Best Book of the Year: The Sunday Times. The Guardian.
»WEST lässt uns eintauchen in den Mythos des amerikanischen Westens und erzählt von der Hingabe und Verletzlichkeit des Menschen.« San Francisco Chronicle »Dieses Buch geht einem nicht mehr aus dem Kopf.« Claire Messud Pennsylvania, im Jahr 1815: Der einfache, gutherzige Maultierzüchter Cy Bellman findet keine Ruhe mehr, seit er in der Zeitung von einer unglaublichen Entdeckung gelesen hat. Um seinem Traum nachzujagen, bringt er das größte Opfer und lässt seine 10-jährige Tochter Bess in der Obhut ihrer ruppigen Tante zurück. Während Bess auf sich allein gestellt zur Frau wird, erlebt Bellman im tiefen Westen ein Abenteuer, das sich völlig anders entwickelt als erwartet. Carys Davies hat eine »eine traurig schöne Geschichte« ( The Times ) geschrieben über die tiefe Sehnsucht, alles hinter sich zu lassen und seinem Leben einen neuen Sinn zu geben.
»Eine Geschichte von unvergleichlicher Wucht.« (Colm Tóibín)
Best Book of the Year: The Sunday Times. The Guardian.
»WEST lässt uns eintauchen in den Mythos des amerikanischen Westens und erzählt von der Hingabe und Verletzlichkeit des Menschen.« (San Francisco Chronicle)
»Dieses Buch geht einem nicht mehr aus dem Kopf.« (Claire Messud)
»Ein literarisches Kleinod.« (The Toronto Star)
Gewinnerin des Frank O'Connor Short Story Awards.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Sprachlich brilliantae Erzählung über die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren
WEST von Carys Davies
Aus dem Englischen von Eva Bonné
“In ihren [Bess‘] Augen war er heldenhaft, tapfer und entschlossen. [...] Er war ein Mann mit einer Mission, was ihn von anderen Leuten unterschied, und während er fort war, würde sie ihn genau so in Erinnerung behalten: Er dort oben auf seinem Pferd, hinter sich die Bündel und Taschen und seine Waffen. Er in seinem langen Mantel und mit dem Zylinder auf dem Kopf, wie er nach Westen ritt.“
Diese zarte, schmale und doch so gehaltvolle Geschichte über einen Mann, der sein Glück im Westen sucht, hat mir wundervolle Lesestunden beschert. Ein traurig-schönes Buch über Hoffnung und Verblendung. Über das Weggehen und das Zurückbleiben. Über die Sehnsucht nach dem Unbekannten und das Heimweh nach dem Vertrauten. Über die rücksichtslose Siedlerpolitik und die Vertreibung der indigenen Bevölkerung. Und auch über Missverständnisse und das Trennende zwischen den Menschen. Und über den unerschütterlichen Glauben eines zehnjährigen Mädchens an ihren von allen für verrückt gehaltenen Vater.
Sprachlich präzise, oft poetisch und vollkommen ohne unnötigen Ballast erzählt Carys Davies in WEST eine berührende, manchmal leicht mythisch-märchenhafte Geschichte: Cy Bellmann, ein verwitweter Maultierzüchter aus Pennsylvania, liest in der Zeitung von rätselhaften, riesigen Knochenfunden im Westen und kann an nichts anderes mehr denken. „Die Sache hatte Funken in ihm geschlagen“, und er will die Kreaturen, zu denen diese Knochen gehören, finden. Mit zwei Gewehren, einem Beil, einem Messer, einer eingerollten Decke, verschiedenen Taschen und einer Blechkiste reitet Bellman auf der Such nach den riesigen Wesen gegen Westen. Seine zehnjährige Tochter Bess und die Maultierzucht lässt er in der Obhut seiner Schwester Julie und des Nachbars Elmer Jackson zurück.
Aus verschiedenen Erzählperspektiven lässt uns Carys Davies am Schicksal Bellmanns, seines indigenen Begleiters Alte Frau aus der Ferne und der Zurückgebliebenen teilhaben. Eine gekonnt erzählte Geschichte, die interessante Denkanstöße und Diskussionsthemen liefert und die ich sehr gerne gelesen habe! Ich freue mich riesig auf den dritten Roman von Carys Davies.
Anna
5/5
08.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Psychologischer Abenteuerroman mit Tiefgang
1815 verlässt der Maultierzüchter Cy Bellham seine Farm und macht sich auf den Weg Richtung Westen. Er will die riesigen Tiere finden, die dort angeblich leben. Ein Zeitungsbericht über einen entsprechenden Knochenfund hat den Anstoß dazu gegeben. Regelrecht besessen ist er von dieser Idee. So besessen, dass er sogar seine 10-jährige Tochter Bess zurücklässt. Ihre schmallippige Tante soll sich während seiner Abwesenheit um sie kümmern.
Und so reitet Cy mit einem Zylinder auf dem Kopf und ausgestattet mit allem möglichem Krimskrams los. Die Gegenstände will er gegen Essen und Informationen bei den Indianern eintauschen.
