Nichts geht mehr. Eigentlich ist alles zum Davonlaufen. Trägt man sich mit solchen Gedanken, ist es höchste Zeit. Aber nicht zum Aussteigen,
sondern zum Nachdenken und zur Inanspruchnahme von Hilfestellung. Wie kam es zur scheinbaren Ausweglosigkeit? Welche äußeren Faktoren, welche inneren Zustände haben dazu geführt? Wie finde ich wieder zu mir, bevor sich ein Exit-Szenario verwirklicht? Welche großen Schritte muss ich tun und welche kleinen genügen mitunter, um eine ganz andere Richtung, einen Weg nach oben, einschlagen zu können? Wolfgang Lalouschek kennt die Zustände, ihre vollkommen unterschiedlichen Erscheinungsformen und die Exit-Strategien.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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allumfassende Betrachtung der krankmachenden Rahmenbedingungen bis hin zum Burnout des Planeten
Super Buch! Der Autor schaut über den Tellerrnd hinaus.
Der Einzefall steht nicht mehr alleine für sich da, sondern wird als Teil des ganzen Umfeldes beleuchtet. Viele der beschriebenen Rahmenbedingungen - wie z.B. Arbeitsleben - erkenne ich wieder. Manches hat auch zu Aha-Effekten geführt, warum ich so reagiere, wie ich reagiere.
Danke an den Autor!
S.A.W
5/5
28.03.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine neue Lebensweise
Wolfgang Lalouschek ist Neurologe und Vorstand eines Lehrstuhls für Psychosomatik. Er will Menschen helfen, die in psychischen und psychosomatischen Krisen stecken, neumodisch „Burnout“ genannt. Dazu legt er diesen Ratgeber vor, der den überlasteten Menschen helfen soll, Wege aus ihrer Krise zu finden und ihr Leben umzustellen. Seine Tipps sind kompetent, fachlich richtig und mit viel Empathie getragen.
Seine wesentliche Aussage macht er aber erst am Ende des Buches. Die Zunahme der psychischen Erkrankungen ist durch ein falsches Gesellschaftssystem verursacht, unter dem der ganze Planet leidet. Der Kapitalismus macht alles zum Geschäft, auch die Erkrankungen. Heilung gibt es nur, solange ein Patient sie bezahlen kann. Je mehr Krankheiten, desto mehr Geschäft. Deswegen werden die Menschen nicht gesünder sondern psychisch kränker.
Die Mächtigen haben kein Interesse, etwas an einem System zu ändern, das sie reich macht. Deshalb fördert unsere Gesellschaft Konkurrenz und Vereinzelung. Aber gerade Einsamkeit macht psychisch krank.
Wir müssen eine neue Gesellschaft aus vernetzten kooperierenden Gemeinschaften aufbauen, wo sich die Menschen unterstützt und geborgen fühlen. Kooperation macht enorme Kreativität frei, genug um den ganzen Planeten mit Ökologie, Friedenbereitschaft und Kommunikation zu retten.
Lalouschek bleibt nicht bei der Erkenntnis stehen sondern bietet dieses neue Modell gleich jedermann an.
annlu
4/5
26.03.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erkenne dich selbst und lerne damit umzugehen
Wolfgang Lalouscheck ist Facharzt für Neurologie und (unter anderem) Psychotherapeut. In diesem Buch nimmt er den Leser mit in seine Praxis, erzählt von seinen Fällen, erklärt, welche Faktoren in unserer Gesellschaft sich häufig als Belastung erweisen und stellt Methoden vor, mit denen er Krisen und Erkrankungen auf den Grund geht.
Schon im ersten Kapitel werden echte Fälle aus seiner Praxis vorgestellt, durch ihre Beschwerden darauf eingegangen, was Stress ist und wie er gemessen werden kann und wie vielfältig Belastungen sein können. Da die Arbeit, Beziehungen und das Privatleben unser Leben bestimmen können sie Auslöser von Krisen sein. So sind ihnen im Buch größere Kapitel gewidmet. Wieder geht der Autor dabei von der Arbeit mit Patienten aus um dann auf mögliche Probleme in den einzelnen Bereichen einzugehen. Dabei beschreibt er auch mehrere seiner Behandlungsmethoden.
Neben den äußeren Faktoren, die auf uns einwirken, die bis zum Extrem, wie bei unverarbeiteten Traumata, reichen können sind es besonders innere Faktoren, die eigene Einstellung aber auch schlechte Gewohnheiten, die uns beeinflussen und auch schlechte Lebensphasen auslösen können. So nehmen auch diese Themen eigene Kapitel ein. Aus dieser Sicht heraus werden auch Gegenbeispiele gebracht, bei denen keine positive Entwicklung stattgefunden hat.
