Fiona ist eine unfreiwillige Sammlerin: Depressionen, Übergewicht, HWS-Syndrom, Selbstwertprobleme. Sie ist davon überzeugt, dass sie ihre Erkrankungen verdient hat.
Auch mit den Menschen hat sie es schwer. Sie fühlt sich unter ihnen fehl am Platz, vergleicht sich ständig mit anderen und glaubt, all ihre Probleme allein lösen zu müssen.
Sie träumt von einer gesunden, schlanken und erfolgreichen Version ihrer selbst. Nachdem eine weitere Diagnose Fionas Sammlung ergänzt, trifft sie eine Entscheidung. Sie macht eine Kehrtwende und will von heute auf morgen ein perfektes Leben führen.
Koste es, was es wolle.
Kundinnen und Kunden meinen
3.4/5.0
Bewertung
aus Kronberg
3/5
03.02.2021
eBook (ePUB)
Erfüllte nicht ganz die Erwartungen
In „Die Krankheitensammlerin“ begleiten wir Fiona, die, wie der Titel schon verrät, gleich mit mehreren chronischen Krankheiten zu kämpfen hat. Die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion ist für sie der zündende Moment, ihr Leben zu ändern. Das fand ich von der Thematik her sehr interessant, denn ich kenne sonst keine Romane, in denen es um Schilddrüsenkrankheiten geht und ich war gespannt, wie Fiona ihr neues Leben, ihre Vorsätze, angehen würde. Der Klappentext verrät, daß sie dabei ziemlich unbarmherzig mit sich selbst ist. Leider ist der Klappentext irreführend, denn letztlich geht es sehr stark um Manie und Psychose. Ein großer Teil des Buches beschreibt Fionas Abgleiten in dieselben. Es wäre sinnvoll gewesen, diesen Fokus im Klappentext nicht gänzlich unerwähnt zu lassen, denn so gehen die Leser mit falschen Erwartungen an das Buch und Leser, die sich eher für die in „Die Krankheitensammlerin“ behandelten Themen interessieren, werden nicht durch den Klappentext angesprochen.
Ich wollte Fiona auf ihrer Reise begleiten, lesen, wie sie mit der Diagnose zurechtkommt, wie ihre radikalen Vorsätze sich gegen die Realität behaupten müssen und was sie dadurch ändert. Eine solche Reise gibt es aber leider nicht. Die detaillierten Beschreibungen ihrer manischen Phasen, ihrer durch die Psychose beeinflussten Gedanken fand ich anstrengend. Das spricht allerdings auch für die Autorin, denn solche Beschreibungen sollen auch anstrengend sein, sonst würden sie am Thema vorbeigehen. Überhaupt ist der Schreibstil eigentlich erfreulich. Es blitzt trockener Humor hindurch, es ist gerade am Anfang noch eine gewisse Leichtigkeit vertreten, es kann aber auch die Verzweiflung und eben auch die Manie gut vermittelt werden. Einige Stilmittel (wie zB recht sinnlose und halbherzig umgesetzte Namensdoppelungen) waren allerdings nicht mein Fall.
Fiona ist keine sympathische Protagonistin, das soll sie auch gar nicht sein. Am Beginn und am Ende des Buches und in manchen Momenten zwischendurch kann man mit ihr mitfühlen, aber den Großteil des Buches über ist sie unangenehm. Es gibt unsympathische Protagonisten, über die man gerne liest, bei Fiona gleitet es aber zu sehr ins Enervierende ab. Das ist sicher zum großen Teil ihren Krankheiten geschuldet, aber für meinen Geschmack war es doch etwas zu viel Selbstmitleid, zu viel mangelnde Empathie, zu viel Herabsehen auf andere. Sie theoretisiert ausführlich zu diversen Themen, was mir ebenfalls zu viel war. Man hätte ihre Charakteristika meiner Meinung nach auch etwas weniger ausführlich und wiederholend vermitteln können, so daß die Botschaft angekommen, aber Fiona dem Leser nicht so sehr auf die Nerven gegangen wäre.
Die Gewichtung entsprach auch in anderen Punkten nicht meinem Geschmack. Während die für Fiona wichtigen Menschen und ihre Beziehung zu ihnen seltsam blaß bleiben, wird eine Zufallsbegegnung mit einem Obdachlosen sehr breit berichtet, nimmt eine meines Erachtens viel zu übertriebene Entwicklung, die für das Buch zu überfrachtet ist.
Manche Fragen blieben offen, versickerten in der Geschichte. Ein schwerwiegendes Thema wurde ganz am Ende in ein paar Sätzen kurz angesprochen, war – wie das Ende der Obdachlosengeschichte - für diese Nebenbeibehandlung viel zu gewichtig und für die Geschichte nicht relevant.
Oft hatte ich das Gefühl, daß alle mögliche Gesellschaftskritik unbedingt in die weniger als 200 Seiten hineingepreßt werden sollte, was zu Lasten der Geschichte und der Charaktere ging. Der an vielen Stellen so schöne trockene Humor mußte dann der trockenen Belehrung Platz machen, der Leser wurde im Vorbeigehen mit Themen konfrontiert, die sich nicht in einigen Absätzen nebenbei behandeln lassen.
