Produktbild: Schäfchen im Trockenen

Schäfchen im Trockenen Roman

7

10,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

47661

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.06.2020

Verlag

btb

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

18,6/11,6/2,2 cm

Gewicht

252 g

Farbe

Graugrün

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-71971-6

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

47661

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.06.2020

Verlag

btb

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

18,6/11,6/2,2 cm

Gewicht

252 g

Farbe

Graugrün

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-71971-6

Herstelleradresse

btb Taschenbuch
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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  • Bewertung

    5/5

    01.08.2020

    Buch (Taschenbuch)

    ... eine großartige Bestandsaufnahme

    Wie ein Bericht geschrieben, auch wie eine Ansprache Resis an ihre 14jährige Tochter Bea (die das ja alles verstehen soll) ... - SCHÄFCHEN IM TROCKENEN wirft Fragen des sozialen Werdegangs auf. Wie fühlt es sich an, wenn der Besitz mit steigender Familienmitgliederzahl wächst und auf einmal verpflichtet, und wie hält die in jungen Jahren ach so offene und alternative Clique zusammen, wenn für einige die finanziellen Mittel einfach fehlen, um da mitzuhalten? Die, die ihre Schäfchen vermeintlich im Trockenen haben, sehen da auf einmal mit anderen Augen auf ihr bekanntes Umfeld. Und wie das so läuft mit dem Sich-im-Leben-häuslich-einrichten unter verschiedenen Bedingungen, das hat Anke Stelling unverblümt und ungeschönt, aber auch mit Witz und Humor grandios beschrieben.