Lalouschek gibt Einblicke in seine Arbeit und das damit verbundene Wissen. Dabei spricht er auch deutliche Kritik an vielen Werten der aktuellen Gesellschaft aus, was besonders im Kapitel um die Arbeit offensichtlich wird. Grundsätzlich stellt er aber sowohl Krisen als auch psychische Krankheiten so dar, dass man sich einen Ausweg oder eine Besserung vorstellen kann.
Allerdings konnte ich nicht immer mit den Beschreibungen etwas anfangen. Besonders die psychotherapeutischen Methoden (hier oft Visualisierungs- und Aufstellungsmethoden) konnte ich von ihrer Verallgemeinerung nicht auf Konkretes herunterbrechen. Der Autor betont aber immer wieder, dass Belastungen und Krisen sehr subjektiv. Seine Erfolge basieren auf mehreren Gesprächen und einem genauen Kennenlernen, sodass die beschriebenen Methoden in der Praxis in einem ganz anderen Kontext stehen und ich mir durchaus vorstellen kann, dass sie hilfreich sein können.
Das Buch kann – und will – keine Therapie ersetzen. Es gibt zwar Gedankenanstöße und stellt einige Methoden vor, dient aber nicht dazu eine Krisensituation zu lösen. Es leistet aber einen wichtigen Beitrag dazu, belastende Situationen aufzuzeigen und sowohl Betroffene als auch Außenstehende dafür zu sensibilisieren. So ist es mehr ein Sachbuch zum Thema Krisen als ein Ratgeber.
Fazit: Für mich war es wichtig, dass Krisen und Belastungen hier explizit angesprochen wurden, dass zum Reflektieren angeregt wurde, grundsätzlich aber eine positive Grundstimmung aufrechterhalten blieb.
Dr_ M
aus Sachsen
4/5
23.05.2019
eBook (ePUB 3)
"Wie können Menschen gesund werden in einer kranken Welt? Das ist unmöglich."
So beginnt der Appendix zu diesem Buch, in dem sein Autor Werbung für ein "Rettungsprojekt" seiner Wahl betreibt. Der Mensch zerstört nämlich die Erde und die Gesellschaft, liest man dann weiter. Und die Erde hätte Burnout. Fassen wir also zusammen: Der Mensch ist krank. Er hat den Planeten krank gemacht. Die ganze Welt ist krank. Und der Mensch kann deshalb nicht gesund werden.
Warum in aller Welt sollte man also ein Buch eines Autors über Heilmethoden für psychische Probleme lesen, wenn dieser selbst von der Hoffnungslosigkeit seiner Bemühungen überzeugt ist? Ich habe mich beim Lesen von solchen Büchern schon oft gefragt, ob ihre Verfasser eigentlich in der Lage sind, die eigenen Psychosen zu erkennen. Ohne dass ich mir irgendeine Kompetenz anmaßen würde, aber mein Eindruck bei solchen Büchern ist immer wieder, dass es bei Psychiatern zu Wahrnehmungsverzerrungen kommt, weil sie sich den ganzen Tag mit Menschen befassen, die, weil sie ihre Belastungsgrenze überschritten haben, psychisch krank wurden. Inzwischen gelten wir fast alle als psychisch krank. Wie erging es eigentlich Menschen früher, die unseren Wohlstand nicht kannten und mit ganz anderen, nämlich wirklich existentiellen Gefahren umgehen mussten?
Lässt man das leicht hysterische allgemeine Gejammer des Autors einmal völlig beiseite, dann hat man es mit einem sehr guten Buch zu tun. Immer wenn es nämlich konkret wird, läuft Wolfgang Lalouschek zu großer Form auf. Die meisten der in seinen Beispielen beschriebenen Probleme kann man sehr gut nachvollziehen. Plötzlich geht der Autor von seiner "Systemkritik" an den Konzernen, dem Kapitalismus, der Profitgier und sonstigen Schablonen ab und widmet sich der ganz konkret fassbaren Überforderungssituation seiner geplagten Patienten. Dann findet er die wirklichen Ursachen und Zusammenhänge, die nur sehr selten am bösen Kapitalismus liegen, der übrigens nicht von einer höheren Macht installiert wurde, sondern sich als die der menschlichen Natur am besten angepasste Form des Wirtschaftens ergeben hat. Aber das nur nebenbei .