Bei den ungünstigen Gewichtungen und generell hätte ein gutes Lektorat viel bewirken können. Eine sorgfältige Nachlektorierung des Buches wäre meines Erachtens ohnehin angebracht. Es sind zahlreiche Fehler vorhanden, darunter gleich mehrere störende Logikfehler.
Insofern bin ich zwiegespalten. Der Schreibstil ist überwiegend gut, das Thema ungewöhnlich und an vielen Stellen gelungen vermittelt (auch wenn es leider nicht das Thema war, das der Klappentext verspricht). Gerade der Anfang des Buches ist gelungen, nimmt den Leser gleich mitten in die Geschichte. Der letzte Teil ist berührend und beinhaltete das, was ich eigentlich von der Geschichte erwartet hatte. Die oben genannten Punkte haben aber leider mein Lesevergnügen stark beeinträchtigt.
Vampir989
aus Freudenberg
5/5
29.05.2017
Buch (Taschenbuch)
Doch Fionas Wandel wird ihr…
Doch Fionas Wandel wird ihr von Freunden, Familie und Kollegen nicht erleichtert. Im Gegenteil: Keiner hält es für nötig, die junge Frau zu unterstützen, sodass sie sich selbst helfen muss, um ihre Pläne durchzusetzen. Koste es, was es wolleHier wird das Thema "Depressionen" angesprochen.In dieser Geschichte geht es um Fiona.Diese ist mit Ihrem Leben unzufrieden.Wir erleben wie einsam ,verlassen,hässlich und unatraktiv Sie sich findet .Diverse Erkrankungen und Ihre Leibesfülle tragen auch dazu bei ,das Sie kein Selbstbewustsein hat und an Depressionen leidet.Um dies zu ändern versucht sie ihr Leben zu ändern .Allein gelassen von Ihrem Umfeld schreckt Sie auch nicht vor Medikamentenmissbrauch zurück.Die Autorin versteht es ,uns diese Geschichte sehr authentisch zu beschreiben.Auf sehr emotionale und tief bewegende Art gehen wir mit Fiona durch höhen und Tiefen.Es hat mich tief berührt und teilweise war ich den Tränen nahe.Ich als Leser habe mit ihr gefühlt und konnte mir vorstellen was sie durchmachen musste. Durch die sehr interessante und beeindruckende Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen. Auch versteht es die Autorin uns selbst zum Nachdenken anzuregen.Das hat mir sehr gut gefallen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es mit viel Interesse gelesen.Es ist sehr empfehlenswert für Menschen die auch an dieser Krankheit leiden und deren Angehörigen.Aber auch für nichtbetroffene Menschen ist es lesenswert.
Bewertung
aus Bad Oeynhausen
3/5
23.06.2019
Buch (Taschenbuch)
Andere Erwartungen gehabt
Zum Inhalt:
Fiona sammelt seit Jahren Krankheiten, unter anderen Depression, Übergewicht und Schilddrüsenunterfunktion. Dazu hat sie kein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Das soll sich jetzt alles anders und aus der alten Fiona soll die neue Fiona werden. Die neue Fiona soll diese ganzen Krankheiten nicht mehr haben. Das Gewicht muss natürlich auch runter. Dann will sie erfolgreich und beliebt sein. Ob das funktionieren kann?
Meine Meinung (enthält Spolier):
Ich habe mich entschieden, dieses Buch zu lesen und mein Glück bei der Leserunde zu versuchen, da ich durch mein Hashimoto manchmal auch wie eine Krankheitensammlerin fühle. Hier wird dann aber eher Fionas Probleme mit ihrer manischen Depression und bipolaren Störung erzählt. Damit kann ich wenig anfangen.
Erstmal aber zum Schreibstil: Der Schreibstil liest sich soweit ganz gut. Es wird aus der 1. Person, also aus Fionas Sicht geschrieben. Man kommt gut in die Geschichte rein und da das Buch nicht sehr lang ist, kann man es auch recht fix lesen. Es sind recht viele Rechtschreibfehler im Buch drin. Mich persönlich hat es nicht gestört.
Fiona hat alle möglichen Krankheiten und nimmt alle möglichen Medikamente gegen diese Krankheiten. Dabei nimmt sie es aber nicht so ganz genau. Dass das nicht gut gehen kann, ist jedem Leser klar. Sie will plötzlich sich von einen Tag um 180° verändern. Auch das kann nicht gut gehen. Vor allem ihr Übergewicht ein Dorn im Auge. Dabei macht sie alle Fehler, die ein Anfänger nur machen kann. Wie es aber nach dem Anfang weitergeht, wird leider nicht mehr erzählt. Fiona ist sehr Ich-bezogen. Zwischendurch erkennt sie, dass sie es eigentlich doch gar nicht so schlecht hat, aber das hilft auch kein bisschen. Gegenüber ihren Therapeuten und Psychiater ist sie unehrlich. Auch ihr Umfeld vertraut sie sich nicht an. Gut, ihr Umfeld ist recht klein. Besteht aus der Mutter, den Bruder Paul, ihren besten Freund Paul und einen Online-Freund Thilo. Thilo vertraut sie sich an, aber auch da jammert sie nur über ihr Leben und interessiert sich nicht für Thilo, der auch Probleme hat. Zum Ende wird Fiona immerhin etwas sympathischer und ich habe eher Mitleid mit ihr.
