Nach acht Jahren legt Nils Lofgren ein herrlich entspanntes, musikalisch phantastisches Album vor! Im Zusammenspiel mit alten Weggefährten gibt es 12 Songs, jeder einfach gelungen und sehr sehr gut eingespielt.
Das Lofgren einer der ganz großen Gitarristen ist, vergisst man leicht, wenn man ihn "nur" als Sidekick von Bruce Springsteen in dessen E-Streetband erlebt. Obwohl: Suchen Sie doch mal bei Youtube den Mitschnitt von "Purple Rain", kurz nach Prince` Tod vom Boss und seiner Band als Verneigung vor dem Verstorbenen live dargeboten - Lofgrens Solo lässt selbst Springsteen ungläubig gucken...
Auf "Blue with Lou" finden sich neben reinen Eigenkompositionen fünf Tracks, die Lofgren zusammen mit Lou Reed vor Jahren geschrieben hat, die allerdings bisher nicht veröffentlicht wurden. Eingespielt wurde das Album bei Nils zu hause in dessen eigenem Tonstudio, ganz klassisch. Erst proben, sich in die Songs einfinden, und dann zusammen aufnehmen - nicht morgens mal die Leadgitarre, nachmittags den Bass und Abends sitzt der Drummer allein im Studio...
Als besondere Anspieltipps: "Talk thru the Tears", hier kommt Nils` sanfte Stimme besonders gut zur Geltung (und er hat aus seiner Jugendzeit ein paar passende, aber auch witzige Doo-Woop-Elemente eingebaut...), und die tiefe Verbeugung vor dem viel zu früh verstorbenen Tom Petty, "Dear Heartbreaker"!
Beim ersten und zweiten Hören wußte ich nicht, an wen mich das Album erinnert - dann aber wurde es klar: an den späten Mark Knopfler. Dessen Musik ist zwar vom Stil her ganz anders, aber es ist die gleiche Ruhe und Gelassenheit eines Könners zu hören, der nichts und niemanden noch etwas beweisen muss...
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