England, dreißiger Jahre. Die Abende, an denen Violet mit einer Gruppe ungewöhnlicher Frauen wunderschöne Stickereien für die Kathedrale in Winchester anfertigt, sind der Aufbruch in eine neue Welt. Sie zeigen Violet, dass sie mit ihrem Auszug aus dem mütterlichen Zuhause die richtige Entscheidung getroffen hat. Schnell lernt und schätzt sie die Kunst des Stickens und lässt sich von Arthur in die des Läutens der Kirchturmglocken einweihen. Violet gewinnt durch das starke Band der Freundschaft zwischen den Frauen und die wachsende Nähe zu Arthur an Lebensmut und überwindet die Lebenskrise infolge des Ersten Weltkriegs. Und die Kirchturmglocken könnten wahrhaftig ihr neues Leben in Winchester einläuten…
Chevaliers neuer Roman ist episch, warmherzig und lebendig – eine Hommage an die weibliche Kunstfertigkeit und ein Buch darüber, wie Schönheit auch ein bescheidenes Leben erfüllen kann.
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Nach dem Verlust ihres Bruders und ihres Verlobten im Ersten Weltkrieg, versucht Violet in einer Welt Fuß zu fassen, in der eine Frau ohne Ehemann nicht als vollwertig gilt. Eine Wohnung, Arbeit und gesellschaftliche Akzeptanz zu finden sind Herausforderungen, die sie auf sich allein gestellt meistert. Unterstützung findet sie hierbei in einem Kreis engagierter Stickerinnen, die ihr Freundschaft und Halt bieten. So wächst nach und nach Violets Selbstbewusstsein und auch eine zarte Liebe beginnt zu keimen. Eine in ruhigen Tönen erzählte, beeindruckende Geschichte mit langem Nachhall.
Bewertung
5/5
03.04.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein richtig toll geschriebenes Wohlfühlbuch
England in den 30er Jahren, viele Männer sind nicht aus dem Krieg zurückgekehrt und für eine unverheiratete Frau ist es nícht einfach in der Gesellschaft. Doch Violet ist eine sehr eigenständige Person, sie möchte dem mütterlichen Zuhause entfliehen, da sie sich dort seit dem Tod ihres Vaters und ihres Bruders nicht mehr wohl fühlt. Sie beschließt nach Winchester zu ziehen und dort ein selbstbestimteres Leben zu führen. Durch Zufall trifft sie auf eine Gruppe von Stickerinnen und findet dort schnell ein neues Zuhase und Freundinnen.
Chevalier hat eine unglaublich schönen Schreibstil. Die Personen erwärmen mein Herz und ich finde sie alle sehr realistisch und sympathisch. Immer wieder brachten mich Dialoge zum Lachen und man hat als Leser das Gefühl, die Figuren schon ewig zu kennen. Aber nicht nur die Personen sind toll beschrieben, sondern auch die Umgebung und v.a. die Kathedrale in Winchester und die Stickkunst. Eingearbeitet in die Handlung des Romans erfährt man viel über das Sticken, die verschiedenen Techniken und Stoffe aber auch über das Glockenläuten ohne dabei gelangweilt zu werden. Chevalier erschafft in ihrer Geschichte ein wunderbares Gesamtbild aus Figuren, Handlung und bildhaften Umgebungsbeschreibungen. Man hat das Gefühl unter Freunden zu sein.
Die Frauenfiguren sind oft sehr selbstbewusst und zeigen, dass sie viel mehr ausmacht als nur der Ehemann und die Kinder. Es werden Lebenswege eingeschlagen, die verpöhnt sind, wovon sich die Frauen jedoch nicht unterkriegen lassen, was ich sehr schön fand. Man könnte zunächst meine, dass es sich hier um einen seichten Frauenroman handelt aber dem ist definitiv nicht so. Chevalier baut auch sehr viele politische Themen wie zB. den Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland oder generell den Krieg in ihre Geschichte mit ein. Durch die Menschen in ihrer Umgebung gelingt es Violet, sich zu entfalten und denkt zunehmend selbstbestimmt über das Geschehen auf der Welt nach. Dabei nimmt sie den Leser mit in ihre Welt und so hat man das Gefühl, selbst diese Entwicklung durchzumachen.
