Vom Großvater an Miro verkauft, zieht die elternlose Jannie mit einigen Frauen bettelnd über Land. Sie weiß nicht, ob sie zehn oder schon elf Jahre alt ist, aber sie weiß von Kindern, die in feinen Häusern arbeiten müssen, weil sie für den Straßenstrich zu jung sind. Während Kommissar Klinkhammer sich bemüht, Licht ins Dunkel um sieben verscharrte Kinderleichen zu bringen, gelingt Jannie die Flucht. Sie wird von Dieter auf seinem einsamen Hof aufgenommen und kümmert sich liebevoll um dessen Mutter. Die alte Frau liegt gelähmt und stumm im Bett, mit Augenzwinkern versucht sie Jannie begreiflich zu machen, in welcher Gefahr sie schwebt. Doch Jannie kennt keine Morsezeichen ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.4/5.0
Laura
aus Hildesheim
5/5
26.09.2019
eBook (ePUB)
Leider anders als erwartet...
Der Roman 'Das Mädchen Jannie' von Petra Hammesfahr wurde mir im Wege einer Leserunde als Hardcover-Ausgabe kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hierfür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken!
Cover, Titel, Klappentext:
Das Cover war ein ausschlaggebender Grund, mich für die Leserunde zu bewerben.
Es strahlt etwas geheimnisvolles aus, wie das kleine Mädchen, in ihren bunten Sachen in der sonst grauen und verregneten Umgebung Richtung Haus läuft. Im Hinblick auf den Titel lässt sich hoffen, dass es um genau dieses Mädchen in dem Roman gehen wird.
Der Klappentext, Titel und Cover haben mich vermuten lassen, dass es hauptsächlich um das Mädchen Jannie gehen wird. Dies ist im Großen und Ganzen auch der Fall, aber leider nicht so umgesetzt, wie ich erhofft hatte.
Inhalt:
Das Buch ist in zwei Teile und mehrere Abschnitte unterteilt. Es gibt verschiedene Erzählstränge.
Das Hauptthema um Jannie sind wohl die Umstände, wie sie dort landen konnte, wo sie nun ist. Es geht um Bettlerei, aber auch um viel schlimmere Dinge, wie Prostitution und Menschenhandel. Jannie selbst gehörte „nur“ zu den Bettlern. Ihr Großvater hat sie an ihren Onkel Miro verkauft, der mittendrin in der Bande um die Menschenhändler ist.
Jannie begibt sich am Anfang der Geschichte mit dem kleinen Jakob auf Betteltour. Da Jakob schwer am Husten ist und scheinbar offensichtlich auch Fieber hat, werden die beiden – so wie es früher oder später ja kommen musste – aufgehalten. Jakob wird Jannie an einer der Türen von einer fremden Frau abgenommen. Daraufhin flieht Jannie instinktiv – sie hat riesige Angst vor der Polizei und keine Hoffnung, dass diese ihr helfen könnte.
Jannie landet nach einiger Zeit im Regen bei Dieter. Dieter lebt zusammen mit seiner bettlägeringen Mutter auf einem Bauernhof. Seine Mutter kann sich seit einem Schlaganfall weder bewegen noch verständigen – das denkt zumindest Dieter.
Bei Dieter ist Jannie allerdings nur bedingt besser aufgehoben. Anfangs scheint es, als ob Dieter ein netter, etwas komischer Mann ist, der gerne an seinem Laptop schreibt. Es dauert, bis Jannie mitbekommt, das dem nicht so ist. Dieter versucht nämlich Thriller zu schreiben, die so real wie möglich wirken sollen. Und um der Realität am nächsten zu kommen, muss er sie vorher erzwingen.
Weitere Hauptcharaktere im Buch sind z. B. Kommissar Klinkhammer sowie Gina und Dominik.
Kommissar Klinkhammer bekommt über mehrere Ecken den Fall zum Laufen. Seine Kollegen wollen zwar seine Hilfe, sind aber keine große Unterstützung.
Gina führt einen eigenen Blog auf dem sie Rezensionen zu Büchern verfasst. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit neuen und unbekannten Autoren, aber auch bekannte Autoren bekommen ihre Meinung zu lesen. Ihre Rezensionen sind meist sehr kritisch, wenn nicht sogar unter der Gürtellinie.