Wolfgang Lalouschek ordnet die psychischen Problem seiner Patienten nach den Orten ihrer Ursachen: Arbeitswelt, Beziehungen, Privatleben, schlechte Gewohnheiten, Sucht, Verletzungen, Traumata. Manchmal sind es nur Krisen, die aus Überforderungen erwachsen sind. Sie darf man nicht mit wirklichen Krankheiten der Seele verwechseln. Das ist nicht immer ganz einfach, dazu braucht man Spezialisten, womit man auch gleich bei einem grundsätzlichen Problem angelangt ist, nämlich bei der Frage, wozu ein solches Buch eigentlich gut ist. Man weiß nicht, ob der Autor es aus eigenem Antrieb geschrieben hätte, weil hier der Verlag an ihn herangetreten ist. Für wen also ist ein solches Buch gedacht, und was kann es bewirken?
Gewöhnlich dreht man sich im Kreis, wenn man am Ende seiner mentalen Kräfte angelangt ist. Sich wie Münchhausen am eigenen Schopf aus einer solchen Krise zu ziehen, ist dann kaum möglich, da man in der Regel keinen neutralen und rationalen Blick auf die Gesamtsituation besitzt. Man braucht Abstand und eine ordnende Hand, um zunächst einmal geistige Klarheit zu erlangen. Dann benötigt man machbare und vernünftige Lösungsvorschläge und den Mut und die Kraft, sie auch umzusetzen. Manchmal muss man auch seinen Lebenspartner miteinbeziehen. Ist er jedoch Teil des Problems, wird das ohne eine dritte, neutrale Person mit dem nötigen Einfühlungsvermögen, ein fast unmögliches Vorhaben.
Kurz gesagt, das Buch kann erst einmal dabei helfen, etwas Struktur zu gewinnen und über Optionen nachzudenken. In der Regel hilft bei einer heftigen Krise aber nur ein erfahrener Therapeut. Nur er kann herausfinden, ob man nur in einer Lebenskrise steckt oder ob man gar eine Krankheit der Seele hat. Doch das Buch enthält auch viele (natürlich hinreichend allgemeine) Ratschläge für die Lösung von verschiedenen Problemen, die in ihm diskutiert werden. Und sein Autor beschreibt darüber hinaus seine grundsätzliche Methode, so etwas anzugehen. Sie nutzt den Gedanken, den man aus sogenannten Familienaufstellungen kennt. Man findet damit heraus, in welchem Verhältnis ein Mensch zu anderen Personen oder zu bestimmten Problemen wirklich steht.
Wolfgang Lalouschek ist übrigens der Meinung, dass wir alle traumatisiert sind. Diese Aussage kommt beim Thema Trauma auf und macht nur einen kleinen Teil des Buches aus. So gut dieses Buch an vielen Stellen ist, so seltsam sind gewisse andere Stellen. Das ist eine davon. Lalouschek möchte damit "keineswegs ausdrücken, dass alle von uns psychotherapiert werden sollen". Und er will auch nicht den Begriff Trauma inflationieren. Er sieht einfach nur die "ungenutzten Potentiale". Hört er sich eigentlich selbst zu? Wie soll man das denn verstehen? Wenn alle traumatisiert sind, ist das normal, dann verliert der Begriff Trauma jeden Sinn. Jedenfalls formal logisch. Wenn alles grün ist, kommt keiner auf die Idee von Farbe zu sprechen, weil man dann schließlich Unterschiede beschreiben würde, die es nicht gibt. Und unsere Traumata entstehen nach Lalouschek bis zum Ende des dritten Lebensjahres, weshalb wir uns daran nicht mehr erinnern können. Mag sein. Aber wenn es so ist - wie will man dann je von ihnen erfahren? Ist das am Ende also nur eine Vermutung? Mal einfach logisch gedacht.
Ich fand dieses Buch interessant. Und ich habe an einigen Stellen wirklich etwas gelernt. Ob es allerdings Menschen in Krisensituationen tatsächlich helfen kann, wage ich zu bezweifeln. Dazu sind Krisen immer viel zu komplex und immer konkret. Dieser Text muss bis auf die Beispiele jedoch zwangsläufig allgemein bleiben, sonst ist er komplett sinnlos. Dieses Dilemma ist nicht auflösbar. Was also bleibt, sind Hinweise und Ordnungsprinzipien, die ein gewisses Grundgerüst aufbauen, mit dem man sich eventuell vorhandenen eigenen Problemen und ihrer Lösung grob annähern kann.
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