1919. Ein Bürgerkrieg fegt mit aller Gewalt über das zerfallene Zarenreich. Gefangen zwischen den Fronten, finden die beiden Freunde Willi und Maxim ein von Soldaten zurückgelassenes Maschinengewehr. Für Maxim ein Geschenk des Himmels, für Willi die größte Herausforderung seines Glaubens, denn als Sohn mennonitischer Siedler hat er gelernt, jede Form von Gewalt abzulehnen. Eine Zerreißprobe für die Freundschaft der beiden Jungs.
Während Willis Familie in der aufkommenden Sowjetdiktatur ums nackte Überleben und um ihren Glauben kämpft, schlägt sich Maxim ausgerechnet auf die Seite des Regimes.
Beide wissen nicht, ob sich ihre Wege je noch einmal kreuzen werden. Zwei Lebenswege inmitten der sowjetischen Diktatur, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Cottbus
5/5
02.05.2020
Hörbuch-Download (MP3)
Sehr Emotional!
Über LOVELYBOOKS durfte ich das Hörbuch " Roter Herbst in Chortitza" testlesen.
Autor : Tim Tichatzki
Handlung :
1919. Ein Bürgerkrieg fegt mit aller Gewalt über das zerfallende Zarenreich. Gefangen zwischen den Fronten, finden die beiden Freunde Willi und Maxim ein von Soldaten zurückgelassenes Maschinengewehr. Für Maxim ein Geschenk des Himmels, für Willi die größte Herausforderung seines Glaubens, denn als Sohn mennonitischer Siedler hat er gelernt, jede Form von Gewalt abzulehnen. Eine Zerreißprobe für die Freundschaft der beiden Jungs. Während Willis Familie in der aufkommenden Sowjetdiktatur ums nackte Überleben und um ihren Glauben kämpft, schlägt sich Maxim ausgerechnet auf die Seite des Regimes. Beide wissen nicht, ob sich ihre Wege je noch einmal kreuzen werden.
Der Autor blickt in eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte, und erzählt zugleich ein Stück eigener Familiengeschichte. Ungemein packend und herzergreifend zu lesen.
Mein Fazit :
Das Coverbild gefällt mir sehr gut und passt super zum Titel des Buches. Schöne Farben und sehr auffällig.
Der Autor Tim Tichatzki erzählt in seinem beeindruckenden Roman " Roter Herbst in Schortitza " die Geschichte des russischen Reiches von 1919 – 1947 . In jener Zeit in dem die Menschen unermesslichem Leid ausgesetzt sind und viele durch inszenierte Morde , Folter und Gewalt ihr Leben verlieren.
" Als der Bürgerkrieg 1921 auslief, hatten bis zu zehn Millionen Menschen ihr Leben verloren, davon waren nur 0,8 bis 1,2 Millionen Soldaten. Etwa zwei Millionen, vor allem Mitglieder der gebildeten Elite, waren ins Exil gegangen. Die Industrieproduktion sank auf den Stand von 1912. Der Krieg hatte das „Land schlimmer verwüstet als Napoleons Feldzug 1812 und (verursachte) im Winter 1921/1922 eine Hungersnot . "
Der Autor beschreibt Greueltaten im Zarenreich und wie sehr die Menschen leiden mußten im Zarenreich. Nichts für schwache Nerven und nichts für Leser denen die Nervven gleich flattern .
In " Roter Herbst in Chortitza " lernen wir die beiden Jungen Willi Bergen und Maxim Orlow kennen, die in einem mennonitischen Dorf in Osterwick in der Ukraine aufwachsen.
Die befreundeten Jungen geraten zwischen die Fronten und als sie ein Maschinengewehr finden , ist das das Ende ihrer Freunschaft. Beide sind gefangen in den Wirren des Krieges. Eines Tages stehen sie sich als Gegner gegenüber....
Mich hat das Hörbuch emotional sehr tief berührt und die Geschichte der beiden Jungs berührt einfach die Seele. Der Sprecher des Hörbuchs Makke Schneider gefällt mir sehr gut. Seine Stimme ist sehr angenehm und er liest toll mit Betonung , was mir sehr gut gefällt. Ich bin echt begeistert.
Die Geschichte dieser Menschen geht einfach ans Herz und man möchte sich das Leid dieser Menschen kaum vorstellen. Wieviel kann ein Mensch ertragen oder Gewalt einem anderen zufügen ? Das macht einen einfach nur sprachlos und wenn man sich mit der Geschichte befasst , dann macht es nur noch traurig.
Der Autor hat ein tolles Buch geschrieben, daß Hörbuch ist einfach nur super und es wird die Leser sehr schnell in ihren Bann ziehen .
Eine Geschichte die betroffen macht und die Emotionen werden die Leser überrollen . Trauer , Wut , Schmerz , Verrat
.... von allem was dabei. Jeder Krieg hinterlässt seine Spuren , bei den Menschen und in der Weltgeschichte.
Bewertung
aus Hude
5/5
31.10.2019
Hörbuch-Download (MP3)
Schonungslos ehrliche Familiengeschichte
Der Hörer befindet sich im Jahre 1919, mitten im Sturm der russischen Revolution. Der Bürgerkrieg erschüttert die armen Menschen des Landes.