Dominik ist ihr Ehemann. Die Ehe wurde allerdings nie öffentlich gemacht, da Dominik Sohn einer bekannten Schauspielerin und zudem selbst Autor ist.
Meine Meinung:
Dieters Idee, einen Roman zu verfassen, und dafür selbst Menschen töten zu müssen, um den Roman möglichst authentisch zu bekommen, fand ich von Anfang an spannend. Da kommt ihm Jannie sehr gelegen.
Dieter ist wirklich krank. Was auch immer wieder im Umgang mit Jannie und auch seiner Mutter deutlich wird. P. Hammesfahr hat es ganz gut geschafft, dass man sich in den Charakter hineinversetzen kann. Das finde ich sehr positiv.
Die Kapitel um Dieter um Jannie habe ich am liebst gelesen. Um nicht zusagen, nur wegen diesen Teilen habe ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen.
P. Hammesfahrs Schreibstil ist in den betreffenden Handlungssträngen meistens gut gewählt. Jannie kommt sehr authentisch rüber. Ihr fehlendes Wissen kommt sehr gut zum Ausdruck. Das Einzige was ich an den Jannie gewidmeten Kapiteln teilweise als schwer zu lesen empfand ist, dass die Kapitel teilweise so verfasst wurden, als ob Jannie selbst denkt und zwei Sätze später, hat man wieder den Eindruck ein Erzähler erzählt die Geschichte.
Nichtsdestotrotz waren diese Kapitel, wie gesagt, meine Lieblingskapitel. Die Ermittlungen und auch die Story um Dominik und Gina haben den Roman und meinen Lesefluss eher gestört. Ich denke, Jannies Geschichte, die illegalen Geschäfte und dass sie von einem Unglück ins nächste gerät und ausgerechnet bei Dieter landet, hätten das Buch ausreichend spannend gefüllt.
Die Ermittlungen sind für mich – gerade zu Beginn des Buches – teilweise einfach nicht nachvollziehbar. Es passiert viel zu viel, was mit der eigentlichen Story nicht wirklich etwas zu tun hat. Das verkompliziert das Ganze wahnsinnig.
Fazit:
Beim Lesen bin ich immer wieder zwischen „jetzt wird’s aber endlich spannend“ und „warum passiert denn nichts?“ geschwankt. Einerseits finde ich die Idee hinter dem Buch super, andererseits hätte ich mir stellenweise eine andere Umsetzung der Hauptthemen gewünscht.
Alles in Allem würde ich das Buch trotz der Längen empfehlen.
Bewertung
4/5
25.09.2019
eBook (ePUB)
Das Warten hat sich gelohnt
Sehr spannender Roman, das Warten hat sich gelohnt.
Eine kleine Unstimmigkeit am Ende des Buches hat sich leider ergeben, das mit dem Datum ist zu offensichtlich und gefährlich. würde keiner so machen
JoanStef
aus Steinsfeld
3/5
03.02.2021
eBook (ePUB)
Differenzierte, sehr umfangreiche jedoch spannend präsentierte Geschichte
Cover:
Das Mädchen Jannie, läuft, - im strömenden Regen auf einer einsamen Straße-,Richtung Einsiedlerhof.
Inhalt: Ein kleines Mädchen ist auf der Flucht vor einer Diebesbande, die Kinder zum Betteln & Prostitution zwingt. Sie hat in ihrem jungen Leben noch nicht etwas Gutes kennengelernt.
Unterschlupf findet sie bei einem alleinstehendem Mann mit pflegebedürftiger Mutter. Wird jetzt alles gut?
Eindruck:
Dieses Buch ist ein umfassendes. Die Autorin hat sehr viel Zeit zur Beschreibung der Protagonisten & deren Lebensumständen genutzt. Der Leser kann sich gut in die einzelnen Charaktere, deren Umfeld & Herausforderungen hineinversetzen. Spannend wird das Buch durch die Verwendung relativ kleiner Kapitel und Unterkapitel. Der Schreibstil vermittelt dem Leser, den Wunsch Jannies Schicksal mitzuerleben & auf ein gutes Ende für dieses kleine Wesen. Zahlreiche Verbrechen im Umfeld des Einsiedlerhofes, erhöhen den Spannungsbogen.