  • Bewertung

    5/5

    17.04.2022

    Hörbuch-Download

    Vom (Un)Glück etabliert zu sein

    Ich gebe es ja nur ungern zu, aber ich hätte dieses Buch normalerweise weder gelesen noch gehört, weil ich Titel und Cover einfach nur doof fand. Auch der Klappentext hatte mich nicht wirklich überzeugt. Aber nun hatte ich mich vor kurzem mit einem Freund darüber unterhalten, warum er den Prenzlauer Berg nicht mag. Er hat mir empfohlen, die Bücher von Anke Stelling, speziell „Schäfchen im Trockenen“, zu lesen. Und das hat mich so neugierig gemacht, dass ich mir die Geschichte jetzt als Hörbuch-Download von der Autorin selbst ungekürzt hab vorlesen lassen. Zum Inhalt muss ich hier nichts weiter schreiben. Ich habe das Gefühl, dass die Autorin den Klappentext selbst geschrieben hat, denn der Text entspricht genau der Art, wie die Autorin ihre Geschichte erzählt. Es ist eigentlich eine Abrechnung Resis mit ihren alten Freunden, die wie sie im Schwabenländle aufgewachsen sind. Und es ist ein Appell an ihre Tochter Bea, dass sie nicht das Leben leben soll, was ihre Mutter nicht geschafft, sich aber gewünscht hätte. So hat sie es nämlich selbst gegenüber ihrer Mutter empfunden. Und so hört sich da ganze Buch an, als ob die Ich-Erzählerin Resi ihrer Tochter einen Leitfaden für das Leben erzählt. Darin gibt sie ihr Ratschläge, was sie nicht tun soll. Erzählt ihr aber auch sehr genau über ihre eigene Kindheit und Jugend, über die Clique, mit der sie zusammen nach Berlin gezogen ist, erzählt von ihrem Leben und ihren Problemen. Ein ganz großes Problem ist, dass sie von ihrem früheren Freund Frank ein Schreiben bekommen hat, indem dieser ihr mitteilt, dass er die Wohnung, in der sie und ihr Mann leben, gekündigt hat. Resi, ihr Mann und ihre vier Kinder haben also keinen eigenen Mitvertrag, sondern sind von dem Freund abhängig. Und so werden sie gezwungen sein, sich eine neue Wohnung zu suchen. Aber wer kann sich schon eine bezahlbare Wohnung innerhalb Berlins innerem Kern leisten, wenn er vier Kinder hat, der Vater Künstler ist und man selbst freiberufliche Journalistin und Autorin? Mich hat diese Geschichte fasziniert. Und anders als ein anderer Leser dieses Buches, empfand ich nicht, dass Resi sich zum Opfer macht, obwohl ihr dies auch ihre früheren Freunde vorhalten. Resi kommt aus einer einfachen Familie. Sie ist in den achtziger Jahre zur Schule gegangen. In dieser Zeit hat man versucht, dass die Kinder aus unterschiedlichen Schichten alle gleichberechtig sind. Dies ist auch die Zeit, in der Arbeiterkinder endlich auch Abitur machen und studieren können. Es hört sich theoretisch ja auch alles ganz fein und richtig an. Aber Probleme kommen schon dann auf, wenn der Rest der Clique aus Familien mit mehr Geld stammen. Die kommen dann schon mal auf die Idee, mal eben ein Wochenende in die Berge zum Ski fahren zu fahren. Nur wie soll Resi das machen? Und so geht es dann irgendwann auch in dem Erwachsenenleben weiter. Erst lebten sie alle glücklich und mietfrei in dem Mietshaus, welches dem Vater von einem aus der Clique gehörte. Sie leben als Gruppe zusammen. Und als sie endlich alle etabliert sind, verheiratet und Kinder haben, beginnt eine neue Planung. Ein eigenes Haus für die Gruppe muss her. Zum Glück haben inzwischen ja alle coole Jobs, die ordentlich Geld einbringen. Also kann das Haus nach ganz eigenen Wünschen gebaut werden. Doch das ist zu dem Zeitpunkt, in dem das Buch spielt, schon Geschichte. Inzwischen leben alle außer Resi und ihrer Familie in dem neuen gemeinschaftlichen Haus in tollen Wohnungen. Nur Resi und ihre Familie konnten es sich nicht leisten. Und dann hat Resi einen Fehler gemacht. Sie hat ein bitterböses Buch über ihre Freunde geschrieben, und das können diese nicht verzeihen. Ich finde, dass dieses Buch eine gute Abrechnung mit einer bestimmten Klientel unserer Zeit ist. In jungen Jahren sind wir alle ach so engagiert. Wir wollen garantiert nicht die Fehler unserer Alten (Eltern) machen und uns von dem System einkassieren lassen. Wir machen alles gemeinsam und sch... auf das kommerzielle System. Doch nach dem Studium bekommen einige dann doch die Sahne-Jobs und scheffeln richtig Kohle. Plötzlich werden sie fast so wie ihre Eltern. Und wenn sie dies gemeinsam werden, niemand ausschert, dann kann es mit der Kommune oder Wohngemeinschaft auch gerne weitergehen. Aber jetzt natürlich bitte mit Stil und notariell abgesichert. Schade, wenn ein Teil ausschert und sich wirklich treu bleibt. Dieser Teil ist dann plötzlich ein Stachel im Fleisch und zeigt, wie verdammt angepasst man inzwischen geworden ist. Und wehe, dass das Ganze dann auch noch öffentlich gemacht wird! In dem Roman sehen wir natürlich nur die eindimensionale Sicht von Resi. Wir wissen nicht, ob während der Planungsphase vielleicht auch durchaus akzeptable Vorschläge für sie und ihre Familie gemacht wurden, wie z.B. eine Mietwohnung, die einer der anderen ihnen anbieten könnte. Wäre steuerlich sicherlich absetzbar. Auch für mich wäre so eine Hausgemeinschaft eigentlich ein Traum, aber bei Geld hört wohl tatsächlich die Freundschaft auf! Und so wird es dann wohl doch ein Traum bleiben. Und jetzt weiß ich auch, was mein Freund für Probleme mit den Bewohnern des Prenzlauer Bergs hat. Es sind offensichtlich zumeist Menschen dieser Generation und dieser Gesellschaftsschicht, die vielfach egoistisch und scheinheilig sind. Sie geben sich ach so liberal und sind inzwischen doch selbst Teil des Establishments. Das Buch hat einen durchaus einen sehr trockenen Humor. Es hat mir viel Spaß gemacht, diese Geschichte zu hören. Die Autorin hat es hervorragend vorgetragen. Ich konnte das Ganze direkt nachfühlen. Nun bin ich auf ihr nächstes Buch gespannt und auch „Bodentiefe Fenster“ interessiert mich jetzt.

