Der zartbesaitete Arthur wächst bei seiner alleinerziehenden Mutter an der deutschen Ostseeküste auf. Seinen
Vater kennt er nicht, Freunde hat er kaum.
Von den Nachbarn geächtet, leben Mutter und Sohn in ihrer eigenen Welt, in der Träume so wirklich scheinen wie die unkontrollierte Wirkung leise geflüsterter Zaubersprüche. Dann verschwindet die Mutter ohne Worte des Abschieds, und die Unschuld zerbricht.
Für Arthur beginnt eine lange Reise des Erwachsenwerdens, die er antritt, um all jene Rätsel seiner Kindheit zu lösen.
So melancholisch, magisch und bitter¿ wie das Erwachsenwerden selbst.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Der Medienblogger
5/5
09.04.2020
eBook (ePUB)
Inspirierender, sprachgewaltiger Roman über den Fluss des Lebens und die Suche nach sich selbst
Der berlinerische Journalist und Schriftsteller Dennis Stephan präsentiert uns mit "Und in mir ein Ozean" seinen bereits zweiten Roman. Dieser beschäftigt sich mit dem Protagonisten Arthur und der Suche nach sich selbst. Lediglich positive Resonanz eilte ihm voraus, der zugrunde liegende Klappentext und das Cover weckten ebenfalls Interesse in mir, sodass ich recht schnell zu dem Buch nach dem Einzug in mein Bücherregal griff – welche Erwartungen kann es aber letztendlich erfüllen?
Der Titel "Und in mir ein Ozean" führt die Leser*innen stimmig in die Richtung ein, die die Handlung einschlägt. Arthur, der sich von den gischtspritzenden, aufschäumenden Wellen des Lebens treiben lässt, fungiert als äußerst greifbarer Protagonist, den wir auf der intimen Entdeckung des eigenen Ichs begleiten dürfen. Das Lesepublikum wird dabei oftmals selbst zum Denken angeregt – ich ertappte mich mehrfach dabei, während den Zeilen in Gedanken abgeschweift und eigene, ungewisse Zukunftsvisionen, -hoffnungen und -befürchtungen vor dem inneren Auge durchgegangen zu sein.
Die Lektüre trifft dabei einen weltoffenen, quicklebendigen Erzählton, der nicht nur herrlich schnell mitreißt, sondern eine impulsive, übersprudelnde Motivation zum Loslassen und Entdecken gibt. Man möchte geradezu einen Rucksack schultern, den nächsten Zug erwischen und seine ganz eigene Geschichte erleben (natürlich immer mit dem inspirierenden Buch im Gepäck). Dennis Stephan besitzt die Gabe, sich poetisch und sprachgewaltig auszudrücken, ohne dabei allzu pathetisch-verschraubt zu wirken. So gut wie jeder zweite Satz schien es mir wert, in einer Sammlung bewegender Zitate festgehalten zu werden – ein großartiger Schreibstil!
"Und in mir ein Ozean" ist in fünf Akte gegliedert, die jeweils Arthurs bewusst gesetzte Neuanfänge in unterschiedlichen Städten und somit eigene Lebensabschnitte mit völlig anderen Erlebnissen darstellen. In jedem Teil wird die Figur durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse bereichert, die sie auf ihrer Reise sammelt. Diese Aufenthalte werden in abwechslungsreich schillernden Montagen festgehalten, die einen tiefen Einblick in das Innenleben der Figur geben – und sich dabei so realistisch, lebensecht anfühlen. Somit werden durchaus auch Momente zutage gefördert, in denen man wie Arthur nicht richtig weiß, wie man sich fühlen soll. Dieses jugendliche emotionale Chaos und die stete Orientierungslosigkeit (ironischerweise als einzige Konstante in Arthurs Leben) bieten für die Leser*innen eine große Identifikationsfläche.
Einzig und allein die Beziehung zu seiner Mutter und ihr mysteriöses Verschwinden sind es, die Arthur in seinem sonst sich ständig wandelnden Leben erden. Puzzlestückhafte Erinnerungen an ihre gemeinsame Vergangenheit, die mittels überzeugender Rückblenden illustriert werden, machen die Erschütterung und Enttäuschung des Protagonisten begreiflich. Daher ist es der letzte Akt, der nicht so hundertprozentig schmecken möchte: Für die erneute Annäherung zwischen Sohn und Mutter lässt sich der Autor zu wenig Zeit, die über Arthur einstürzende Gefühlsflut erlebte ich aus unangenehmer Distanz, da ich mich hier nicht in den Charakter einfühlen konnte. Dennoch endet "Und in mir ein Ozean" in einem herzerwärmenden und rührseligen Schluss, der Freude macht und ein rundum außergewöhnliches Werk zu Ende führt.