Als die beiden Freunde Willi und Maxim ein Maschinengewehr entdecken, das von einem Soldaten hinterlassen wurde, werden die zwiespaltigen Gedanken, die aufkommen deutlich. Denn Maxim sieht es als Chance endlich zu rebellieren und die Welt wie sie ist nicht hinzunehmen und Willi, als Sohn mennonitischer Siedler, sieht es als Herausforderung seines friedliebenden Glaubens. Hier nun sollen sich die Wege der beiden Freunde trennen, denn Willis Familie sieht sich bald aufgrund der aufkommenden unterdrückenden Sowjetdiktatur ums nackte Überleben kämpfen, während sich Maxim auf die Seite des Regime schlägt.
Ich habe zum Hören nur drei Tage gebraucht. Wäre ich nicht durch meine Arbeit gestört worden, ich hätte das Hörbuch innerhalb eines Tages verschlungen. Es war so unglaublich spannend.
Die Geschichte der beiden Jungen könnte unterschiedlicher nicht sein. Sie zeigt, wie sich eine einzige Entscheidung, geprägt durch Glaube und Erziehung, auf den Rest des Lebens auswirken kann. Dies zeigt uns der Autor über die Zeit hinweg, in dem der Hörer die Protagonisten von Anfang bis Ende auf ihrem Weg begleitet und dieser Weg ist geprägt durch Gewalt und Hass. Ich fand es immer wieder erstaunlich, wie die Menschen, trotz all dieser erschütternden Widrigkeiten dennoch weiterleben wollten und konnten. Wie sie ihre Familien schützten oder aber auch die Dinge hinnahmen, um irgendwie in diesem Leben zurecht zu kommen. Wie viele der Menschen dennoch niemals die Hoffnung aufgaben, die Hoffnung auf ein besseres Leben. Wie das geht und das das mit Sicherheit nicht einfach war, das zeigt Tichatzki, in dem er nichts auslässt, in dem er zeigt, was passiert ist, wie die Gewalt die Dörfer heimsuchte, Vergewaltigung, willkürlich Ermordung, die geballte Grausamkeit, der Autor verschont den Hörer nicht und das fand ich so brillant. Gleichzeitig zeigt er, woraus die Träume der Menschen damals gemacht waren, wie sie sich geholfen haben und das das Leben irgendwie weiterging. Das zeigt er uns durch die Entwicklungen im Leben von Maxim und Willi, so dass der Hörer Einsicht in alle Seiten des Lebens zur damaligen Zeit erfährt. Dadurch erzählt der Autor sehr detailliert aber es wirkte auf mich nie, als wäre das zu viel, sondern genau die richtige Dosis.
Tim Tichatzki schreibt so echt, schonungslos und vermag den Hörer aber nicht abzuschrecken, sondern fesselt ihn immer mehr und mehr, so dass an Aufhören nie zu denken ist.
Ich habe einige Male Tränen verloren, weil mir die Geschichte sosehr unter die Haut ging.
Ich habe sehr lang keine so bedrückende Geschichte mehr gehört, die mich tagelang beschäftige, tonnenschwer auf mir lastete und die ich dennoch so gut fand.
Makke Schneider liest zudem so eindrücklich und sympathisch, er passt wie die Faust aufs Auge und ist als Sprecher eine Wucht. Er ist die beste Wahl für dieses Hörbuch gewesen.
Tim Tichatzki hat in "Roter Herbst" eine ehrliche, schonungslose, herzzerreißende und wahre Geschichte zu Papier gebracht, die gehört werden muss.
Durch und durch empfehlenswert. Nicht nur für Leute die interessiert an Geschichte sind.
Bewertung
aus Straubenhardt
5/5
17.08.2019
Hörbuch-Download (MP3)
Eine starke Geschichte
Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Tim Tichatzki hier die Geschichte von russlandsdeutschen Mennoniten. Die Handlung beginnt 1919 nach dem ersten Weltkrieg als die deutschen Truppen das von Mennoniten bewohnte ukrainische Dorf verlassen haben in dem Willi mit seinen Eltern und Geschwistern lebt. Maxim, ein russischer Junge, der außer seinem Vater seine restliche Familie verloren hat wird sein Freund und im Buch sind die Lebenswege dieser beiden beschrieben.
Geschildert werden die Ereignisse, die in der nachfolgenden Zeit über das Dorf Osterwick hereinbrechen. Unfassbar grausame Taten zuerst durch die Machnowzi , einer anarchistischer Guerilla-Armee, später durch die Stalin-Diktatur verübt, machen den Bewohnern des Dorfes und ganz besonders den Deutschen das Leben schwer. Hungersnot und willkürliche Gewalt versetzen die Menschen in Angst und Not. Auch ihren Glauben können sie nicht mehr frei leben.
Während Willi und seine Familie versuchen, auf Gewalt zu verzichten, geht Maxim einen ganz anderen Weg. Er passt sich der Diktatur an und wird selbst Teil des grausamen Regimes. Die beiden verlieren sich aus den Augen, begegnen sich aber nach dem 2. Weltkrieg unter ganz anderen Umständen wieder.