  • Bewertung

    5/5

    11.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schäfchen im Trockenen

    Erbarmungslos reißt Resi die Pflaster von den gesellschaftlichen Wunden. Und das tut weh! Ihre Lektion hat sie ganz schnell gelernt. Jetzt lernt sich auch ihre Freunde ganz schnell kennen. Sie lernt, wie schnell man sich in deren Augen schuldig macht, wenn man seine Zweifel und sein Unbehagen offen äußert.Ein mutiger und erfrischend ehrlicher Roman dem ich viele LeserInnen wünsche.

  • Lesefuchs - Bücher mit Herz

    aus Bargteheide

    5/5

    18.05.2021

    Hörbuch-Download

    Vom (Un)Glück etabliert zu sein

    Ich gebe es ja nur ungern zu, aber ich hätte dieses Buch normalerweise weder gelesen noch gehört, weil ich Titel und Cover einfach nur doof fand. Auch der Klappentext hatte mich nicht wirklich überzeugt. Aber nun hatte ich mich vor kurzem mit einem Freund darüber unterhalten, warum er den Prenzlauer Berg nicht mag. Er hat mir empfohlen die Bücher von Anke Stelling, speziell „Schäfchen im Trockenen“, zu lesen. Und das hat mich so neugierig gemacht, dass ich mir die Geschichte jetzt als Hörbuch-Download von der Autorin selbst ungekürzt hab vorlesen lassen. Zum Inhalt muss ich hier nichts weiter schreiben. Ich habe das Gefühl, dass die Autorin den Klappentext selbst geschrieben hat, denn der Text entspricht genau der Art, wie die Autorin ihre Geschichte erzählt. Es ist eigentlich eine Abrechnung Resis mit ihren alten Freunden, die wie sie im Schwabenländle aufgewachsen sind. Und es ist ein Appell an ihre Tochter Bea, dass sie nicht das Leben leben soll, was ihre Mutter nicht geschafft, sich aber gewünscht hätte. So hat sie es nämlich selbst gegenüber ihrer Mutter empfunden. Und so hört sich da ganze Buch an, als ob die Ich-Erzählerin Resi ihrer Tochter einen Leitfaden für das Leben erzählt. Darin gibt sie ihr Ratschläge, was sie nicht tun soll. Erzählt ihr aber auch sehr genau über ihre eigene Kindheit und Jugend, über die Clique, mit der sie zusammen nach Berlin gezogen ist, erzählt von ihrem Leben und ihren Problemen. Ein ganz großes Problem ist, dass sie von ihrem früheren Freund Frank ein Schreiben bekommen hat, indem dieser ihr mitteilt, dass er die Wohnung, in der sie leben, gekündigt hat. Resi, ihr Mann und ihre vier Kinder haben also keinen eigenen Mitvertag. Und so werden sie gezwungen sein, sich eine neue Wohnung zu suchen. Aber wer kann sich schon eine bezahlbare Wohnung innerhalb Berlins innerem Kern leisten, wenn er vier Kinder hat, der Vater Künstler ist und sie selbst freiberufliche Journalistin und Autorin? Mich hat diese Geschichte fasziniert. Und anders als ein anderer Leser dieses Buches, empfand ich nicht, dass Resi sich zum Opfer macht, obwohl ihr dies auch ihre früheren Freunde vorhalten. Resi kommt aus einer einfachen Familie. Sie ist in den achtziger Jahre zur Schule gegangen. In dieser Zeit hat man versucht, dass die Kinder aus unterschiedlichen Schichten alle gleichberechtig sind. Dies ist auch die Zeit, in der Arbeiterkinder endlich auch Abitur machen und studieren können. Es hört sich theoretisch ja auch alles ganz fein