Normalerweise greife ich nicht unbedingt zu historischen Romanen doch Chevalier hat eine so tolle Art zu schreiben und den Leser in eine wunderschöne Geschichte abtauchen zu lassen, dass die Seiten wie im Flug vorbeizogen. Es hat unglaublich Spaß gemacht die Geschichte von Violet mitzuverfolgen, man hat die Emotionen aller Figuren richtig gespürt. Chevalier hat ein Buch geschaffen, dass sehr authentisch und lebensnah wirkt und mir viel Freude bereitet und mirgleichzeitig neue Dinge wie zB die Stickkunst und das Glockenläuten nahe gebracht hat, die sonst fernab von meinem Interessenspektrum liegen. Alle die starke Frauenfiguren und ungewöhnliche Lebenswege mögen, denen sei dieses Buch ans Herz gelegt, es wird euch nicht enttäuschen.
Bewertung
5/5
02.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein richtiges Buchkleinod
Ich habe mich so sehr gefreut, dass endlich wieder ein neuer Roman von Tracy Chevalier erschienen ist, denn bis jetzt habe ich alle von ihr gelesen und war immer begeistert von ihrem mitreißenden Schreibstil. 'Violet' ist wieder etwas ganz Besonderes: Der Roman spielt zu Beginn der Dreißiger Jahre in England und es geht um die junge Violet Speedwell, die im ersten Weltkrieg ihren Bruder und ihren Verlobten verloren hat und noch sehr trauert. Violet lebt bei ihrer Mutter in Southampton, arbeitet als Sekretärin bei einer Versicherung und möchte gerne ihr Leben verändern. Sie fasst den Entschluss nach Winchester zu ziehen, wo ihr Arbeitgeber eine Zweigstelle der Versicherung besitzt. Sie setzt sich damit ihrer dominanten Mutter gegenüber durch und mietet ein kleines Zimmer in Winchester. Nach anfänglicher Einsamkeit, tritt sie einer Gruppe von Stickerinnen bei, die für die Kathedrale in Winchester Kniekissen sticken. Violet ist fasziniert von dieser Handwerkskunst und freundet sich mit einigen Stickerinnen an. Hinzu kommt, dass sie Arthur kennen und lieben lernt, einen verheirateten Mann, der die Glocken der Kathedrale läutet. Ihr Leben nimmt seinen Lauf. Eine wunderschöne Geschichte über eine starke, selbstbestimmte Frau, die sich nicht von ihrem Weg abbringen lässt.
booklover2011
aus ...
5/5
27.02.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine starke Frau findet ihren Weg und interessanter, historischer Rückblick
Inhalt (dem Klappentext entnommen):
England, dreißiger Jahre. Die Abende, an denen Violet mit einer Gruppe ungewöhnlicher Frauen wunderschöne Stickereien für die Kathedrale in Winchester anfertigt, sind der Aufbruch in eine neue Welt. Sie zeigen Violet, dass sie mit ihrem Auszug aus dem mütterlichen Zuhause die richtige Entscheidung getroffen hat. Schnell lernt und schätzt sie die Kunst des Stickens und lässt sich von Arthur in die des Läutens der Kirchturmglocken einweihen. Violet gewinnt durch das starke Band der Freundschaft zwischen den Frauen und die wachsende Nähe zu Arthur an Lebensmut und überwindet die Lebenskrise infolge des Ersten Weltkriegs. Und die Kirchturmglocken könnten wahrhaftig ihr neues Leben in Winchester einläuten…
Chevaliers neuer Roman ist episch, warmherzig und lebendig – eine Hommage an die weibliche Kunstfertigkeit und ein Buch darüber, wie Schönheit auch ein bescheidenes Leben erfüllen kann.
Meinung:
Der bildhafte und detailreiche Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der dritten Erzähl-Perspektive von Violet geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann.
Die authentischen und sympathischen Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen sowie Gefühlen sehr gut dargestellt und beschrieben worden, so dass ich nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufühlen, mitzufiebern und mitzuleiden. Auch die Nebencharaktere sind sehr gut dargestellt worden, vor allem Violets neue Freundin Gilda, deren Geschichte ich sehr gerne miterlebt habe, aber auch die anderen Damen aus der Stick-Gruppe. Violets Mutter ist eine anstrengende Person und sorgt nicht nur bei der Familie für fassungsloses Kopfschütteln. Aber auch hier zeigt die Autorin gekonnt auf, dass ein Mensch mehrere Seiten und die unterschiedlichsten Beweggründe für sein Handeln haben kann.