Fazit:
Dieses Buch liefert interessante Leseunterhaltung. Die langen Beschreibungen, vielfältiger unterschiedlicher Perspektiven sind jedoch zu umfangreich & rauben der Geschichte das Momentum. Alles wird wirklich detailliert erzählt, aber doch zu langatmig. Aus dem umfangreichem Stoff dieses Romans, hätten ohne Probleme eine Serie entstehen können. Leseempfehlung für Leser, die genaue Erzählungen lieben & viele Leseseiten nicht scheuen. Aufgrund des sehr umfangreichem Lesestoff & dem deshalb entstandenem Momentum-Verlustes, gebe ich gute 3,5 Sterne
Bewertung
aus Brandis
2/5
03.02.2021
eBook (ePUB)
Verwirrende Geschichte
Mit einer rumänischen Bettlerbande zieht Jannie über die Dörfer. Unklar, wie alt sie ist und unfähig zu Gefühlen normaler Kinder ihres Alters weiß sie nur eins: die Menschen genau zu beobachten um daraus ihr weiteres Handeln abzuleiten. Unauffällig sein und genug Geld einbringen um Miro, der sie ihrem Großvater abkaufte, nicht zu enttäuschen, denn seine Strafen sind grausam und brutal. Nach einem missglückten Bettelversuch flüchtet sie sich auf ein einsames Gehöft, in dem ein Mann seine gelähmte bettlägerige Mutter pflegt. Jannies Vertrauen ist nach anfänglichen Zögern mit ausreichend Essen, sauberer Kleidung und einem warmen Bett rasch gewonnen. Hilfsbereit übernimmt sie wie selbstverständlich die Pflege der Mutter. Dem Morsealphabet nicht mächtig, kann sie deren Blinzelversuche der Kommunikation nicht richtig deuten, die nur eines sagen: Lauf weg…
Indessen steht Kommissar Klinkhammer vor dem Rätsel um verscharrte Leichen, noch nicht ahnend, das Jannie der Schlüssel zur Klärung sein könnte.
Für mich war die Autorin ein Garant für spannende Bücher – doch dieses ist meiner Meinung nach ihr bisher schwächstes. Obwohl das Grundgerüst durchaus spannende Unterhaltung verspricht konnten mich die zum Teil sehr langatmigen Passagen leider nicht wirklich überzeugen. Vieles hätte durchaus gestrafft werden können.
Die Schriftstellerthematik wird ziemlich „breitgewalzt“, die Handlung um Gina und ihren Mann tragen bis auf ein Rachemotiv nicht wirklich viel zur Geschichte bei. Unklar ist mir auch, warum das „Höllenloch“ so thematisiert wird, wovon zum Ende hin auch nichts mehr zu lesen ist. Des Weiteren ist die Vielzahl sowie Motivation der Personen, die mehr oder weniger undercover Klinkhammer Informationen zukommen lassen, sehr verwirrend. Mitunter kam es mir wie ein gegeneinander als miteinander vor.
Ich kann das Buch nicht empfehlen und würde es auch nicht nochmal lesen.
Bewertung
1/5
25.05.2024
eBook (ePUB)
NIchts für mich
Selten, daß ich ein Buch nach nicht einmal 50 Seiten weglege - dieses hier hat es geschafft. Konfuser Handlungsstrang, der leider nicht durch ein besonders sprachliches Niveau kompensiert wird - die Spannung fehlt, das Buch fehlt mir nicht; weg damit, schade.
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2/5
31.03.2026
eBook (ePUB)
Leider keine Tiefe und keine Spannung
Leider konnte mich das Buch nicht fesseln: Die Handlung zog sich zäh dahin, die Spannung blieb größtenteils aus. Dennoch wollte ich unbedingt wissen, welches Schicksal Jannie erwartet, und habe das Buch bis zum Ende gelesen. Für mich ein eher langsames Leseerlebnis daher nur 2 von 5 Sternen.
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