und richtig an. Aber Probleme kommen schon dann auf, wenn der Rest der Clique aus Familien mit mehr Geld stammen. Die kommen dann schon mal auf die Idee, mal eben ein Wochenende in die Berge zum Ski fahren zu fahren. Nur wie soll Resi das machen? Und so geht es dann irgendwann auch in dem Erwachsenenleben weiter. Erst lebten sie alle glücklich und mietfrei in dem Mietshaus, welches dem Vater von einem aus der Clique gehörte. Sie leben als Gruppe zusammen. Und als sie endlich alle etabliert sind, verheiratet und Kinder haben, beginnt eine neue Planung. Ein eigenes Haus für die Gruppe muss her. Zum Glück haben inzwischen ja alle coole Jobs, die ordentlich Geld einbringen. Also kann das Haus nach ganz eigenen Wünschen gebaut werden. Doch das ist zu dem Zeitpunkt, in dem das Buch spielt, schon Geschichte. Inzwischen leben alle außer Resi und ihrer Familie in dem neuen gemeinschaftlichen Haus in tollen Wohnungen. Nur Resi und ihre Familie konnten es sich nicht leisten. Und dann hat Resi einen Fehler gemacht. Sie hat ein bitterböses Buch über ihre Freunde geschrieben, und das können diese nicht verzeihen. Ich finde, dass dieses Buch eine gute Abrechnung mit einer bestimmten Klientel unserer Zeit ist. In jungen Jahren sind wir alles ach so engagiert. Wir wollen garantiert nicht die Fehler unserer Alten (Eltern) machen und uns von dem System einkassieren lassen. Wir machen alles gemeinsam und sch... auf das kommerzielle System. Doch nach dem Studium bekommen einige dann doch die Sahne-Jobs und scheffeln richtig Kohle. Plötzlich werden sie fast so wie ihre Eltern. Und wenn sie dies gemeinsam werden, niemand ausschert, dann kann es mit der Kommune oder Wohngemeinschaft auch gerne weitergehen. Aber jetzt natürlich bitte mit Stil und notariell abgesichert. Schade, wenn ein Teil ausschert und sich wirklich treu bleibt. Dieser Teil ist dann plötzlich ein Stachel im Fleisch und zeigt, wie verdammt angepasst man inzwischen geworden ist. Und wehe, dass das Ganze dann auch noch öffentlich gemacht wird! In dem Roman sehen wir natürlich nur die eindimensionale Sicht von Resi. Wir wissen nicht, ob während der Planungsphase vielleicht auch durchaus akzeptable Vorschläge für sie und ihre Familie gemacht wurden, wie z.B. eine Mietwohnung, die einer der anderen ihnen anbieten könnte. Wäre steuerlich sicherlich absetzbar. Auch für mich wäre so eine Hausgemeinschaft eigentlich ein Traum, aber bei Geld hört wohl tatsächlich die Freundschaft auf! Und so wird es dann wohl doch ein Traum bleiben. Und jetzt weiß ich auch, was mein Freund für Probleme mit den Bewohnern des Prenzlauer Bergs hat. Es sind offensichtlich zumeist Menschen dieser Generation und dieser Gesellschaftsschicht, die vielfach egoistisch und scheinheilig sind. Sie geben sich ach so liberal und sind inzwischen doch selbst Teil des Establishments. Das Buch hat einen durchaus einen sehr trockenen Humor. Es hat mir viel Spaß gemacht, diese Geschichte zu hören. Die Autorin hat es hervorragend vorgetragen. Ich konnte das Ganze direkt nachfühlen. Nun bin ich auf ihr nächstes Buch gespannt und auch „Bodentiefe Fenster“ interessiert mich jetzt.