Letztendlich möchte ich für das vorliegende Werk nichts anderes als eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen – lange schon hat sich Literatur nicht mehr so lebendig angefühlt.
"Und in mir ein Ozean"
ist ein inspirierender, sprachgewaltiger Roman über den Fluss des Lebens und die Suche nach sich selbst.
Buchstabenträumerin
5/5
24.10.2020
Buch (Taschenbuch)
„Und in mir ein Ozean“ von…
„Und in mir ein Ozean“ von Dennis Stephan erzählt vom Leben des jungen Außenseiters Arthur. Im Roman begleiten wir den Protagonisten bei seinen Versuchen, sich aus einer gestörten Mutter-Sohn-Beziehung zu lösen und später der Umklammerung der Vergangenheit zu entkommen. Arthur landet in Hamburg, Amsterdam und Berlin. Er trifft Menschen, die es gut mit ihm meinen und Menschen, die ihm nicht guttun. Er verliebt sich, er verwundet andere und wird verwundet. Und immer bleibt er auf der Suche, rastlos, fest im Griff seiner eigenen vermeintlichen Unzulänglichkeiten. Der Reifeprozess von Arthur umfasst insgesamt vier Stationen. Seine Kindheit verbringt er auf Rügen, wo er mit seiner alleinerziehenden Mutter in einem abgelegenen Haus in den Dünen lebt. Die Inselbewohner begegnen ihnen mit Skepsis, denn die Mutter eckt mit ihrem Glauben und ihrer Weltanschauung an. Die wenigen Freunde die Arthur hat, verliert er und am Ende, kaum dass er volljährig ist, verliert er auch seine Mutter. Auf sich allein gestellt, ergreift er die Flucht nach vorne. Er landet in Hamburg, wo er als Zivi in einer Pflegeeinrichtung arbeitet. Anschluss findet er auch dort nicht, er bleibt für sich, bis er nach einer Prügelei vom stinkreichen Gunther von der Straße aufgesammelt wird. Gunther nimmt ihn unter seine Fittiche, stattet ihn mit einer Kreditkarte aus und entführt Arthur in die Welt der Schönen und Reichen. Immer tiefer versinkt er in einem Sumpf aus Drogen und Alkohol, genießt es, auf diese Weise seinen Gedanken entfliehen zu können, nur um am Ende zu merken, dass dieses Entkommen nur oberflächlich und unecht ist. Nach einem tragischen Vorfall und einem Autounfall flüchtet er erneut und wagt einen Neuanfang in Amsterdam. Dort lernt er Daniëlle und Ruben kennen, die ihn bei sich aufnehmen. In Amsterdam dreht sich alles um die Kunst und um die Liebe. Arthur wird Teil der Beziehung, doch nur Ruben wird seine erste große Liebe. Er versinkt in ihr und erlebt den zweiten großen Verlust seines Lebens. Mit gebrochenem Herzen reist er nach Berlin, wo er Fleur kennenlernt und in einem Bioladen jobbt. Die innige Freundschaft zu Fleur und die halbherzige Beziehung zu Thomas, einem Amerikaner, markieren diese Station. Es sind Zufallsbekanntschaften, die Arthur auf seinem Weg begleiten und die ihn in seiner Entwicklung unterstützen, prägen und herausfordern. Die an dem Kern seiner Schwierigkeiten nagen, die ihn schlussendlich dazu bringen, sich mit seiner Vergangenheit und der Beziehung zu seiner Mutter auseinanderzusetzen. Denn wohin Arthur auch flieht, immer überschattet eine tiefe Traurigkeit all seine Freundschaften und Beziehungen. In Berlin beginnt er mit einer Therapie und hier wird der Roman richtig intensiv. Die Fäden kommen zusammen, alles, was Arthur in Hamburg, Amsterdam und Berlin erlebt hat, macht auf einmal Sinn. Man leidet mit ihm, man beginnt die vielen Schichten zu sehen, die Arthur sich wie einen Schutzmantel umgelegt hat. Am Ende schließt sich der Kreis, Arthur kehrt nach Hause zurück und hat die Chance, Wunden heilen zu lassen. Dennis Stephan hat mich mit „Und in mir ein Ozean“ vollkommen gepackt. Ich habe jede Seite geliebt und die Geschichte wird noch lange nachklingen. Neben der Geschichte an sich und der sehr glaubwürdigen und sympathischen Figur von Arthur, hat mir außerdem der selbstverständliche und durchweg offene und vorurteilsfreie Umgang mit Transgender, Homosexualität, jedweden Beziehungsformen und Religiosität sehr gut gefallen. Das sollte heutzutage einfach Standard sein. Hinzu kommt ein Schreibstil, der hier und da vielleicht etwas übertrieben wirken mag, der für mich aber genau die richtige Dosis Gefühl und Tiefgang enthielt. Tiefsinnig und berauschend schön.