Mehrere Jahre dauert seine Suche. Er übersteht harte Winter, friert und hungert, aber keine Strapaze ist ihm zuviel. Während des Lesens begleitet mich die Frage, ob Cy Bellham seiner Bestimmung folgt, oder ob er die Grenze zum pathologischen überschreitet? Er wirkt naiv und gutmütig, aber dahinter dominiert eine Besessenheit, die so unumstößlich ist wie Rocky Mountains. Ist das krank? Oder ist es heldenhaft? Ja gar vorbildlich? Hier ist auf jeden Fall Raum für Spekulationen.
Interessant wird es, als ihm ein 17-jährige Indianerjunge mit dem seltsamen Namen „Alter Mann in der Ferne“ zur Seite gestellt wird. Der Junge ist entwurzelt, sein Stamm wurde vertrieben, er selbst verdingt sich als Gehilfe eines Fallenstellers. Mit ihm zeigt Carys Davies das Dilemma der indigenen Bevölkerung auf. Der Junge steht für dessen Niedergang. Ihn als Figur einzuführen, finde ich genial. Er bereichert die Geschichte und er wird das Ende des Buches maßgeblich gestalten.
Immer wieder abwechselnd wird erzählt, wie es Bellhams Tochter Bess bei ihrer gefühlskalten Tante ergeht. Im Gegensatz zu ihr glaubt das Mädchen fest daran, dass ihr Vater zurückkehren wird. Sie reift allmählich heran und muss sich vor dem übergriffigen Bibliothekar und dem widerlichen Farmersgehilfen in acht nehmen. Und damit hat die Autorin ein weiteres Fass aufgemacht. Bess‘ Bedürfnis nach Schutz und die Sehnsucht nach dem Vater wirken auf mich zutiefst bewegend und hart an der emotionalen Schmerzgrenze.
Das Ende ist genau solch ein Paukenschlag wie auch das Ende in „Ein klarer Tag“.
Carys Davies hat nur 208 Seiten benötigt, um einen grandiosen, einen gewaltigen Roman über unerfüllte Sehnsüchte und über die Härten und das Wunder des Lebens zu schreiben.
Große Literatur!
Bewertung
5/5
14.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mitreißende Jagd auf ein Luftschloss
Die Geschichte von Cy Bellman und vor allem seiner Tochter geht ans Herz. Davies schreibt sparsam, aber nah an den Figuren. Und so sind wir mittendrin in den Alltagssorgen der Tochter oder den Zweifeln und Hoffnungen des Vaters. Das Davies bislang mit Kurzgeschichten beschäftigt war spürt man nur zu sehr. Jeder Satz bekommt einen doppelten Boden. Doch auch als einfache Abenteuergeschichte oder als Western lässt sich das Buch hervorragend lesen. Es mag kurz sein, doch der Inhalt hallt noch lange nach!
Bewertung
5/5
11.07.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das kleine Glück
Ein besonderes Büchlein- Von der Grausamkeit der Natur und des Menschen. Dem Nachjagen von Träumen, dem Scheitern und das verschmähte Glück des Kleinen. Ausgerechnet Bess, die jüngste Protagonistin, bekommt die Auswirkungen der Selbstverwirklichungen am meisten zu spüren. Und alles nimmt ein böses Ende
J
4/5
12.09.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein kurzer Roman, der von einem...
Ein kurzer Roman, der von einem tollkühnen Vater, einer zurückgelassenen Tochter und einem gleichmütigen Ureinwohner - von Sehnsucht, Unschuld und Gier, aber auch der unbarmherzigen Macht der Natur erzählt.
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5/5
14.10.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein gewaltig poetischer Kurzroman...
Ein gewaltig poetischer Kurzroman über die Gier und Abscheulichkeit des Menschens und der Hoffnung, die Träume leben lässt. Waghalsig und fasziniert reisen wir mit Vater und Tocher in den Westen!
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5/5
08.09.2019
eBook (ePUB)
Von Fernweh, Suchen und Finden?!
Davies versteht es bestens, eine komplexe und vielschichtige Handlung in schlichter Sprache und wenigen Seiten zu verpacken. Fast zu voll mit verschiedenen Themen (die aber alle für sich Sinn ergeben), bleibt das Buch im Kopf hängen und das Gedankenkarussel springt an. Manches wirkt wie eine Momentaufnahme. Bei anderem kommt die Frage auf, wie es wirklich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war. Als die Lebensumstände und die Sehnsucht viele auf den "neuen" Kontinent und dann in den Westen trieb, ein hartes und entbehrungsreiches Leben hinter und/oder vor sich. In einem Land, in dem schon andere wohnen und die betrogen und vertrieben wurden.
Wie ist es, wenn man Wichtiges opfert, auch wenn dies gar nicht nötig wäre, nur um einem Traum hinterherzujagen oder ist es doch eher eine Flucht vor der Wirklichkeit?
Es wird kein Urteil gefällt. Das bleibt ganz allein dem Leser überlassen.
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5/5
06.07.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Davies Buch ermuntert zunächst...