  • Juti

    aus HD

    5/5

    25.08.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Jammern auf hohem Niveau…

    Jammern auf hohem Niveau „Berlin-Roman“ schreibt die SZ. Kreuzberg-Friedrichshain-Roman wäre besser, weil es ums grün-alternative Milieu geht. Reiche Jugendfreunde aus dem Schwabenland, mittlerweile verheiratet und Mutter oder Vater gründen in Berlin, genauer am Prenzlauer Berg eine WG, allerdings nicht als Mieter, sondern als Eigentum, da das Studentenleben vorbei ist und man Geld, viel Geld verdient. So viel Geld, dass Ingmar sich erlauben kann, der Künstlerin und Ich-Erzählerin Resi Geld für die Erdgeschosswohnung zu leihen, aber Resi lehnt ab. Immerhin zieht sie mit ihrem Mann Sven und 4 Kindern in die alte Mietwohnung von Frank, der aber später seine Wohnung kündigt, weil Resi einen Essay über die WG veröffentlicht hat und Geheimnisse verraten hat. Das war bereits die Handlung, die aus der Sicht von Resi erzählt wird, die ihre älteste Tochter Bea warnen will, dass es ihr später nicht so ergeht, wie die Ich-Erzählerin es erleben muss. Auch aus Heidelberg kenne ich das grün-alternative Milieu, gehöre vielleicht selbst dazu, aber endlich schreibt jemand, dass die Toleranz in diesem Milieu nur Fassade ist. Welche Werte oder ob es überhaupt Werte gibt, bleibt auf der Strecke. Jedenfalls dass Resi über die Wohnsituation, über einen begehbaren Kleiderschrank, über Reichtum schreibt, ohne vorher darüber zu reden, das geht nicht. Das alternative Milieu scheint die Ideologie des Neoliberalismus aufgesogen zu haben. „Selberschuldschicksale“ (S.147) sagt das aus. Jeder kann alles erreichen, wenn er nur genug leistet. Dass aber die Ausgangssituation schon unterschiedlich ist, erkennen gerade die Kinder aus reichem Elternhaus nicht. Schon die Mutter der Ich-Erzählerin musste erleben, dass ihre Beziehung zu Werner aus dem Pastorenhaushalt scheiterte, weil sie die Etikette nicht kannte. Ist die Ich-Erzählerin auch wütend auf ihre Mutter? Ein wenig vielleicht, weil sie von ihr nicht vor den Gefahren des Lebens gewarnt wurde, aber die Welt ändert sich. Die Mutter glaubte noch, dass man mit Bildung alles erreichen kann und ermöglichte Resi als erste in der Familie das Studium, während die Reichen ihr Küchenpersonal entlassen mussten. Auch die Kindheit der Ich-Erzählerin im Schwabenland, im Ferienlager der christlichen Jugend erzeugte ein Gefühl der Solidarität, während später Skiurlaube in der Schweiz die unterschiedliche soziale Lage verdeutlichten. Mit dem Umzug nach Berlin verlieren die Jugendfreunde auch ihre Bindung zur Religion. Ich frage mich, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn die Ich-Erzählerin im Schwabenland geblieben wäre. Hätte sie dann auch Schriftstellerin werden können? Vermutlich hätte sie einen bürgerlichen Beruf ausgeübt, Auto und Eigenheim angeschafft und wäre zur biederen CDU-Wählerin mutiert. Das ist bereits Spekulation. Meines Erachtens richtet sich die Wut der Ich-Erzählerin gegen die Auswüchse des Neoliberalismus und fehlende Solidarität in der Gesellschaft. Reiche Menschen geben zwar gern für wohltätige Zwecke, bestimmen dann aber auch die Regeln. Zu Kohls Zeiten mussten sie noch mehr Steuern zahlen und der Staat konnte für Gleichheit sorgen und auch die Meinungsfreiheit sichern. Anfangs vielleicht ein wenig mühsam, da man nicht weiß, wohin die Reise geht, trotzdem 5 Sterne, da mehr als nur Unterhaltung. Lieblingszitat (einziger Limerick): War einst ein Pärchen aus Biberach/ das ging im VW der Liebe nach/ Und sie waren sehr froh/ denn es ging ja auch so/ Aber hinterher klemmte das Schiebedach. (142)

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  • Zum Bewerterprofil von Annegrit Fehringer

    Annegrit Fehringer

    Thalia Kassel

    Buchhändler*in

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    5/5

    04.06.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Ganz großartig!

