Das Interesse an der isländischen Literatur ist also groß und so ist es äußerst erfreulich, dass in der erfolgreichen Reihe „Metzler Literaturgeschichten“ jetzt eine ausführliche Darstellung der isländischen Literatur erschienen ist. Jürg Glauser, Professor für Nordische Philologie an den Universitäten in Basel und Zürich, der als Herausgeber auch schon für die „Skandinavische Literaturgeschichte“ verantwortlich war, präsentiert hier nun die Literatur Islands in vier Kapiteln von der mittelalterlichen Dichtung bis zur zeitgenössischen Literatur des 21. Jahrhunderts. Im einleitenden Kapitel 1 geht es um allgemeine Aspekte der isländischen Geschichte, Kultur und Sprache. Im anschließenden Kapitel 2 untersucht der Autor das Verhältnis von Landschaft, Geschichte und Nation, wobei er auf die vielen Islandbilder näher eingeht, die man sich durch die Jahrhunderte hindurch in und außerhalb Islands von der Insel gemacht hat. Kapitel 3 gibt schließlich einen Überblick über die isländische Literatur vom Mittelalter bis zur Moderne, wobei die beiden Handschriften der „Edda“ aus dem 13. Jahrhundert, der Buchdruck seit der frühen Neuzeit und die Poetik der Rotalge im Mittelpunkt des Interesses stehen. Das abschließende Kapitel 4 „Isländische Literatur im 21. Jahrhundert“ setzt sich zunächst mit dem umfangreichen Prosawerk von „Islands Schriftsteller“ Halldór Laxness auseinander, ehe dann die Literatur der „kleinen Metropole“ Reykjavik und der aktuellste Stand der isländischen Gegenwartsliteratur vorgestellt werden. Gemeinsam mit den detailreichen Textbeiträgen geben ca. 50 Schwarz-Weiß-Abbildungen (Landschaftsaufnahmen, Buchcover usw.) einen kulturgeschichtlich aussagekräftigen und lebendigen Überblick zur isländischen Literatur und unterstützen dabei die Anschaulichkeit. Ein umfassender Anhang mit Anmerkungen, einer Zeittafel, mit Personen- und Werkregister sowie einer weiterführenden Bibliografie erhöhen die Benutzbarkeit des Bandes. Fazit: Eine informative Literaturgeschichte, die um Anschluss an neuere Forschungsentwicklungen und Fragestellungen bemüht ist. „Island - Eine Literaturgeschichte“ ist eine wertvolle Ergänzung der beliebten Reihe „Metzler Literaturgeschichten“. Manfred Orlick
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.