Bereits nach wenigen Seiten war ich völlig von Violet und ihrer Geschichte gefesselt und konnte das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen. Violet und viele andere, alleinstehende Frauen ihrer Generation werden als „Frauenüberhang“ bezeichnet, da während dem Ersten Weltkrieg viele Männer ihrer Generation ihr Leben verloren haben. Violet selbst hat ihren Bruder George und ihren Verlobten Laurence verloren. Violet und auch ihre Freundin Gilda sehen sich mit vielen Vorurteilen, aber auch mitleidigen Blicken konfrontiert, nicht nur von Männern, sondern vor allem auch von anderen Frauen.
Besonders gefallen hat mir, wie sich Violet authentisch und Stück für Stück weiterentwickelt, wie sie immer mehr für sich und ihre Träume einsteht. Sie nutzt ihre Stimme, ihren neu gefundenen Mut und steht für sich ein, sie setzt sich durch, sei es bei ihrem Bruder, ihrer Mutter oder ihrem Chef. Und auch wenn das Buch in den 1930ern spielt und sich in der Gesellschaft zum Glück einiges getan hat, so gibt es doch immer noch Parallelen: So sind vor allem Frauen für die Familie „zuständig“, sei es die Erziehung der Kinder oder wenn es um die Pflege von Familienangehörigen geht.
Auch wenn ich mit Stickereien nichts anfangen kann, fand ich es doch sehr interessant darüber zu lesen und mir dann die Bilder zu diesen auf der Webseite der Autorin anzusehen. Ebenso wurde das Läuten der Kirchturmglocken für den Lesenden interessant in die Geschichte eingearbeitet.
Ein wunderbarer und fesselnder Roman über eine starke Frau, die ihren Weg geht und sich authentisch weiterentwickelt. Zudem gibt es einen Einblick in die Zeit der 1930er Jahre, welche Auswirkungen der Erste Weltkrieg hatte (u.a. durch den „Frauenüberhang“), und die Stickereien von Violet und den anderen Frauen. Kaum angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn Violets Geschichte und die ihrer Freundinnen und Familie, die man miterlebt, hat mich gefesselt und in ihren Bann gezogen. Mein erstes, aber definitiv nicht letztes Buch der Autorin, so dass es ganz klar 5 von 5 Sternen gibt und eine absolute Leseempfehlung wenn man historische Romane liebt und eine starke Frau auf ihrem Weg begleiten möchte.
Fazit:
Eine starke Frau findet ihren Weg und entwickelt sich authentisch weiter. Zudem gibt es einen interessanten, historischen Rückblick in die Zeit der 1930er Jahre und welche Auswirkungen der Erste Weltkrieg hatte.
Bewertung
aus Maulburg
5/5
19.02.2020
Buch (Taschenbuch)
absolutes Frauenbuch
Vom Cover und der Leseprobe überzeugt, muss ich leider zugeben, dass sich während des Lesens keine weitere Spannung aufgebaut hat. Ja ok, ein oder zwei Stellen waren dynamischer, doch mir fehlte dieser Wow- Effekt in einem Buch. Mir fiel es leider auch sehr schwer mich in die junge Protagonistin hineinzuversetzen, aber das liegt wahrscheinlich daran , dass das Buch Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts handelt. Was ich schön fand, waren die Darstellung der Gefühle von Violet. die innere Hin und Her Gerissenheit, ob sie nun dass richtige tut, kommt gut zur Geltung. Alles im allem glaube ich , dass das buch einer anderen, vielleicht bisschen älteren Leserin viel besser gefallen würde. Dennoch eine Schöne Idee für ein Buch.
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4/5
04.07.2020
Buch (Taschenbuch)
England in den frühen 30er Jahren....
England in den frühen 30er Jahren. Violet versucht ein unabhängiges Leben zu führen, wird dabei aber immer wieder von ihrer Mutter ausgebremst...
Endlich ein neues Buch von T. Chevalier habe ich gedacht, als ich den Titel fand. Und ich kann sagen, ich wurde nicht enttäuscht.
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4/5
10.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine gute Lektüre für zwischen durch.
Chevaliers vorherigen Romane " Das Mädchen mit dem Perlenohring" und "Zwei bemerkenswerte Frauen" haben mich dazu bewogen ihr neuestes Werk zu lesen. Es ist, meiner Meinung nach, im Vergleich mit ihren anderen Romanen von der Geschichte her nicht ihr stärkster Roman. Jedoch ist er sprachlich gut und flüssig geschrieben. Als ich erst einmal ein paar Seiten gelesen hatte, wurde ich von der Handlung mit gerissen und war neugierig wie es weiter geht. Ein schöner Schmöker für zwischen durch.
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