Davies Buch ermuntert zunächst zu Abenteuerlust und Aufbruch, stellt den Expansionsstreben, der Gier nach Neuem aber auch Zerstörung, Verdrängung und Verlust gegenüber!
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5/5
17.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Immer nach Westen
Die allwissende Mrs. Lott kennt sich aus: Männer, die auf ihren 40. Geburtstag zusteuern, werden mitunter merkwürdig und ganz gewiss öfter als gut für sie ist. Plötzlich ist ihnen das, was sie haben,
nicht mehr genug; sie wollen mehr und kaufen sich ohne die allergeringste Vorwarnung beispielsweise ein neues Pferd, einen neuen Hut, oder bändeln – Gott bewahre – gar mit anderen Frauen an! Das mit dem Hut kann die grimmige Lucy Bellman leider nur bestätigen. Tatsächlich hat sich ihr Bruder Cy soeben mit einem nagelneuen, beeindruckend hohen Zylinder ausgestattet, aber empörenderweise ließ er es jedoch nicht dabei bewenden. Obendrein bricht er zu einer irrwitzigen Ein-Mann-Expedition in den noch weitgehend unerforschten Teil des amerikanischen Westens auf, um dort, inspiriert von Berichten über spektakuläre Knochenfunde, womöglich noch immer dort existierende riesige Urzeittiere aufzuspüren.
Unbelehrbar und mit der lapidaren Erklärung, er müsse das tun, lässt er alles hinter sich zurück, was sein Leben bisher in festen Bahnen hielt: seine bescheidene Maultierzucht, seine Schwester, (wofür man, offen gestanden, sogar noch Verständnis aufbringen könnte), aber eben auch seine Tochter Bess, die sich während seiner langen Abwesenheit nicht nur des allgemeinen Spotts und der widerborstigen Tante, sondern schließlich auch der unlauteren Absichten des lüsternen Nachbarn erwehren muß…
„West“ ist ein unglaubliches Buch. Obwohl im Amerika des frühen 19. Jahrhundert angesiedelt, ist es nicht im eigentlichen Sinne ein historischer, sondern eher ein psychologischer Roman, der auf gerade mal 204 Seiten , gewissermaßen in einer "Nussschale"das ganze Panorama des menschlichen Wesens entwirft, der unstillbaren Sehnsucht nach Aufbruch, Entdeckung und Eroberung, die, so scheint es, unfehlbar immer auch mit Scheitern und Vernichtung einhergeht. Und das versinnbildlicht und verdichtet die Autorin virtuos, in äußerst präziser Sprache und mit einem untrüglichen Blick für Ironie nicht nur in der Hauptfigur Cy Bellman, diesem Ritter von der traurigen Gestalt, der Hirngespinsten nachjagt, um Erfüllung zu finden und dafür seine Tochter opfert. Sondern genauso auch in seinem Gegenpart, der traurig – grotesken Figur seines indianischen Begleiters, der, kleinwüchsig, krummbeinig und mit dem nicht gerade stolzen Namen „Alte Frau in der Ferne“ versehen, zu seinem Geleit auserkoren wurde und damit zum Erfüllungsgehilfen von Bellmans Schicksal wird. In der Figur des mit billigem Tand aus der Welt der Weißen entlohnten Indianers manifestiert sich die ganze Ironie des historischen Schicksals seines Volkes, aber auch der weißen Eroberer. Behängt und ausgestattet mit seinem Lohn aus all den sinnlosen Kleinigkeiten der Zivilisation – Glasperlen, Spiegelscherben, Bänder - kehrt er schließlich an den Ausgangspunkt von Bellmans Reise und in seine eigene Heimat im Osten zurück, in der sich zwischen all den weißen Ansiedlungen nur noch geringe Spuren einstiger indianischer Zivilisation finden lassen, genauso wie so manche in der Landschaft verstreute Knochen von einstmals auch im Osten Amerikas beheimateter Urzeitriesen. Es waren bezeichnenderweise Indianer, die zu der weisen Erkenntnis kamen, dass diese überdimensionierten Lebewesen wohl restlos von der Erde verschwunden sein mussten. Gibt es mehr zu der geradezu herzzerreißenden Sinnlosigkeit von Bellmans Unterfangen und der ganzen traurigen Ironie der Weltläufte zu sagen?
Eines Tages nimmt der junge Indianer sich, was ihm als Insignien des Stolzes wirklich begehrenswert erscheint: Bellmans hohen Zylinderhut, die Bluse seiner verstorbenen Frau, sein Pferd - und ein paar Stricknadeln. Und es sind ausgerechnet diese lächerlichen Gebrauchsgegenstände moderner Zivilisation, die, mangels klassischer Pfeile, zu höchst funktionellen Tötungsutensilien umfunktioniert werden und somit zu Instrumenten, um den Kreis des Schicksals schließen.
Ein wirklich großes und kluges Lesevergnügen!
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5/5
16.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Entdeckung!
Ein kleines, großes Büchlein über einen der auszog, um nach etwas zu suchen, das ihm seine Ruhe raubte. Betörend verstörend!
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