    Eine vierfache Mutter versucht ihrer Tochter die Welt und die Menschen zu erklären, und stößt dabei immer wieder an ihre eigenen Grenzen. Freundschaften verändern sich über die Jahre und treiben alle in unterschiedliche Richtungen davon. Ein ganz großartiger Gesellschaftsroman!
  • Zum Bewerterprofil von Ulrike Walther

    Ulrike Walther

    Thalia Gotha

    Buchhändler*in

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    5/5

    29.04.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unbedingt lesen! Die großartige...

    Unbedingt lesen! Die großartige Erzählerin Anke Stelling hat uns mit diesem Buch den deutschen Gesellschaftsroman des Jahres geschenkt.
  • Zum Bewerterprofil von Ingbert Edenhofer

    Ingbert Edenhofer

    Thalia Mayersche Bottrop

    Buchhändler*in

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    5/5

    02.04.2019

    eBook (ePUB)

    Schonunglos, ehrlich, magnetisch!

    Es gibt Bücher, die man schon nach den ersten Seiten rezensieren und weiterempfehlen möchte. Eine befreundete Autorin sollte es lesen, meine ehemalige Filialleitung, die Frauen aus meiner ersten WG - nicht unbedingt alle Leute aus meiner eigenen Schulsplitterfraktion (wir nannten uns "Die Abseitspartei", nicht die "Intis"), weil es wohl nur Christine und Patty begreifen könnten, aber ganz viele andere - und vermutlich auch Sie, der oder die Sie gerade diese Rezension lesen. Ja, es ist der Preis der Leipziger Buchmesse, der mich dazu brachte, das Buch zu lesen, aber nein, das allein ist kein Grund, dieses Buch zu lesen - ich könnte da Gegenbeispiele anführen. Resi hat sich anders entwickelt als ihre Kindheitsfreunde. Sie sind weiterhin befreundet, aber als einzige ist sie immer noch eine Rebellin, die die Bürgerlichkeit hinterfragt, während alle anderen sich ihr hingeben. Es gibt im Wesentlichen zwei Informationen: Resi erklärt sich ihrer 14-jährigen Tochter Bea (das älteste ihrer vier Kinder), und Resi und ihr Mann Sven haben von einem Freund die Kündigung für die Wohnung bekommen, die sie von ihm mieteten. Sehr viel passiert also gar nicht in dem Roman, aber Resi rechnet ab - mit ihren Freunden, mit ihrer Familie, aber auch mit der Sprache. Anke Stellings beherrscht es beeindruckend, immer wieder linguistische Querverbindungen zwischen Phrasen herzustellen, die zeigen, dass nicht Resi toxisch ist sondern das System, das natürlich ganz stark durch Sprache geschaffen wird. Auf den ersten Blick könnte Resi einfach eine hysterische Zicke sein, aber nein, sie ist ein Freigeist, der sich beständig selber geißelt und die Welt damit nicht durchkommen lassen will. Viel davon ist angereichert mit Erinnerungen, realen und fiktiven Unterhaltungen, Briefen und was immer Stellings einfällt. Wird am Ende alles gut? Spoiler: Das ist nicht die Art von Buch, im dem es um diese Frage geht. Sondern einfach ein Kleinod, das durch den Preis hoffentlich zum Großod wird!
  • Zum Bewerterprofil von Kristiane Müller

    Kristiane Müller

    Thalia Hamburg – EKZ Hamburger Meile

    Buchhändler*in

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    5/5

    23.03.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Ende der Illusion von der...

    Das Ende der Illusion von der klassenlosen Gesellschaft. Aktuell, bitterböse, brilliant und witzig hat dieser angenehmen schmale Roman den Preis verdient.
  • Zum Bewerterprofil von Claudius Kaboth

    Claudius Kaboth

    Thalia Mannheim – Planken

    Buchhändler*in

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    4/5

    21.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine rabiate Abrechnung und literarischer...

    Eine rabiate Abrechnung und literarischer Wutanfall über die längst überwunden geglaubten Klassenunterschiede unserer deutschen Gesellschaft: nicht umsonst wurde Anke Stelling der Preis der Leipziger Buchmesse 2019 zugesprochen. Jetzt als Taschenbuch.

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