Die Geschichte ist emotional sehr berührend und manchmal musste ich eine Pause beim Hören machen, um das kaum Fassbare zu verarbeiten, was diese Leute an Leid ertragen mussten. Grausam, was Menschen sich gegenseitig antun können.
Noch nie habe ich so detailliert von der Geschichte der Russlandsdeutschen im letzten Jahrhundert gehört. Ich finde, auch das ist ein Teil der deutschen Geschichte, der kaum je ein Thema ist. Loben möchte ich den Sprecher Makke Schneider. Er liest hervorragend.
Das Buch hat mich jedenfalls sehr bereichert und ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.
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Funny
aus Augsburg
5/5
08.07.2019
Hörbuch-Download (MP3)
Wahnsinnig ergreifend, sehr spannend und einfach toll!!
"Roter Herbst in Chortitza" von Tim Tichatzki und gelesen von Makke Schneider ist eines der tollsten Hörbücher, das ich bisher gehört habe.
Die Geschichte, die auf einer wahren Geschichten beruht, spielt ab dem Jahr 1919 und erzählt von den beiden Freunden Maxim und Willi, die in Osterwick aufwachsen. Sie erleben die Grausamkeiten des Krieges. Willi, der Sohn einer strenggläubigen mennonitischen Familie lehnt Gewalt vollständig ab, wohingegen Maxim sich dem Regime anschließt, das seine Macht nur allzu oft durch Gewalt demonstriert.
Ihre beiden Leben entwickeln sich komplett auseinander, aber das Schicksal lässt sie dennoch irgendwann wieder aufeinander treffen.
Es ist unglaublich spannend der Geschichte zu folgen. Die furchtbaren Geschehnisse, die die Menschen teilweise ertragen mussten und die rohe Gewalt, die manche einfach einsetzten, schockieren einen sehr. Da die Geschichte sehr authentisch erzählt ist, ist das Ganze umso erschreckender. Es ist einfach grausam sich vorzustellen, zu was Menschen fähig waren und sind.
Makke Schneider versteht es durch seine Art des Sprechens die Spannung noch gezielt zu erhöhen.
Ein wirklich absolut gelungenes Hörbuch, das einen fesselt und zum Nachdenken anregt. Absolut empfehlenswert!!!
Neling
aus nahe Wismar
4/5
12.12.2019
eBook (ePUB 3)
Sehr packendes Hörbuch über eine grausame Zeit
Kurzmeinung: Eine sehr bewegende Geschichte, die aber sehr grausam ist und für die ich etwas zu sensibel war.
Inhaltsangabe: Tim Tichatzki erzählt mit diesem Hörbuch eine sehr packende Geschichte, die aber stellenweise sehr brutal und grausam ist. Er entführt uns mit diesem Buch ins Jahr 1919 , wo das Zarenreich zerfällt und ein Bürgerkrieg tobt. Wir lernen hier die beiden sehr gegensätzlichen Freunde Maxim und Willi kennen und erleben mit wie sie ein Gewehr finden. Maxim ist begeistert, Willi aber in einem großen Zwiespalt. Denn Willis Familie lehnt Gewalt total ab, weil sie strenggläubige Christen, Mennoniten sind. Doch das ist erst der Beginn, es kommt bald zu einer großen Zerreißprobe der Freundschaft und um einen Kampf ums nackte Überleben.
Meine Meinung:In dieser Geschichte verschmelzen Realität und Fiktion, denn Tim Tichatzki erzählt damit auch teilweise die Geschichte seiner Vorfahren. Dies ist zwar sehr packend, aber ich konnte es nur immer teilweise mit großen Pausen mir anhören, weil mich die Geschichte einfach zu sehr belastet hat. Stellenweise ist es sehr brutal und grausam. Natürlich passt es, denn es ist authentisch und so war die Zeit damals wohl, aber ich brauchte doch immer etwas länger um die schrecklichen Bilder wieder abzuschütteln. Daher würde ich sehr sensiblen Menschen und Jugendlichen unter 14 Jahren unbedingt von dem Hörbuch, aber wohl auch von dem Buch abraten.
Dabei ist das Buch aber ohne Zweifel sehr lesenswert und man bekommt einen sehr drastischen Einblick in diese schlimme Zeit. ....nur wie gesagt, mir war das oft etwas zu drastisch. Aber ich könnte mir vorstellen, dass der Schreibstil sicher männliche Leser mehr anspricht.
Sehr interessant fand ich vor allem die Abschnitte, wo von dem Glauben der Mennoniten und von der Christenverfolgung erzählt wurde. Das fand ich sehr authentisch.
Ein großes Lob auch an den Sprecher Makke Schneider, der das Buch sehr packend und abwechslungsreich liest, man ist zu jedem Zeitpunkt sehr dicht dran gewesen. .
Ich bewerte dieses Hörbuch mit 4 von 5 Sternen und empfehle es allen, die historische Romane über diese Zeit lesen möchten, nicht zu zartbesaitet sind und natürlich auch jenen, die das Buch vom christlichen Standpunkt her interessiert.
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