Über die Familie lernt man wenig kennen, was ich schade finde. Der Freund Paul ist auch ein bisschen komisch. Für einen besten Freund ist er sehr wenig präsent. Auch wird er im Verlauf der Geschichte eher unsympathisch.
Fiona will zu viel auf einmal, das geht nicht gut. Dann erkennt sie, nach einigen Fehler und nachdem es zu einem Zusammenbruch kommt, dass sie in kleineren Schritten alles machen muss. Das ist grob zusammengefasst, die ganze Geschichte. Da habe ich ein bisschen mehr erwartet. An der einen oder anderen Stelle auch mehr Details.
Schade finde ich, dass der Klappentext nicht das hält, was es verspricht. In sehr langen Teilen geht es um Fionas manische Depression und nicht, wie sie ihr Leben ändern will. Das finde ich schade.
Das Buch habe ich in einer Leserunde erhalten und dafür danke ich der Autorin. Letztendlich sollte jeder sich selbst ein Bild machen, ob das Buch was für einen ist. Mein Geschmack hat es nicht ganz getroffen.
Lesemama1970
3/5
07.08.2017
Buch (Taschenbuch)
Potenzial nach oben
Die Krankheitensammlerin ist im Februar 2017 von Kia Kahawa epubli als Auflage: 7 erschienen.
Ich bin auf dieses Buch aufmerksam geworden, da es mir von einer Bekannten empfohlen wurde.
Produktinformation
Taschenbuch: 216 Seiten
Verlag: epubli; Auflage: 7 (21. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3741894656
ISBN-13: 978-3741894657
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 18 Jahren
Meine Meinung:
Ich weiß nicht was ich von diesem Buch halten soll. Auf der einen Seite hat es mich gelangweilt und Fiona hat mich ziemlich genervt, auf der andren Seite war es interessant zu sehen, was Krankheiten und Medikamente aus einem Menschen machen können.
Der Titel des Buches lässt etwas anderes hinter der Geschichte vermuten. Das Cover ist, meiner Meinung nach, eher nichtssagend, so dass ich es in der Buchhandlung sicher nicht beachtet hätte. Was Freundschaft alles bewirken kann und wie die Geschichte endet müsst ihr selbst rausfinden.
Meiner Meinung nach hat das Buch noch Potenzial nach oben.
Von mir bekommt das Buch 3,4 * da es mich einfach nicht so erreicht hat.
Bewertung
aus Celle
3/5
16.05.2017
Buch (Taschenbuch)
Leider enttäuschend
Achtung, die Rezension enthält Spoiler!!!
Das Cover ist sehr schön und zurückhaltend gestaltet. Man erfährt gleich vom Cover her, dass Fionas Lieblingstee Mate ist.
Der Klappentext verrät nicht zuviel vom Inhalt und gibt schon einmal einen kurzen Einblick, was noch auf den Leser zukommt.
Die Schrift hat eine angenehme Größe und die Kapitel haben eine gute Länge.
Das Buch zeigt dem Leser Fionas ungeschönte Gedankenwelt. Fiona ertrinkt fast in Selbstmitleid. Allen anderen geht es besser, sie sind schöner und erfolgreicher. Das nur, weil sie dünn sind. Also probiert Fiona auch dünn zu werden, da sich dann ihre ganzen Probleme lösen werden.
Das dies nicht stimmt findet Fiona leider nicht raus. Sie mischt verschiedene Medikamente munter durcheinander und lügt ihre behandelnden Ärzte an. Ihre Psychopharmaka werden einfach mit einer schwangeren Freundin geteilt.
Das Medikamente auch Nebenwirkungen haben wird vollkommen ignoriert.
Sie lernt einen Obdachlosen kenne, überhält sich einmal kurz mit ihm und in dem Buch wird es dargestellt, bzw. beschrieben, als ob die beiden sich schon Jahre kennen und eine enge Bindung haben. Das ist für mich nicht nachvollziehbar gewesen. Es wird kurz richtig gestellt, dass es nur eine kurze Begegnung gab, dass Fiona aber Gefühle entwickelt hat, als ob es ein langjähriger Freund ist, ist für mich sehr unlogisch.
Am meisten genervt hat mich das Gejammer von Fiona. Alles ist schlecht und sie hat regelrechte Wahnvorstellungen. Über ein paar Seiten wäre es in Ordnung, aber es zieht sich durch das ganze Buch.
Hätte das Buch mehr Seiten gehabt, hätte ich es höchstwarscheinlich abgebrochen, da ich die Stellen mit Fionas Gejammer eh nur noch überflogen habe.
Die Grundidee ist gut und ich kenne viele Bücher über das Thema Depressionen. Dieses ist leider nicht so gut umgesetzt.
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