Bewertung
aus Dalberg
5/5
07.10.2019
Buch (Taschenbuch)
Ein unglaublich berührender, wunderschön geschriebener, feinfühliger und melancholischer Roman
„Und in mir ein Ozean“ von Dennis Stephan ist 2019 im Querverlag erschienen. Der Roman umfasst in der Taschenbuchausgabe 304 Seiten.
Arthur wächst mit seiner Mutter etwas abseits der Gesellschaft auf. Beide führen ein freies, unangepasstes Leben, doch an Arthurs 18. Geburtstag verlässt ihn seine Mutter plötzlich ohne ein Wort des Abschieds. Arthurs Leben gerät aus den Fugen. Er ist von heute auf morgen auf sich allein gestellt. Er begibt sich auf die große Reise nach dem Sinn des Lebens, nach der Liebe, probiert vieles aus, sieht hinter den Spiegel, erforscht die Grautöne des Lebens, ist auf der Suche nach sich selbst, seinen Werten, seinen Gefühlen, seinen Ängsten, seinen Stärken…
Dennis Stephan gelingt es in seinem Roman den Leser durch seinen feinfühligen und eindrücklichen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Sein Schreibstil macht diesen Roman zu etwas ganz Besonderem. Für mich sticht er aus der Masse heraus und ich konnte regelrecht darin versinken. Das Kopfkino ging beim Lesen bei mir an, ich konnte in die Geschichte fallen und fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Arthur anbelangt mit und konnte mich völlig in den Protagonisten hineinversetzen und seine Gefühle und Gedanken nachvollziehen.
Ich habe dies voller Faszination gelesen und habe dies so sehr genossen. Was für ein tolles Leseerlebnis!
Fazit: Ein feinfühliger und sehr lesenswerter Roman.
Es war für mich ein Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Arthur einzutauchen.
Es hat mich sehr berührt und bereichert und klingt stark in mir nach. Ich empfehle es absolut und uneingeschränkt weiter!
Buecherseele79
5/5
01.10.2019
Buch (Taschenbuch)
Der süsse Schmerz des Erwachsenwerdens
Arthur lebt mit seiner Mutter auf Rügen, in einem kleinen Haus, direkt am Strand, in der Nähe des Wassers.
Nicht nur Arthur ist besonders, sondern auch seine Mutter, denn auch wenn sie im Dorf als Hexe geschimpft wird, so stehen doch nachts oft kummer geplagte Seelen bei ihr vor der Türe und erhoffen sich Hilfe durch Rat oder einen Trank aus Blüten, oder durch das Karten legen.
Doch als Arthur in die Pubertät kommt sieht er nicht mehr alles so uneingenommen, das Verhältnis Arthur – Mutter erhält Risse und als Arthur volljährig wird ist seine Mutter spurlos verschwunden...und Arthur weiß nicht was er mit seinem Leben anfangen soll....
Was soll ich über dieses Buch sagen?
Es ist gewaltig, in seiner Wirkung, in seiner Geschichte, in seinem Erzählstil.
Und es berührt wohl wirklich jeden der es lesen wird denn jeder war mal an der ein oder anderen Stelle an der auch Arthur steht/stand und somit kann man diese Gefühlswelt immer wieder nachvollziehen.
Schon mit den ersten Seiten konnte mich der Autor packen, alleine wie er das Meer, seine Umgebung, das Haus am Strand, die Möwen den Geruch beschreibt - man fühlt den Sand zwischen den Zehen, riecht und schmeckt das Meer in der Luft und hört die Möwen rufen.
Dies zieht sich durch das ganze Buch, denn wir reisen mit Arthur nach Hamburg, Amsterdam und Berlin, und immer hat man Land, Leute und das volle Leben um Arthur auch um sich herum.
In diesem Buch spielt Arthur die Hauptrolle, aber auch seine Mutter begleitet ihn immer wieder in der Geschichte.
Beide waren mir sehr sympathisch, auf ihre Art in ihrem Wesen gefangen und irgendwann kam dann der Versuch mit einem Neustart, mit einem anderen Weg, mit dem Ausbrechen.
Die Mutter fand ich von ihren Denkweisen und ihren Fähigkeiten unheimlich interessant, ja fast mystisch.
Sie hat ein großes Wissen was hilft oder eben nicht, sie hat die Eigenschaft Menschen zuhören zu können und mit Wissen und Feingefühl Ratschläge zu erteilen.
Man muss hier aber keine Angst haben dass der Autor in das Esoterische abrutscht sondern Menschen mit einer Leidenschaft und dem Gefühl für das Richtige beschreibt.
Auch die Sprüche und ja, den Glauben der Mutter geht mehr in die Richtung Naturglauben, sie betet keinen Gott oder Religion an sondern glaubt an die Veränderung die von der Natur aus von sich geht.
Da hat sie meine große Unterstützung.
Arthur, ein Junge der ohne Vater aufwächst, liebt und verehrt seine Mutter, nimmt viel von ihrem Glauben und Ansichten an und kann diese nicht oder sehr ungern ablegen.
Mit der Pubertät beginnt sich aber Arthur zu verändern, er eckt immer mehr mit seiner Mutter zusammen und mag auch ihre Ansichten nicht mehr bedingungslos teilen.
Ihn stört es dass sie so abseits leben und handeln, schon von vorne rein als „anders“ und komisch gelten.
Für Arthur bricht die Welt zusammen als seine Mutter ihn über Nacht verlässt und er alleine mit seinem jungen Leben dasteht.
Warum das Buch lesen?
Hier geht es um einen Mann der im jungen Leben zum Erwachsenen steht und eigentlich keine Ahnung hat was er mit diesem neuen Lebensabschnitt anfangen soll, wie soll es mit ihm weitergehen, welche Pläne hat er für sich gemacht, was will er in Zukunft machen, sein Leben wie gestalten?
Arthur ist von einer inneren Leere erfüllt und diese versucht er zu füllen.
Er versucht sein Glück in Hamburg, Amsterdam und Berlin, er trifft viele neue Leute, bunte und interessante Gestalten, Menschen die ihn interessant finden, die ihn und seine Abstürze unterstützen, manchmal auch fördern, nicht jeder schaut und hört genau hin was Arthur bewegt.
Arthur selbst ist ein sehr sensibler Mensch der mit der lauten, schnellen Welt nicht mithalten kann, mithalten will und seinen Platz einfach nicht finden kann.
Was bedeutet es erwachsen zu werden?
Wie leicht ist es seinen Platz in dieser Welt zu finden, seine Leidenschaft zu entdecken mit der man sein restliches Leben „arbeiten“ kann und möchte?
Soll man im Stillstand verharren oder immer mal wieder den Ausbruch wagen und Neues beginnen?
Wie wichtig ist der Beistand der Eltern?
Welche Fehler können Eltern machen?
Ist es so leicht ein Kind zu einem selbstständigen Menschen erziehen zu können?
Hat man nicht auch als Mutter/Vater das Recht irgendwann wieder sein eigenes Leben zu beginnen, aufzunehmen und Neues zu wagen?
Mit welchen Verlusten und Taten geht dies auf beiden Seiten einher?
Ein Buch über den süßen Schmerz des Erwachsenwerden, man erkennt sich in vielen Dingen womöglich wieder selbst, macht sich seine Gedanken und fühlt sich in die eigene Erwachsenwerden Zeit zurückversetzt.
Arthur besticht durch seine besondere Art, man fühlt und leidet mit ihm, die innere Leere war jederzeit spürbar und nachvollziehbar, ich bin von Arthur sehr angetan und er als Protagonist ist einfach nur wunderbar umgesetzt.
Und mir ein Ozean ist ein Buch über das Wachsen in die Erwachsenenwelt, über Liebe und Hass, über Vertrauen und Schmerz, Schuld und Unschuld, die innere Leere zu füllen und den eigenen Weg zu finden.
Vor allem aber ist es ein Buch über die Liebe und das Vertrauen in einen Selbst.
Ich bin mir sicher dass jeder sich, in diesem Buch, zeitweise, wiederfinden wird und von daher spreche ich für dieses Buch eine klare Leseempfehlung aus.
Familie
aus Mölsheim
3/5
21.09.2019
Buch (Taschenbuch)
Ein zweiter Blich
Ein Roman mit wirren Entwicklungen, ein Abenteuer folgt auf das Nächste. Liebesbeziehungen, die immer im Desaster enden und dann die Rückkehr zum Ursprung.
Mittendrin die Liebe einer Mutter, ein verlassener Sohn, Tablettensucht, eine Tätigkeit als Heilpraktiker und dann doch der großen Liebe von Mann zu Mann.
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